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Bei diesem Text handelt es sich um den Text meiner gedruckten Dissertation. Im Gegensatz zum gedruckten Buch, das in der vom Archiv der Stadt Regensburg herausgegebenen Reihe "Regensburger Studien" als Band 14 (ISBN: 978-3-935052-71-9) erschienen ist, befinden sich die Fußnoten nicht am Ende der Seite, sondern am Ende des gesamten Textes. Ebenso wurden oft Trennzeichen innerhalb einer Seite im Text entfernt, um Volltextsuche zu ermöglichen. Abbildungen und Tabellen sind im Layout verändert und nicht in hoher Auflösung dargestellt, wie dies - insbesondere die kartographischen Abbildungen betreffend - im gedruckten Band (Faltkarten) der Fall ist.
Franz Xaver Schütz






Zum Regensburger und Kölner Stadtgrundriss.

Eine GIS-gestützte Untersuchung










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für Chrystina



Bei der hier vorgelegten Arbeit handelt es sich um die für den Druck überarbeitete Fassung meiner im Februar 2008 von der Philosophischen Fakultät III - Geschichte, Gesellschaft und Geographie - der Universität Regensburg angenommenen Dissertation mit dem Titel "Entwicklung und Erprobung neuer digitaler Methoden zur geographischen Stadtgrundrissanalyse mit Fallbeispielen aus Regensburg und Köln. Eine GIS-gestützte Untersuchung".

Die Arbeiten am Manuskript wurden im Juni 2007 abgeschlossen.







Impressum



Regensburger Studien
Band 14
Herausgegeben vom Stadtarchiv Regensburg


Franz Xaver Schütz
Zum Regensburger und Kölner Stadtgrundriss.
Eine GIS-gestützte Untersuchung




© Stadtarchiv Regensburg 2008


Druck: SpintlerDigital, Weiden
Herstellung: Stadtarchiv Regensburg




ISSN 1438-5414
ISBN 978-3-935052-71-9


Der Abdruck der digitalen Stadtgrundkarte, der amtlichen Baublöcke und digitaler Luftbilder der Stadt Regensburg erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Amtes für Stadtentwicklung, Abteilung Statistik und Vermessung der Stadt Regensburg. Genehmigung vom 7.7.2008.


Der Abdruck der Uraufnahme und des Grundsteuerkatasters von Regensburg erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Bayerischen Landesamtes für Vermessung und Geoinformation, München (vormals Bayerisches Landesvermessungsamt).

Genehmigung vom 4.6.2008 (© Historische Karten: Landesamt für Vermessung und Geoinformation, Bayern 2008).


Der Abdruck der Karten und historischen Kataster aus dem Stadtgebiet Köln erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln

© Geobasisdaten: Landesvermessungsamt NRW, mit Genehmigung der Stadt Köln vom 17.6.2008, GsB-Nr.: DK 17/2008.

http://www.stadt-koeln.de/bol/karten/index.html

http://www.lverma.nrw.de/produkte/Luftbilder/Luftbildkarten/Luftbildkarte5.htm .

Der Abdruck von historischen Aufnahmen aus dem Stadtgebiet Köln erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Historischen Archives der Stadt Köln.


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Vorwort

Die Idee zu dieser Arbeit entstand anläßlich einer Diskussion nach einem Vortrag, den ich zusammen mit meiner Frau auf der Tagung "Remote Sensing in urban areas" am 23.6.2001 an der Universität Regensburg gehalten habe1. Bis zur Vorlage dieser Arbeit erfuhr ich von vielen Personen Unterstützung.

Meinem Doktorvater, Herrn Univ.-Prof. Dr. T. BREUER, dem Inhaber des Lehrstuhls für Kultur-geographie an der Universität Regensburg schulde ich in vielfältiger Weise Dank. Er hat sich dieses nicht "alltäglichen" Themas angenommen und den Fortgang der Arbeit stets wohlwollend, genau, beratend und steuernd verfolgt.

Herrn Univ.-Prof. Dr. J. SCHMUDE, dem Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- und Sozialgeographie (Regensburg, jetzt München) danke ich für die Bereitschaft zur Übernahme des Zweitgutachtens (trotz vieler anderer Verpflichtungen), für die Überlassung von Literatur und für seine stete Gesprächs- und Hilfsbereitschaft.

Herrn Univ.-Prof. Dr. P. SCHMID, dem Inhaber des Lehrstuhls für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg danke ich für die kurzfristige Übernahme des dritten Gutachtens. Ebenso für Diskussionen, Hinweise und Überlassung von Literatur.

Der Institutssekretärin, Frau S. RUDLOFF danke ich für ihre stete Hilfsbereitschaft, ebenso Frau C. LASCHINGER, Herrn H. LUX und Herrn D. SEILER im Dekanat. Besonderen Dank verdient Herr Dipl.-Ing. J. LENZ vom Amt für Vermessung und Statistik der Stadt Regensburg für mehrmalige, persönliche und telefonische Gespräche und bereitwillige Auskünfte zu allen Fragen, die analogen und digitalen Kataster der Stadt Regensburg betreffend, zudem für die Übersendung von Literatur. Ebenso danke ich ihm und seinem Amt für die kostenlose Bereitstellung von Daten und die Erlaubnis zum Druck. Im Zusammenhang mit dieser Bereitstellung danke ich auch Herrn Dipl. Ing. J. HÄUBLEIN (Regensburg).

Dem Bayerischen Landesamt für Vermessung und Geoinformation Bayern (vormals Bayerisches Landesvermessungsamt) danke ich für die kostenlose Bereitstellung des Katasters von 1811, für die Erlaubnis zum Druck und für Auskünfte bezüglich historischer Kataster der Stadt Regensburg. Zu nennen sind hier besonders Frau M. WILD und Herr J. BOXLER.

Den Herren K. MAIER und C. SUCHANKA vom Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln danke ich für Auskünfte zum digitalen Kataster der Stadt Köln. Der Stadt Köln, besonders Frau A. WINTERSCHEIDT danke ich für die Genehmigung zum Abdruck von Karten und (historischen) Katastern. Herrn G. GÜNTHER vom Landesvermessungsamt NRW für Hinweise zu den Kölner Katastern. Frau B. NODDEBROCK vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln für Auskünfte.

Des Weiteren habe ich Herrn PD Dr. O. BENDER (Wien, jetzt Innsbruck) für Diskussion und Literaturhinweise zu danken, Frau Dr. S. CODREANU (Regensburg) für Auskünfte, Herrn Univ.-Prof. em. Dr. K. FEHN (Bonn) für mündliche Hinweise, Herrn Dr. F. Geißelmann (Regensburg) und Herrn Dr. A. SCHRÖDER (Regensburg) für die Möglichkeit der Mitarbeit im Projekt BLO, Herrn Prof. Dr. M.F. GOODCHILD (Santa Barbara) für Diskussion und die Überlassung von Literatur, Herrn Univ.-Prof. Dr. H. GRUBER (Regensburg) für manch "goldene Regel", Herrn Dr. C. GUGL (Wien) der mir Einsicht in seine noch ungedruckte Master-Thesis gewährte und Überlassung von Literatur, Herrn Univ.-Prof. P. HERZ (Regensburg) für Diskussion, Herrn Univ.-Prof. em. Dr. F. IRSIGLER (Trier) für Hinweise und die Überlassung von Literatur, Herrn Univ.-Prof. Dr. C. JÜRGENS (Regensburg, jetzt Bochum) und Herrn Dr. G. KÖGLMEIER (Regensburg) für mündliche Hinweise, A. KOBE (Köln) für Kopien von Literatur, D. KOLLER (Stanford) für mündliche Hinweise, Herrn Univ.-Prof. i.R. Dr. W. KRINGS (Bamberg) für Diskussion und Überlassung von Literatur, Herrn Univ.-Prof. i.R. Dr. D.J. MANSKE (Regensburg) für mündliche Hinweise und für die großzügige Überlassung von Literatur, Herrn Univ.-Prof. Dr. N. NUßBAUM (Köln) für Hinweise, Herrn PD Dr. E. SABELBERG (Düsseldorf) für Diskussion und Überlassung von Literatur, Herrn Univ.-Prof. Dr. T. SCHÄFER (Tübingen) für die herzliche Aufnahme an seinem Institut, Herrn Univ.-Prof. Dr. W. SCHENK (Bonn) für Diskussion, die Überlassung von Literatur und zusammen mit Herrn Univ.-Prof. Dr. A. DIX (Bamberg, damals Bonn) für die Einladung zum Forum

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Historische Geographie (16.-17.5.2003 in Bonn), Herrn M. SCHMIDBAUER (Regensburg) für ortskundige Hinweise, Herrn Dr. R. PLÖGER (Bonn) für Diskussion und mündliche Hinweise, Herrn Dr. A. SCHRÖDER (Regensburg) und Frau N. v. HARRACH (damals Regensburg) für das Scannen von historischen Katastern, der Volksbank Regensburg für die Überlassung von Literatur, insb. Frau ARNDT, Herrn Dr. E. TRAPP (Regensburg) für Auskünfte zu den historischen Maßstäben am Alten Rathaus, der UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK REGENSBURG, insb. dem "Fernleihe-Team" für die nicht immer einfache Beschaffung von Literatur, Frau Dr. E.P.WIPFLER (München) für Korrespondenz und Literatur.

Folgenden akademischen Lehrern aus meinen Studienfächern Geographie, Mineralogie und Informatik an den Universitäten in Regensburg, Greifswald und Bonn habe ich für Hinweise, Anregungen und Kritik zu danken, die ich im Rahmen dieser Arbeit verwenden konnte: Herrn Univ.-Prof. Dr. K. GREVE (Bonn), Herrn Univ.-Prof. em. Dr. K. BILLWITZ (Greifswald) und Herrn Dr. N. AMELANG (Greifswald), Herrn Univ.-Prof. i.R. Dr. K.-H. HENNING (Greifswald) und Herrn Univ.-Prof. Dr. A.B. CREMERS (Bonn).

Der Stadt Regensburg danke ich herzlich für die Aufnahme der Arbeit in die vom Archiv der Stadt Regensburg herausgegebene Reihe "Regensburger Studien". Mein besonderer Dank gilt dabei den Herren Dr. H. WANDERWITZ und J. RÖSCH für Diskussion, Hinweise und die immer gute Zusammenarbeit.

Am meisten allerdings habe ich meiner Frau zu danken. Durch sie ist "die Wissenschaft in mein Leben gekommen" und mein spezielles Interesse für historisch-geographische Zusammenhänge geweckt worden.

Zum Ende dieses Vorwortes möchte ich zum Ausdruck bringen, dass diese Arbeit aus einer geographischen Perspektive erwachsen ist. Sie überschneidet sich aufgrund der Thematik häufig mit den historischen Wissenschaften2 und der Informatik. Durch das Aufzeigen Fächer-übergreifender Bezüge dokumentiert die Arbeit gleichzeitig das moderne Wissenschaftsverständnis3.


Tübingen, im August 2008 Franz Xaver Schütz



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Inhaltsverzeichnis



Vorwort 5

1 Fragestellung 11

1.1 Das Konzept der Persistenz als zentraler Ausgangspunkt für die Fragestellungen, Zielsetzung und Einordnung der Arbeit 11

1.2 Herangehensweise 18

1.3 Die Fallbeispiele Regensburg und Köln 18

2 Methode und Quellenlage 21

2.1 Arbeitsdefinitionen 21

2.2 Stand der Forschung zur Untersuchung von Stadtgrundrissen 25

2.3 Forschungsstand Stadtgrundrissanalysen zu Regensburg und Köln 37

Regensburg 37

Köln 43

2.4 Die Neu- und Weiterentwicklung von computer-gestützten Methoden und deren Anwendung 46

2.4.1 Der objektorientierte Ansatz 46

2.4.2 Digitale, metrologische Untersuchungen 49

2.4.3 Die Methode des Persistenzindex (PX) 51

Formale Darstellung 53

Der neue OO-Ansatz 55

Weitere Kennziffern (OX, AGF, LGF) 55

Der Orientierungsindex (OX) 55

Kennziffern zur Länge und Anzahl von Grenzen pro Flächeneinheit (LGF, AGF) 56

2.5 Kritische Diskussion der angewandten Methodik 56

2.5.1 Genauigkeit, computer-gestützte Umsetzung 57

Zur Genauigkeit digitaler Quellen 58

Zur Genauigkeit computer-gestützter Verarbeitung 58

2.5.2 Grundlagenmaterial (Quellen und Quellenkritik) 59

Quellen zu historischen Maßen und zur Vermessungstechnik 59

Quellen zu Regensburg - Diskussion und Probleme 67

Quellen zu Köln - Diskussion und Probleme 69

3 Das Fallbeispiel Regensburg 71

3.1 Geographische und stadtgeschichtliche Entwicklung des Untersuchungsgebietes 71


7


3.2 Karten- und Datengrundlagen und deren Aufbereitung 73

Uraufnahme von 1811 73

Digitale Stadtgrundkarte 75

Aktuelle Baublöcke 75

3.3 Rechnergestützte, metrologische Analyse 75

3.4 Befunde und Ergebnisse Regensburg 76

3.4.1 Einpassung der Uraufnahme 1811 und des GStK 1812 76

3.4.2 Metrologische Analysen (Regensburg) 85

A) Absolute Maße und deren Vielfache 86

B) Relative Maße (Verhältniszahlen) 92

3.4.3 Befunde PX (Regensburg) 94

3.4.4 Befunde OX (Regensburg) 96

3.4.5 Befunde LGF und AGF (Regensburg) 99

3.4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse und der angewandten Methode 100

4 Köln 103

4.1 Geographische und stadtgeschichtliche Entwicklung 103

4.2 Karten- und Datengrundlagen und deren Aufbereitung 106

Urkataster 1836/37 106

DGK 5 106

4.3 Rechnergestützte, metrologische Analyse 108

4.4 Befunde und Ergebnisse Köln 108

4.4.1 Einpassung des Urkatasters 1837 108

4.4.2 Metrologie 109

4.4.3 Persistente Strukturen 113

5 Parallele/individuelle Befunde und kritische Diskussion der Ergebnisse 115

5.1. Parallele und individuelle Befunde der Fallstudien Köln und Regensburg 115

5.2 Kritische Diskussion der Ergebnisse 117

Die Methode 117

Die lokalen Befunde 118

Regensburg 119

Köln 120

5.3 Ausblick 120

(I) Regensburg 120

(II) Köln 121

(III) Anwendung und Weiterentwicklung der digitalen Methoden 121


8


(IV) Anwendungen außerhalb der Geographie 122

Zusammenfassung 123

Anhang 126

Literaturverzeichnis 126

Verzeichnis der benutzten Karten und Luftbilder 149

Abbildungsverzeichnis 150

Tabellenverzeichnis 151

Verzeichnis der Beilagen 151

Verzeichnis der Abkürzungen 152

A.1 Zeittabelle zur Stadtentwicklung von Regensburg 154

A.2 Zeittabelle zur Stadtentwicklung von Köln 155

A.3 Vielfache von Maßen 156

A.4 Name und Beschreibung der wichtigsten Datenquellen 157

A.5 Auszug aus der Auswertung aller Baublöcke in Regensburg 158

A.6 Benutzte Hard- und Software 162

Register 163

Beilagen 166


9


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1 Fragestellung

1.1 Das Konzept der Persistenz als zentraler Ausgangspunkt für die Fragestellungen, Zielsetzung und Einordnung der Arbeit

"Aus der Vergangenheit in die Gegenwart hereinreichende Strukturen, Bauwerke, Sachverhalte beeinflussen menschliche Entscheidungen also gerade auch dann, wenn ihre ursprüngliche Zweckbestimmung nicht mehr gegeben ist, wenn sie gleichsam fossil geworden sind. Damit kommt der Persistenz für kulturgeographische Fragestellungen und Forschungsansätze ein erhebliches Gewicht zu." (WIRTH 1979, S. 91-92)

"Wenn bisher der immense Umfang des Quellenmaterials die Forschung vor großen historisch-geographischen Problemen der jüngsten Jahrhunderte zögern ließ, stellt heute gerade dieser große Datenreichtum ein neues Potential für die Forschung dar. Mit Hilfe des Computers ist eine Erschließung möglich! Die Durcharbeitung des historischen Quellenmaterials, bisher von jedem Forscher mit großem Arbeitsaufwand wiederholt aufs Neue geleistet, könnte nunmehr Stück um Stück als lange Zeit gültige Dokumentation durchgeführt werden. Zugänglich würden damit die historischen Quellen nicht nur für das besondere Einzelvorhaben des Forschers, sondern in breitem Umfange auch für den Unterricht, für Seminarübungen und andere Zwecke." (HELMFRID 1986, S. 300)

"Quantitativen, rechnergestützten Modellbildungen steht er offensichtlich skeptisch gegenüber, wohl nicht zuletzt aus der Überzeugung heraus, daß es für den Einsatz solcher Verfahren im Bereich der historisch orientierten Geographie bei weitem nicht genügend verwertbares, detailliertes, gleichartiges Material gibt" (FEHN 1998, S. 9).


Die vorstehenden, von Geographen verfassten Zitate geben gleichsam die Motivation für die vorliegende Arbeit wieder4. Das "Konzept der Persistenz"5, wie es WIRTH (1979, S. 91) einmal bezeichnet hat spielt im Zusammenhang der hier vorgelegten Untersuchungen die entscheidende Rolle6. Ausgehend von diesem Konzept ist das Hauptziel die Entwicklung und Erprobung von computer-gestützten, quantitativen Methoden (vgl. Zitate 2 und 3) zur Persistenzanalyse7, die von eben diesem Konzept der Persistenz in der Geographie ausgehen (vgl. Zitat 1).


11


Bedeutung, Umschreibung, Synonyma und Verwendung des Begriffes Persistenz

Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet Persistenz: Beharrlichkeit, Ausdauer, Hartnäckigkeit, Eigensinn und ist lateinischen Ursprungs8. In der Literatur werden statt des Begriffes der Persistenz häufig synonym die Begriffe "Konsistenz" (CZAJKA 1964, DE VRIES-REILINGH 1968), "Langlebigkeit" (HOFMEISTER 1969, S. 36), "Kontinuität"9, "Dauerhaftigkeit" (KRINGS 1999, S. 133) und "Trägheit" (CURDES, ULRICH 1997, S. 17)10 verwendet.

Im ausländischen Schrifttum wird der Begriff der Persistenz beispielsweise im Italienischen mit "permanen-za" bzw. "sopravvivenza" (vgl. BIANCHI 1998), im Englischen mit "persistence" (CONZEN 1988, S. 261), im Französischen mit "persistance" (LAVEDAN 1926a, S. 91) bezeichnet. PFEIL (1972, S. 8) verweist in Anm. 9 auf P. GEORGE, der die Begriffe "la durée, la permanence" verwendet.

Diese wenigen Ausführungen zum Begriff der Persistenz belegen, dass persistente Erscheinungen immer mit der Komponente Zeit verbunden sind. In der Regel werden offensichtlich Erscheinungen, die sich in der Zeit nicht verändern, als persistent bezeichnet11.

In der Geographie umschreibt Persistenz "das bis in die Gegenwart reichende Nachwirken historisch überkommener Strukturen" (WIRTH 1979, S. 279). Eine eingehende Diskussion des Begriffs Persistenz und dessen Einführung in die Geographie findet sich in WIRTH (1979, S. 91-100). Danach ist dieser Begriff als "Konsistenz" durch DE VRIES-REILINGH (1968) in die Sozialgeographie eingeführt worden, nachdem der zu Grunde liegende Sachverhalt schon von NYSTUEN im Jahre 1963 als "Geschichtlicher Gegensatz" beschrieben und in seiner theoretischen Tragweite erkannt worden war (NYSTUEN in: BARTELS 1970b, S. 92). "Die grundlegende Bedeutung dieses Konzepts erstreckt sich jedoch nicht nur auf die Spezielle Kulturgeographie." (WIRTH 1979, S. 91, 92).

Nach diesen Ausführungen mag es so erscheinen, als ob das Konzept der Persistenz erst in den 1960er Jahren über die Sozialgeographie Eingang in die wissenschaftliche Geographie gefunden hätte. In einer Vielzahl von Arbeiten werden im Zuge der "Einführung" des Begriffes bzw. Konzeptes der Persistenz die Autoren NYSTUEN 1963, CZAJKA 1964, DE VRIES-REILINGH 1968, WIRTH 1979 genannt12.

KRAUS (1953) stellt in seinem Aufsatz zu den kriegszerstörten Altstädten Duisburg, Essen und Köln eine Tendenz "sich nach dem alten Grundriss und der früheren wirtschaftlichen Lokalisierung zurückzubilden" (KRAUS 1953, S. 94) fest. Diese "Zurückbildung" beschreibt nichts anderes als das Konzept der Persistenz. KRAUS weist zudem auf eine Arbeit von HARTKE13 aus dem Jahre 1932 hin, in der dieser ein ähnliches Phänomen am Beispiel der Zerstörung von Städten im Ersten Weltkrieg beschreibt. Beide Beispiele belegen, dass die Einführung und Beschreibung des Konzeptes der Persistenz in die wissenschaftliche Geographie, speziell in die Stadtgeographie schon vor 1963 erfolgte.

Das Konzept der Persistenz wurde bislang auf eine Vielzahl von Fragestellungen in allen Teilbereichen der Geographie angewandt und umfasst ein breites Spektrum an Bedeutungen und Anwendungsmöglichkeiten. Forschungen zum "raum-zeitlichen Wandel" haben sich jedoch vorrangig als Betätigungsfeld in der Kultur- und der Wirtschafts- und Sozialgeographie herausgebildet14. In der vorliegenden Arbeit wird das Konzept der Persistenz speziell auf die Untersuchung von persistenten Strukturen im Stadtgrundriss,

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insbesondere das Parzellengefüge betreffend
15 angewandt. Innerhalb der Stadtgeographie haben sich BOBEK & LICHTENBERGER (1966), VRIES-REILINGH, H.D. DE 1968, WIRTH 1976, 1979 (insb. S. 91-100), SCHAFFER (1985), TIBORSKI (1987), CONZEN (1988) und PETERS (1999) mit Fragen zur Persistenz beschäftigt.

Fragestellungen zum "Prinzip der historischen Persistenz" (HEINEBERG 1983, S. 30) waren für die Forschungen von P. SCHÖLLER ein wichtiger Aspekt. Hier wird insb. die Frage nach der Kontinuität traditioneller Standortgefüge gestellt. In der Stadt Regensburg hat beispielsweise KLEIN Standorte von Betrieben untersucht und stellt "persistente" Betriebsformen auf Abb. 8 als Symbol auf einer Karte dar (KLEIN 1997, S. 503). LICHTENBERGER (1986, S. 84) stellt fest, "daß räumliche Disparitätsprobleme immer auf dem Bezug der Gesellschaft zur räumlichen Struktur beruhen, während Persistenzkonzepte primär aufgrund der Situation der physischen Struktur von Städten definiert werden"16.

Den Stadtgrundriss betreffend hat LAVEDAN (1926a, S. 91) das Gesetz von der Persistenz des Stadtgrundrisses ("LOI DE PERSISTANCE DU PLAN") formuliert und widmet der Beschreibung dieser Gesetzmäßigkeit ein ganzes Kapitel17. In der deutschsprachigen Literatur taucht das Konzept der Persistenz von Grundrissformen nach SABELBERG (1984, S. 5 , Anm. 4) erstmals bei CZAJKA (1964) auf18, gefolgt von ROSSI (1973), MEYER (1976) und WIRTH (1979). HOFMEISTER stellt die "Langlebigkeit von Grund- und Aufrisselementen" (HOFMEISTER 1969, S. 36) fest. Der Landeshistoriker A. SCHMID (1995) geht in seiner umfangreichen Schrift unter anderem auf die Persistenz des Straßensystems in Regensburg ein, die er als "Kontinuität" bezeichnet. KRINGS bezeichnet Persistenz im Rahmen des römischen Straßensystems als "Dauerhaftigkeit" (KRINGS 1999, S.133), der Begriff "Trägheit" in Zusammenhang mit Strukturen im Stadtgrundriss wird bei CURDES, ULRICH (1997, S. 17) genannt.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich bezüglich der Persistenz von Parzellarstrukturen zwei grundsätzliche Fragestellungen. Die Frage nach der Veränderlichkeit der Parzellarstrukturen impliziert zugleich die Frage, welche Quantität dieser (ehemaligen) Strukturen noch erhalten ist. Ein Ziel dieser Arbeit ist die Fassung der Persistenz in quantitativer Form. Hier bietet sich die Formulierung eines Maßzeigers (Index) für derartige Veränderungen an. HEINEBERG (2000, S. 191) beispielsweise postuliert ein hohes "Maß an Beharrung, d.h. an räumlich-zeitlicher Persistenz" in Grund- und Aufrissgestaltung der Städte (mittelalterliche Straßenführungen, alte Grundstücksparzellierungen)19 und folgt damit LAVEDAN (1926a). Damit verwendet er den Begriff genau im Sinne dieser Arbeit: Das "Maß an Beharrung, d.h. an räumlich zeitlicher Persistenz" soll quantitativ erfasst werden.

Welche Möglichkeiten gibt es bislang, Persistenz von Parzellengrenzen im Stadtgrundriss quantitativ geographisch zu fassen bzw. zu messen und eine unabhängige Kennzahl zu erstellen? Diese Kennzahl sollte sachlich nachprüfbar und vergleichbar sein und einen Gradmesser für den Erhaltungsgrad von Parzellengrenzen liefern.

Die bisherigen Ansätze hierfür kommen hauptsächlich aus dem Bereich der "ländlichen Siedlungen" (vgl. DRIESCH 1988, passim; DENZER 1996, passim) in kleinen Maßstäben und führen die traditionelle Flurformenforschung mit ihren Methoden fort. Neuerdings ist dort ein "Trend" zu computer-gestützten Ansätzen20 zu verzeichnen. In der Geographie entwickelten WAGNER (1999) und PLÖGER (2003) Methoden zur Erfassung und Bewertung der "Kulturlandschaft"21 mit Hilfe geographischer Informations-

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verarbeitung, neuerdings auch BENDER (2003)22. WAGNER stellt in seiner Einleitung "Qualitativ wie quantitativ unzureichende Repräsentation entsprechender Landschaftsräume, -elemente und- bestandteile bei bisherigen Festsetzungen von raumbezogenen Schutzkategorien" (WAGNER 1999, S. 13) fest und entwickelt unter Anwendung von GIS einen Lösungsweg. PLÖGER (1999, 2003) und HOSSE (2005) verfolgen ähnliche Ziele. Auch BENDER, SCHUMACHER stellen fest, "dass die Entwicklung wirklich "explizit räumlicher" Verfahren noch ganz am Anfang steht" ... "und nicht zuletzt von der Realisierung mit der Geo-IT abhängt" (BENDER, SCHUMACHER 2005, S. 126).

Die zitierten Arbeiten von BENDER, WAGNER, PLÖGER und HOSSE setzen interdisziplinäres Arbei-ten und gute Kenntnisse der (Geographischen) Informationsverarbeitung voraus. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb derartige Arbeiten (noch) relativ selten sind. Speziell Stadtgrundrissanalysen stellen zudem höchste Ansprüche an die geometrische Genauigkeit und "Hohe Genauigkeit bedeutet lange Bear-beitungszeit" (LENZ 1997, S. 48)23.

Für den Bereich von Städten gibt es bislang keine Ansätze bzw. Arbeiten, die den eben für ländliche Räume geschilderten entsprächen. In der Regel werden hier zur Darstellung von Veränderungen im Stadtgrundriss Stadtpläne aus zwei oder mehreren, unterschiedlichen Zeiträumen "nebeneinander" abgedruckt. Häufig werden die Veränderungen im Text nicht beschrieben, der Betrachter soll sich selbst einen "visuellen Eindruck" der Veränderungen verschaffen24. Der Forschung ist bislang eine Operationalisierung, etwa in Form eines Index nicht gelungen.

Bezüglich der Erklärung von Persistenz im Stadtgrundriss stellt HOFMEISTER die These auf, dass diese primär aus wirtschaftlichen Überlegungen zu erklären sei. HOFMEISTER führt die "Langlebigkeit von Grund- und Aufrißelementen" (HOFMEISTER 1969, S. 36)25 in heutigen Zeiten vor allem auf getätigte Investitionen, wie z.B. unterirdische Wasser- und Abwasserleitung, Strom- und Gasleitungen zurück. Diese Persistenz zeigte sich seiner Meinung nach insbesondere beim Wiederaufbau von kriegszerstörten Städten. WIRTH (1979, S. 94) folgt HOFMEISTER in der Argumentation bezüglich der Persistenz durch getätigte Investitionen26. KNOLL (1988) folgt WIRTH bezüglich der Aussagen zu dem Ver- und Entsorgungs-einrichtungen unter der Erdoberfläche, die einstmals mit hohen Investitionen verbunden waren und deshalb häufig weiterhin benutzt oder repariert werden (KNOLL 1988, S. 166, WIRTH 1979, S. 94) und folgt ihm in der These, dass selbst starke Zerstörungen das "Muster von Besitzparzellen" (KNOLL 1988, S. 166) kaum verändern können. Sie wendet dieses Konzept auf die Wiederaufbauten von Hotels im Kölner Stadtgebiet nach dem Zweiten Weltkrieg an. Zudem gibt WIRTH in einer Fußnote27 anhand eines Literaturbeispiels zu bedenken, dass in betriebswirtschaftlicher Hinsicht auch ein abgeschriebenes Wirtschaftsgut noch rentabel sein kann, bzw. gerade dann erst rentabel wird und deshalb persistent bleibt.

Auch LICHTENBERGER erklärt Persistenz im Stadtgrundriss "durch Investitionen in Leitungssysteme" LICHTENBERGER (2002, S. 165), WIRTH und HOFMEISTER zitiert sie dabei nicht. Sie spricht von der geheimen "Herrschaft des Katasters" und stellt fest, dass die Persistenz des Katasters, also der einzelnen Parzellen über lange Zeiträume währt, wohingegen die Objekte darauf (in der Regel Bauwerke) vergehen können. Insbesondere stellt sie eine "weit überdurchschnittliche Persistenz von auf besonders kleinen Parzellen stehenden Objekten" LICHTENBERGER (2002, S. 173) fest. Die (persistente) Nutzung von Stadtmauern als Fundament28 würde Persistenz ebenfalls aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus erklären.


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SABELBERG hat bereits darauf hingewiesen, dass dieser "Ammortisationsgedanke" (SABELBERG 1984, S. 6) beispielsweise bei der Persistenz von Gebäuden in italienischen Städten keine Erklärung bietet29 und dort die "Beharrung " (ebd., S.6) eher über Rechtsnormen, Wertvorstellungen, Verhaltensweisen und/oder Sozialsysteme zu erklären sei. Ideelle Werte und Kulturwerte scheinen also inzwischen immer mehr für persistente Strukturen "verantwortlich" zu sein, aber nach Meinung des Verfassers auch Gesetze z.B. zur Ausweisung von Naturschutzgebieten30 oder Denkmalschutzgesetze können zur Entstehung von persistenten Strukturen beitragen31. SCHÖLLER (1967, S. 78) sah als Hauptkomponente einer "Grundriß-Kontinuität" die Eigentumsverhältnisse und Wirtschaftsinteressen der städtischen Grund- und Hausbesitzerschicht.

Abschließend stellt sich die Frage nach der Bewertung persistenter Raumstrukturen in Städten. Hierzu werden in der Forschung zwei (gegensätzliche) Meinungen vertreten. Zum einen werden derartige Strukturen als für die Stadtentwicklung hinderlich angesehen, insbesondere mit Blick auf eine auto- und verkehrsgerechte Stadt. Als Vertreter dieser Richtung für die Stadt Regensburg sei KREUZER (1969, 1972) angeführt. WIKTORIN (1993) hat am Beispiel Köln aufgezeigt, zu welchen langfristigen, negativen Folgen die "Durchsetzung" von Plänen bzgl. einer "autogerechten" Stadt führt. Auf die Vorzüge und Nachteile der "Persistenz des städtebaulichen Erbes in der Regensburger Altstadt" in Hinblick auf den Einzelhandel weist DEß (2005, insb. S. 68-71) hin.

Zum anderen mehren sich vor allem in jüngster Zeit in der Forschung die Einschätzungen, dass persistente Raumstrukturen für die Stadtentwicklung ein in vielerlei Hinsicht erfreuliches und deshalb auch schützenswertes (Kultur-)Gut darstellen. Der Verfasser schließt sich der Meinung derjenigen Autoren an, die persistente Grundrißstrukturen als schützenswertes Kulturgut betrachten. So weist HOFFMANN-AXTHELM (1990, S. 2491) darauf hin, dass "der Tourismus" gerade "die alten Städte bevorzugt", wobei er die alte Stadt durch die Struktur ihres Parzellargefüges definiert. Mit Hinblick auf touristische und wirtschaftliche Aspekte stellt auch TRONO (2003, S. I) "the importance of local historic and cultural resources - and their protection" heraus. Insbesondere im Fall der Stadt Regensburg zeigt die jüngst erfolgte Verleihung des Titels "UNESCO Weltkulturerbe" eine Bestätigung dieser Sichtweise, sind es hier doch gerade die historisch überkommenen Strukturen, die zu dieser Auszeichnung geführt haben32.

Bezüglich praktischer Anwendungsfelder in der Stadtentwicklungsplanung33 bzw. im Städtebau könnten die hier zu entwickelnden, quantitativen Methoden zur Parzellaranalyse einen nachvollziehbaren, objektiven Weg der Erfassung und Bewertung von (historischen) Grundrissstrukturen aufzeigen. Da die Städte in Deutschland inzwischen mehrheitlich über standardisierte, digitale Kataster verfügen34, wären die hier zu entwickelnden Verfahren praktisch in jeder Stadt anwendbar. Welche Bedeutung der Analyse historischer Parzellarstrukturen in diesem Anwendungsfeld zukommt, zeigt eine Publikation des (ehemaligen) Bundesministers für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau 1983) zum Stadtbild und zur Stadtgestaltung in der Stadt Hameln. HEINEBERG benutzt sie gerade deshalb als Beispiel zur "Planungsrelevanz" (HEINEBERG 2001, S. 136; HEINEBERG 2006, S. 144) mit besonderem Augenmerk auf die "historische Parzellenstruktur" in seinem Lehrbuch zur Stadtgeographie35. "Warum Stadtplanung in Parzellen vor sich gehen muß" zeigt HOFFMANN-AXTHELM (1990). Dass die entsprechenden Ämter in Städten seit langer Zeit auch an digitalen Analysemethoden interessiert sind, zeigen beispielsweise die vergleichsweise frühen Publikationen von SCHMUDE, PFISTER (1996, 1997) zum Heidelberger-Statistik-Informationssystem (HEISIS).


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Zusammenfassend läßt sich, unter besonderer Beachtung der Themenstellung dieser Arbeit, feststellen, dass in der wissenschaftlichen Geographie bislang keine Verfahren existieren, die einen objektiven und nachvollziehbaren Weg der Erfassung und Bewertung von persistenten (historischen) Grundrissstrukturen in Städten eröffnen. Ebenso fehlen bislang die dazu notwendigen, quantitative Methoden und damit verbundene Kenngrößen. Die Entwicklung und Erprobung derartiger Verfahren stellt also seit langer Zeit ein Desiderat der Forschung dar.

Die Fragestellungen der vorliegenden Arbeit lassen sich in vier Bereiche einteilen. Sie betreffen Fragen zur Entwicklung neuer, digitaler Methoden für die Untersuchung der Grundrissentwicklung von Städten, zur Erprobung und Evaluation dieser Methoden an Beispielen der Grundrissentwicklung in den Städten Regensburg und Köln, zur Darstellung der Ergebnisse durch Kennzahlen und Karten und die Suche nach räumlichen Erklärungs- und Verknüpfungsmustern durch den Vergleich der Ergebnisse der Städte Regensburg und Köln mit dem Ziel, mögliche Gesetzmäßigkeiten zu erkennen. Mit der Untersuchung dieser Fragen soll ein Abgleich von in der wissenschaftlichen Geographie bereits formulierten Feststellungen zur Persistenz und zu Thesen zur Stadtentwicklung erfolgen. Es wird sich zeigen, ob die hier vorgelegten Ergebnisse mit den bisherigen Erkenntnissen übereinstimmen oder neue Aspekte zutage fördern.

In Hinblick auf die Entwicklung neuer, digitaler Methoden zur Untersuchung der Grundrissentwicklung von Städten ist in einem ersten Arbeitsschritt zu untersuchen, welche (GIS)-Funktionen für die in dieser Arbeit beabsichtigten Analysen geeignet sind, und ob es derartige Funktionen bereits gibt, oder ob diese neu zu entwickeln sind. Da metrologische Analysen bislang in der Regel ausschließlich für planmäßig angelegte bzw. gegründete Städte angewandt wurden36, soll die Arbeit untersuchen, ob die digitale metrologische Analyse auch für "nicht-gegründete" bzw. nicht planmäßig angelegte Bereiche von Städten sinnvoll und lohnenswert sein kann.

Die Erprobung und Evaluation dieser Methoden an Fallbeispielen zur Grundrissentwicklung in den Städten Regensburg und Köln betreffend ist die Frage nach den erzielbaren Ergebnissen bei der Verwendung der digitalen Stadtgrundkarte (1:500) und der DGK 5 (1:5000) von großem Interesse, hier besonders im Hinblick auf die erzielbare, geometrische Genauigkeit37. Es soll der Frage nachgegangen werden, ob bestimmte Phasen der Grundrissentwicklung aus GIS-gestützten, metrologischen Analysen abzulesen sind und ob sich historische Maße (z.B. mittelalterliche) durch metrologische Analysen in den heutigen Katastern von Regensburg und Köln nachweisen lassen. Insgesamt soll die Zuverlässigkeit der erzielten Ergebnisse dieser Analysen untersucht werden, und es soll die Frage beantwortet werden, ob durch die Anwendung von GIS in jedem Fall ein methodischer Fortschritt erzielt werden kann. In diesem Zusammenhang ist die Frage zu diskutieren, in welchen Fällen analoge, kartengestützte Methoden gegenüber den digitalen Methoden Vorteile erbringen, ebenso die Frage, ob die Analysen jederzeit ohne großen Aufwand zu wiederholen sind. Die Arbeit soll zeigen, welches Vorgehen dafür geeignet bzw. optimal ist und welches Vorgehen weniger angebracht ist.

Zur Darstellung der Ergebnisse durch Kennzahlen und Karten sind Fragen bezüglich der kartographischen Darstellung und deren Praktikabilität zu beantworten. Ebenso ist der Frage nach der Darstellung der Ergebnisse durch Kennzahlen nachzugehen, wie solche Kennzahlen aussehen könnten und wie diese theoretisch begründet werden können.

Weiterführendes (Ideal-)Ziel jeder wissenschaftlichen Arbeit ist es, neben "lokalen", auf bestimmte Situationen bezogenen Untersuchungen und den damit verbundenen Ergebnissen allgemeine Ergebnisse abzuleiten und zu formulieren. Hier stellt sich die Frage nach der Suche von räumlichen Erklärungs- und Verknüpfungsmustern in Bezug auf Stadtgrundrissentwicklungen durch den Vergleich zwischen den beiden Fallstudien Regensburg und Köln mit dem Ziel, mögliche allgemein gültige Gesetzmäßigkeiten zu erkennen, womit der vierte "Block" von Fragestellungen angesprochen sei, denen diese Arbeit nachgehen möchte. Hier gilt es zunächst einmal festzustellen, wie sich der Stadtgrundriss von Regensburg im Vergleich zu Köln entwickelt hat. Es wird sich zeigen, ob es Parallelen bzw. Unterschiede gibt und ob den dokumentierten Entwicklungen Gesetzmäßigkeiten zu Grunde liegen. Es soll deshalb in dieser Arbeit darauf

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eingegangen werden, ob die in dieser Arbeit entwickelten Kennzahlen Hilfestellung bezüglich der Diskussion von Stadttypen liefern können, insbesondere zum Typ der geplanten und ungeplanten Stadt. Im Gegensatz z.B. zu den Arbeiten von SABELBERG (1983, 1984), der sich vor allem mit Gebäuden und deren Nutzung beschäftigt hat, beschäftigt sich diese Arbeit ausschließlich mit dem Stadtgrundriss, speziell den Parzellengrenzen und deren raum-zeitlichen Veränderungen38. Aufriss (Baukörper) und Nutzung werden lediglich ergänzend, etwa bei Fragen zur Interpretation der Befunde herangezogen.

Ganz bewußt unterscheidet sich die vorliegende Arbeit damit von einer durchaus geläufigen Perspektive in der historisch-geographischen Stadtforschung. Die Beschränkung auf die Untersuchung von Parzellen-grenzen im Stadtraum bedeutet nicht, dass der Verfasser die Meinung teilt, dass die Erfassung dieser Grundrißstrukturen die "eigentliche" Aufgabe des Geographen sei (vgl. dazu Fußnote 2 in CHRISTALLER 1933, S. 22-23). Die Größe der einzelnen Parzellen war selbstverständlich, insb. in der "Absteckungsphase" mit der projektierten Nutzung (Klosterbau, Friedhof, Gebäude, Garten, Acker usw.) untrennbar verbunden. Diese Nutzung steht jedoch nicht im Vordergrund. Dies erklärt, weshalb auch die Bebauung auf den untersuchten Parzellen nur nachrangig von Interesse ist, ebenso die damit verbundene Frage nach Vorgärten und Kellern. Derartige Fragestellungen würden insbesondere in den Bereich der Bodendenkmalpflege und Archäologie fallen. Vgl. z.B. HÄUBER et al. 1999, 2004 zum "Digitalen Archäologischen Schichtenatlas" der Stadt Köln.


Einordnung innerhalb der Geographie

Gegenüber anderen Fachgebieten, insbesondere gegenüber den historischen Wissenschaften kann die vorliegende Arbeit durch ihre "raumanalytischen" Fragestellungen abgegrenzt werden und lässt sich innerhalb des Gebäudes der wissenschaftlichen Geographie in den Bereich der (historischen) Stadtgeographie einordnen. Hier würde man sie wiederum in das Teilgebiet der Morphologie39 (Stadtmorphologie, Stadtgestaltforschung40) einordnen.

Folgt man HILDEBRANDT (1994a), so ist die Arbeit auch Teil der "historisch-genetischen Kulturlandschaftsforschung"41. Der Begriff der "Kulturlandschaft" und der dazugehörigen Forschungen wird augenblicklich intensiv diskutiert42. Auslöser dieser Diskussion war u.a. ein von SCHENK, BORK (2002) moderiertes Themenheft, in dem dieser Begriff vor allem als Bezeichnung für die ländlich geprägte "Kulturlandschaft" verwendet wurde, ohne explizit auf die städtisch geprägte Kulturlandschaft einzugehen. SOYEZ (2003) hat dies in einer "Antwort" thematisiert und damit eine bislang anhaltende Diskussion eingeleitet. Die Städte wurden/werden nämlich in der "Kulturlandschaftsforschung" sehr vernachlässigt43, wohingegen diese nach der Definition von JÄGER (1969) innerhalb der historisch-genetische Siedlungsforschung44 einen elementaren Bestandteil dieser Forschungsrichtung darstellten. Sie umfasst nämlich als Siedlungsräume Städte und ländliche Siedlungen (NITZ 1974, S. 1) gleichermaßen. Auch HOFMEISTER (1980, S. 10) bezeichnet die Städte als "in ihrer Gesamterscheinung die am kompliziertesten gebaute Kulturlandschaft".

Zudem könnte man diese Arbeit als Beitrag zur angewandten Historischen Geographie werten, da DENECKE (1991, S. 70) für die anwendungsorientierte Historische Geographie insbesondere "Die historisch-stadtgeographisch dokumentierte und erläuterte Stadterhaltung" und die "Historisch-geographische Darstellung der Entwicklung persistenter Stadtquartiere in den Innenstädten", z. B. in

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Altstadtvierteln als Handlungs- und Aufgabenfeld sieht. So will die vorliegende Arbeit eine Tradition in der (historischen) Stadtgeographie weiterführen, bezüglich der speziellen Methode der metrologischen Analyse von Stadtgrundrissen will sie an die Arbeiten von NITZ anknüpfen und damit zugleich einen Beitrag zur interdisziplinären Stadtforschung leisten.

1.2 Herangehensweise

Die Bearbeitung der aufgeworfenen Fragestellungen ist nur durch einen interdisziplinären Ansatz möglich. Dieser ist in der "Geographischen Stadtforschung" ohnehin unabdingbar45. HOFMEISTER weist auf die "zunehmende Bedeutung der Historischen Stadtgeographie im Zusammenwirken von Geographie, Geschichte und Archäologie" (HOFMEISTER 1997, S.18), also einen interdisziplinären Ansatz hin. Neben der Geographie sind in Hinblick auf die in dieser Arbeit zu behandelnden Fragestellungen die Fächer Geschichte46, die (historische) Metrologie, die Geodäsie, die Kartographie, die Informatik, die Kunstgeschichte (Architektur- und Baugeschichte), die Denkmalpflege47, die Bauforschung, der Städtebau und die Stadtarchäologie beteiligt. Die methodische Herangehensweise ist jedoch immer eine geographische, nicht etwa eine historische bzw. archäologische, wobei die Ansätze der Herangehensweisen aus den unterschiedlichen Fachgebieten durchaus Ähnlichkeiten mit dem Vorgehen in der vorliegenden Arbeit aufweisen können48.

1.3 Die Fallbeispiele Regensburg und Köln

In der vorliegenden Untersuchung werden die Stadtkerne49 von Regensburg und Köln als Fallbeispiele herangezogen (vgl. Abb. 1).

Beide Städte weisen Merkmale auf, die sie für die hier angestrebten Untersuchungen geeignet erscheinen lassen: Neben der Erprobung digitaler Methoden zur Stadtgrundrissanalyse lässt sich zudem ein Erkenntniszugewinn für die historisch-geographische Stadtforschung zu beiden Städten erwarten.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 1: Größenvergleich der Untersuchungsräume Regensburg und Köln


Unabdingbare Voraussetzung für die zu wählenden Untersuchungsgebiete war, dass sie eine vergleichsweise große Fläche50 beanspruchen und über einen möglichst langen Zeitraum eine Kontinuität bezüglich einer Besiedlung bzw. städtischer Strukturen aufweisen51.


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So beträgt die Fläche der Stadt Köln innerhalb der mittelalterlichen Umwallung ca. 400 ha, der Stadt Regensburg ca. 108 ha. Ebenso sollte eine vergleichsweise gute52 Quellenlage vorhanden sein. Im Fall der hier angestrebten Stadtgrundrissanalysen waren dies vor allem die Verfügbarkeit von genau vermessenen, historischen Karten bzw. Katastern, die möglichst im Originalzustand vorliegen sollten. Diese Voraus-setzungen sind für die Stadt Regensburg für den gesamten Stadtkern gegeben, für die Stadt Köln für Teilbereiche des Stadtkerns. Es sollte zudem zumindest ein sehr genaues, digitales "Referenzmedium" vorliegen, um die Untersuchungen von Anfang an auf eine amtlich "geeichte" Basis zu stellen53.

Bezüglich der historischen Entwicklung weisen beide Städte Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede auf54. Beide Städte befinden sich an bedeutenden Flüssen (Donau, Rhein) und gehen auf römische Gründungen zurück. Sie hatten bis in das späte Mittelalter große weltliche und kirchliche Bedeutung. In der neuesten Geschichte weisen sie allerdings deutliche Unterschiede auf. So wurde Regensburg von den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont, wohingegen Köln größtenteils zerstört wurde. In der Nachkriegszeit wurden in Köln die Leitbilder der "autogerechten" Stadt realisiert, wohingegen ähnliche Pläne für Regensburg nicht durchgesetzt werden konnten. Köln wurde in der Nachkriegszeit geprägt von Wirtschaft und Industrie, wohingegen diese Entwicklung in jener Zeit an Regensburg nahezu "vorüberging". Darüber hinaus wurde im Rahmen der Literaturrecherchen festgestellt, dass der Vergleich von Köln und Regensburg auf eine Tradition zurückblicken kann, die leider etwas in Vergessenheit geraten ist55.



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2 Methode und Quellenlage

2.1 Arbeitsdefinitionen

Der interdisziplinäre Ansatz dieser Arbeit führt zwangsläufig dazu, dass viele Begriffe neben der oftmals unterschiedlichen Verwendung in der wissenschaftlichen Geographie auch in anderen Fachdisziplinen eine eigenständige Bedeutung haben. Erläuterungen zum hier benutzten Begriffsapparat sind daher besonders wichtig. Sie erfolgen im Kontext der bisherigen Verwendung in der geographischen Fachliteratur.

Neben dem grundlegenden Konzept der Persistenz, sind die Begriffe Stadt, Grundriss, und GIS in dieser Arbeit von grundsätzlicher Bedeutung.

Der Begriff "Stadt" wird neben der Geographie z.B. auch in der Geschichte (ENNEN 1987, S. 15), in den Sozialwissenschaften (SOMBART 1907, PIPER 1982), in der Kunstgeschichte (HOTZ 1965) und weiteren Fachdisziplinen benutzt bzw. definiert. Nach PIPER wurde das Wort "Burg" im 12. Jahrhundert durch den Begriff "Stat" verdrängt (PIPER 1982, S.4), HOTZ zeigt, dass die Begriffe Burg und Stadt lange Zeit synonym verwendet wurden (HOTZ 1965, S. 1). HAASE56 trug ebenfalls zum Versuch der Definition von Stadt, vor allem aus historischer Sicht, bei (HAASE 1959, S. 17-22).

Eine allgemein gültige Definition für den Gebrauch des Begriffes Stadt gibt es in der wissenschaftlichen Geographie bislang nicht. Darauf wurde und wird immer wieder in der Literatur hingewiesen57. Dieses Definitionsproblem stellt sich jedoch nicht für alle Zeit und auch nicht für die Verwendung des Stadtbegriffes in anderen Fachdisziplinen. So ist nach Meinung der Historikerin ENNEN58 die Stadt im Mittelalter aus historischer Sicht sehr leicht zu definieren, nämlich als ein Bereich, der mit einer Mauer umgeben war, der dicht bebaut war und den Geltungsbereich des Stadtrechtes markierte (ENNEN 1987, S. 15). Dieser Sichtweise folgt LICHTENBERGER (1998, S. 30), die den "historischen Stadtbegriff" als räumliche Einheit (Mauer), als Schnittpunkt von Verkehr und Handel (Straßenkreuzung und Marktplatz) und als organisatorische Einheit mit rechtlicher Sonderstellung bezeichnet.

Frühe Definitionsversuche zum Begriff der Stadt in der Geographie finden sich bei DÖRRIES 1930 und KLÖPPER 1956, wobei den Gedanken von KLÖPPER in der neueren Literatur häufig noch gefolgt wird, er jedoch nicht mehr zitiert wird. Er beschrieb den Stadtbegriff bereits (wie inzwischen in neueren Publikationen üblich, vgl. unten) anhand mehrerer Merkmale. So ordnet er dem Siedlungstyp "Stadt" eine Geschlossenheit der Ortsform, eine gewisse Größe, städtisches Leben innerhalb des Ortes und ein Mindestmaß an Zentralität zu (KLÖPPER 1956, S. 456). Ein weiterer Definitionsversuch findet sich bei HOFMEISTER (1969, S. 173-175)59. STEWIG (1983, S. 17-37) widmet sich dem "Phänomen Stadt" sehr ausführlich, er definiert Stadt formal als "dynamisches Regionalsystem" (STEWIG 1983, S. 17) und geht sehr ausführlich auf den Begriff der Stadt aus der Sichtweise verschiedener Fachwissenschaften ein60. LICHTENBERGER (1986, 1991, 1998) unterscheidet neben dem bereits erwähnten historischen Stadtbegriff den aktuellen Stadtbegriff (LICHTENBERGER 1998, S. 30) und auch HOFMEISTER stellt fest, "daß es keinen für alle Zeiten und Länder gültigen Stadtbegriff geben kann und daß für den sich über die Zeiten wandelnden Stadtbegriff jeweils mehrere Kriterien herangezogen werden müssen" (HOFMEISTER 1997, S. 227). HOFMEISTER versuchte noch 1972 zwischen dem "Stadtbegriff und

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Stadtlandschaft" zu differenzieren (1972, S. 179). Inzwischen nimmt er ähnlich LICHTENBERGER eine Differenzierung in historischen und aktuellen Stadtbegriff vor (HOFMEISTER 1997, Kap. 15 "Der geographische Stadtbegriff", S. 226-237). In der Geographie wird der Begriff der Stadt aktuell meist durch eine Vielzahl von Kriterien beschrieben, zuletzt im Deutschen Nationalatlas (FRIEDRICH et al. 2002, S. 13), der auf Merkmale bei HEINEBERG (2001)61 zurückgreift. Jüngst erschienene Lehrbücher zur Stadt-geographie wiederholen zum Begriff der Stadt62 lediglich bereits Bekanntes.

In der Geographie werden zudem die Begriffe der Innenstadt63, der Altstadt64 und des Stadtkerns65 für be-stimmte Bereiche einer Stadt verwendet. Vor dem Hintergrund einer Rezension von HERMES (1986b) zur Habilitationsschrift von KRINGS (1984), in der HERMES die Verwendung des Begriffes Innenstadt (HERMES 1986b) bei KRINGS kritisiert, werden diese Begriffe kurz erklärt. KRINGS gibt jedoch durch-aus eine Erklärung zur Verwendung des Begriffes "Innenstadt" in seiner Arbeit. Er versteht darunter den vorindustriellen Kern der von ihm untersuchten belgischen Städte, indem er dem niederländischen Sprachgebrauch folgt (KRINGS 1984, S. 17)66.

LICHTENBERGER (1998, S. 254) sieht die "Innenstadt" als einen Teil der kontinentaleuropäischen Kernstadt mit gründerzeitlichem Ausbauviertel und vorherrschender Reihenhausverbauung, im Gegensatz zur "Außenstadt", HOFMEISTER (1997, S. 161) folgt ihr darin. In der deutschen Übersetzung von CARTER (1980)67 wird die angelsächsische Bezeichnung CBD als Innenstadt übersetzt und gibt dem Kapitel seinen Namen68. In der Stadt Köln ist "Innenstadt" die amtliche Bezeichnung für einen Stadtbezirk, ebenso in Regensburg. In Regensburg handelt es sich dabei um den Stadtbezirk "01 Innenstadt" (ENGL 2006, S. 163). In dieser Arbeit wird der Begriff der Innenstadt deshalb lediglich für die (amtliche) Bezeichnung von entsprechenden Stadtbezirken verwendet.

Nach WAGNER (1931, S. 47), der GEIßLER zitiert, stellt die Altstadt den ältesten Teil der Stadt dar. KRAUS (1953) sieht in ihr den Bereich des Zentrums mit den Hauptfunktionen städtischen Lebens, also dem Rathaus, den Hauptkirchen und dem alten Markt (KRAUS 1953, S. 94). POPP (1976, S. 43) versteht in seiner Dissertation unter Altstadt "die Bereiche unserer Städte, die innerhalb der mittelalterlichen bis neu-zeitlich-vorindustriellen Umwallung liegen", diese waren und sind seiner Meinung nach von einem be-sonders rasch und intensiv ablaufenden Wandlungsprozess betroffen. In vielen Städten, so auch in Köln bezeichnet der Begriff Altstadt eine statistische Einheit für die Stadtplanung, z.B. die Stadtbezirke "Altstadt-Nord" bzw. "Altstadt-Süd". Diese Stadtbezirke stellen allerdings lediglich eine vergleichsweise kleine Fläche innerhalb der ehemaligen mittelalterlichen Umwallung der Stadt Köln dar und würden daher mit der Arbeitsdefinition von POPP nicht korrekt wiedergegeben. Auch im Fall von Regensburg würde man den Herzogspark intuitiv nicht der Altstadt zuordnen. In den Städten Regensburg und Köln verbindet man umgangssprachlich mit dem Begriff der Altstadt in der Regel die Bereiche um den Dom69.

KREUZER (1968) benutzt eine weitere Wortbildung, den "Altstadtkern", womit zum Begriff des Stadt-kerns übergeleitet sei. JÄGER (1987, S. VIII-IX) unterscheidet zwischen der Bedeutung von Stadtkern als Ausgangspunkt der räumlichen Stadtentwicklung in topographisch-genetischer Hinsicht und zeigt auf, dass sich der Begriff in dieser Bedeutung bereits in der stadtgeschichtlichen Literatur des 19. Jahrhunderts findet. Des Weiteren zeigt er die Verwendung des Begriffes Stadtkern als topographische Bezeichnung für den "inneren" (JÄGER 1987, S. IX) Bereich einer Stadt in der geographischen Forschung seit den 1920er Jahren auf. Die zusammenfassenden Ausführungen von JÄGER fußen freilich auf den Beiträgen in dem von ihm herausgegebenen Band, in dem DENECKE (1987) Begriff und Verwendung von "Stadtkern" ausführlich darstellt.


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Der Begriff Stadtkern in dem Sinn, wie er im Sammelband von JÄGER (1987) verwendet wird, deckt die beiden, in dieser Arbeit gewählten Untersuchungsgebiete in den Städten Regensburg und Köln als Bezeichnung am besten ab. Deshalb wird er im Folgenden als Bezeichnung für die Untersuchungsgebiete verwendet.

CURDES, ULRICH bezeichnen die Parzelle als "kleinste Einheit der Stadt" (CURDES, ULRICH 1997, S. 20). Sie folgen dabei HOFFMANN-AXTHELM (1990). Eben diese Parzellen, genauer noch deren Grenzen, sind der Gegenstand der vorliegenden Untersuchung. Parzellen werden in der Literatur auch als Grundstücke bezeichnet. Im (inzwischen vielfach als "veraltet" angesehenen) WLG wird die Parzelle definiert als ein Grundstück, das im Kataster eingetragen ist (WLG, Bd. III L-R, 1970, S. 771). In der neueren, geographischen Literatur ergibt sich hinsichtlich der Aussagekraft der Lemmata nach Meinung des Verfassers jedoch keine "bessere" Erklärung. So bezeichnet BALDENHOFER die Parzelle als eine Einheit eines vermessenen Teils der Erdoberfläche, die im Grundbuch durch eine Nummer eingetragen ist und in der Katasterkarte verzeichnet ist (Lemma "Parzelle" im LdG, Bd.3, S. 27-28 von KB = Kurt Baldenhofer). SCHENK bezeichnet die Flurstücke auch als Parzellen, die im Kataster mit einer Nummer dargestellt werden (LdG, Bd. 2, S. 217-218 von WS = Winfried Schenk). In der "Urkundensprache" werden die Parzellen als "areae" bezeichnet70 (KEYSER 1958, S. 30, NITZ 1998, S. 73). Die Parzellen selbst werden durch Grenzen definiert. Der Begriff der Grenze bedeutet in dieser Arbeit immer, falls nicht ausdrücklich anders benannt (z.B. Stadtbezirksgrenze), eine Eigentumsgrenze in dem Sinn, wie er von FRANZ, GÜNTHER (1970) gebraucht wird71.

Die Parzellen können sich durch Eigentumsübergang (Kauf, Tausch, Teilung, Zusammenlegung), durch Flurbereinigung, durch Baulandausweisung- und Baulandumlegungen verändern. Ebenso durch die Anlage von Straßen und Wegen, von Bahnen usw.72 "Parzellenscharf" bedeutet in dieser Arbeit, dass die Parzellengrenzen bezüglich ihrer Lage im Raum so genau wie möglich erfasst werden. Diese Genauigkeit kann sich bei mit digitalen Meßinstrumenten erfassten Koordinaten im Millimeterbereich bewegen. "Parzellenscharf" bedeutet in dieser Arbeit also nicht, wie häufig in der Literatur anzutreffen, dass die Zuordnung zu einer einzelnen Parzelle über ein Punktdatum erfolgt, etwa über den "Schwerpunkt" der Parzelle oder über die Hausnummer. In den Arbeiten von POPP 1976, BENDER (1999)73, KROLL, PÁPAY 2003 hat "parzellenscharf" beispielsweise die letztgenannte Bedeutung.

Die (amtlichen) Katasterpläne bilden die Grundlage für die hier durchgeführten Analysen, da auf ihnen die Eigentumsparzellen verzeichnet sind. Nach HEIDER (1954, S. 6) wird der Begriff Kataster in der Regel abgeleitet von einem mittellateinischen Wort capitastrum (Kopfsteuerverzeichnis), welches über das italienische catasto oder französische cadastre (capdastre) zu uns kam. Kataster kann männliches oder sächliches Geschlecht haben, in Bayern wird in den Gesetzen von dem Kataster (sächlich) gesprochen.

Die Bezeichnung Kataster wird häufig synonym für den Stadtgrundriss74 benutzt, des Weiteren werden in der Literatur die Begriffe Parzellargefüge, (Stadt-)Plan75, (Stadt-)Karte und Stadtgrundkarte verwendet. Eine systematische Übersicht zu den Darstellungsmöglichkeiten des Stadtgrundrisses und der Bezeichnung dieser Darstellungen gibt KRINGS (1986, S. 38-39; 1989, insb. Tab. S. 302, 303). Sehr anschaulich führt er in seinem Aufsatz u.a. den Inhalt der Begriffe Karte, Plan, Bildkarte, Profil und Ansicht aus. Im Englischen werden die Begriffe "layout" und "town plan" (CARTER 1983, S. 114) für die Bezeichnung des Stadtgrundrisses benutzt. HOFMEISTER bezeichnet "Straßen und Plätze, bebaute und unbebaute Flächen"76 als "den Grundriß der städtischen Siedlung" (HOFMEISTER 1969, S. 38). Diese

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Auffassung behält er in der 7. Auflage bei, verfeinert sie jedoch. Zusätzlich zur räumlichen Dimension (in der Regel Parzellengefüge) kommt die Dimension der Raum(flächen)nutzung hinzu. Es wird zwischen bebauten und unbebauten Flächen unterschieden77. HEINEBERG folgt dieser Definition von HOFMEISTER fast wortgleich, er verwendet allerdings den Begriff "Grundstücke" (HEINEBERG 2001, S. 136)78 statt "Flächen" (vgl. oben bei HOFMEISTER). Leider erklärt er nicht, was er unter dem Begriff "Grundstücke" versteht. In dieser Arbeit wird bei der Analyse nicht zwischen bebauten und unbebauten Flächen unterschieden. Es werden Veränderungen an allen in der Stadtgrundkarte bzw. im Kataster vorhandenen Flur- bzw. Grundstücksgrenzen untersucht. Ein Grundstück bezeichnet in dieser Arbeit eine Eigentumsparzelle. Für die Bezeichnung des Stadtgrundrisses wird in dieser Arbeit die Definition von HOFMEISTER angewandt.

Die Städte selbst werden häufig sog. Stadttypen zugeordnet. Der Begriff "Typ" stammt aus dem Griechischen topos79 und bezeichnet im übertragenen Sinn die Form bzw. das Gepräge einer Stadt. Diese "Einordnung" der Städte hat in der wissenschaftlichen Geographie sehr früh ihren Niederschlag gefunden (PASSARGE 1930). Zusammenfassende Darstellungen des geographischen Forschungsstandes zu den Stadttypen und weiterführende Literatur finden sich bei LICHTENBERGER (1998, insb. S. 33-36), HEINEBERG (2001, insb. S. 69-71), INSTITUT FÜR LÄNDERKUNDE LEIPZIG (2002, S. 80-199; Kap. "Stadttypen und Stadtentwicklung"). Städte können demnach verschiedenen Typen gleichzeitig angehören. Ein grundlegendes Problem bei der Definition vieler "Stadttypen" besteht jedoch in der Frage nach den "Typ-Merkmalen" und nach der Operationalisierung bzw. Quantifizierung dieser Merkmale. HARRIS hat diese Problematik bereits 1943 angesprochen: "the literature on the functions of cities, although suggestive, is sadly deficient in studies of criteria for distinguishing types and in classifications" (HARRIS 1943, S. 86). Das von HARRIS angesprochene Problem der Klassifikation und der Auswahl von Kriterien für Typen von Städten ist seiner Meinung nach auch nach über fünfzigjähriger eigener Forschungstätigkeit in diesem Bereich noch nicht gelöst (vgl. HARRIS 1997).

Ein gemeinsames Merkmal besitzen allerdings die meisten Städte: die Kontinuität (Persistenz) des geographischen Raumes, in dem sich der Stadtkern entwickelt (hat).

Im Rahmen dieser Arbeit ist die Unterscheidung zwischen dem Typ der "Planstadt" und der "ungeplanten" bzw. "gewachsenen" Stadt von Bedeutung80. LEIXNER (1924, S. 8) unterscheidet zwischen "gewordenen und gegründeten Siedlungen"81, SCHWARZ hat dem Thema geplantes/ungeplantes Wachstum der Städte ein eigenes, umfassendes Kapitel gewidmet82. CARTER unterscheidet zwischen "formal planning" und "uncontrolled development" (CARTER 1983, S. 10), LIENAU unterscheidet den "regelmäßigen" Grundriss bei Planung, und "unregelmäßiger" Form bei "spontaner" Entstehung (LIENAU 1986, S. 84). Planstädte wurden planmäßig angelegt, häufig im Rahmen von Stadtgründungen im Mittelalter, aber es gibt auch neuere Planstädte. Auch Festungsstädte stellen, zumindest die Befestigungen betreffend (falls sie nicht ohnehin von Beginn an als Festungsstädte gebaut wurden) Plänstädte dar83. PFEIL erklärt "Unregelmäßigkeiten" (PFEIL 1970, S. 117) im Stadtgrundriss durch das "Überwachsen" älterer Siedlungen. Der Ortskern bleibt erhalten, ist jedoch nach einem anderen Prinzip entstanden. Häufig besitzen diese Kerne nach PFEIL ein enges und winkeliges Straßennetz.

Das in dieser Arbeit eingesetzte Methodenspektrum basiert maßgeblich auf GIS-affinen Verfahren. Zur Bedeutung des Begriffes bzw. der Abkürzung "GIS" gibt es nicht nur zwischen einzelnen Fachgebieten, z.B. Geodäsie und Geographie, sondern auch innerhalb der Geographie unterschiedliche Definitionen84.


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GIS wurde als Abkürzung für Geographic Information System (= Geographisches Informationssystem) vor über 30 Jahren von TOMLINSON in Zusammenhang mit dem Aufbau des "Canada Geographic Information System (CGIS)" (TOMLINSON 1976) eingeführt. Nach BILL und FRITSCH (1997, S. 1), die sich auf WALKER, MILLER berufen, wurde dieser Begriff bereits 1963 von TOMLINSON eingeführt. TOMLINSON prägte den Begriff also für ein ganz bestimmtes Informationssystem. Der Begriff wurde sodann in der weiteren Verwendung ganz allgemein für Informationssysteme verwendet, mit denen räumliche Daten verarbeitet wurden. Es wurde zwischen sog. Vektor GIS, Raster GIS und hybriden GIS unterschieden. Diese Unterscheidung wird gegenwärtig nicht mehr vorgenommen, da die wechselweise Verarbeitung von Vektor- und Rasterdaten inzwischen als Standard anzusehen ist. Derartige Systeme werden als "hybride GIS" bezeichnet.

CODD hat den Begriff GIS 1970 als "Generalized Information System, Application Description Manual H20-0574. IBM Corp., White Plains, N.Y., 1965" zitiert (CODD 1970, S. 387). Seither wurden, den interdisziplinären Anwendungsfeldern von GIS entsprechend, viele, zum Teil recht unterschiedliche (unter Berücksichtigung verschiedener Disziplinen und deren Fragestellungen) Bedeutungen der Abkürzung GIS formuliert. Sie finden sich beispielsweise in MAGUIRE (1991, S. 10), BILL, FRITSCH (1997, S. 5). Im deutschsprachigen Raum wird GIS von Geodäten häufig als Abkürzung für Geo-Informationssytem verwendet (BILL 1997), in geographischen Publikationen werden derartige Systeme in der Regel als Geographisches Informationssystem bezeichnet.

Auf der internationalen Konferenz GIScience 2002 wurde von "Geographic Information Science" gesprochen (EGENHOFER, MARK 2002), also der Geographischen Informationswissenschaft85. Allen genannten Definitionen von GIS ist jedoch eine Geo(graphische) Komponente gemeinsam, in Form der Speicherung von räumlichen Daten86 und eine "Informatik-Komponente", in Form des Informationssystems. Versteht man unter dem Begriff der räumlichen Komponente die drei Dimensionen x-Koordinate, y-Koordinate und z-Koordinate87, so ist im Zusammenhang der hier untersuchten Fragestellungen auch die vierte Dimension in Form der Zeit unverzichtbar88. BILL bezeichnet derartige Fachinformationssysteme als historische GIS ("In Historischen GIS ... steht neben dem Raumbezug der Zeitbezug im Vordergrund." BILL 1996, 326).

Somit ist der Rahmen für den Gebrauch des Kürzels "GIS" in dieser Arbeit gegeben: Unter "GIS" wird in dieser Arbeit raum- und zeitbezogene Informationsverarbeitung verstanden, also ein methodisches "Hilfswerkzeug". Es wird darunter weder ein bestimmtes Informationssystem, noch eine bestimmte Software verstanden. Der Begriff wird also ähnlich der Verwendung in der neueren englischsprachigen Literatur und nach HANSEN, KLITZING (1975) verwendet.

2.2 Stand der Forschung zur Untersuchung von Stadtgrundrissen

Die Beschäftigung mit Stadtgrundrissen ist seit der Antike Gegenstand der Forschung, wie HOFMEISTER (1969, S. 39), LICHTENBERGER (1998, S. 34-35) und HEINEBERG (2001, S. 193-195) in ihren Lehrbüchern zeigen. Sie führen als Beispiel das "Rechteckschema" (LICHTENBERGER 1998, S. 35) des HIPPODAMOS von Milet aus dem 5. Jh. v. Chr. an. Auch das Handbuch des VITRUVIUS POLLIO ist

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teilweise dem Städtebau gewidmet89 und es existieren genaue Anleitungen zum Bau von römischen Befestigungen (vgl. z.B. JOHNSON 1983, die in diesem Zusammenhang C. IULIUS HYGINUS als Autor zur Anlage von castra anführt).

Außer in den eben genannten Lehrbüchern finden sich Zusammenfassungen zur Entwicklung der gesamten Stadtforschung/Stadtkernforschung bei DYOS (1968), CARTER (1980, 1983), WHITEHAND (1981), MECKSEPER (1982), KRINGS (1984)90, SCHROEDER-LANZ (1982/86a), JÄGER (1987), HEINEBERG (1987), DENECKE, SHAW (1988), SCHWARZ (1988), BLASCHKE (1997), DENECKE (2002), HOFMEISTER (2004), HEINEBERG (2006). Im Folgenden wird mehrfach aus den vorgenannten Publikationen zitiert werden.

Eine gute Übersicht über Arbeiten zur historisch-geographischen Stadtforschung im in- und ausländischen Schrifttum gab die seit 1982 gedruckt erscheinende Bibliographie zur "Siedlungsforschung. Archäologie - Geschichte - Geographie in Mitteleuropa"91, die vom ehemaligen Arbeitskreis für genetische Siedlungsforschung in Mitteleuropa herausgegeben wurde. Der Arbeitskreis nennt sich inzwischen ARKUM92, die Bibliographie wird inzwischen digital weitergeführt. Innerhalb des ARKUM existiert die Arbeitsgruppe für Angewandte Historische Geographie, die als Publikation die "Kulturlandschaft: Zeitschrift für Angewandte Historische Geographie" herausgibt. Die Anwendung digitaler Methoden bietet innerhalb dieser Arbeitsgruppe immer wieder Anlass zu Tagungen und Publikationen. Der von JAKOBS, KLEEFELD (1999) herausgegebene Band beschäftigt sich beispielsweise ausschließlich mit Informations-systemen für die Angewandte Historische Geographie. Betrachtet man jedoch die jüngste Publikation zu dieser Thematik (LVR 2005) stellt man fest, dass darin lediglich ein Beitrag enthalten ist, der sich explizit mit der Stadt beschäftigt93.

Spezielle, zusammenfassende Darstellungen zum Stand der vornehmlich geographischen Forschung zur Stadtgrundrissanalyse existieren bislang nicht, gleichwohl Darstellungen zur "urban morphology" als Ganzes (vgl. unten). DENECKE (2002) geht zwar auf Stadtgrundrissanalysen ein, liefert jedoch keinen umfassenden Überblick94. BORSDORF, ZEHNER (2005, S. 289) verwenden die Bezeichnung der "städtischen Grundrissanalyse". Sie übernehmen die (inzwischen überholte) Terminologie der "gewachsenen Stadt des Mittelalters" aus einem klassischem Lehrbuch für Architekten (KOEPF 1980). Das "Bild 425" (Nördlingen) aus KOEPF (1980, S. 118) wird in die Abb. auf Seite 289 von BORSDORF, ZEHNER über-nommen, ebenso das Bild 625 (Mannheim) aus KOEPF (1980, S. 173). KOEPF erklärt hingegen auf S. 118 am Beispiel Nördlingen, dass diese Stadt "im 14. Jh. durch einen größeren konzentrischen Ring mit den fünf Stadttoren erweitert" wurde, Nördlingen also eine planmäßige Stadterweiterung erfuhr (KOEPF 1980, S. 118). Neuere geographische Literatur, aber auch ältere, wie der eben zitierte GRADMANN werden leider nicht diskutiert.

KRINGS, SCHENK (2005) widmen sich dem "Stand der Historisch-Geographischen Forschung zu Bayern". Sie stellen fest, dass die historische Stadtgeographie dabei "eher vernachlässigt" (KRINGS, SCHENK 2005, S. 30) wurde und Arbeiten, die der Historischen Agrargeographie zuzuordnen sind, dominieren95.

HOFMEISTER (2004) und HEINEBERG (2006) stellen den Forschungsstand der (gesamten) deutschen "urban morphology" im internationalen Vergleich dar, klammern dabei jedoch bestimmte Bereiche der zu ihr gehörigen Stadtgrundrissanalyse, z.B. metrologische Analysen und digitale Analysen aus. Der Aufsatz von HEINEBERG (2006)96 bestätigt, dass Untersuchungen zur Stadtmorphologie zu der auch die Stadtgrundrissanalysen gehören, ein vorrangiges Desiderat der Forschung darstellen. HEINEBERG spricht dem

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Verfasser "aus dem Herzen", indem er formuliert, dass "bezüglich (kultur-)geographischer stadtmorpho-logischer Untersuchungen, wie oben bereits mehrfach betont, ein erheblicher wissenschaftlicher Nachhol- oder Ergänzungsbedarf, insbesondere im internationalen und interdisziplinären Vergleich besteht" (HEINEBERG 2006, S. 20). Des Weiteren führt er aus: "Es bleibt zu hoffen, dass Untersuchungen, aber auch die Lehre von baulichen Strukturen unter morphogenetischen, funktionalen, praxisorientierten und anderen (kultur-)geographischen Aspekten in Zukunft stärker im Mainstream der Geographischen Wissenschaft liegen und die über eine lange Tradition verfügende geographische Stadtmorphologie nicht (noch) mehr - wie schon mit anderen stärker empirisch orientierten Teilbereichen der Geographie geschehen - in Richtung Nachbarwissenschaften "abdriftet" (HEINEBERG 2006, S. 20).

Anhand von Abb. 2, die in chronologischer Ordnung eine Auswahl von grundlegenen Arbeiten zur Entwicklung der Forschungen zur Stadtgrundrissanalyse unter besonderer Berücksichtigung von Arbeiten zu Köln und Regensburg zeigt, wird der bisherige Stand der Forschung zu Stadtgrundrissanalysen aufgezeigt97. Bei der Durchsicht der Arbeiten lassen sich zwei grundlegende Methoden erkennen, die Längs- und Querschnittsanalysen und die metrologischen Analysen. Da beide Methoden im Einzelfall nicht immer genau zu trennen waren, wurde mit den Kürzeln LQ, lq nochmals unterschieden, ob in dem jeweiligen Beitrag die Längs- und Querschnittsanalysen eine vorrangige (LQ) oder eine nachgeordnete Stellung einnehmen, ebenso wurde für die Anwendung von metrologischen Analysen verfahren (M = me-trologische Analyse vorrangig, m = metrologische Analyse nachrangig).

Des Weiteren wurde unterschieden, ob in den Beiträgen die Untersuchungsgebiete Regensburg und Köln vorkommen, hier wurde wiederum in Beiträge unterschieden, die allein Regensburg (R) bzw. Köln (K) zum Untersuchungsgegenstand haben oder in denen Regensburg (r) bzw. Köln (k) lediglich erwähnt werden. Die nachfolgende Vorstellung einzelner Arbeiten erfolgt nach diesem Schema gegliedert, allerdings nicht chronologisch98, sondern inhaltlich-thematisch, nach Längs- und Querschnittsanalysen, metrologischen Analysen, digitalen Analysen (jeweils unter besonderer Berücksichtigung persistenter Strukturen) und nach speziellen Arbeiten zu Regensburg und Köln.


Längs- und Querschnittsanalysen und deren kritische Betrachtung

Die Methoden der Längs- und Querschnittsanalysen (zeitliche Sequenzen, "Übereinanderlegen von Karten") sind ausführlich in JÄGER (1973, insb. S. 13-14) beschrieben und werden häufig dazu verwendet, die historische Entwicklung von Stadtgrundrissen aufzuzeigen. Bei Längsschnitten (diachrone Analyse) wird die Entwicklung kontinuierlich über einen bestimmten Zeitraum verfolgt z.B. von 1809 bis 2003. Die Querschnitte (synchrone Analyse) zeigen bestimmte zeitliche Schnitte auf, z.B. Zustand des Stadtgrundrisses 1809, 1812 und 2003. Diese Schnitte werden in der Regel zu für die zu untersuchende Fragestellung bedeutsamen Zeitpunkten gelegt99.

Ihren Ausgangspunkt nimmt die Stadtgrundrissforschung durch die Arbeit zu deutschen Stadtanlagen von FRITZ (1894). Seine Schrift wird 1899 in weiten Teilen100 von SCHLÜTER (1899) "übernommen" und dadurch überhaupt erst einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Leider wurde in der Folgezeit in diesem Zusammenhang häufig lediglich die Arbeit von SCHLÜTER zitiert101.


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- 1900

FRITZ (1894)

LQ


SCHLÜTER (1899)

LQ

1900-1945

OBERHUMMER (1907)

LQ


HANSEN (1911)

LQ, k, r


GRADMANN (1916)

LQ


LEIXNER (1924)

LQ, k, r


LAVEDAN (1926a,1926b)

LQ


MARTINY (1928)

LQ

1945-1955

GRUBER (1952, 1976)

LQ


HANNERBERG (1955)

M,lq

1955-1975

MICHEL (1955)

LQ,K


KEYSER (1958)

LQ,m


BÖNISCH (1959/60)

M,lq


CONZEN (1960,1968,1969,1988)

LQ,m


BAUER (1962,1994,1997)

LQ,R


STEWIG (1964)

LQ,m


BOBEK, LICHTENBERGER (1966); LICHTENBERGER (1977)

LQ


LOBEL (1969)

LQ


NITZ (1961, 1972, 1996a, 1996b, 1999)

M,lq


KREUZER (1968, 1969, 1972)

LQ


STOOB (1973)

LQ,R

1975-1990

HEINZ, HERMES, HÖHMANN, KILGERT, SCHÖBER, TAUBMANN (1975)

LQ,R


HANSEN, H., KLITZING, F.v. (1975)

LQ


PELTRE (1975)

M,lq


MEYNEN (1976)

LQ,K


POPP 1976

LQ


MEYNEN, HELLENKEMPER (1979)

LQ,K


LAFRENZ (1982/86, 1988)

M,lq


SCHROEDER-LANZ (1982/86)

LQ


CARTER, H. (1983)

LQ


BMBau (1983)

LQ,m


KRINGS (1984)

LQ


JÄGER (1987)

LQ


TIBORSKI (1987)

LQ


LANDSCHAFTSVERBAND RHEINLAND (1988)

LQ,m


SCHWARZ (1988)

LQ,r,k

Seit 1990

SIEDLUNGSFORSCHUNG 11 (1993)

LQ


CURDES, ULRICH (1997)

LQ,K


LENZ (1997,1998,2003)

LQ,R


BORGMEYER, WELLNHOFER (1997b)

LQ,R


HÄUBER, SCHÜTZ, SPIEGEL (1999); HÄUBER, NUSSBAUM et al. (2004)

LQ, K


PETERS (1999)

LQ,m


BENDER (1999)

LQ


WIKTORIN et al. (2001)

LQ, K


HUMPERT, SCHENK (2001)

M,lq,k,r


KROLL, PÁPAY (2003)

LQ,m


BORGMEYER (2003)

LQ,R


SCHWEIZER, KRAAS, ZEHNER (2004a/b)

LQ, K


SCHMID (2004)

LQ, R


HOFMEISTER (2004)

LQ


HEINEBERG (2006)

LQ


Zeichenerklärung:


LQ = hauptsächlich Längs- und/oder Querschnittsanalyse, lq = nebensächlich.

M = hauptsächlich metrologische Analyse, m = metrologische Analyse erwähnt.

K = nur Köln, k = Köln erwähnt, R = nur Regensburg, r = Regensburg erwähnt.


Abb. 2: Auswahl von Arbeiten zur Stadtgrundrissanalyse


FRITZ (1894) unterscheidet deutlich zwischen gewachsenen Städten und geplanten (gegründeten) Städten. Die Planung von Ostelbischen Städten würden sich beispielsweise durch deren Anlage in geraden Linien und rechten Winkeln zeigen102. Den Städten des Westens und des Südens schreibt FRITZ Systemlosigkeit zu. SCHLÜTER geht nun davon aus, dass auch bei den "nach und nach entstandenen Städten" (SCHLÜTER 1899, S. 459) deutliche Planungselemente im Stadtgrundriss zu erkennen sind.


28


So durfte niemand über Straßen hinausbauen, was bereits eine gewisse planerische Vorgabe impliziert. Deshalb verdichtete sich der Raum zwischen dem Verlauf von Straßen immer weiter (FRITZ 1894, gefolgt von SCHLÜTER 1899, S. 455)103. Die Anpassung der Straßen erfolgt an die örtlichen Verhältnisse (SCHLÜTER 1899, S. 461). "Geradlinigkeit" (SCHLÜTER 1899, S. 453) herrscht in Freiburg und Heidelberg als von den Zähringern gegründeten Städten vor, auch in Köln zeugen gerade Linien und rechten Winkeln von einer Planung (nach FRITZ 1894, bei SCHLÜTER 1899, S. 453 wiederholt)

GRADMANN (1916, S. 427) stellt fest: "Städtische Siedlungen sind nicht mehr Erzeugnisse ungewollter Entwicklung, vielmehr eines schöpferischen Einzelwillens, rechnenden Verstandes, der mit klugem Vorbedacht ihre Lage ausgewählt hat"104. Er weist auf die "streng regelmäßige Schachbrettform" (GRADMANN 1916, S. 443) der Gründungsstädte des Ostens hin. Im Westen Deutschlands finden wir hingegen fast nie regelmäßige Stadtgrundrisse, was allerdings nicht bedeuten muss, dass diese Grundrisse nicht geplant sind. "Der Schönheitssinn" neuzeitlicher Städteplanung ist nach GRADMANN mindestens zur Hälfte Ordnungssinn, "er liebt mit Leidenschaft die gerade Linie und den rechten Winkel und wird darin bestärkt durch den Feldmesser mit seinen optischen Methoden", so entstehen "jene gähnend langweiligen Stadtteile, die kein Fremder jemals sehenswert findet" (GRADMANN 1916, S. 443). Im Gegensatz dazu betrachtet er die mittelalterlichen Städte als Kunstwerke. Diese Städte vermeiden gerade Linien105. GRADMANN (1916, S. 444) weist auf einen Grundzug aller ursprünglichen Städteanlagen hin. Es gibt eine Hauptstraße, die von einem Tor zum anderen führt, fast nie gerade und fast nie genau durch die Mitte der Stadt. Irgendwo verläuft die Hauptstraße seitwärts zum Marktplatz, an dem das Rathaus steht. Die Nebenstraßen verlaufen in der Anlage rippenförmig, leiterförmig oder ähnlich. Er verdeutlicht dies an verschiedenen Abbildungen auf Baublockebene106. An diesen Straßen werden dann Parzellen angelegt. Es gibt dabei immer bevorzugte Straßenrichtungen, die sich z.B. nach einem Flußlauf richten.

Die Gestaltuntersuchung der Siedlungen spielte nach MARTINY (1928, S. 1)107 in der Kulturgeographie "noch eine recht bescheidene Rolle", etwa im Vergleich zur Morphologie in der damaligen Physischen Geographie. Er weist zu Beginn seiner Arbeit darauf hin, dass allein die Grundrissgestaltung untersucht wird, nicht die gesamte Siedlungsgestaltung und sieht in der Grundrissgestaltung vorrangig die "Verteilung der Gebäude" (ebd., S. 1) und der "Nebengebilde" wie Straßen, Plätze, Befestigungen. Er erwähnt, dass Katasterpläne "indes nicht ohne weiteres zugänglich und bei ihrer sehr großen Zahl auch sehr zeitraubend zu benutzen sind", obwohl sie die "beste Erkenntnisgrundlage für die Erforschung der Siedlungsgestalt sind"108. Er schreibt FRITZ (1894) die erste planmäßige Untersuchung von Stadtanlagen zu und geht davon aus, dass die Vorbereitung einer Stadtgründung stets eine Vermessung gewesen ist. Der römische Ursprung von Regensburg und Köln wird ebenfalls erwähnt (MARTINY 1928, S. 51). Er geht davon aus, dass das römische Gassennetz nur in seltenen Fällen erhalten geblieben ist, nämlich dort, wo die alten Tore erhalten bleiben und auf die Gassenbildung Auswirkung haben (ebd., S. 51).

WAGNER (1931)109 untersucht die Stadt Ilmenau. Neben den Bereichen Lage, Klima und geschichtliche Grundlagen wird auch der Grundriss anhand einer Kartenskizze behandelt. Bezugnehmend auf SCHLÜTER (1899) stellt WAGNER für die Lage von Ilmenau am Fluß fest, dass zwei Richtungen vorherrschen, eine parallel zum Ufer und eine senkrecht dazu. Er weist darauf hin, dass diese Vorzugsrichtungen häufig nicht mehr sichtbar sind, rekonstruiert man jedoch den Flußlauf zur Zeit der Gründung einer Stadt, bestätigt sich dieses topographische Muster (WAGNER 1931, S. 49). Zudem konstatiert er Wachstumsspitzen der Stadtentwicklung an den Stellen, an denen die vier Stadttore lagen,

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deren Lage sich mit den wichtigsten Verkehrsadern deckt. DAHMS (1938)110 untersuchte das "Werden und Wesen der ostdeutschen Kolonialstadt" (ebd., S. 5 ) am Beispiel der Stadt Neubrandenburg. Die beiden beigelegten Karten besitzen die Maßstäbe 1:10000 und 1:100000, die Untersuchung erfolgte auf Baublockniveau. Neubrandenburg wurde 1248 durch Johann, Markgraf von Brandenburg gestiftet und besitzt eine planmäßige Anlage. DAHMS bezeichnet diese als "Gitterform" (DAHMS 1938, S. 21). Nahezu alle Baublöcke sind rechteckig und annähernd gleich groß. Es findet sich in der Arbeit lediglich eine Maßangabe, auf S. 22 bemerkt DAHMS, dass der Abstand der Häuserzeilen jeweils 17,5 m betrug111

Der Historiker KEYSER stellt in seiner umfassenden Arbeit für die Flächen der bürgerlichen Grundstücke, der öffentlichen Gebäude, Märkte, Plätze und Straßen eine "sehr starke Beharrlichkeit" (KEYSER 1958, S. 17) fest. Der Frage nach (ebenfalls) planmäßigen Entwicklungen im Stadtgrundriss der Altstadt von Istanbul (= Stambul) ist STEWIG nachgegangen. Auf den verglichenen Karten (Maßstab immer größer als 1:10000) hat er vereinzelt mit "Millimeterpapier" ausgemessen (STEWIG 1964, S. 217). STEWIGS Untersuchungen erlauben zwar Aussagen zur Entwicklung des Grundrisses von Stambul, parzellenscharfe Aussagen lassen sich jedoch nicht machen. Er kommt zu dem Schluss, dass die Hauptstraßen und die an ihnen liegende Bebauung planmäßig angelegt wurden, die restliche Bebauung allerdings planlos gewachsen sei.

CONZEN (1968, 1969, 1988) hat sein "Lebenswerk" der Stadtmorphologie ("urban morphology") gewidmet und die weltweit einzige "Schule" in diesem Bereich begründet (vgl. dazu ausführlich: HEINEBERG 2006, S. 1-3). Er hat die Zeitschrift "Urban Morphology" ins Leben gerufen, deren erste Ausgabe 1997 erschienen ist. Bezüglich der Versuche der "Messung" von persistenten Strukturen in Städten wurden im Zuge der Literaturrecherchen nur wenige Arbeiten gefunden, die versuchen, den Grad von persistenten Strukturen zu beschreiben. CONZEN beschreibt beispielsweise eine Tabellenspalte mit dem Titel "Degree of form persistence" (CONZEN 1988, Fig. 17.3, S. 261). Hier versucht CONZEN in qualitativen Ausprägungen persistente Stukturen im Grundriss von Städten mit den drei Merkmalsausprä-gungen "Maximal", "Considerable though varying with periods" und "Minimal" in sehr kleinmaßstäbiger Form zu beschreiben.

BOBEK, LICHTENBERGER (1966) bzw. LICHTENBERGER (1977) konstatieren für Wien einen "Wandel des Parzellierungssystems" (BOBEK, LICHTENBERGER 1966, S. 74). Sehr schmale Parzellen werden in die Zeit der Gotik datiert, im Barock haben sich die Parzellen stark verbreitert. Aktuell herrscht die gedrungene bis quadratische Parzelle vor. Sie führen aus, dass die "moderne, differenzierte Wohnanlage" eine "völlige Abkehr von dem Prinzip der alten Reihenhausbebauung und ihrem Parzellierungssystem" bedeutet und dadurch "Baugrundstücke sehr unterschiedlicher, meist beachtlicher Größe entstehen - notfalls durch Zusammenlegung" (BOBEK, LICHTENBERGER 1966, S. 210)112. LICHTENBERGER (2002) geht im Kapitel "Die Anatomie der Stadt"113 (ebd., S. 149 - 186) auf die "Langlebigkeit des Stadtplans" (ebd., S. 149) ein. Für die vorliegende Arbeit von besonderem Interesse sind die Kapitel "Ein historischer Exkurs: Zur Metrik des Grundrisses" (ab S. 168) und "Der Baublock als städtebauliches Element" (ebd., ab S. 172). Bei der Metrik der mittelalterlichen Bürgerstadt weist LICHTENBERGER darauf hin, dass bei Siedlungskontinuität aus römischer Zeit häufig zwei römische Baublöcke verbunden und in Längsrichtung in schmalere Streifen unterteilt wurden (ebd., S. 169).

LATA (1971) beschäftigt sich mit der Urbanisierung in Indien, speziell seit dem Jahr 1901. Sie führt dabei Nutzungsanalysen durch und zeigt Wachstumsphasen der indischen Städte auf. Die Darstellung erfolgt jedoch meist in sehr kleinen Maßstäben, maximal auf der Ebene von Baublöcken.


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SCHEUERBRANDT (1972)114 benennt für die geplanten Städte des Hochmittelalters "Hofstätten (Haus-plätze)", die meist bei 50 Fuß Breite und 100 Fuß Länge (ca. 16,2 x 32,4 m)115 lagen. Die ursprüngliche Breite von 50 Fuß wurde nach SCHEUERBRANDT später nicht mehr beibehalten, jedoch die Tiefe von 100 Fuß. Er führt selbst keine metrologischen Analysen durch, sondern zitiert Hofstättengrößen in den Gründungsstädten des Oberrheingebietes, etwa für Freiburg und Heidelberg mit 50 Fuß Breite und 100 Fuß Tiefe, wobei er ein Fußmaß von 32,4 cm annimmt, das dort noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts gültig war (SCHEUERBRANDT 1972, S. 199-200, insb. Anm. 9 auf S. 200 mit Hofstättengrößen).

Eine wichtige Arbeit aus sozialtopographischer Sicht stellt PIPER (1982) dar. Bei der Untersuchung des (mittelalterlichen) Stadtplans führt PIPER im Kapitel "Sozialtopographie" (ebd., S. 3-23) aus, dass bis auf wenige Ausnahmen, wo die Straßen als Handels- und Repräsentationsraum dienten, der Zweck von Straßen der Zugang zu den Parzellen war. Sie waren also kein Ziel mittelalterlichen Stadtbaus, vielmehr "notwendiges Übel" (ebd., S. 23-24). Ganz im Gegensatz dazu wird die Situation in den Zeiten der "autogerechten" Stadt bewertet, in der die Straßen sehr wohl Ziel des Stadtbaus sind. Die bebauten Flächen innerhalb der Stadtmauern waren meist nur grob untergliedert, dadurch ergaben sich tiefe Parzellen um die 100 Fuß (ebd., S. 8) mit geringer Breite, da die Straßenfront als sehr wertvoll (ebd., S. 8) angesehen wurde. Der rückwärtige Teil des Grundstücks diente landwirtschaftlichen Zwecken, weniger Bemittelte bauten dort Gemüse an, ansonsten handelte es sich um Ruhe- und Erholungsräume, häufig in Form von Gärten (ebd. 1982, S. 8-9).

TIBORSKI (1987) stellt Untersuchungen zur baulichen Innovation und lokalen Persistenz in Solingen an. Er behandelt den "Neuaufbau der Solinger Altstadt nach dem zweiten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Entwicklung bis zur Zerstörung." TIBORSKI beschäftigt sich dabei primär mit der Bausubstanz. Methodisch bildet die "Archivforschung ... , d.h. die Auswertung der verfügbaren Archivalien, ergänzt durch publizistische Quellen ... und Sekundärliteratur" (ebd., S. 16) das Grundgerüst. So untersuchte und analysierte TIBORSKI verschiedene Karten und Pläne. Leider gibt er keine genauere Darstellung, wie die von ihm erstellten Karten entstehen. TIBORSKI gibt lediglich an, dass die eigenen Entwürfe "sämtlich auf der Grundlage des im Stadtarchiv Solingen lagernden Karten- und Aktenmaterials" (ebd., S. 176) basieren und von ihm stammen. So gibt er z.B. für die Abbildung 125 auf Seite 254 "Solingen - Altstadt. Vorkriegsstruktur: Nutzungspersistenz" als Quelle "Morsbach´s Adreßbuch" und eine "Karte der Grund-stücke in Solingen mit Eintragung der jeweiligen Besitzer, ohne Datum, ohne Maßstab, handschriftliche Fortschreibung und Eintragung der Nachkriegsstraßennamen bis etwa 1949" an (ebd., S. 174). Die "Parzellenschärfe" bezieht sich also auch bei TIBORSKI auf die Zuordnung von Merkmalen zu bestimmten Parzellen, nicht auf deren lagegenaue Verortung und deren Abmessungen. Damit wird auch verständlich, warum TIBORSKI die Entstehung der Karten nicht genauer beschreibt. Der vom Verfasser errechnete Maßstab der Karte beträgt ca. 1:5700. Die Abbildungen 50 bis 53 (ebd., S. 199-202) stellen die "Vorkriegsstruktur (Zustand um 1938)" dar und basieren laut Quellenangaben (ebd., S. 173) auf der eben erwähnten "Karte der Grundstücke", ohne Maßstab, auf Luftbildern und der "Auswertung der Bestände sowie" von "Hausakten" der jeweiligen Gebäude". Der errechnete Maßstab der Abbildungen (Karten) ist wiederum ca. 1:5700.

SCHWARZ (1988)116 stellt eine Untersuchung zu "Alt-Lübeck" vor. Danach lassen sich Parzellen mit einer Breite von 7-9 m und einer Tiefe bis über 175 m den Patriziern zuordnen. Kleinere Parzellen mit Giebelhäusern und einer Breite von 5-7 m und einer Tiefe von 7-18 m waren im wesentlichen Handwerkern zuzuordnen.

FAULHABER (1999)117 stellte in seiner Untersuchung in Nürnberg für das Gebiet der Lorenzer Stadt eine "bemerkenswerte Persistenz der kleinteiligen Parzellierung im Bereich der Entengasse" fest (FAULHABER 1999, S. 293), größere Komplexe werden aktuell in der Regel von Warenhäusern belegt.


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Auf die Bedeutung der Geologie, Geomorphologie und Hydrologie für die Anlage und Entwicklung von Stadtgrundrissen weist GEISLER (1920)118 hin. KRENZLIN (1961, S. 111) weist ebenfalls darauf hin, dass naturräumliche Gegebenheiten wie Relief und hydrographische Bodenverhältnisse Einfluß auf die Parzellierung haben. Allgemein wird bei steilem Hang in Richtung der Isohypsen geteilt (Querparzellierung), in flachem Gelände erfolgt die Parzellierung "in Richtung des Gefälles". Von KRENZLIN wird insb. die Methode der "Rückschreibung" für die Flurformenforschung angewandt. Dort erfolgt eine Interpretation aus der Kombination der Interpretation von Katasterkarten und älteren, schriftlichen Quellen, z.B. Urkunden, Beschreibungen, Lager- und Salbücher (vgl. Eintrag Rückschreibung im LdG, Bd.3, S. 168 [ohne Nennung des Autors des Lemmas]; KRENZLIN 1961; LIENAU 1986, S. 30). DRESCHER (1957, S. 17) geht ähnlich vor, nennt seine Methode jedoch ein "Zurückschauen". Er führt dieses Zurückschauen "mit Hilfe der älteren Flurpläne" ... "Akten, Urkunden, Protokolle, Urbare und Salbücher" durch (DRESCHER 1957, insb. S. 17-18).

Die Anwendung von digitalen Methoden bei längs- und querschnittlichen Untersuchungen in Städten nimmt ihren Ausgangspunkt bereits in den 1970er Jahren. Obwohl die Anwendung von EDV in dieser Zeit mit erheblichem Aufwand verbunden war und in der Regel lediglich rasterbasierte Systeme mit entsprechenden Nachteilen zur Verfügung standen, haben deutsche Geographen derartige (damals hoch innovative) Untersuchungsmethoden angewandt und entsprechende Fortschritte in der Forschung erzielt (z.B. POPP 1976). Durch die damaligen (technischen) Beschränkungen, beispielsweise bedingt durch die Wahl von festen Planquadratrastern (POPP 1976 wählte ein 50m-Raster) war ein direkter Bezug zu den einzelnen Parzellen häufig nicht mehr erkennbar, da Parzellen und Planquadrate willkürlich durchschnitten wurden, wie POPP auch selbst als Nachteil dieser Methode anführt119.

Einen speziellen Bereich, in den digitale Methoden zur Untersuchung von persistenten Objekten Einzug gefunden haben, stellt die angewandte historische Kulturlandschaftsforschung dar, allerdings finden sich keine Arbeiten zu Stadtgrundrissuntersuchungen. So hat PRIVAT (1994)120 mit Hilfe einer Puffergenerie-rung in einem Geographischen Informationssystem persistente Straßenverläufe ("gleichverlaufende Linien") untersucht. Sie untersucht in einem 50- Meter-Puffer um gegenwärtige Verläufe von Verkehrswegen, welche historischen Trassen in diesem Puffer verlaufen bzw. verliefen121. PRIVAT agiert bei ihren Untersuchungen freilich bezüglich der "Lagegenauigkeit" in sehr viel kleineren Maßstabsbereichen als dies in der hier vorliegenden Arbeit der Fall ist.

PLÖGER (1999) stellt bei der "Anwendung Geographischer Informationssysteme (GIS) für historisch-geographische Aufgabenstellungen" fest, dass die Verzerrungen in den "Altkarten vor dem 19. Jahrhundert" (PLÖGER 1999, S. 17) so gross sind, dass nur für jeweils kleinere Kartenausschnitte noch nutzbare Ergebnisse erzielt werden können. Er gibt anhand eines Beispiels (sein Beispiel 3) Lösungen zur digitalen Erfassung von Objekten. Zum einen eine quellenuntreue Erfassung, zum anderen eine Erfassung der Quellen und nachfolgend deren Bearbeitung, die meist vorzuziehen sei, um eine spätere Überprüfung an den originalen Quellen vornehmen zu können und eventuelle methodische Fehler aufzudecken. So ist vorstellbar, dass durch eine Fehlinterpretation die Quelle ebenfalls verfälscht wird oder neuere wissen-schaftliche Erkenntnisse eine höhere "Genauigkeit" erzielen oder gar die vielleicht benutzte Methode als falsch erklären. PLÖGER agiert allerdings im Gegensatz zu vorliegender Arbeit in sehr viel kleineren Maßstabsbereichen. Er weist darauf hin, dass in der Praxis Identität von digitalisierten Objekten nicht erreicht werden könne: In voneinander unabhängigen Bearbeitungen werden nämlich auch für ein und dasselbe Objekt beim (manuellen) Digitalisieren die Geometriedaten (Koordinatenpunkte) unterschiedlich gesetzt (PLÖGER 1999, S. 20).

PÁPAY zeigt den Einsatz raumbezogener Datenverarbeitung in der Landesgeschichtsforschung am Beispiel des historischen Informationssystems für Rostock.. Er benutzte als Quelle die Tarnow-Karte aus der Zeit zwischen 1780 und 1790, das Original besitzt einen Maßstab von 1:480 (PÁPAY 1999, S. 198). Diese Karte

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wurde georeferenziert und es wurde "ein maximaler Lagefehler von 6 m ermittelt, was in Anbetracht der historischen Aufnahmemöglichkeiten, der vollzogenen Veränderungen im Laufe der Zeit sowie den möglichen Fehlerquellen bei der Aufnahme und Einarbeitung der Tarnow-Karte in ein modernes Geoinformationssystem (GIS) mehr als zufriedenstellen dürfte" (PÁPAY 1999, S. 199). Diese Karte wurde nun mit einer Datenbank zum Rostocker Grundregister gekoppelt. Zum methodischen Vorgehen sei Folgendes bemerkt. Wie eine Recherche ergab, besitzt die Karte, die zur Georeferenzierung benutzt wurde (mit der Nomenklatur N-33-61-C-b3) einen Maßstab von 1:10000 (vgl. "Übersicht der Topographischen Stadtpläne 1: 10000 (AS)" in: Landesvermessungsamt Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Kartenverzeich-nis. Ausgabe 1993, S. 28/29). Demnach hat PÁPAY zwei Karten extrem unterschiedlicher Maßstäbe (1:480 und 1:10000) miteinander verglichen. Es fallen damit einzelne Parzellen, die teilweise keine 6 Meter breit sind, buchstäblich durch das Untersuchungsraster. Dies bedeutet, dass die angegebenen Ungenauigkeiten keineswegs mit dem GIS, sondern statt dessen auf das für diesen Vergleich benutzte und nach Meinung des Verfassers ungeeignete, analoge Kartenmaterial zurückzuführen ist. Dabei gilt es selbstverständlich zu bedenken, dass die Beschaffung von geeignetem Kartenmaterial zu dieser Zeit noch mit großen Schwierigkeiten verbunden gewesen wäre 122.

Des Weiteren haben KROLL, PÁPAY (2003, S. 121) unter einer sozialtopographischen Fragestellungen die kürzesten Strecken zwischen zwei Parzellenmittelpunkten von Grundstücken einzelner Berufe statistisch am Beispiel Stralsund ausgewertet. Im Unterschied zur Auswertung von Strecken zwischen Parzellenmittel-punkten, werden in vorliegender Arbeit die einzelnen Parzellenbegrenzungen ausgewertet.

Die Arbeit von BENDER (1999) zur Entwicklung der Stadt Fürth im 19. Jahrhundert, verbunden mit dem Aufbau eines geographischen Informationssystems auf Basis der Hausgrundstücke stellt eine der wenigen EDV-gestützten Arbeiten dar, die explizit einen Beitrag zur historischen Stadtgeographie liefern wollen. Der gewählte Zeitabschnitt umfasst "die Phase der dynamischsten Stadtentwicklung, aus welcher der größte Teil der bis heute persistenten Grund- und Aufrißelemente Fürths stammt" (ebd., S. 15). BENDER hat "parzellenscharfe" Analysen (ebd., S. 16) durchgeführt und die Ergebnisse zur "Veranschaulichung" auf Baublockebene und Stadtdistrikte aggregiert. Parzellenscharf bedeutet in seiner Arbeit, dass ein Datum auf eine Parzelle bezogen wird und bezieht sich nicht auf die möglichst lagegetreue Wiedergabe der Parzellen(grenzen). Im Bereich der Analyse ländlich geprägter Räume zählt BENDER zu den Vorreitern bei der Anwendung digitaler Methoden (vgl. BENDER 2003, BENDER, JENS 2004, BENDER, SCHUMACHER 2005). Bereits 1994 hat er ein analoges Bewertungskonzept für die Landschaftsplanung aus Sicht der angewandten Historischen Geographie entwickelt (vgl. BENDER 1994).

"Die >Zusammenhängende Grundrißaufnahme< Zürich" wird von PETERS (1999) vorgestellt. In diesem Projekt wird seit 1995 Informationstechnologie eingesetzt. Als Arbeitsgrundlage "dienten sowohl Archivmaterial, vor allem Baupolizeipläne, als auch der neu vermaßte digitale Kataster der Stadt Zürich. Der älteste Kataster wurde um 1865 im Maßstab 1:200 auf Tafeln von 45x60 cm Größe sorgfältig gezeichnet" (PETERS 1999, S. 145). Zur Digitalisierung wurden Farbkopien des Katasters im Maßstab 1:500 gescannt. Eindeutige Vermessungsfehler wurden bei der Vektorisierung mit Hilfe des heutigen Katasters korrigiert. Mit diesen Quellen und Baupolizeiplänen wurde der Stadtgrundriss um 1865 rekonstruiert. Die Digitalisierung erfolgte mit CAD, getrennt wurde eine Datenbank aufgebaut. Methodisch erfolgte hier eine sehr detaillierte und genaue Aufnahme des Stadtgrundrisses, Analysen wurden jedoch noch nicht durchgeführt.

Die hier anzusprechenden Problematiken und kritischen Anmerkungen zu Längs- und Querschnittsanalysen beschränken sich auf methodische Probleme bei der Anwendung von EDV123, die hauptsächlich durch den (damaligen) Stand der Technik bedingt waren und parzellenscharfe Zuordnungen, sowohl im Sinne der "punktgenauen" Zuordnung einer Parzelle, als auch im Sinne der möglichst genauen Verortung von Parzellengrenzen (in dieser Arbeit relevant) nur schwer möglich machten. Mit der inzwischen verfügbaren (Vektor-)Technologie, die in dieser Arbeit angewandt werden soll, sind diese sehr genauen Zuordnungen möglich.

Die von PLÖGER (1999) aufgezeigte Problematik der "Identität" von digitalisierten Objekten lässt sich durch einen objektorientierten Ansatz lösen (vgl. unten). Die Problematiken bezüglich der Entzerrung und

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Genauigkeit von Altkarten (PLÖGER 1999, PÁPAY 1999, PETERS 1999) lassen sich durch Prüfung und Auswahl von Altkarten und Referenzkarte124 und durch Anwendung geeigneter Methoden zur Digitalisierung "entschärfen" (vgl. unten).


Metrologische Analysen und deren kritische Betrachtung

Auf die Stadtgrundrissanalyse bezogen, beruht die Methode der metrologischen Analyse auf direkten Messungen im Stadtgrundriss. Da die (gegebenenfalls lokalen) Maßsysteme historischer Epochen bekannt sind, kann man versuchen, diese durch Messungen im Stadtgrundriss nachzuweisen. Es wird davon ausgegangen, dass dem Grundriss ein bestimmtes Maßsystem (Metrik) zu Grunde liegt, und meist werden Längen und Breiten von Parzellen, Straßen und Plätzen gemessen.

Nach BÖNISCH (1959/60, S. 197) haben die Ergebnisse HANNERBERGs (1955) auch in der deutschen Geographie "maßanalytische" Untersuchungen angeregt, nach Ansicht von LAFRENZ (1982/86, S. 277) wurde der Ansatz der metrologischen Analyse im Jahre 1955 von HANNERBERG sogar erst systematisch begründet. Dieser hat, folgt man LAFRENZ, die Methode erfolgreich zur Bestimmung der zeitlichen Aufeinanderfolge von Parzellargefügen im ländlichen Raum in Skandinavien angewandt. HANNERBERG muss damit in die Reihe von traditionsreichen Arbeiten in der Flur(formen-)Analyse eingeordnet werden.

MORTENSEN (1962, S. 211) weist in seiner Zusammenfassung zu einem Kolloquium über Flurgenese 1961 in Göttingen auf die von MÜLLER-WILLE genannte Bezeichnung "metrische Methode" hin, mit der dieser metrologische Analysen bezeichnet. BOELCKE (1964) mit seinem wichtigen Aufsatz zur flurgenetischen Forschung gehört, ebenso wie PELTRE (1975) mit seinen metrologischen Analysen zum lothringischen Flursystem, dieser Richtung an. Erst nach der Anwendung von metrologischen Analysen im ländlichen Raum folgte die Anwendung in städtischen Räumen, speziell auch in der geographischen Stadtgrundrissanalyse.

Bei der Betrachtung von Abb. 2 in der vorliegenden Arbeit fällt auf, dass dort lediglich sechs Beiträge zur parzellenscharfen, metrologischen Analyse aufgeführt sind (Eintrag "M"). Von diesen sechs Beiträgen wiederum beschäftigen sich vier Autoren (NITZ, LAFRENZ und HUMPERT, SCHENK) explizit mit metrologischen Stadtgrundrissanalysen, NITZ und LAFRENZ seitens der Geographie.

Damit wird deutlich, dass dieser Ansatz innerhalb der Geographie bisher eher randlich verfolgt wurde. Auch im ausländischen Schrifttum gibt es nur wenige Hinweise auf metrologische Analysen von Stadtgrundrissen, die von Geographen durchgeführt wurden. So hat nach Angaben von PETERS der Geograph GROSJEAN eine metrologische Analyse der "Bieler Ober- und Untergasse" durchgeführt und damit bewiesen, dass die "Intervalle der Brandmauern in präzisen Maßverhältnissen zu einander stehen" PETERS (1999, S. 143)125.

Sämtliche, bislang genannten Analysen wurden analog (papiergestützt) durchgeführt und es existieren im Schrifttum bislang keine Hinweise auf computer-gestützte metrologische Analysen in Städten in der Art, wie sie in vorliegender Arbeit durchgeführt werden. Alle bisherigen Arbeiten zielen zudem primär auf den Nachweis einer planmäßigen Stadtgründung126. Die Gründung einer Stadt erfolgte allerdings nur in Ausnahmefällen "an einem Stück" nach einem Gesamtplan, der dann auch realisiert wurde. Meist verlief die Gründung als Prozess. Dies macht SCHMID (1996) am Beispiel von Kelheim deutlich127.


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Für die kritische Hinterfragung, die Darstellung und das Verständnis der bisher angewandten Methoden werden im Folgenden beispielhafte Beiträge zu traditionellen (d.h. analog-kartengestützten) metrologischen Analysen von Stadtgrundrissen herangezogen. Es handelt sich um die Arbeiten von NITZ und um eine Arbeit von LAFRENZ (1982/86) zu Friedrichstadt128.

Wie NITZ zurecht bemerkt, ist für die metrologische Analyse zuerst zu ermitteln, welche "regionalen Größen" (NITZ 1994, S. 36) von Maßeinheiten jeweils angewandt wurden. Dies ist besonders für historische Maße von größter Bedeutung. Bei dem bisherigen methodischen Vorgehen wurde meist ein (historisches) Maß zu Grunde gelegt und dann gezielt danach "gesucht". So legte NITZ für seine metro-logische Analyse von Freiburg ein Fußmaß von 29,3 cm zu Grunde (NITZ 1999, S. 79) und erzielt damit nach recht aufwändigen Messungen entsprechende Ergebnisse. Er räumt zwar ein, dass in der "Freiburg-Literatur" (NITZ 1999, S. 79) immer wieder ein Fußmaß von 32,4 cm genannt wird, verwendet dies jedoch nicht, weil sich bei Verwendung eines Fußmaßes von 29,3 cm seinen Berechnungen zufolge plausiblere Ergebnisse ergeben.

HUMPERT, SCHENK hingegen verwenden für ihre ebenfalls recht aufwändigen Untersuchungen zum Freiburger Stadtgrundriss das Fußmaß von 32,4 cm. Sie begründen die Verwendung dieses Fußmaßes mit einer in der Vorhalle des Freiburger Münsters dokumentieren Elle mit 0,52 m. Das Fußmaß leiten sie daraus ab129 (HUMPERT, SCHENK 2001, S. 95). SCHEUERBRANDT (1972, S. 200, Anm. 9) geht bei der Berechnung der Fläche von Hofstätten für Freiburg und Heidelberg ebenfalls von einem Fußmaß von 32,4 cm aus. Es ergibt sich hier also das Problem der Verwendung von unterschiedlichen Fußmaßen130, die selbstverständlich in recht unterschiedlichen Ergebnissen resultieren.

Unterzieht man die bislang durchgeführten metrologischen Analysen einer weiteren, kritischen Betrachtung zeigt sich, dass die Untersuchungen aufgrund der Datenfülle lediglich in einer vergleichsweise kleinen Fläche, die in der Regel den angenommenen Gründungs-Kernbereichen entspricht, erfolgten. Im Fall von Heidelberg merkt NITZ selbst an, dass überschlägige Rechnungen angestellt wurden und dass es sich damit zweifellos um sehr pauschale Berechnungen handelt. Aus Aufwandsgründen wurde häufig mit Durchschnittswerten gerechnet131 (NITZ 1999, S. 111). Des Weiteren wäre im Fall Heidelberg quellen-kritisch zu prüfen, ob das von NITZ verwendete Fußmaß auch tatsächlich auf Heidelberg anzuwenden ist, oder ob es dort womöglich ein eigenständiges Fußmaß gab.

So weist PELTRE (1972 Bd. 1, S. 28) etwa auf einen speziellen Heidelberger Fuß ("les pieds ... de Heidelberg") hin. Zu den von NITZ durchgeführten metrologischen Analysen sei weiter bemerkt, dass MANSKE Beispiele zur Siedlungsentwicklung im Raum Oberpfalz anhand von Luftbildern und Flurplänen darlegt und dabei einen Widerspruch zu den von NITZ für die Oberpfalz vorgenommenen Analysen im Bereich der Fluranalysen feststellt (MANSKE 1998, S.23). Auch LAFRENZ merkt für seine Unter-suchungen zu Friedrichstadt an, dass bei den Analysen lediglich vereinzelte Strecken direkt aufgemessen wurden und dass sich die Darstellung beispielhaft auf wenige Parzellen beschränken muss (LAFRENZ 1982/1986, S. 292 und 294).

Parzellenscharfe Untersuchungen von Stadtgrundrissen erfordern entsprechend genaue "Grundkarten" und machen deshalb nach CONZEN (1968, S. S. 113-130) erst ab Maßstäben größer/gleich 1:5000 Sinn. Diesem Hinweis von CONZEN folgen auch weitere Autoren, so PIPER (1982, S. 218) der CONZEN zitiert. Dieser Maßstab ist nach Ansicht von PIPER das Minimum für die Darstellung einzelner Parzellen (PIPER 1982, S. 11, Anm. 51). Forderte CONZEN also für Stadtgrundrissuntersuchungen einen Mindestmaßstab132 von 1:5000, so ist nach Meinung des Verfassers für metrologische Analysen im Stadtgrundriss ein Mindestmaßstab von 1:1000 bzgl. der Quellen zu fordern, um historische Maße,

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wie etwa den Fuß mit einer durchschnittlichen Länge von 30 cm überhaupt messen zu können
. Bei einem Maßstab von 1:1000 würde ein Fuß von 33 cm einer "Strichstärke" von 0,033 cm entsprechen, vier Fuß (0,99 cm, also knapp ein Meter) würden etwa einem Millimeter (exakt: 0,99 mm) entsprechen (vgl. Tab. 1 zu Maßstäben und Strichbreiten).


Maßstab

"Strichbreite" pro 30 cm

"Strichbreite" pro Meter

1 mm entspricht:

1:5000

0,06 mm

0,20 mm

5,00 m

1:2500

0,12 mm

0,25 mm

2,50 m

1:1000

0,30 mm

1,00 mm

1,00 m

1:500

0,60 mm

2,00 mm

0,50 m

Tab. 1: Maßstäbe und Strichbreiten


Im Fall seiner Analyse von Breslau merkt NITZ an: "Einer Meßanalyse anhand des Plans 1:2500 sind allerdings Grenzen gesetzt" (NITZ 1994, S. 39). HUMPERT, SCHENK (2001, S. 173) haben nach eigener Aussage bei der Analyse des Stadtplans von München ein Fußmaß von 0,29 m für die Gründungsanlage (1159; zu München als Gründung Heinrichs des Löwen und zu weiteren Gründungen in Bayern vgl. KRAUS 1983, insb. S. 128, 129) gefunden. Leider geben sie nicht an, aus welchem Plan und in welcher Weise sie dieses Maß herausgemessen haben. Sollte es sich um die in der Regel von den Autoren benutzen Pläne in den Maßstäben 1:2500 bzw. 1:5000 handeln, hegt der Verfasser aus den oben genannten Gründen Zweifel, ob sich aus diesen Plänen ein derartiges Maß herausmessen lässt. Um die Möglichkeiten metrologischer Analysen in derartigen Plänen "auszuloten", wurden daher im Fall der Untersuchungen zur Stadt Köln Messungen in der DGK 5, also im Maßstab 1:5000 durchgeführt.

Metrologische Analysen in städtischen Räumen gestalten sich also höchst problematisch, gleichgültig ob sie nun in analoger oder digitale Form durchgeführt werden. Diese Probleme sind zum einen in den Quellen begründet (dabei handelt es sich durchweg um historische Karten und Kataster). Zum anderen entstehen Probleme durch Auswahl und Benutzung von unzutreffenden historischen Maßen. Derartige Analysen sind nach Ansicht des Verfassers nur dann erfolgversprechend, wenn ein sehr genau vermessenes Kataster (bzw. eine Karte) im Maßstab von mindestens 1:1000 als "Referenzmedium" vorliegt. Würde für die Fallbeispiele Regensburg und Köln kein derartiges "Referenzmedium" vorliegen, hätte der Verfasser nach der (kritischen) Betrachtung der bislang publizierten Literatur zum Thema "metrologische Analysen in Stadtgrundrissen" von derartigen Analysen in Regensburg und Köln Abstand nehmen müssen133.

Methodisch wird in dieser Arbeit nicht nur durch die Anwendung von digitalen Methoden ein anderer Weg beschritten, es wird auch nicht gezielt nach einem bekannten Maß gesucht, sondern die Suche erfolgt nach möglichen historischen Maßen über den kompletten Datenbestand. Die Interpretation der "gefundenen" Maße muss freilich den zuständigen Fachwissenschaften, wie z.B. der Geschichte und der Archäologie überlassen bleiben. Lediglich an durch Quellen eindeutig belegbaren Beispielen möchte der Verfasser exemplarisch aufzeigen, dass digitale metrologische Stadtgrundrissanalysen mit sehr hoher Genauigkeit möglich sind und eindeutige, bisweilen noch unbekannte Ergebnisse erbringen können.

Auch in Fachgebieten ausserhalb der Geographie, z.B. in der Provinzialrömischen Archäologie stellen metrologische Analysen einen "etablierten" Forschungszweig dar und sind dort unter der Bezeichnung "Limitations- bzw. Centurisationsforschung"134 bekannt. In diesem Forschungszweig werden seit geraumer

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Zeit Methoden der Geographischen Informationsverarbeitung angewandt. So gelingt es GUGL (2005)135 in seiner unter Anwendung geographischer Informationsverarbeitung wegweisenden Arbeit, Relikte der Cen-turisation im Raum des ehemaligen römischen Carnuntum nachzuweisen.

Falls metrologische Analysen durchgeführt wurden, wurden diese bislang ausnahmslos angewandt, um durch historische Quellen gesicherte oder als sicher angenommene planmäßige Stadtgründungen bzw. Stadterweiterungen zu verifizieren. Häufig wurden lediglich überschlägige, pauschale Berechnungen angestellt und aus Aufwandsgründen wurde mit Durchschnittswerten gerechnet. Zudem waren die Untersuchungen räumlich eng auf die angenommenen Gründungs-Kernbereiche begrenzt.

2.3 Forschungsstand Stadtgrundrissanalysen zu Regensburg und Köln

Zur vollständigen Darstellung des Forschungsstandes zu Stadtgrundrissanalysen unter Einbeziehung der in dieser Arbeit verwendeten Fallbeispiele Regensburg und Köln fehlt noch die Darstellung von Stadtgrundrissuntersuchungen in diesen beiden Untersuchungsräumen. Sie steht an dieser Stelle, da bei den bislang für Regensburg und Köln durchgeführten Stadtgrundrissanalysen keine methodischen Fortschritte erzielt wurden, weil in der Regel analoge Methoden der Längs- und Querschnittsanalyse angewandt wurden136.

Regensburg

Vorangestellt sei ein Hinweis auf Stadtansichten, Pläne und Karten, die von sämtlichen wissenschaftlichen Disziplinen für Untersuchungen des Stadtgrundrisses als Forschungsgrundlage benutzt werden und ihrerseits eigenständige wissenschaftliche Beiträge darstellen137. Für Regensburg wurden Stadtansichten und Grundrisse in chronologischer Reihenfolge bereits von BAUER (1997, S. 879-887 "Stadtgrundrisse", S. 887 908 "Stadtansichten") zusammengestellt, weshalb hier lediglich Hinweise auf die wichtigsten Darstellungen erfolgen. Eine frühe Stadtansicht aus dem Jahre 1489 ist im Stammbaum der Babenberger zu sehen138, es folgen SCHEDEL 1493, MERIAN 1634, 1644, BAHRE 1645, der Grundriß von 1808, die Uraufnahme aus dem Jahre 1811, das Grundsteuerkataster aus dem Jahre 1812.

Des Weiteren existiert ein aus einem Stadtmodell abgeleiteter, digitaler Plan um 1700 (LENZ 1997). Seit dem Jahre 1812 wird das (amtliche) Kataster kontinuierlich fortgeschrieben. Planungskarten, Baupläne, Entwässerungspläne usw. liegen aktuell meist in digitaler Form vor, so auch die zu einem späteren Zeitpunkt verwendete, digitale Stadtgrundkarte (StGK). Für die Darstellung der Entwicklung der Stadt auf Baublock-niveau lassen sich zudem die Karten aus dem historischen Atlas von Bayern, die Deutsche Grundkarte 1:5000 (DGK 5) und die Topographischen Karten 1:25000 (TK 25) verwenden.

Neben diesen kartographischen "Produkten" liegt umfangreiche Literatur mit Bildern, Zeichnungen und Gemälden zu Regensburg vor (z.B. KRAUS, PFEIFFER 1986 mit wiss. "Epocheneinführungen" und Katalogtexten; ANGERER, ANGERER 1998; MUSEEN DER STADT REGENSBURG 1991). Auch

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diese Bände können in vielfältiger Weise Hilfestellung bei Untersuchungen zum Stadtgrundriss bieten (vgl. KRINGS 1986, 1989). So nennen auch KRAUS, PFEIFFER (1986, S. 9) als Ziel ihrer Publikation: "die heutige Gestalt dieser Stadt durch ihre Geschichte zu erklären".

Ihren Ausgangspunkt nehmen die Untersuchungen zu Regensburg aus bau- bzw. kunsthistorischer Perspektive. Als grundlegende Arbeit wird WALDERDORFF (1896) angesehen. Nach einer Einführung zu den geographischen Gegebenheiten erfolgt dort ein Überblick zur Geschichte der Stadt und zur Stadtentwicklung von der Römerzeit bis in die Neuzeit. Daran schließt sich eine ausführliche Beschreibung der Stadt mit ihrem Bau- und Kunstbestand an. Der Arbeit liegt zudem ein Stadtplan bei, der sämtliche Parzellen der Stadt zeigt und nach 1812 entstanden ist.

LEIXNER (1924)139 behandelt den Stadtgrundriss, der nach seiner Meinung zugleich die Entwicklung einer Stadt aufzeigt. Seine Arbeit soll den Laien als Reisevorbereitung für Städtereisen140 und als Einführung in die "Lehren des künstlerischen Städtebaus" für Architekten und Ingenieure dienen (LEIXNER 1924, S. 5). Er weist darauf hin, dass im "modernen" Städtebau nicht mehr von Stadtplänen gesprochen wird, sondern nunmehr von Stadtgrundrissen (LEIXNER 1924, S. 7). Besondere Beachtung schenkt er den alten, römischen Grundrissen von Köln und Regensburg, die dort noch zu erkennen seien (LEIXNER 1924, S. 60/61). Für Regensburg führt er aus: "Die via principalis entspricht dem Zuge der alten Beerenstraße, die via Decumana der Obermünster- und Königsstraße. Wie bekannt ist ja die Porta prätoria an der Donaufront erhalten" (LEIXNER 1924, S. 61). Die Darstellungen bewegen sich auf der Ebene der Baublockdarstellung, mit Ausnahme der Behandlung von Platzanlagen (LEIXNER 1924, S. 79-118), hier werden Abmessungen in Metern gegeben (am Umfang dieses Kapitels erkennt man den Architekten). Im Kapitel zu den Plätzen des Mittelalters und der Renaissance wird ein Grundrissdetail aus dem Bereich Dom und Kornmarkt in Regensburg mit Abbildung gezeigt (LEIXNER 1924, S. 100). Erst der Neubau der Post hatte hier eine Platzanlage geschaffen, die Südfront war zuvor ziemlich eng verbaut. LEIXNER (1924, S. 126/127) weist nochmals ausdrücklich auf die bewusste Straßen- und Platzgestaltung im Mittelalter hin141.

BAUER142 (1962-1997) stellt (nach wie vor) das umfassendste Werk zu Regensburg dar. Er dient in Inhalt und Aufbau auch vielen späteren Publikationen anderer Autoren als Quelle143. Diesem Grundlagenwerk liegt ein Abdruck des Planes von 1812 bei.

In der ersten Lieferung des Deutschen Städteatlas (STOOB 1973) erfolgt die bislang umfangreichste Darstellung zur Entwicklung des Regensburger Stadtgrundrisses. STOOB verwendet als Ausgangsbasis einen Katasterplan von 1829 und das Grundsteuerkataster von 1837/39144. In der Hauptkarte ist bereits die Maximilianstraße eingezeichnet. In einer Abbildung145 ist jedoch im Detail das Kataster vor dem Bau der Maximilianstraße eingezeichnet., nach Angaben von STOOB nach einem Plan von 1809. Im Gegensatz zur

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Darstellung anderer Städte im Deutschen Städteatlas wurde hier nicht das erste Kataster (Uraufnahme 1809/11) benutzt, sondern ein Kataster, das die "neue" Situation nach den Zerstörungen von 1809 (insb. im Bereich der Maximilianstraße) wiedergibt.

STROBEL stellt aus bauhistorischer Sicht für Lit. B und C (speziell für St. Emmeram und für die Gesandtenstraße) fest, dass die Grundstücke "von sehr individuellem Zuschnitt" sind und "eine geplante Vergabe von areae" (STROBEL 1974, S. 7) kaum nachzuweisen ist. Die Waffnergasse werde durch die Kleinbebauung als Handwerkerviertel ausgewiesen, die Bebauung impliziere in diesem Fall auch kleine Grundstücke. In seiner Monographie zum Bürgerhaus in Regensburg legt STROBEL (1976) einen verkleinerten Plan von 1811 bei. Dieser Plan zeigt nach STROBEL (1976, S. 11) die noch insgesamt kaum veränderte mittelalterliche Situation. Er äußert die Vermutung, dass sich die Lage der Häuser und Grundstücksgrenzen gelegentlich an den römischen Gegebenheiten orientieren (STROBEL 1976, S. 12), ohne jedoch konkrete Details zu benennen.

Die Monographie des Landeshistorikers P. SCHMID (1977, S. 16-17) widmet sich Regensburg als "Stadt der Könige und Herzöge". So stellte die Stadt einen Knotenpunkt im System der Königstraßen dar. Innerhalb des heutigen Stadtgebietes stellt sich der Verlauf der durch Regensburg führenden Königsstraße nach P. SCHMID so dar: Hochweg-Arnulfsplatz-Ludwigstr.-Goliathstr.-Unter den Schwibbögen-Ostengasse.

Auch MECKSEPER146 (1982, S. 70) behandelt die Grundrissentwicklung der Stadt Regensburg im Detail. So sind nach MECKSEPER Maße von Hofstätten (areae) für Regensburg bereits sehr früh bekannt, er nennt für das Jahr 1002 40/80 Fuß und für das Jahr 1026 6/12 Ruten als Maße, gibt jedoch leider keine Quellen an (auch an anderer Stelle behandelt MECKSEPER die Stadtgrundrißentwicklung Regensburgs, z.B. ebd., S. 58, Abb. Stadtentwicklung bis 1100).

Die von MECKSEPER genannten Maße sind häufig durch Schenkungsurkunden dokumentiert. In einer Schenkung vom 16.11.1002 von Heinrich II. (Nr. 27) an den Bischof von Brixen wird beispielsweise eine Hofstätte mit 11 1/2 perticas zu 6 perticas geschenkt147.

Den einzelnen Bänden aus der Reihe der Baualterspläne (z.B. PAULUS 1984 für die Pauluserwacht; PAULUS 1986 für die Ostnerwacht; KIPPES, OBERMEIER 1993 mit Register und Nachträgen) liegen jeweils thematische Karten im Maßstab 1:1000 bei. So bei PAULUS (1984) eine Karte mit den Haus- und Flurnummern sowie mit der Ausweisung des Baualters der auf den Grundstücken vorhandenen Gebäude. Hier wird unterschieden von römischer Zeit bis in das Jahr 1984 und auch "abgegangene Bauten" wurden eingezeichnet. So etwa die abgegangenen Bauten am Schwanenplatz, nicht jedoch im Bereich der Maximilianstraße. Im Bildteil werden in Abb. 6 ein Katasterplan von 1809 und in Abb. 7 ein Katasterplan von 1812 gegenübergestellt, um die Veränderungen nach dem Brand von 1809 zu zeigen. Die Abbildungen sind recht klein und in schwarz/weiss gestaltet148.

Der (klassische) Archäologe GAUER (1987, S. 161) geht von einer archäologischen Fragestellung aus und weist darauf hin, dass sich Spuren von römischen Straßenzügen im Katasterplan (von 1812) nachweisen lassen, ohne dies jedoch (aus Aufwandsgründen) im einzelnen zu belegen (GAUER 1987, S. 164). Er nennt eine Urkunde König Konrads II. für Freising ("MGH DD Dipl. reg. imp. Germ., Konrad II., Nr. 3") in der eine Schenkung Heinrich II. betreffend bestätigt wird, die neben einer konkreten Maßangabe auch viele relative Ortsangaben beinhaltet149 (GAUER 1987, S. 175).


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Der Landeshistoriker A. SCHMID (1995) geht in seiner umfangreichen Schrift150 unter anderem auf die Persistenz des Straßensystems in Regensburg ein, die er als "Kontinuität" bezeichnet. "Das römische System sich kreuzender ... Straßen ... Fröhliche-Türken-Straße folgt Via Decumana" (SCHMID 1995, S. 25). In der Fußnote 42 auf dieser Seite bezweifelt er, ob der Verlauf der heutigen Schwarze-Bären-Straße einem frühmittelalterlichen Trampelpfad folgte, wie STOOB und GAUER behaupten. Er sieht hier "das Bild einer in Jahrhunderten organisch, aber letztlich planlos gewachsenen Stadt", da die römischen Besiedlungsspuren verloren sind und sieht eine "Kontinuität" "höchstens in bezug auf das Grundsystem der Straßen". Er weist darauf hin, dass 1808 zum Zwecke der Besteuerung ein Grundriss und damit eine "erste katasterartige Veranlagung" der Stadt vorgenommen wurde (ebd., S. 442). Sämtliche Planbeilagen bei A. SCHMID basieren auf dem schematischen Plan von 1808.

Bei der Beschreibung von romanischen Kaufmannshäusern äussert SCHNIERINGER (1997, S. XCIII), dass die Mehrzahl der Grundstücke dieser Häuser lediglich 8 bis 10 m breit waren. Er sieht Parallelen mit den Hausanlagen von planmäßigen Stadtgründungen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Besonders auffällig sind diese in der Wahlenstraße, der Engelburgergasse, der Glockengasse und der Straße am Römling, und er vermutet dort eine "Parzellenabsteckung" wegen der "Regelhaftigkeit dieses Maßes entlang der von Ost nach West verlaufenden Hauptachsen der Neustadt"; die wohl jüngeren Straßen in der Querrichtung sind in engere Grundstücke mit 8-10 m aufgeteilt151. Nach SCHNIERINGER (ebd., S. LXXXVIII) erlitt die Stadt die flächenmäßig größten und für die Stadtstruktur gravierendsten Verluste erst durch die Abbrüche unseres Jahrhunderts, besonders in der Nachkriegszeit.

Dem Vitusbach ist die Schrift von GLOßNER (1998) gewidmet. Er soll die Ausrichtung von Straßen und der an ihnen liegenden Bebauung bestimmt haben, so z.B. in der Rote-Hahnen-Gasse (GLOßNER 1998, S. 64/65)152, da diese ansonsten ziemlich regelmäßig in NS bzw. WO-Richtung erfolgte. Der Archäologe DALLMEIER (2000) liefert eine Kartierung archäologischer Befunde im Untersuchungsgebiet. Seine Karten im Maßstab 1:2500 beinhalten zudem eine Konkordanz der Hausnummern aus dem Jahre 1812 und der Hausnummern zum Zeitpunkt der Erstellung seiner Arbeit (vgl. unten).

HUMPERT, SCHENK vermuten für Regensburg, dass die Stadterweiterung der Ostvorstadt mit großem Bogen konstruiert wurde153. Die Hauptstraße hat nach HUMPERT, SCHENK einen Radius von ca. 5000 Fuß (HUMPERT, SCHENK 2001, S. 30). Die Krümmung der "Donaubrücke Regensburg" ist ihrer Meinung nach bewußt mit zwei Kreisbögen konstruiert. Diese "anspruchsvolle und technisch aufwändige Formgebung" sollte nach Meinung der Autoren der "Bedeutungssteigerung" dienen (HUMPERT, SCHENK 2001, S. 51). In der Literatur wird dagegen bezüglich der Ursache der Krümmung zum einen auf den unterschiedlichen Baubeginn durch verschiedene "Bauherrn" auf beiden Seiten der Donau verwiesen (vgl. VOBA 1986, S. 47; dies würde bereits eine einheitliche Gesamtplanung ausschliessen), zum anderen auf die Strömungsverhältnisse (vgl. BAUER 1997, S. 201). HUMPERT, SCHENK stützen ihre (Re)Konstruktionen zudem unkritisch auf dem Plan von 1812, wobei der Stadtgrundriss nachweislich nach 1809 schwerwiegende Veränderungen erfahren hat. "Markante", jedoch leider veränderte Grundrissstrukturen hätten sie zur Rekonstruktion mittelalterlicher Stadterweiterungen ohne entsprechende Quellenkritik nicht heranziehen dürfen. Zweckdienlicher wäre bei dieser Zielsetzung gewesen, zumindest den Versuch zu unternehmen, das älteste und genaueste Kataster zu ermitteln und zur Grundlage ihrer eigenen Untersuchungen zu machen.

Auch in jüngster Zeit finden Untersuchungen mit Bezug zum Regensburger Stadtgrundriß eher bei Historikern (z.B. P. SCHMID 2000, P. SCHMID, UNGER 2003), Kunsthistorikern (z.B. BORGMEYER,

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WELLNHOFER 1997, BORGMEYER 2003154) und Architekten (H. SCHMID 2004) Beachtung. In der von P. SCHMID (2000) herausgegebenen Geschichte der Stadt Regensburg wurde das Kapitel über die "Veränderung von Stadtgestalt und Stadtbegriff im 19. Jahrhundert" ebenfalls von BORGMEYER (2000), das Kapitel "Die Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert" von BORGMEYER und MORSBACH155 verfasst.

Die jüngsten Publikationen, die einen Beitrag zum Regensburger Stadtgrundriss liefern stammen von TRAPP (2003) und H. SCHMID156 (2004). TRAPP beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau der Maximilianstraße und stellt fest, dass sich die neue Planung "über die gewachsene Parzellenstruktur" (TRAPP 2003, S. 321) hinweggesetzt hat157. Der Architekt H. SCHMID widmet seine umfangreiche Studie dem Umbau einer "bis dahin noch gut erhaltenen, mittelalterlichen Großstadt" (H. SCHMID 2004, S. 7). Diesen Umbau verdeutlicht H. SCHMID mit zahlreichen Abbildungen und Ausschnitten aus den Katastern nach 1812. So zeigt er durch Gegenüberstellung eines schematischen Parzellenplans "um 1808" und eines Stadtplans von 1910 auf Baublockebene die Veränderungen in der Maximilianstraße (H. SCHMID 2004, S. 301, Abb. 48 "Die Pauluserwacht"). EISER, SCHIEßL (2004) zeigen die gravierenden Veränderungen der Ostnerwacht. Sie gehen dabei vorrangig auf den Aufriss ein und stellen die zahlreichen Abbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg158 heraus.

Aus geographischer Perspektive hat sich KREUZER159 mehrmals mit der Entwicklung des Regensburger Stadtgrundrisses beschäftigt. Bezüglich der Ausrichtung des Straßengitters stellt er eine SN-Richtung und parallel zur Donau eine WO-Richtung fest (KREUZER 1968)160. Nach KREUZER sind die Spuren des römischen Lagers am Kohlenmarkt, also der NW-Ecke "völlig ausgelöscht" (KREUZER 1969, S. 227). Bezüglich der Frage, ob den mittelalterlichen Strukturen in Regensburg eine Planung zu Grunde liegt, stellt KREUZER (1972) fest, dass die unübersichtliche Anordnung der Straßen und Gassen den Eindruck erweckt, dass hier weniger eine Planung erfolgte und es sich um "gewachsene" Strukturen handeln kann, die keiner bevorzugten Richtung folgen (KREUZER 1972, S. 21). Es sei bislang ungeklärt, welche Platzanlage die älteste in Regensburg ist, KREUZER vermutet, dass sich "Beim Alten Kornmarkt" die erste frühmittelalterliche Platzanlage befunden habe (KREUZER, 1972, S.28).

Im Luftbildatlas von Bayern ist der von FEHN (1973) verfasste Artikel der Stadt Regensburg gewidmet. Deutlich sind die seit der Publikation von FEHN eingetretenen Veränderungen im Stadtgrundriss zu erkennen.

Die Arbeiten der AG ALTSTADTSANIERUNG (1975) werden bei HEINEBERG (2001, S. 14) als "frühe Arbeit" unter Anwendung morphogenetischer und sozialgeographischer Methoden genannt161. Methodisch werden eine Kartierung der Flächennutzung, Befragungen, sekundäranalytische Auswertung von amtlichem, statistischem Material im Sanierungsgebiet I (zwischen Weisgerbergraben, Donau, Haidplatz, Fischmarkt, Rathausplatz) angewandt. Es erfolgen zudem quantitative Angaben zu den Größen (Flächen) der Flurstücke im Untersuchungsgebiet. Ebenfalls der Stadtsanierung gewidmet stellt beispielsweise die Kartenserie "Stadtsanierung - am Beispiel Regensburg" (vgl. MAYER 1977, S. 23) heute einen "Klassiker" in Schul-atlanten dar.

HERMES hat in ALBRECHT (1979) einen Aufsatz zur Stadtgeographie Regensburgs im 19. und 20. Jahrhundert verfasst. HERMES bietet vor allem eine historisch-geographische (Bevölkerung) und wirtschaftsgeographische Zusammenschau. Bis auf eine "Detailkarte Nr. 6 aus dem LASNE-Plan (1912-1917)" in der einzelne Parzellen abgebildet sind, handelt es sich bei den Karten um Darstellungen auf

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Baublockebene und kleiner162. Weitere Veröffentlichungen zur Regensburger Stadtentwicklung erfolgten in HERMES (1986a, 1988). Des Weiteren sind zur Regensburger Stadtgeographie die Arbeiten von KLASEN (1977, 1984; dem A. SCHMID 1999 in historischen Belangen allerdings nicht immer folgt163), MANSKE (1987b), HARTL (1992), BREUER (1997, 1998), BREUER, JÜRGENS (1998) und HARTL, HUBER (1998) zu nennen. Die vorstehende Literaturauswahl zeigt, dass sich in jüngster Zeit keine Arbeit intensiver mit der Erfoschung des Regensburger Stadtgrundrisses auseinandergesetzt hat.

Neben diesen Einzelarbeiten dient Regensburg als Beispiel in einschlägigen Darstellungen zur Stadt-geographie so bereits bei SCHWARZ 1966, S. 409 und bei HAHN (2002) als Beispiel für den Typ der "Römerstadt". Regensburg besitzt nach SCHWARZ im Grundriss den "römischen Ansatzkern" (vgl. SCHWARZ 1988, S. 894 insb. Abb. 146 zur "Grundrißgestaltung von Regensburg").

Bezüglich computer-gestützter Ansätze stellte LENZ (1997, 1998) die ersten und bislang einzigen Untersuchungen zum Stadtgrundriss von Regensburg vor. Seine Untersuchungen beruhen u.a. auf der photogrammetrischen Auswertung eines Holzmodells von Regensburg, das den Zustand um 1700 wider-gibt. Ein Abdruck dieses nun digital vorliegenden Grundrissplanes findet sich in LENZ (1998, S. 35), ein Teilabdruck in LENZ (1997, S. 50)164 und auch in dieser Arbeit (Abb. 16). LENZ zeigt Veränderungen im Stadtgrundriss durch Gegenüberstellung von Ausdrucken aus dem (digitalen) Plan um 1700, aus dem Stadtplan von 1870 und aus Schräg- und Senkrechtaufnahmen anhand der Bereiche um den Neupfarrplatz, den Donaumarkt und dem Dachauplatz (LENZ 1998, S. 36-38). Weiterführende Analysen der Daten wurden allerdings von LENZ nicht durchgeführt und auch die Forschung hat diesen digital vorhandenen Plan bisher nicht genutzt. Um diesen Plan für wissenschaftliche Zwecke nutzen zu können, müsste zunächst einmal die Validität dieser Rekonstruktion geprüft werden. So wäre z.B. der Frage nachzugehen, anhand welcher Vorlagen das Holzmodell erstellt wurde. Nach LENZ (1997) wurde in der Stadt Regensburg das "MERKIS -Konzept"165 des Deutschen Städtetages realisiert. In der Raumbezugsebene (RBE) 1, die einen Teil der digitalen StGK darstellt, ist u.a. das Kataster mit Eigentumsgrenzen und Flurstücksnummern im Maßstabsbereich 1:500/1:1000 flächendeckend erfasst. Zur Verwaltung dieser Datenbestände dient u.a. das "grafische Auskunftssystem" "CityView", das LENZ (2003) in seinen wichtigsten Komponenten beschrie-ben hat. Es wurde trotz vieler Vorurteile realisiert und bediente im Jahre 2003 bereits über 1.400 PCs im städtischen Netz mit einheitlichen geographischen Daten. Inzwischen existieren derartige, "fachamt-übergreifende", vernetzte Informationssysteme in vielen Städten Deutschlands, die Regensburger Lösung nimmt jedoch auf diesem Gebiet sowohl konzeptionell als auch technisch eine Vorreiterrolle ein. In die Forschung findet die Benutzung dieses Systemes nur langsam Eingang. BORGMEYER (2003) benutzt dieses System für den Ausdruck von Lageplänen für Haustypen und einen Baualtersplan der von ihr untersuchten Architekturen166. Viele Daten des Regensburger Stadtatlas (SEDLMEIER, VOSSEN 2006) stammen offenbar ebenfalls aus diesem Informationssystem.

Zusammenfassend läßt sich festhalten, dass eine Vielzahl von kleinmaßstäbigen Überblicksdarstellungen zur Stadtentwicklung von Regensburg existiert, zumeist jedoch auf Baublockebene und auf Basis der Kataster seit dem Jahre 1812. Einzelne Detailstudien beinhalten zudem auch Abbildungen, Karten und Pläne in größeren Maßstäben. In allen Fällen wurden Stadtpläne oder Kataster aus unterschiedlichen Jahren "gegenübergestellt", um einen visuellen Eindruck der Entwicklungen bzw. Veränderungen zu vermitteln. Vereinzelt wurden kleinere Flächen, vorzugsweise die Bereiche Gesandtenstraße, Neupfarrplatz, Donaumarkt und Maximilianstraße untersucht, jedoch nie mit der hier angestrebten, parzellenscharfen Genauigkeit. Deshalb läßt sich die begründete Aussage machen, dass flächendeckende, parzellenscharfe Analysen des Stadtgrundrisses von Regensburg, insbesondere unter Einbeziehung der Uraufnahme von 1811, bislang weder in analoger noch in digitaler Form durchgeführt wurden167.


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Köln

Zu Köln existieren ungleich mehr Arbeiten als zu Regensburg. Allein die Zusammenstellung der Literatur zur Entwicklung des Kölner Stadtgrundrisses würde eine eigenständige Arbeit darstellen. Da für Köln im Rahmen der vorliegenden Arbeit in der Hauptsache lediglich punktuelle Testanalysen mittels der DGK 5 durchgeführt werden, beschränkt sich die Darstellung des Forschungsstandes zur Analyse des Kölner Stadtgrundrisses auf die aus Sicht des Verfassers für die hier angesprochene Thematik wichtigsten Arbeiten.

Als Forschungsgrundlage notwendige (historische) Stadtansichten, Pläne und Grundrisse von Köln existieren seit dem 15. Jh. und nehmen ihren Anfang mit der von Rolevinck verfassten und 1474-1477 gedruckten Weltchronik "Fasciculus temporum" (vgl. FUCHS 1993, S. 22-23 mit Abb.). Des Weiteren finden sich Ansichten bei SCHEDEL 1493 und ARNOLD MERCATOR168 1570/71. In HÄUBER et. al (1999, insb. Anm. 11, S. 49) ist eine Auswahl weiterer Quellen von historischen Ansichten, Fotos, Veduten usw. aufgezählt. Beginnend mit dem Jahr 1710 hat R. SCHMIDT (1960) bis zum Jahr 1958 hinsichtlich der vermessungstechnischen Grundlagen von Karten und Katastern im heutigen Nordrhein-Westfalen169 eine umfassende Dokumentation vorgelegt. Seither folgten laufend Fortschreibungen dieser Dokumentation durch das Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, die neuerdings vorrangig die EDV-gestützten Entwicklungen (digitale Karten und Kataster) dokumentieren (z.B. LVA NRW 1979, 1989, 1993, 2006). Die bedeutendste historische Quelle für exakte Stadtgrundrissuntersuchungen stellt das Urkataster aus dem Jahr 1836 dar.

Eine grundlegende Arbeit bezüglich der Untersuchung des Kölner Stadtgrundrisses hat KEUSSEN 1910 mit seinem zweibändigen Werk zur "Topographie der Stadt Köln im Mittelalter" geschaffen. Dabei geht er insbesondere auf die Straßen römischen Ursprungs ein170.

Bedingt durch die starken Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs entstanden eine Reihe von Beiträgen zum Ausmaß der Zerstörungen und zum Wiederaufbau. Dieses Thema beschäftigt die Geographie bis zum heutigen Zeitpunkt. KRAUS (1953) beschäftigt sich mit dem Wiederaufbau von "Altstadtbereichen" grosser Städte (Duisburg, Essen, Köln) in Westdeutschland. In der engl. Zusammenfassung seines Beitrags konstatiert er: "The traditional scene of medieval building and dwelling has, however, disappeared for ever (KRAUS 1953, S. 94)171. Er stellt fest, dass die Größe und Lage der Grundstücke im Mittelalter bei St. Severin und am Eigelstein teilweise noch erhalten waren (KRAUS 1953, S. 98 u. Abb. 3 zu Köln, Maßstab ca. 1:21300). Diese wurden jedoch im Zuge der Errichtung der Severinsbrücke nach dem Krieg endgültig zerstört172. MICHEL (1955) beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem Wiederaufbau der "Altstadt von Köln". In ihrer Anbei findet sich insb. eine Nutzungskartierung. Sie berichtet von einem Zerstörungsgrad der Kölner Altstadt von 85%, was aus statistischen Unterlagen hervorgeht (MICHEL 1955, S. 71). Des Weiteren beschäftigen sich die Arbeiten bzw. Sammelbände von ZSCHOCKE (1961), KAYSER, KRAUS (1961 anläßlich des 33. Dt. Geographentages in Köln, insb. interdisziplinäre Beiträge in Kap. II. "DIE STADT KÖLN", S. 68-218) und MEYNEN (1976) mit der Stadtentwicklung von Köln.

Der bislang umfangreichste Beitrag zur Entwicklung der Parzellargefüge in Köln ist in der zweiten Lieferung des Deutschen Städteatlas 1979 enthalten und stammt von den Geographen MEYNEN und HELLENKEMPER173.


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Untersuchungen zur Entwicklung des Kölner Stadtgrundrisses aus der Sichtweise des Städtebaus geben CURDES, ULRICH (1997)174. Sie untersuchen primär den "Einfluß von Leitbildern und Innovationen auf die Form der Stadt" in Maßstäben kleiner 1:5000. Auf Seite 284-286 geben sie "Exemplarische Projekte der Stadtinnenentwicklung". Sie gehen auf das Gemenge unterschiedlicher raum- und baustruktureller Typen im Bereich der nördlichen Rheinvorstadt ein. Auffällig sind nach ihrer Meinung die "Gegensätze zwischen der kleinteiligen, aus der historischen Parzellenstruktur entwickelten Baustrukturen und den monofunktionalen Großelementen sowie zwischen den Gassenräumen und den überbauten Straßenzügen" (CURDES, ULRICH 1997, S. 285). Sie stellen die Hypothese auf, dass sich der historische Stadtgrundriss bis zum Zweiten Weltkrieg weitgehend erhalten hat und erst nach 1945 wesentliche Änderungen in der Parzellen-struktur erfolgten, beispielsweise durch die Umgestaltung zur "autogerechten Stadt" und durch Groß-projekte wie U-Bahnbau, Kaufhäuser, Banken, Museen, Tiefgaragen und Wohnanlagen (CURDES, ULRICH 1997, S. 23, 285 ). Sie versuchen dies durch eine exemplarische Darstellung von Einzelbeispielen mit Kartensequenzen im Maßstabsbereich 1:5000 und kleiner zu belegen.

Aus historischer Perspektive beschäftigt sich HIRSCHMANN (1998) mit Aspekten der Bauplanung, Durchführung und Baugestalt von Städten, auch von Köln (HIRSCHMANN 1998, S. 15-65). Zumindest für das 10. und 11. Jh. geht er von einem "städteplanerischem Konzept" (HIRSCHMANN 1998, S. 527) aus. Er nennt für Köln dazu konkrete raumplanerische Maßnahmen aus der betreffenden Zeit mit Quellenbelegen (HIRSCHMANN 1998, S. 528-529)175. Ob den Ausführungen von HIRSCHMANN jedoch zugestimmt werden kann, müsste anhand detaillierter (metrologischer) Analysen des für diese Zeit gesicherten bzw. sicher rekonstruierten Baubestandes im Vergleich zu den von HIRSCHMANN genannten Quellen untersucht werden.

In der Reihe der Kölner Geographischen Arbeiten sind Monographien bzw. Aufsätze zur Kölner Stadtentwicklung immer ein Thema (gewesen) vgl. z.B. WIKTORIN (1993) zur Nord-Süd-Fahrt.

Bezüglich der Anwendung digitaler Methoden in der Stadtgrundrissanalyse nimmt aktuell das von dem Kunsthistoriker NUßBAUM176 geleitete Projekt "Stadtschichtenatlas" eine exzeptionelle Stellung ein (vgl. http://www.uni-koeln.de/phil-fak/khi/stadtschichten/index.html [Stand: 13.3.2007]). In diesem For-schungsprojekt werden das Urkataster und die Kataster 1934-1938 und 1948/1949 auf der Basis der aktuellen, digitalen Liegenschaftskarte als Vektordaten digitalisiert. Die Daten liegen in ausserordentlich hoher Lagegenauigkeit vor. Sie könnten der historisch-geographischen Forschung ungeahnte Möglichkeiten, insb. in Hinsicht auf parzellenscharfe Stadtgrundrissanalysen eröffnen. Bislang sind die Daten noch nicht veröffentlicht177. Damit in Zusammenhang stehend ist der Digitale Archäologische Schichtenatlas Köln zu nennen, der ein auf Basis der ALK entwickeltes Informationssystem darstellt (vgl. HÄUBER et al. 1999, HÄUBER et al. 2004, SPIEGEL 2003) und bezüglich der Inhalte, der bearbeiteten Fläche und der Genauigkeit in Deutschland eine Sonderstellung einnimmt. Zum Zeitpunkt der Konzeption dieses Informationssystems gab es in Deutschland kein vergleichbares System. Es befindet sich seither im Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln im "Routinebetrieb" und leistet in der täglichen Arbeit der (Boden)Denkmalpflege wertvolle Dienste (z.B. bei den jüngst durchgeführten Arbeiten beim Bau der neuen U-Bahn-Trasse)178.

Verschiedene Beiträge in dem von WIKTORIN , BLENCK, NIPPER, NUTZ und ZEHNER (2001) herausgegebenen historisch-topographischen Atlas von Köln nehmen ebenfalls Bezug auf die Entwicklung der Parzellargefüge, wobei die Mehrzahl der Karten auf Baublockebene oder in kleineren Maßstäben abgebildet sind. Die Karte "Lage der Nord-Süd-Fahrt innerhalb der Geschäftsstadt" im Beitrag von WIKTORIN (2001) zeigt auf Parzellenebene Straßenverbreiterungen und Straßendurchbrüche der „Geschäftsstadt 1960“179. Die Nord-Süd-Fahrt wurde auf eine Breite von 32 m ausgebaut180. Eine Zahl zu

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den Veränderungen der Parzellarstrukturen wird im Beitrag von ASSENMACHER, NIPPER (2001) zum Griechenmarktviertel gegeben. Im Zuge der Wiederaufbauplanung entstanden in diesem Viertel durch Umlegungsverfahren in einer Fläche von 160.000 qm aus ursprünglich 903 Parzellen nunmehr 456 Parzellen. Vor der Umlegung umfaßten fast Dreiviertel der Parzellen Flächen, die kleiner als 200 qm waren und sich durch "extrem schwierige Grenzverläufe" auswiesen, wie an der kartographischen Gegenüber-stellung auf Parzellenebene aus den 1930er Jahren und dem Jahr 2000 deutlich wird (vgl. ASSENMACHER, NIPPER 2001, S. 154).

Einen neueren, zusammenfassenden Überblick zur Stadt Köln aus geographischer Sicht zum Kölner Raum bietet der von SCHWEIZER et al. (2004a, 2004b) herausgegebene Exkursionsführer mit umfangreichen Literaturhinweisen. Auch in neueren geographischen Arbeiten zur Stadt Köln wird weiterhin von der "unregelmäßigen mittelalterlichen Altstadt" und der geplanten Neustadt gesprochen (GOHRBANDT, NIPPER 2004, S. 17).

Für Köln läßt sich zusammenfassend feststellen, dass auch hier bislang flächendeckende, parzellenscharfe Analysen des Stadtgrundrisses weder in analoger noch in digitaler Form durchgeführt wurden. Im Gegensatz zu Regensburg181 befinden sich hier allerdings die für derartige Analysen notwendigen (Vektor)Daten (Ur- und Vorkriegskataster) kurz vor der Fertigstellung.

Bei der Durchsicht der Literatur stellt man fest, dass Regensburg und Köln häufig zusammen genannt bzw. im Vergleich behandelt werden. So finden sich Ansichten der Städte Regensburg und Köln bereits in der Weltchronik182 von SCHEDEL 1493. PÜSCHEL (1910) untersuchte den Umfang von deutschen Städten im 12. und 13. Jh. und behandelt in der Gruppe der "Römerstädte" Regensburg (PÜSCHEL 1910, insb. S. 150-162)183 und Köln (PÜSCHEL 1910, insb. S. 200-208)184. Seine Pläne erlauben jedoch lediglich Darstellungen im Baublockbereich (M 1 : 10 000). Etwa zeitgleich datiert die Arbeit von HANSEN185 (1911), der auf die Arbeit von PÜSCHEL verweist. Er untersucht in seinem Aufsatz die mittelalterlichen Stadterweiterungen der Stadt Köln im Vergleich zu den Regensburger Stadterweiterungen. Der Kölner Plan stellt dabei eine ergänzte Verkleinerung nach dem Plan von KEUSSEN (Topographie der Stadt Köln im Mittelalter 1910, Tafel Nr. I) dar. Der Plan von Regensburg wurde nach dem Plan von PÜSCHEL (1910) angefertigt186. Weitere Nennungen von Regensburg und Köln finden sich in den Lieferungen des Deutschen Städteatlas (STOOB 1973, MEYNEN, HELLENKEMPER 1979) und bei MECKSEPER (1982)187.

Die Idee, die Städte Köln und Regensburg für eine vergleichende Beobachtung des Stadtgrundrisses anzuführen, ist also nicht neu. Derartige Studien haben eine lange Tradition, die jedoch in der Stadtgeographie etwas in Vergessenheit geraten ist, denn in der neueren Literatur zur Stadtentwicklung von Regensburg und Köln werden die Arbeiten von PÜSCHEL und HANSEN nicht mehr erwähnt. Vergleichende, quantitative und parzellenscharfe Analysen und Darstellungen der Städte Regensburg und Köln existieren jedoch bislang nicht.


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2.4 Die Neu- und Weiterentwicklung von computer-gestützten Methoden und deren Anwendung

Zurecht hat FEHN (1994) in seiner Würdigung der Arbeiten von NITZ darauf hingewiesen, dass NITZ wohl aufgrund des Mangels von geeigneten Daten quantitativen, computer-gestützten Methoden mit Vorbehalt gegenüberstand188. Inzwischen sind diese Daten jedoch häufig vorhanden und es geht nun darum, auf Grundlage dieser Daten ein entsprechendes, digitales Methodenspektrum zu erarbeiten. Dies kann zum einen durch die Anwendung und Kombination von bereits vorhandenen, digitalen Methoden189 geschehen oder durch Neuentwicklung entsprechender Methoden190. Im Fall dieser Arbeit wurden sämtliche, digitale Methoden (digitale metrologische Analyse und digitale Persistenzanalyse, vgl. die folgenden Kapitel) völlig neu entwickelt, da entsprechende Funktionen und Datenstrukturen in "Standardsoftware" noch nicht vorhanden sind. Es wurde bei der Entwicklung anhand der üblichen Entwicklungsschritte von Software bzw. Informationssystemen vorgegangen191.

Wie die Darstellung des Forschungsstandes gezeigt hat, kommen bislang bei analogem Vorgehen in der Stadtgrundrissanalyse zwei Methoden zur Anwendung, die Längs- und Querschnittsanalyse und die metrologische Analyse. Im Rahmen dieser Arbeit wurde daher der Versuch unternommen, ausgehend von den analogen "Vorbildern" entsprechende, computer-gestützte Analysen zu entwickeln. Bei dieser Entwicklung wurde ein objektorientierter Ansatz192 gewählt, der damit für digitale Stadtgrundrissanalysen ebenfalls erstmals zur Anwendung kommt.

2.4.1 Der objektorientierte Ansatz


Bezüglich eines objektorientierten Ansatzes existieren in der Geographie Ansätze, die einzelne (Kultur-) Landschaftselemente als (Einzel-)Objekte (z.B. Straßen, Häuser, Flüsse) auffassen (vgl. PLÖGER 2003193, GUNZELMANN 1987, 1997). Dieser Ansatz bezieht sich auf die Methode, mit welcher geographische Untersuchungsgegenstände bzw. Räume formal erfasst und beschrieben werden. Diese Methode ist zunächst einmal unabhängig von einer computer-gestützten Erfassung und Beschreibung und kann beispielsweise in einer (analogen) papier-gestützten Erfassung auf Bögen bestehen (vgl. GUNZELMANN 1997, insb. S. 99 zum "Ortsgrundriß"; wobei GUNZELMANN seine Daten nach der Erfassung bereits 1987 in eine Datenbank, DBASEIII, eingegeben hatte vgl. GUNZELMANN 1987, S. 179 mit Anm. 127). Soll die Erfassung und Verarbeitung hingegen computer-gestützt erfolgen, ist ein entsprechendes Datenmodell notwendig, das die Strukturierung der zu erfassenden Daten im Computer angibt. Die Erfassung und Modellierung im Computer erfolgt in der Regel in Datenbanken, denen wiederum ein entsprechendes Datenmodell zu Grunde liegt194.

Der objektorientierte Ansatz wird in vorliegender Arbeit also in zweifacher Hinsicht angewandt, in geographischer und in informationstechnischer Hinsicht. Das geographische Objekt stellt dabei die einzelne Parzelle mit ihren Grenzen dar.


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Aus dem Bereich der Geodäsie und Geographie haben sich BARTELME (2000, 2005) und HOSSE (2005) einem derartigem, objektorientierten Ansatz gewidmet. Der Geodät BARTELME195 erläutert den objekt-orientierten Ansatz am Beispiel von Parzellen: "Für Objekte der Klasse PARZELLE sind Teilungen, Zusammenlegungen mit Nachbarparzellen, aber auch ein Wechsel der Eigentümer ... sinnvolle Methoden." (BARTELME 2000, S. 26 , BARTELME 2005, S. 28). Hier ist es nach BARTELME sinnvoll den Objektklassen Methoden bzw. ein Verhalten zuzuordnen. Auf S. 29 geht er auf das "Layerkonzept" und das "objektorientierte Konzept" ein. Beim OO-Konzept sieht BARTELME in einfachen Fällen große Ähnlich-keit mit dem Entity-Relationship-Konzept, als wesentliches Merkmal von OO-Konzepten Eigenschaften der Kapselung und Vererbung. HOSSE (2005) zeigt einen Weg auf, um objektorientierte Modellierung in einem GIS für "kulturelles Erbe" anzuwenden.

Ausführlicher geht die Literatur in der Informatik auf den objektorientierten Ansatz ein. Wie man nun konkret derartige, objektorientierte (engl. "object-oriented") Software programmiert, zeigen MCGREGOR, SYKES (1992, S. 16-25) mit der Entwicklung objektorientierter Software, die eine objektorientierte Repräsentation von Polygonen beinhaltet. Sie benutzen dazu die Programmiersprache C++. Rein formal erkennt man Informationssysteme, die nach dem objektorientierten Ansatz aufgebaut sind, daran, dass (im Gegensatz zu "Standard-GIS") keine "Layerleiste" vorhanden ist196. Der in dieser Arbeit zur Erprobung kommende objektorientierte Ansatz kann mit Hilfe der Abb. 3 am Beispiel der Entwicklung von Parzellargrenzen verdeutlicht werden.

SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 3: Der objektorientierte Ansatz


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Würden wir die auf Abb. 3 gezeigten vier "Entwicklungszustände" der Parzelle von 1811 (rechts) in einem layer-orientierten System modellieren, würden 4 Layer benötigt, nämlich die Layer 1811, 1815, 1972 und 2003. In diesen 4 Layern würden sich jeweils unterschiedliche Vektorobjekte befinden, 1811 eine Parzelle (Nr. 1) in Layer 1, 1815 zwei Parzellen (Nr. 1,2) in Layer 2, 1972 drei Parzellen (Nr. 1,2,3) in Layer 3 und 2003 ebenfalls 3 Parzellen (Nr. 1,2,3) in Layer 4. In der Realität einmalig vorhandene Strukturen würden mehrfach (redundant) erfasst. Man könnte diese Layer nun verschieden eingefärbt "übereinanderlegen", um die Entwicklung der Parzelle seit dem Jahr 1811 zu visualisieren. So wird üblicherweise eine zeitliche Entwicklung aktuell dargestellt. Da die einzelnen Layer häufig separat digitalisiert werden, z.B. aus unterschiedlichen Rasterkarten, stimmen die Parzellengrenzen in der Regel nicht exakt überein, obwohl es sich in der Realität immer um identische Parzellengrenzen handelt (vgl. oben PLÖGER 1999 zur "Identität" von Vektorobjekten).

Erfolgt die Erfassung hingegen in einem OO-System, wird zunächst einmal die Parzelle von 1811 (Nr. 1, rot) als Objekt mit 4 Grenzlinien erfasst. 1815 wird die Parzelle geteilt. Es wird nun lediglich die "Teilungs-linie" (blau) neu digitalisiert. Es entstehen dadurch 2 Parzellen (Nr. 1,2). Diese Parzellen "erben" allerdings Grenzen bzw. Teile von Grenzen der Parzelle von 1811. Die Information des ursprünglichen Zustands der Parzelle von 1811 bleibt jedoch als Attribut "1811" in den beiden (neuen) Parzellen (Nr. 1,2) erhalten und wird dort abgespeichert. Es mag verständlich werden, dass in diesem Objektmodell nun zum einen der Zustand von 1815 gespeichert ist, nämlich 2 Parzellen mit ihren entsprechenden Grenzen 1815, im Attribut "1811" der Parzellen jedoch auch ihr ursprünglicher Zustand noch abgespeichert bleibt und so jederzeit abgerufen (rekonstruiert) werden kann. Die Zustände 1972 und 2003 werden entsprechend abgespeichert. Auf diese Weise sind die Flurgrenzen mit ihrer "Historie" abgespeichert. Die Dimension Zeit wird als Attribut eines (Linien-)Elementes modelliert. Persistente Strukturen lassen sich damit relativ einfach über das Attribut der Zeit197 berechnen.

Der Aufwand bei der Digitalisierung in einem Objektmodell ist nicht größer als der Aufwand bei der Digitalisierung in layerorientierten Systemen. Ganz im Gegenteil, ein dauerndes "Umschalten" und "Aktivieren" von verschiedenen Layern (z.B. zwischen den Layern 1811/1815/1972/2003 ) entfällt, man digitalisiert immer nur auf einer einzigen "Objektoberfläche". Die Vorteile gegenüber layer-orientierten Systemen sind offensichtlich.

Des Weiteren wurde es bereits als ein möglicher "Rückschritt in der Forschung" bezeichnet, falls versucht wird, Objekte in bestimmte Layer zu "zwängen"198. In Layer-GIS existieren in der Regel nämlich bezüglich der Objekte, die in einem Layer enthalten sein können, viele Beschränkungen. Häufig müssen alle Objekte in einem Layer gleiche Farben, Linienstärken oder Objekttypen (Punkt, Linie oder Fläche) besitzen. Selbstverständlich ist es mit beträchtlichem Aufwand möglich, durch entsprechende Vergabe von Attributen in Datenbanken derartige Beschränkungen aufzuheben, es besteht jedoch dann immer das Problem der Fortführung und der Dokumentation dieser Fortführungen. So kann es in einem Layer-GIS durchaus vorkommen, dass das Objekt "Dom" in 10 unterschiedlichen Zeitebenen (Layern), womöglich mit geringfügig unterschiedlichen Koordinaten gespeichert ist, wohingegen in der Realität nur genau ein identisches (geographisches) Objekt "Dom" in verschiedenen (zeitlichen) Zuständen existiert. Dies ist einer der Gründe, weshalb objektorientierte Systeme die Realität "besser" abbilden.

Mit dem hier gewählten objekt- und vektororientierten Ansatz entfallen zusätzlich Problematiken von digitalen Analysemethoden, die bei der Analyse von Rasterdatensätzen auftreten können, etwa die Durchschneidung von Planquadratrastern199.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Anwendung eines objektorientierten Ansatzes gegenüber den bisherigen, meist relationalen Anwendungen für Längs- und Querschnittbetrachtungen viele Vorteile erbringt. Sämtliche "Zustände" der digital erfassten Objekte sind sofort abrufbar. Auch für die Praxis in Ämtern, die meist lediglich den aktuellsten Zustand vorhalten, könnte dieser Ansatz von Interesse sein.

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Möchte man dort beispielsweise einen früheren Zustand des Katasters am Bildschirm betrachten, ist bislang eine Kopie einer Datensicherung aus diesem Zeitraum notwendig, die sich unter Umständen sehr aufwendig gestalten kann200. Würden die Daten hingegen in dem hier beschriebenen, objektorientierten Format vorliegen, könnte der frühere Zustand durch Eingabe der gewünschten Jahreszahl sofort visualisiert werden.

2.4.2 Digitale, metrologische Untersuchungen


Die im Rahmen dieser Arbeit neu entwickelten, digitalen metrologischen Analysen lassen sich in zwei Messmethoden unterteilen, die Einzelmessung und die automatisierte Mehrfachmessung.

Beide Methoden beruhen auf einer Längenmessung von Parzellengrenzen und entsprechen damit in der Vorgehensweise dem bisherigen, analogen Arbeitsprinzip201. Formal mathematisch wird zunächst die Länge des zu messenden Vektorobjektes (der absolute Abstand zwischen Anfangs- und Endpunkt der Parzellen-grenze) berechnet. Diese Berechnung setzt ebene rechtwinklige Koordinaten voraus202. Sodann wird geprüft, ob diese Länge einem bekannten (historischen) Maß203 bzw. dem Vielfachen eines solchen Maßes entspricht. Die Ausgabe des Messergebnisses kann als Zahlenwert in eine Datei und zugleich als Beschriftung bzw. farbige Linie auf dem Bildschirm erfolgen. Die automatisierte Messung von vielen Objekten entspricht der automatisierten Wiederholung von Einzelmessungen.

Die für beide Methoden notwendigen Algorithmen wurden in der Programmiersprache C++ als Funktionen der Software FORTVNA programmiert204. Für die Auswahl der Programmiersprache C++ waren verschiedene Kriterien ausschlaggebend. So ist diese Programmiersprache international genormt, sehr hard-warenah (und damit sehr schnell) und portierbar (vgl. HÄUBER, SCHÜTZ 2004, S. 36, 37). Die selbständige Programmierung in der Software FORTVNA wurde der Anwendung von handelsüblicher Software bzw. deren Komponenten aus verschiedenen Gründen vorgezogen. Hauptgrund war die Möglichkeit der Realisierung des objektorientierten Ansatzes mit der Software FORTVNA. Zudem ist bei (Programmier)Fehlern, die in der Phase der hier vorgenommenen Neuentwicklung von Funktionen sehr häufig auftreten, die Fehlerquelle sofort eindeutig zu lokalisieren und mit mehr oder minder großem Aufwand auch unmittelbar zu beheben. Dies ist bei handelsüblicher Software in der Regel unmöglich, die Änderungen müssten nämlich durch den Hersteller der Software erfolgen. Die Berechnungsalgorithmen (z.B. Distanzfunktionen) konnten selbst programmiert und zur Probe "manuell" nachgerechnet werden. In handelsüblicher Software sind diese dem Anwender häufig nicht einmal bekannt, werden jedoch trotzdem im Vertrauen auf deren richtiges Funktionieren (meist unkritisch) benutzt. LANGE (2003, S. 225) bemerkt dazu recht zutreffend, "dass sich zunehmend ein Geoinformationssystem als Black-Box darstellt und angewandt wird". Neue Funktionen und Änderungen sind in der Software FORTVNA ebenfalls relativ schnell zu programmieren, es existieren keine Probleme mit Lizenzrechten und "Updates". Im Fall der vorliegenden Arbeit wurde also das Prinzip verwirklicht, die Software aufgrund der Fragestellungen zu entwickeln anstatt die Fragestellungen in eine Software "zu zwängen", wie dies bei vielen anderen Anwendungen der Fall ist.


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Selbstverständlich lassen sich die Algorithmen mit entsprechendem Aufwand in sämtlichen Programmier- oder Scriptsprachen205 programmieren, die über die dazu benötigten mathematischen Funktionen und Datenstrukturen verfügen.

Einzelmessung und automatisierte Mehrfachmessung werden anhand der Abbildungen 4 und 5 genauer beschrieben.

SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 4: Digitale, metrologische Analysen. Einzelmessung


Mit der Funktion Einzelmessung (vgl. Abb. 4) lassen sich einzelne Abmessungen ermitteln, falls man z.B. nicht einen kompletten Suchlauf über alle Objekte in einer bestimmten Fläche durchführen will oder lediglich einzelne Probe- bzw. Nachmessungen vornehmen will. Es wird zunächst unter "Berechnungen (Analysen)" die Funktion "Entfernungen messen" aufgerufen. Sodann wird die zu messende Strecke mit zwei Punkten auf dem Bildschirm (P1 und P2) markiert. Nach der Setzung des zweiten Punktes (P2) werden in der rechten Bildschirmhälfte sowohl die Abmessung in Metern, als auch in bestimmten (historischen) Maßen angezeigt.

Bei der hier gezeigten Beispielmessung wurde die Breite der Maximilianstraße in der aktuellen Stadtgrundkarte der Stadt Regensburg mit 14,60566 m bestimmt. Dies entspricht (wie am Bildschirm zu sehen) exakt 50 bayerischen Fuß206.


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Auf Abb. 5 sind die Eingabemasken für die automatisierte Mehrfachmessung dargestellt. Bei diesem Mess-verfahren lassen sich verschiedene Einstellungen vornehmen. So kann z.B. ein Wert für die tolerierten Ab-weichungen der zu suchenden Maße eingegeben werden207.


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 5: Digitale metrologische Analysen. Automatisierte Mehrfachmessung

2.4.3 Die Methode des Persistenzindex (PX)

Im einleitenden Kapitel und in der Darstellung des Forschungsstandes wurde festgestellt, dass es der Forschung bislang nicht gelungen ist, Verfahren zu entwickeln, die einen objektiven und nachvollziehbaren Weg zur Erfassung und Bewertung von persistenten (historischen) Grundrissstrukturen in Städten eröffnen. Ebenso fehlen bislang die dazu notwendigen, quantitativen Methoden und damit verbundene Kenngrößen. Mit der hier vorgestellten Methode des Persistenzindex wird dies erstmals möglich. Der Index sollte möglichst einfach, aussagekräftig und objektiv (unabhängig von individuellen, subjektiven Einstellungen bzw. Einflüssen) sein208.


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Zur Operationalisierung der Messung von persistenten Strukturen im Stadtgrundriss müssen sich diese Strukturen durch bestimmte Merkmale präzise beschreiben und in "meßbare Tatbestände", also Indikatoren fassen lassen209. Messbare Tatbestände stellen im Fall von Parzellarstrukturen deren Lage im Raum und deren physische Grenzen, d.h. in der Regel Länge und Breite der Parzelle dar. Länge und Breite lassen sich sehr genau bezüglich ihrer Lage und Ausdehnung (Länge) im Raum bestimmen. Durch Bestimmung von Lage und Ausdehnung zu verschiedenen Zeitpunkten und dem Vergleich der Ergebnisse sind die Strukturen "präzise" zu beschreiben. Aus den Ergebnissen lässt sich der sog. Persistenzindex ableiten, der angibt, in welchem Ausmaß sich Parzellarstrukturen im Grundriss erhalten haben (vgl. SCHÜTZ 1999, Tab. 2 und Abb. 6).

Bezüglich der (wissenschafts-)theoretischen Zuordnung des Konzeptes des Persistenzindex und der in dieser Arbeit entwickelten Methoden innerhalb bereits vorhandener Konzepte der Geographie lässt sich der PX neben der Zugehörigkeit zum Konzept der Persistenz von seinem Aufbau her in die "zentrale Kategorie" der Dichte nach LICHTENBERGER (1998, S. 87, S. 96-100) einordnen. Der Flächen- bzw. Raumbezug wird dabei im Verhältnis der geographischen Objekte zur Fläche definiert, wie dies z.B. bei der von LICHTENBERGER angeführten Gebäudedichte (Zahl der Gebäude/ ha) der Fall ist.

Neben einem zentralen Konzept zur Beschreibung einer Stadt weist LICHTENBERGER auch auf die Verwendung der Dichtewerte als "normatives Instrument" im Städtebau und in der Stadtplanung hin (LICHTENBERGER 1998, S. 96). Der PX erfüllt also zum einen die Anforderung des Raumbezugs durch die Ausweisung von persistenten Strukturen pro Flächeneinheit (z.B. pro Baublock), zum anderen kann er als Instrument in Städtebau und Stadtplanung verwendet werden. Folgt man nun der Feststellung von LICHTENBERGER (1998, S. 96), dass die Dichte in der Stadtgeographie bislang kaum beachtet wurde, so leistet die vorliegende Arbeit auch einen Beitrag zum "Forschungsdesiderat" der Untersuchung der Kategorie der "Dichte" in Städten.

Dieser "Dichte-Ansatz" von LICHTENBERGER ist nicht neu, sie folgt damit im Wesentlichen NYSTUEN. Dieser hat die Dichte als "von fundamentaler Wichtigkeit" (NYSTUEN 1963, hier: 1970, S. 93) für eine geographische Betrachtungsweise bezeichnet. LICHTENBERGER wendet den allgemein gefassten "Dichte-Ansatz" von NYSTUEN allerdings auf städtische Räume an, weshalb der Verfasser den PX primär der "zentralen Kategorie" der Dichte nach LICHTENBERGER und nicht nach NYSTUEN zuordnen will.

Erste Vorschläge zur Anwendung der "ersten Version" des PX innerhalb der geographischen Wissenschaft wurden von PLÖGER in seiner Dissertation gemacht. Er schlägt vor, den PX für die Überprüfung von Vektordaten und von Straßenverläufen anzuwenden (PLÖGER 2003, S. 152, 168, 180). Bezüglich einer derartigen Anwendung des PX z.B. für die Altstraßenforschung würde die Anwendung im Raum Regensburg sicherlich ein interessantes Forschungsunternehmen darstellen, zumal hier bereits eine Forschungsgrundlage existiert210. Hierbei könnte beispielsweise der Frage nach persistenten Strukturen bezüglich von Relikten römischer Straßenverläufe nachgegangen werden211. Ebenso könnte eine Analyse von Flurformengefügen und damit eine noch genauere Überprüfung bzw. Untermauerung von Hypothesen erfolgen, die im Zusammenhang bereits analog durchgeführter Analysen dieser Gefüge212 aufgestellt wurden.

BENDER und JENS ziehen die Anwendung des PX für "Strukturen (z.B. Parzellengrenzen, anthropogene Geländekanten, Waldränder etc.) oder Objekte/Landschaftselemente" (BENDER, JENS 2004, S. 41-42) in Betracht. Sie wollen aus dem Persistenzindex einen "historisch-geographischen Strukturwert (HGS)" ableiten. Dieser könnte eine Maßzahl für die "kulturhistorisch bedingte Schutzwürdigkeit" von Landschaftselementen (BENDER, JENS 2004, S. 42) darstellen.


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Formale Darstellung

Der Persistenzindex besteht aus drei Teilen:

PX = f(K1 .. Kn); (Z1 - Z2)a, Z2 in konkreter Ausprägung z.B.: 1; 192a, 1811

Der erste Teil des Index "f(K1 .. Kn)" kann dabei Werte von 0 bis 1 annehmen. "f(K1 .. Kn)" steht für die "Funktion" zur Berechnung der Übereinstimmung von räumlichen Strukturen. Im Ergebnis ergibt sich eine prozentuale Angabe zur Übereinstimmung der untersuchten Objekte innerhalb einer bestimmten Fläche. Im objektorientierten Ansatz wird über das Attribut der Zeit berechnet, welche Zahl von Objekten, die immer durch eine Folge von Koordinaten(paaren)213 dargestellt werden, persistent geblieben sind.

Der Zweite Teil des Index "(Z1 - Z2)a, Z2 gibt den Zeitraum an, für den räumliche Strukturen auf Übereinstimmung getestet werden. Z1 und Z2 stellen dabei feste Zeitpunkte bzw. Zeitschnitte dar, das kleine a bedeutet, dass diese Zeitpunkte Jahresangaben darstellen214. Z2 stellt immer den "älteren" Zeitpunkt dar, so dass die Differenz Z1 - Z2 eine Maßzahl für die Dauer der Persistenz darstellt (z.B. Z1 = 2003, Z2 = 1811, Z1 – Z2 = 2003 - 1811 = 192). Je größer diese Maßzahl, desto länger ist die Persistenz belegt. Diese Maßzahl ist immer positiv oder gleich null. Bei Jahresangaben vor Christi Geburt ist der Jahreszahl ein Minus voranzustellen. Diese Maßzahl ist sinnvoll, da Untersuchungen zur Persistenz sich fast ausnahmslos auf zwei zu vergleichende Zeiträume beziehen. Tabelle 2 zeigt Beispiele für mögliche Werte des PX und deren inhaltliche Aussage. Sie wird durch Abb. 6 mit entsprechenden Fallbeispielen aus dem Regensburger Kataster ergänzt.

Die erste Methode zur Berechnung des PX (SCHÜTZ 1999) war abhängig von der Abweichung zweier Geraden, da sie von einem layer-orientierten Ansatz ausging. Es wurden dort zwei Geraden in zwei unterschiedlichen Ebenen verglichen215. Aus dem Grad der Übereinstimmung dieser Geraden wurde der PX berechnet. Die Berechnung erfolgte über den Satz des Pythagoras. Unabhängig von der Idee des Verfassers haben LEE,WONG (2001, S. 95-96) den Satz des Pythagoras zur Berechnung der Längen von Linien ("Pythagorean theorem", ebd., S. 95) verwendet und verdeutlichen dies mit einer Abbildung ("Figure 4.4", ebd., S. 95), die der Abb. 4 ("Abb. 4: Die Steigung einer Geraden", SCHÜTZ 1999, S. 34) in der unpublizierten Diplomarbeit des Verfassers sehr ähnlich ist. Die vorgenannte Art der Berechnung ist jedoch mit folgenden Problematiken verbunden: Falls die zulässige Abweichung der zu vergleichenden Geraden zu gross gewählt wird, werden in der Realität nicht übereinstimmende Geraden für übereinstimmend erklärt. Falls der Abstand zu klein gewählt wird, werden Ungenauigkeiten in den Quellen (Karten) als Abweichungen in der Realität gesehen. Diese Berechnung des PX kann also nur zur Anwendung kommen, falls absolut fehlerfreie Bedingungen vorliegen. Dies ist in der Regel jedoch nicht der Fall216.

Eine erste Verbesserung des PX stellte die Beschränkung auf die Analyse von Geraden mit lediglich zwei sehr genau vermessenen Punkten (Anfangs- und Endpunkt der Geraden) und gleicher Länge dar. Dadurch werden die (Teil)Geraden direkt vergleichbar (HÄUBER, SCHÜTZ 2001, S. 232)217. Doch auch diese Methode kann nur beim Vorliegen sehr genau vermessener und geprüfter Datenbestände angewandt werden. Die Datenbestände müssen zudem vor dem Vergleich komplett in teilweise sehr kurze Geraden(teile) mit zwei Punkten aufgeteilt werden. Eine "einfache" Anwendung und Übertragung auf beliebige Datenbestände ist in beiden Berechnungsarten des PX nicht möglich, da im ersten Fall die Abweichungen und Toleranzwerte zunächst mit aufwändigen Verfahren ermittelt werden müssen, im zweiten Fall umfangreiche Aufbereitungen notwendig sind. Dies kann in der Regel nur von Personen

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durchgeführt werden, die mit den zu analysierenden Karten bzw. Katastern und zudem mit der Methoden geographischer Informationsverarbeitung bestens vertraut sind. Ein weiteres Problem dieser Berechnung des PX ergibt sich bezüglich der Bezugsgrößen. Dort werden nämlich absolute Längen miteinander verglichen. Der PX will aussagen, welche Anzahl "historischer" Strukturen persistent sind, d.h. noch vorhanden sind (vgl. HÄUBER, SCHÜTZ 2001, S. 234). Dafür wurde die Anzahl aller Längen von Parzellengrenzen in einem Baublock auf die Anzahl der Längen bezogen, die aus älteren Karten bzw. Katastern noch vorhanden sind.


Wert des PX

Aussage

Fallbeispiel

1;192a,1811

Das untersuchte Objekt (Punkt, Linie, Fläche) ist innerhalb eines Zeitraumes von 192 Jahren völlig persistent. Es wurde das 1811 existierende Objekt untersucht.

Eine Parzelle hat ihre Grenzen zwischen den Jahren 1811 und 2003 nicht verändert. Vgl. Abb. 6 links (Parzellen 158 und 159).

0;192a,1811

Das untersuchte Objekt (Punkt, Linie, Fläche) ist innerhalb eines Zeitraumes von 192 Jahren völlig verschwunden. Es wurde das 1811 existierende Objekt untersucht.

Der Wert 0 kann jedoch auch bedeuten, dass das untersuchte Gebiet 1811 noch nicht parzelliert gewesen ist.

Eine Parzelle aus dem Jahre 1811, oder Teile ihrer Begrenzung sind im Kataster von 2003 nicht mehr verzeichnet218. Vgl. Abb. 6 rechts (sämtliche Parzellen aus dem Jahre 1811 sind verschwunden).

Tab. 2: Beispiele für Werte des PX und deren Bedeutung


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 6: Bedeutung von Werten des Persistenzindex.

Links: Parzellen 1811 Nr. 158, 159 in der Bachgasse in Regensburg (über 192 Jahre persistent).

Rechts: Parzellen 152, 153, 155 am St. Georgen Platz in Regensburg (Persistenz = 0).

Quellen: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811), Stadt Regensburg (StGK 2003).


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Der sich ergebende Wert macht jedoch keine Aussage über die Einzelobjekte, ist also nicht objektbezogen, sondern sagt lediglich aus, wieviel Prozent der heute vorhandenen Strukturen (noch) persistent sind. Als Bezugsgröße fungieren die aktuellen Parzellarstrukturen. War ein Gebiet z.B. nicht parzelliert, ergibt sich ein sehr kleiner PX im Vergleich zu heutigen Strukturen.

Zur Verdeutlichung: Wenn 1811 auf der untersuchten Fläche lediglich eine einzige Parzelle existierte, gegenwärtig aber auf dieser Fläche durch Ausweisung als Baugebiet und Neuvermessung 100 Parzellen vorhanden sind, darunter auch die eine Parzelle aus dem Jahre 1811 und zwar mit identischen Koordinaten, dann ergibt sich ein Index-Wert von 0,01 = 1%, da genau 1% der Objekte aus 1811 aktuell noch vorhanden (persistent) sind. Würde man den Persistenzindex hingegen dahingehend berechnen, wieviel Prozent der Objekte aus dem Jahr 1811 noch vorhanden sind, würde sich ein Wert von 1 = 100% ergeben, da ja die einzige, 1811 bereits existierende Parzelle auch heute noch vorhanden ist. Derartige, auf das "Einzelobjekt" bezogene Berechnungen waren bei der oben genannten Berechnung des PX nicht möglich.

Der neue OO-Ansatz

Aus den oben genannten Gründen und aufgrund der Anforderung ein möglichst einfaches, allgemein anwendbares Verfahren zu entwickeln, wurde für die Berechnung des PX statt des Ebenen-Ansatzes ein OO-Ansatz gewählt. Aufwendige Berechnungen, Vergleiche und Unsicherheiten durch den Vergleich von Vektorobjekten entfallen, da der PX jetzt durch die Auswertung des Attributes "Zeit" berechnet wird. In C++ stehen dafür die Datentypen "CTime" und "CString" mit einer Auflösung von einer Sekunde zur Verfügung. Diese Datentypen entsprechen in ANSI-SQL dem Datentyp "TIMESTAMP".

Es könnten zur Umsetzung des PX auch gängige GIS Systeme, wie z.B. ArcGIS219 in Betracht kommen, die es erlauben, in von der spezifischen (GIS)Software vorgegebene Datenstrukturen einzugreifen und zudem eigene Funktionen zu programmieren, um den hier gewählten Objekt-Ansatz zu modellieren.

Zusammenfassend läßt sich feststellen, dass sich mit dem PX quantitative Aussagen über persistente Strukturen im Grundriss einer Stadt machen lassen. Er läßt sich in der augenblicklich angewandten Form durch das objektorientierte Modell theoretisch eindeutig begründen und einfach und objektiv berechnen.

Weitere Kennziffern (OX, AGF, LGF)

Der Orientierungsindex (OX)

"Richtung oder Orientierung"220 zählen nach NYSTUEN, ebenso wie die oben erwähnte Dichte zu den fundamentalen Begriffen einer geographischen Betrachtungsweise. Die Orientierung kann in der Stadtgeographie wichtige Hinweise bezüglich der Stadtentwicklung geben. So sind nach PFEIL (1970, S. 117) "Großstadtstraßen breit und schneiden sich im rechten Winkel".

Dieses geographische Muster läßt nach PFEIL eine Planung erkennen. Rechte Winkel wurden zudem bereits in der Antike für die Stadtplanung angewandt, z.B. bei römischen Stadtanlagen. Die Fallbeispiele Regensburg und Köln eignen sich für derartige Untersuchungen sehr gut, da sie auf römischen Gründungen fußen. Die mögliche Aussagefähigkeit von Orientierungen ist jedoch nicht auf "rechte Winkel" beschränkt.

BÄHR, JÜRGENS (2005, S. 84) gehen auf die Orientierung ("orientatio") in der "römischen Stadt" ein und beziehen sich auf das entsprechende Kapitel bei CARTER (1983, insb. S. 27-34). Diese Orientierung zeigt sich in römischen Gründungen bei der Anlage von Straßen und den dazugehörigen Baublöcken häufig in O-

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W-Richtung und N-S-Richtung. Die bereits erwähnte Limitationsforschung konnte nachweisen, dass bestimmte, "vorherrschende Winkel" in abgegrenzten räumlichen Einheiten auf planmäßige Anlagen bzw. Vermessung schliessen lassen (vgl. GUGL 2003). In der vorliegenden Arbeit soll deshalb untersucht werden, ob ähnliche Aussagen für Parzellengrenzen in städtischen Räumen getroffen werden können und sich damit planmäßig angelegte Bereiche innerhalb einer Stadt nachweisen lassen.

Um Winkel von Geraden zu bestimmen, kann auf die Algorithmen der ersten Variante des Persistenzindex zurückgegriffen werden, nämlich der Berechnung über den Satz von Pythagoras (vgl. oben). Die aktuelle Einteilung von Winkeln erfolgt in Grad. Das Gradmaß, das von einem Vollwinkel von 360° ausgeht, wurde nach SCHEID (1994, S. 676) von den Babyloniern eingeführt.

Zudem existiert die Einteilung Gon. Die Bezeichnung "Neugrad" für Gon durfte im amtlichen Verkehr bis 31.12.1974 verwendet werden (SCHEID 1994, S. 676). Die Umrechnung erfolgt folgendermaßen: 1 gon = 0.9 Grad bzw. 100 gon = 90° bzw. 1° = 1,11 gon.

Zur Beschreibung der Orientierung wird der Orientierungsindex (OX) eingeführt. Der Orientierungsindex gibt die Häufigkeit der Richtungen (Winkel) von Parzellengrenzen, Baublockgrenzen und Straßen, bezogen auf eine bestimmte Fläche an. OX (2003, Baublock 5, 90%, 85°-95°) bedeutet z.B. dass in Baublock 5 90% der Orientierung von Parzellengrenzen zwischen 85° und 95° liegen. Damit wird eine Vorzugsrichtung N-S bzw. S-N erkennbar.

Kennziffern zur Länge und Anzahl von Grenzen pro Flächeneinheit (LGF, AGF)

Erst im Rahmen der "Erprobung" des PX anhand des Fallbeispiels Regensburg zeigten sich in den Ergebnissen der digitalen Analysen weitere auffällige räumliche Muster. Sie sollen deshalb bereits an dieser Stelle als eigenständige Kenngrößen genannt werden.

Hierbei handelt es sich zum einen um die absolute Länge von (einzelnen) Grenzen pro Flächeneinheit (LGF) und die absolute Anzahl von Grenzen pro Flächeneinheit (AGF). Ihre Darstellung erfolgt als Zahlenwert pro Flächeneinheit.

Aus diesen Werten läßt sich z.B. entnehmen, ob die Anzahl von Parzellengrenzen in einem Baublock zu- bzw. abgenommen hat. Hat sich z.B. die Anzahl von Grenzlinien verringert, deutet dies auf die Zusammenlegung von Parzellen hin. Hat sich dieser Wert vergrößert, deutet dies auf eine Teilung oder Neuvermessung von Parzellen hin. Ebenso deuten Vergrößerungen der Werte bezüglich der absoluten Länge von Parzellen darauf hin, dass eine Zusammenlegung von Parzellen bzw. eine Neuparzellierung stattgefunden hat (vgl. unten).

2.5 Kritische Diskussion der angewandten Methodik

Wie JÁNICA (2000) zeigt, werden bei neuen, digitalen Methoden häufig lediglich deren (vermeintliche) Vorteile dargestellt, die Problematiken und Nachteile werden nicht diskutiert. Dabei ist es gerade bei der Entwicklung und Anwendung "neuer Methoden" von größter Bedeutung, auch auf "Schwachpunkte" dieser Methoden einzugehen, das Vorgehen gleichsam einer "autocensura" (JÁNICA 2000, S. 7) zu unterziehen. Die Hauptproblematiken betreffen die "Genauigkeit" und die "computer-gestützte Umsetzung", ebenso das benutzte Quellenmaterial221.


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2.5.1 Genauigkeit, computer-gestützte Umsetzung

Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse, die durch die Anwendung digitaler metrologischer Analysen und Persistenzberechnungen erzielt werden können, hängt von der Genauigkeit des Ausgangsmaterials (Quellen, Daten) und der Genauigkeit der angewandten Berechnungsverfahren ab. Bezüglich dieser Genauigkeit222 müssen höchste Ansprüche gestellt werden223 (vgl. Tab. 3). Die Genauigkeit von analogen Quellen224 lässt sich in Vermessungsgenauigkeit, also Abweichung von der Lage , Darstellungsgenauigkeit (was wird dargestellt, Baublöcke, Parzellen) und Vollständigkeit (wurde alles vermessen bzw. wurde überhaupt vermessen) unterteilen. Hinsichtlich der Genauigkeit von digitalen Quellen muss zusätzlich unterschieden werden. Handelt es sich um primäre oder sekundäre digitale Quellen (Daten). Als Beispiel für eine primäre Datenquelle kann die digitale Stadtgrundkarte der Stadt Regensburg genannt werden. Diese "primären" Daten werden für die Analysen nicht verändert bzw. konvertiert. Unter sekundären Daten werden in dieser Arbeit Daten verstanden, die durch Be- und Verarbeitung (Konvertierung, Transformation) des Verfassers mit entsprechender Software entstanden sind.


GENAUIGKEIT

Quelle

Verarbeitung (Methode)

Analoge Quelle

Digitale Quelle





Vermessungsgenauigkeit

Darstellungsgenauigkeit

Vollständigkeit

Genauigkeit der

Berechnungsverfahren

(z.B. Messen; angewandte Methoden, Datentypen)


Primärquelle

Sekundärquelle




Verarbeitung




Konvertierung


Tab. 3: Genauigkeit


KRINGS hat darauf hingewiesen, dass die Frage nach den Entstehungsumständen und der Zweckbestimmung von Darstellungen hinreichend geklärt sein sollte, bevor die Frage nach Exaktheit und Verläßlichkeit gestellt wird (KRINGS 1989, S. 296). Folgt man diesem Hinweis, muss im Falle dieser Arbeit zunächst die Frage gestellt werden, welche Karten aufgrund ihrer Zweckbestimmung für exakte Parzellaranalysen grundsätzlich in Frage kommen. Es kann sich hierbei nur um genaue Grundriss-darstellungen handeln. Mit diesem Ziel wurden die Steuerkataster erstellt. Sie sind daher die ersten brauchbaren Quellen für die hier angedachten Untersuchungen. Die ebenfalls sehr genauen Luftbilder können lediglich zum Abgleich oder zur Orientierung dienen, da auf ihnen keine Grenzen von Eigentums-parzellen verzeichnet sind. KRINGS weist zurecht darauf hin, dass möglichst nur mit Originalen zu arbeiten ist oder zumindest gute Reproduktionen verwendet werden müssen (KRINGS 1989, S. 296)225. Da die aktuellen Kataster meist ohnehin nur noch digital vorliegen, kann bei der Anwendung von digitalen Methoden ohne Informationsverlust mit Kopien der amtlichen Daten gearbeitet werden. Dabei unterscheidet sich die digitale Kopie in der Regel nicht vom Original, wie dies etwa bei Kopien von Papier-

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katastern mitunter der Fall ist. Sind die Genauigkeiten von analogen Quellen nicht bekannt, bestehen nach FINSTERWALDER (1988) verschiedene Methoden, die Genauigkeit alter Karten zu bestimmen. Er hat dies für verschiedene bayerische Karten durchgeführt. Er errechnet dazu verschiedene Fehler in der Karte, z.B. den "mittleren Streckenfehler" (FINSTERWALDER 1988, S. 197). FINSTERWALDER bezieht seine Analysen jedoch auf vergleichsweise kleinmaßstäbige Karten von Bayern.

JÄSCHKE, MÜLLER weisen darauf hin, dass in historischen Karten neben inhaltlichen Fehlern, die mit entsprechender Zeit- und Landeskenntnis leicht herauszufinden sind, auch Fehler in der Kartengeometrie vorhanden sein können (JÄSCHKE, MÜLLER 1999, S. 153). Derartige Fehler führen nach ihrer Meinung letztendlich dazu, dass Probleme bezüglich der Einpassung dieser Karten in heutige Koordinatensysteme auftreten. In diesem Zusammenhang wird darauf verwiesen, dass Abbildung bzw. Projektion der (historischen) Karten für eine computer-gestützte Einpassung bekannt sein müssen, falls man Probleme bei der Einpassung historischer Karten in aktuelle Koordinatensysteme im Vorfeld vermeiden will. Die Autoren nennen als Beispiel die Soldnersche Projektion, die eine "ordinatentreue" Abbildung mit rechtwinklig-sphärischen Koordinaten darstellt und vorwiegend bei älteren, großmaßstäbigen Karten wie z.B. Katasterkarten angewandt wurde (JÄSCHKE, MÜLLER 1999, S. 157). Zudem empfehlen die Autoren die Wahl von ´geometrisch-richtigen´ Elementen, wie Kirchen, Gebäude usw. zur Einpassung mittels Transformationen (Helmert- und Affin-Transformation) über identische Punkte (JÄSCHKE, MÜLLER 1999, S. 163-166). In der vorliegenden Arbeit wurde methodisch bezüglich der Einpassung der historischen Karten und Kataster wie von JÄSCHKE, MÜLLER beschrieben vorgegangen226.

Zur Genauigkeit digitaler Quellen

Die augenblicklich genauesten digitalen Quellen mit Verzeichnung der Parzellengrenzen stellen die amtlichen digitalen Kataster und Stadtgrundkarten dar. Diese wurden daher als Primärquellen und zugleich als Referenzmedium für die hier durchgeführten Untersuchungen benutzt.

Als Sekundärquellen kommen Scans (Rasterdaten) von historischen Karten und Katastern und als Vektordaten digitalisierte Quellen zur Anwendung. Hier sind bezüglich der Genauigkeit verschiedene Fehlerquellen vorhanden. So ist beim Einscannen von Karten auf einen entsprechenden, verzerrungsfreien, hochauflösenden Scanvorgang zu achten. Sollte beim Abspeichern der gescannten Daten (in der Regel als Rasterdatensatz) eine Komprimierung verwendet werden, muss diese Komprimierung absolut verlustfrei erfolgen. Als nächste Fehlerquelle bezüglich der Genauigkeit kommt das Verfahren der Einpassung in Betracht. Hier ist mit einer möglichst hohen Anzahl sehr genauer Passpunkte zu arbeiten (vgl. oben). Nach erfolgter Einpassung des gescannten Rasterdatensatzes in ein aktuelles Koordinatensystem können bei der Digitalisierung (Vektorisierung) der Karten (vgl. SCHMUDE, HOYLER 1992) Fehler bezüglich der Genauigkeit auftreten (vgl. BILL, FRITSCH 1997, S. 123-124 und 175-182). Müssen die (Vektor)Daten nach erfolgter Digitalisierung noch konvertiert werden, können auch bei dieser Konvertierung Fehler auftreten.

Zur Genauigkeit computer-gestützter Verarbeitung

Hier geht es um die Genauigkeit bzw. Zuverlässigkeit der angewandten, computer-gestützten Methoden zur digitalen Analyse der genannten Primär- und Sekundärquellen227. Diese Methoden sind in der Regel als Funktionen von entsprechender Software programmiert. Diese Software wiederum ist auf einer dafür bestimmten Hardware lauffähig228.

Um ein Ziel der Arbeit zu erreichen, nämlich die entwickelten Methoden einfach und allgemein anwendbar zu gestalten, war es notwendig, dass die benutzte Software auf einfachen "low-cost" Hardwarekomponenten anwendbar war229. Diese Hardware bzw. der implementierte Prozessor bedingen die größtmögliche, rechnerische Genauigkeit der Verarbeitung und damit der möglichen Datentypen. Inzwischen ist auch mit

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der hier verwendeten "low-cost" Hardware eine Genauigkeit bezüglich der Datentypen möglich, die die Genauigkeit der Primär- und Sekundärquellen bei Weitem übersteigt (für die Berechnungen wurde meist der Datentyp "double" der Programmiersprache C++ mit 8 Bytes und einem Wertebereich von 1.7E +/- 308 verwendet). Konvertier- bzw. Transformationsfunktionen und Programme, die mit "einfachen" Datentypen (Genauigkeit teilweise nur zwei Nachkommastellen) arbeiten, wurden nicht verwendet, ebenso wurden keine Daten verwendet, deren "Entstehungshintergrund" dem Verfasser nicht bekannt war. Daten, die mit derartigen Programmen erzeugt bzw. konvertiert wurden, könnten bei den hier durchgeführten (metrologischen) Analysen bereits zu fehlerhaften Ergebnissen führen.

Bei der Berechnung von Distanzen und der Länge von Geraden und Linien ist die Projektion, in welcher der zu analysierende, digitale Datensatz vorliegt, von entscheidender Bedeutung. In der vorliegenden Arbeit gehen sämtliche Berechnungen von einer digitalen Karte mit einer orthogonalen Projektion aus230. Für die "Messfunktionen" wurde die "Pythagoras-Abstandsfunktion" (vgl. BILL 1996, S. 16) der Euklidischen Metrik verwendet. Der Vergleich mit den Ergebnissen der Distanzmessung in anderen Softwareprodukten zeigt in der Regel identische Ergebnisse, wobei die dort verwendeten Berechnungsfunktionen dem Anwender meist unbekannt sind.

2.5.2 Grundlagenmaterial (Quellen und Quellenkritik)

Stadtgrundrissanalysen sind nach FEHN (1998, S. 13) als "historisch-siedlungsgeographische Forschungen vom Vorhandensein bestimmter Quellen, bes. von genauen Katasterkarten abhängig". Daneben werden weitere Quellen, wie zeitgenössische und archäologische Pläne231 und kartographische, bildliche und schrift-liche Quellen herangezogen232.

Quellen zu historischen Maßen und zur Vermessungstechnik

Zur Durchführung von metrologischen Analysen ist die Kenntnis von absoluten Längen- bzw. Flächenmaßen, die in den Untersuchungsgebieten Gültigkeit hatten, unabdingbar. Bezüglich der Nennung von historischen Maßen liegen aus dem Fachgebiet der Historischen Metrologie verschiedene, zusammenfassende Publikationen vor (vgl. HULTSCH 1862, BERRIMAN 1953, WITTHÖFT et al. 1986, HEIT, PETRY 1992, WITTHÖFT 1991-1994)233. Lokale Studien speziell zur historischen Metrologie zu bestimmten Zeiten in bestimmten Gebieten existieren bislang nur wenige234, zu Regensburg existiert nach Wissen des Verfassers bislang lediglich die Arbeit von HEINRICH aus dem Jahre 1808.


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Da die hier vorgelegten Untersuchungen primär auf Messungen von Parzellengrenzen abzielen und dafür in der Regel amtlich zugelassene Maße zu benutzen waren, ist es sinnvoll nach Maßen zu suchen, die für den amtlichen Gebrauch in den Städten Regensburg und Köln zur jeweiligen Zeit freigegeben waren235. Die Anwendung bestimmter Maße war bis zur einheitlichen Einführung des metrischen Maßes (Meter) in der Regel politisch bedingt. Durch historische Quellen belegt, wurden in Regensburg und Köln zunächst "römische" Maße verwendet. Auch die spätere Maßeinheit "Fuß" wurde aus dem Lateinischen (pes) über-nommen. In Regensburg waren reichsstädtische Maße gültig, ihnen folgten die bayerischen Maße, sodann die metrischen Maße. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass bis zur endgültigen Etablierung des metrischen Maßes häufig verschiedene Maße gleichzeitig Verwendung fanden.

In Köln wurden nach den römischen Maßen ebenfalls reichsstädtische Maße verwendet, sodann franzö-sische und preußische Maße, bis letztendlich das metrische Maß Eingang in die "amtliche" Vermessung fand.

Mit der nachfolgenden Tabelle wurde versucht, historische Maße anhand von Nennungen in der Literatur speziell für die Städte Regensburg und Köln zusammenzustellen.

Das metrisches Maß steht am Anfang, da es die aktuelle Standardmaßeinheit in den Untersuchungs-gebieten darstellt und sämtliche älteren Maße für die hier durchgeführten Analysen in das metrische Maß umgerechnet wurden bzw. werden. Nach GERMAN (1986, S. 186) wurde das Maß "Meter" (m) ab 1812 eingeführt236.

Die römischen Maße (vgl. Tab. 4) hatten im gesamten römischen Weltreich Gültigkeit, lassen sich also gleichermaßen für die Untersuchungen in Regensburg und Köln anwenden. Sie lassen sich in Längen- und Flächenmaße unterteilen. Danach gab in Rom zwei auf dem pes (Fuß237) basierende Längenmaßsysteme, von denen sich das jüngere allgemein durchsetzte. Die ältere Einteilung lautete 1 pes (0,296 m) = 12 unciae od. pollices (Daumenbreite) zu 24,7 mm, die jüngere Einteilung 1 pes (0,296 m) = 16 digiti (Fingerbreite, Zoll) zu 18,5 mm. 1 1/2 pedes entsprach 1 cubitus (Elle) = 0,44 m, 5 pedes = 1 passus (Klafter). 1000 passus entsprachen 1 milliarium (röm. Meile), die wiederum ca. 1,5 km entspricht. Passus (von pando "ausbreiten") ist das durch Spreizen der Arme gewonnene röm. Längenmaß, daraus wurde in späterer Zeit die "Armspanne" bzw. der "Klafter". Bei den Flächenmaßen wurde in pes quadratus (Quadratfuß) = 0,088 qm und iugerum (Morgen; d.h. die Fläche, die mit einem Joch [iugum] Ochsen täglich umgepflügt werden kann; ca. 0,25 ha) gemessen. Nach CHANTRAINE (1979) soll das "Urmaß" auf dem Kapitol im Tempel der Iuno Moneta gelegen haben.

Nach PFEIFFER war in römischer Zeit neben dem röm. Fuß auch der nach dem römischen Agrimensor HYGIN (Hyg.) benannte Fuß in Gebrauch. Sie zeigt eine Abbildung eines Steins aus einem Aquaedukt bei Bethlehem mit einer griechischen Inschrift und einem Maßstab. Als äußere Begrenzung des Maßes gibt sie eine Länge von 1 Hyg. Fuß v. 25/24 pous = 309,222 mm an (PFEIFFER 1986, Tafel XXI).

Den römischen Maßen folgend, werden in der Literatur zu Regensburg und Köln sog. karolingische Maße genannt, speziell der "karolingische Schuh" (vgl. PIENDL 1962, P. SCHMID 1977, BINDING 1986). Bei den karolingischen Maßen wird entsprechend den römischen Maßen davon ausgegangen, dass diese sowohl in Regensburg, als auch in Köln Gültigkeit hatten. PIENDL nennt für Untersuchungen in Regensburg als

60


Maß von 30 karolingischen Schuh umgerechnet 10,20 m (PIENDL 1962, S. 115)238, woraus sich ein karolingischer Schuh zu 34 cm errechnen würde. BINDING (1986, S. 92) gibt für die Aachener Pfalzkapelle, die häufig zu Vergleichszwecken in Regensburg herangezogen wird, ein karolingisches Fußmaß von 33,28 cm an239, also ein etwas kürzeres Maß240. PELTRE (1972, Bd. 1, S. 34) benutzt für seine Analysen in Lothringen als Karolingisches Maß den Wert des rheinl. Fußes von 31,4 cm: "0,314 Pied du Rhinland ou pied royal Carolingien".


Maßbezeichnung

Quelle

Datierung

Maß

Unterteilung

1 pes (römischer Fuß)

KLIMPERT 1972, S. 292

röm. Zeit

29,59 cm


1 Hyg. Fuß

PFEIFFER 1986, Tafel XXI.

röm. Zeit

30,9222 cm


1 pes (roman foot)

PRYCE et al. 1996, S. 943

röm. Zeit

29,6 cm

= 12 unciae

1 passus, pace

KLIMPERT 1972, S. 292

PRYCE et al. 1996, S. 943

röm. Zeit

1,48 m

= 5 pedes

1 stadium

KLIMPERT 1972, S. 292

PRYCE et al. 1996, S. 943

röm. Zeit

184,84 m

= 625 pedes

= 125 passus

1 Roman mile

PRYCE et al. 1996, S. 943

röm. Zeit

1.480 m

1000 paces

1 actus quadratus

PRYCE et al.1996, S. 943

röm. Zeit

120x120 röm. Fuß

2 actus quadratus = 1 iugerum

1 iugerum

KLIMPERT 1972, S. 292

röm. Zeit

240 röm. Fuß lang, 120 röm. Fuß breit

= 0,252 ha

Tab. 4: Synopse römischer Maße


Nachdem bislang Maße angesprochen wurden, die offensichtlich in beiden Untersuchungsgebieten verwendet wurden, werden in der folgenden Tabelle 5 Maße aufgelistet, die mutmaßlich in der Stadt Regensburg, nicht aber in Köln in amtlichem Gebrauch waren.

Wie aus Tab. 5 ersichtlich wird, lassen sich die in Regensburg gebräuchlichen Maße grundsätzlich in reichsstädtische und bayerische Maße einteilen. Für die einzelnen Maßeinheiten wurden teilweise unterschiedliche Bezeichnungen verwendet. Der Regensburger Fuß wird in der Literatur auch als Schuh bzw. Stadtschuh bezeichnet. Der Bayerische Fuß wird in der Literatur auch mit Baierischer Schuh (HABERMEYER 1993, S. 30) bezeichnet. BAUER (1997, S. 481) verwendet die Schreibweise "Baierische Elle", HEISCHMANN (1951, S. 122) die Schreibweise "bayer. Elle"241.

Placidus HEINRICH, Professor der Physik und Mathematik, Kapitular des Fürstl. Stiftes St. Emmeram hat im Auftrag "Sr. Hoheit des Fürst Primas" (HEINRICH 1808, S. III) die erste umfassende Schrift zum in Regensburg gebräuchlichen Maß- und Gewichtssystem verfasst, da dieses bis dahin nie "gehörig untersucht" (ebd., S. IV) wurde und sich in vielen Büchern darüber "die gröbsten Fehler und Unrichtigkeiten" (ebd., S. IV) befanden. Durch ihn erfahren wir, dass zu seiner Zeit die Maßstäbe am Rathaus noch/bereits öffentlich ausgestellt waren (vgl. unten). Er stellte fest, dass der zu seiner Zeit dort angebrachte Fuß etwas zu kurz war,

61


die Elle hingegen "vollkommen" genau (ebd., S. 64). Deshalb ließ er das Fußmaß berichtigen ("Das Fußsmaaß ließ ich berichtigen" ebd., S. 64). Da zu seiner Zeit das Meter in Regensburg noch nicht in Gebrauch gewesen ist, gibt er die Länge des Regensburger Fußes im Verhältnis zur Pariser Linie an. Bei der Länge einer Pariser Linie von 2,256 mm ergeben sich damit für den Regensburger Fuß 139 x 2,256 mm = 313,584 mm = 31,3584 cm. Zum Vergleich gibt er auch noch das Maß des Münchner Fußes in Pariser Linien an, es beträgt 129,38 Linien. Daraus errechnet sich ein Münchner Fuß von 129,38 x 2,256 mm = 29,188128 cm, der gerundet dem bayerischen Fuß zu 29,19 cm entspricht (ebd., S. 65-66).

Die Regensburger Elle gibt er mit 31 Regensburger Zoll an, wobei sich die Regensburger Elle damit zu 81,0092 cm ergeben würde. Er stellt fest, dass es nirgends eine "solange Elle" gibt wie die Baierische bzw. die Regensburger Elle, mit Ausnahme der spanischen "Vara" (ebd., S. 69), die genau eine baierische Elle misst.

HABLE nennt unter der Rubrik "MASSE UND GEWICHTE" (HABLE 1970, S. 183) als Längenmaße den Regensburger Fuß mit 12 Zoll und 0,313 m, die Regensburger Elle mit 31 Zoll und 0,81 m und den Regensburger Klafter (= 72 Zoll) mit 1,888 m. Diese Maße galten am "Ende der reichsstädtischen Zeit". In Fußnote 1 auf dieser Seite weist er auf Literatur zu den Maßen hin. Zudem erwähnt er die Durchsicht der entsprechenden Akten im Staatsarchiv Amberg und im Stadtarchiv Regensburg (HABLE 1970, S. 183). Rechnet man diese Angaben von HABLE "durch", ergibt sich ein Widerspruch bezüglich der Zollmaße. Aus dem Fußmaß von 0,313 m zu 12 Zoll ergibt sich ein Zollmaß von 2,6083 mm. 31 Zoll ergeben zwar die Elle zu 81 cm, 72 Zoll ergeben jedoch 187,80 cm, also einen cm weniger, als von HABLE angegeben. Diese Berechnung macht den Hinweis von HEINRICH (1808, S. 64) verständlich, dass der Klafter etwas zu lang sei. HABLE hat offensichtlich die Angaben aus HEINRICH bzgl. der Angaben des Zoll übernommen.

BASTIAN (1943, S. 244) weist ebenfalls auf den "noch um 1910" am Alten Rathaus "eingemauerten" Ellenstab von rund 81 cm hin (vgl. Abb. 7). Er weist jedoch auch darauf hin, dass nach WEITNAUER, der die Musterbuchhaltung des Matthäus Schwarz untersucht hat, die "Elle zu Regensburg" 85 cm maß, ohne jedoch konkrete Quellen zu nennen.

EICKENBERG (1976, S. 285) übernimmt die Angaben von BASTIAN. Sie weist auf die Runtinger Ellen hin, die hauptsächlich für den Gewandverschnitt benutzt wurden. Des Weiteren weist sie auf die Vielzahl von Ellen hin, die in einem 1722 von Johann Georg Schoap zu Nürnberg herausgegebenen Vergleich von über 200 Ellenmaßen beschrieben wird. So konnte die Elle unter 60 cm bis über 2 m messen (wobei HEINRICH 1808 die baierische Elle bereits als die seines Wissens längste Elle bezeichnete, vgl. oben).

Aus den Angaben bei HABERMEYER (1993, S. 30) ergibt sich für den Baierischen Schuh ein Wert von 29,18595 cm242. Der bayerische Klafter war in 6 Fuß unterteilt (6 x 29,18595 = 175,1157 cm), die baierische Rute in 10 Fuß (10 x 29,18595 = 291,8595 cm). 1 bairischer Fuß war 1801 in 12 Zoll unterteilt, woraus sich 1 baierisches Zoll zu 2,43 cm berechnet (29,18595 / 12 = 2,4321625 cm).

Zusammenfassend lässt sich also nach Auswertung der bislang vom Verfasser gesichteten Quellen feststellen, dass für den Regensburger Fuß Werte zwischen 31,2 - 31,4 cm, für die Regensburger Elle Werte zwischen 81 und 85 cm und für den Regensburger Klafter der Wert 189 cm in der Literatur genannt werden. Für die Länge des bayerischen Fußes kann von einem Wert von 29,19 cm ausgegangen werden, für die bayerische Elle von 83,3 cm und für den bayerischen Klafter von 175 cm. Dass die Rute zu 10 Schuh in Regensburg in der Grundrißvermessung angewandt wurde, wird z.B. durch eine bei GAJEK (2003, S. 138) verwendete Abbildung belegt243.


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Maßbezeichnung

Quelle

Datierung

metrisches Maß

Unterteilung

Regensburger Fuß

HABLE 1970, S. 183

Reichsstadt

31,3 cm

12 Zoll

Regensburger Fuß (Stadtschuh)

BAUER 1997, S. 481

Mitte 15. Jh.

31,2 cm


Regensburger Fuß

HEINRICH 1808


31,36 cm


Regensburg, Elle

KAHNT, KNORR 1987, S. 81

keine Angabe

81,10 cm


Regensburger Elle

HABLE 1970, S. 183

Reichsstadt

81 cm

31 Zoll

Elle zu Regensburg

BASTIAN 1943, S. 244

nach WEITNAUER


85 cm


Regensburger Elle

HEINRICH 1808


81,01 cm

31 Zoll

Regensburger Klafter

HABLE 1970, S. 183

Reichsstadt

188,8 cm

72 Zoll

Regensburger Klafter (Stadtklafter)

BAUER 1997, S. 481

Mitte 15. Jh.

189 cm

1/2 Rute zu 12 Fuß

Regensburger Rute

Eigene Berechnung aus dem Regensburger Stadtschuh


3,13 m

3,76 m

10 Fuß

12 Fuß

Bayerischer Schuh, Fuß

HABERMEYER (1993, S.30)


29,19 -29,26 cm


Bayerische Elle

(Baierische Elle)

HEISCHMANN 1951, S. 122

Keine Angabe

83,3015 cm

2 Fuß 10 ¼ Zoll

Bayerische Elle

WITTHÖFT 1994, Bd.2, S: 50

1800/1811

83,50 ; 83,30 cm


Bayerische Elle

BAUER 1997, S. 481

Keine Angabe

83,3 cm


Klafter

ENGEL 1965, S. 3

Keine Angabe

175 cm

6 Fuß = 3 Ellen

=72 Zoll

Bayerischer Klafter

HEISCHMANN 1951, S. 122

13.8.1869

175,12 cm

6 Fuß

Bayerischer Klafter

WITTHÖFT 1994, Bd.3, S. 52

1809

175,11 m


Rute

HABERMEYER 1993, S. 30

1801

2, 92 m

10 Fuß

Rute

WITTHÖFT 1994, Bd.3, S. 54

1809

2, 9185 m


Geometr. Ruthe

ACKERMANN 1871, S. XV-XVIII.


2,918592 m

10 Fuß

Tab. 5: Synopse gebräuchlicher Maße in der Stadt Regensburg


Mutmaßlich in der Stadt Köln verwendete Maße

Die ältesten Maßangaben aus der Stadt Köln sind uns ebenso wie im Fall von Regensburg aus Urkunden bekannt. Bei KEUSSEN (1910b) finden wir viele Beispiele zu mittelalterlichen Maßen244. Es wurden also auch in Köln die bereits bekannten Maßeinheiten Fuß, Elle, Rute, Morgen und iugera benutzt. Angaben zur Umrechnung in metrische Maße finden sich in der Literatur. In der folgenden Tabelle 6 wurden vom Verfasser verschiedene Maße zusammengestellt, die mutmaßlich im Stadtgebiet von Köln benutzt wurden.


63


Aus Tabelle 6 ergibt sich übereinstimmend, dass der rheinländische (preußische) Fuß 31,4 cm maß, der "Cölnische Fuß" 28,8 cm und die rheinische (rheinländische, preußische) Rute (Ruthe) 3,77 m245. Vergleicht man das Maß der rheinl. Rute mit dem Maß der Rute zu 12 Regensburger Schuh nach HEINRICH (1808), so ergibt sich für die Regensburger Rute zu 12 Fuß ein Wert von 3,76 m. Zudem entspricht der Regensburger Fuß nach HEINRICH (1808) mit dem gerundeten Wert von 31,4 cm dem Wert des rheinl. Fußes. Ob es für diese annähernde Maßgleichheit gemeinsame "Grundlagen" gibt, kann im Rahmen dieser Arbeit leider nicht verfolgt werden. Falls es derartige "Grundlagen" geben sollte, würde sich bei PFEIFFER eine Angabe zur räumlichen Gültigkeit unter Umständen tatsächlich erübrigen. Die Übereinstimmung des preußischen Fußmaßes mit dem rheinländischen Fußmaß wird durch § 2 einer preußischen Anweisung zur Verfertigung von Probemaßen verständlich, die in WITTHÖFT (1994, S. XVII) in Auszügen wiederabgedruckt ist. Danach sollte unter dem "Preußischen Fuß" der seit 28. Oktober 1773 "in Preußen, den Marken und Pommern eingeführte sogenannte rheinländische Werkfuß verstanden werden".


Maßbezeichnung

Quelle

Datierung

metrisches Maß

Unterteilung

Pariser Linie

KAHNT, KNORR 1987, S. 211

keine Angabe

2,256 mm


Toise

LVA NRW 1989, S. 8,14

1821, 1877

1,95 m


Kölnischer Fuß

STEINEBACH 1986, S. 110

ca. 13. Jh.

28,8 cm


"Cölnischer Fuß"

PFEIFFER 1986, S. 598

keine Angabe

287,62 mm

11/12 rhl. Fuß von 313,767 mm

Fuß Köln

WITTHÖFT 1994, Bd. 3, S. 13

1817/1819

28,74 cm


Köln, kleine Elle

Köln, große Elle

KAHNT, KNORR 1987, S. 81

keine Angabe

57,61 cm

69,48 cm


Elle Köln

WITTHÖFT 1994, Bd. 3, S. 42-43


57,099 -57,47 cm


Rute

NITZ 1999, S. 83

keine Angabe

3,52 m

6 Ruten = 21,12 m

Fuß, Schuh

KAHNT, KNORR 1987, S. 98

ab 1816

31,4 cm


Preußischer (rhein-ländischer) Fuß

ENGEL 1965, S. 3

keine Angabe

31,4 cm

= 12 Zoll = 144 Linien

Fuß Kgr. Preußen


WITTHÖFT 1994, XVIII u. S. 504

Gesetzsammlung

16.5.1816,gül-tig bis 1871

31,385 cm


Rheinländischer Fuß

LAFRENZ 1982/86, S. 291

1673

31,39 cm


Preußische (rheinl.) Ruthe

ENGEL 1965, S. 3

keine Angabe

3,77 m

= 12 rheinl. Fuß

Rute Kgr. Preußen

WITTHÖFT 1994, S. 504

Gesetzsammlung

16.5.1816

376,62 cm


Rheinländische Ruthe

LAFRENZ 1982/86, S. 291

1673

3,767 m

1 Ruthe = 12 Fuß

Tab. 6: Synopse alter deutscher Längenmaße, die in Köln verwendet wurden


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Nach PFEIFFER wurde 1773 eine Anweisung ausgegeben, die vorschrieb, "bei allen Feldvermessungen und Bauten" die "Rheinländ. Rute " von 3,77 m anzuwenden246 (PFEIFFER 1986, S. 571). Neben dem rheinl. Fuß war nach PFEIFFER247 auch das Maß ein "Cölnischer Fuß" mit 11/12 des rheinl. Fußes von 313,767 mm (= 28,7620 cm) in Gebrauch. Daraus würde sich eine Cölnische Rute zu 12 Fuß zu 3,45144 m und eine Cölnische Rute zu 10 Fuß zu 2,8762 m berechnen. Dieser Angabe von PFEIFFER entspricht der bei STEINEBACH (1986, S. 110) mitgeteilten Angabe von gerundeten 28,8 cm. Im Gegensatz zu den Karolingischen Maßen ist sich die Forschung also über die Länge der "Cölnischen" und rheinländischen Maße einig.

Es gab zudem Vorschriften über das Längen- und Breitenverhältnis von Parzellen im ländlichen und städtischen Raum bzw. das sich daraus ergebende Flächenmaß248. Die folgenden Ausführungen hierzu sind hauptsächlich HEISCHMANN (1951, insb. S. 120) entnommen. So waren die Flächenmaße häufig aus Längenmaßen abgeleitet, indem z.B. das Quadrat über die betreffende Längeneinheit das entsprechende Flächenmaß ergab. Ebenso waren Flächenangaben wie "Mannsmahd", "Tagwerk" üblich. Diese Angaben bezogen sich auf die Arbeitsleistung der von einem Mann an einem Arbeitstag abzumähenden Wiesenfläche. Das aus dem römischen übernommene Flächenmaß des "jugerum" wurde auch als Juchert oder Jauchert bezeichnet. Die Hufe (Hube), der Bifang249 (Pifang) und das Beet bezeichneten Bestellformen des Ackerbodens. So war der Bifang (Beifang) das unter den Pflug genommene ("beigefangene") Stück Land, später wurde darunter die Erdanhäufelung zwischen zwei Ackerfurchen verstanden. Nach HEISCHMANN betrug der Abstand zwischen zwei Ackerfurchen zum Ausgang des Mittelalters ziemlich genau 4,5 bayerische Fuß. Bezeichnungen, wie "12 Pifang" finden sich nach seinen Angaben auch heute noch im Grundsteuerkataster und können dann in Verbindung mit der ortsüblichen Gewannenlänge recht verlässliche Größenangaben darstellen. Die Ackerbestellung ist nach HEISCHMANN in Beetform heutzutage nicht mehr üblich, dagegen ist das Beet in der Gärtnerei ein allgemein bekannter Begriff. In der Zeit, als der Bifang 4,5 bayerische Fuß breit war, war die Beetbreite genau doppelt so breit, nämlich 9 bayerische Fuß.

BOELCKE führt sogar eine Legaldefinition eines genormten Ackers, des sog. "andecena legitima" an. Diese findet sich nach BOELCKE in der Lex Baiuvariorum aus der Mitte des 8. Jhs. (BOELCKE 1964, S. 138: "Andecenas legitimas, hoc est pertica X pedes habentem, IV perticas in traverso, XL in longo ...", nach BOELCKE ergeben sich umgerechnet etwa 1.500 qm, falls der Fuß ca. 30 cm entspricht). BOELCKE (1964, S. 142) führt weiterhin aus, dass, obwohl es viele unterschiedliche Rutenmaße gab, eine Vermessung dadurch möglich war, dass die Länge häufig ein 5 oder 10faches der Breite einer Parzelle ausmachte bzw. so vorgeschrieben war (BOELCKE 1964, S. 142). Er weist darauf hin, dass nach einem frühmittelalterlichen Grundsatz die Länge einer Ackerparzelle "ein Mehrfaches der Ackerbreite ausmachen sollte" (BOELCKE 1964, S. 138).

Bezüglich absoluter Zahlenwerte für die Länge und Breite von Parzellen in städtischen Siedlungen benennt SCHICH250 beispielsweise für das "Standard-Grundstück" in Krakau 36 x 72 Ellen, SCHEUERBRANDT (1972) für die geplanten Städte des Hochmittelalters 50 x 100 Fuß (vgl. oben) und MECKSEPER (1982) für Regensburg 40 x 80 Fuß bzw. 6 x 12 Ruten (vgl. oben).

Angaben zu Längen- und Flächenmaßen, Abständen von Gebäuden usw. finden sich in vielfältigster Weise in Urkunden251. Des Weiteren finden sich Maßangaben in Verordnungen, Bauakten, Bauamtschroniken usw.

Die Vermessungstechnik betreffend sind Vermessungsinstrumente seit dem Altertum in Form von Maßstäben bekannt. PFEIFFER zeigt beispielsweise in den Tafeln am Ende ihres zweiten Bandes

65


entsprechende Abbildungen z.B. einen Klapp-Maßstab von 1 röm. Fuß (sie bezeichnet es als pous) von 296,8533 mm (PFEIFFER 1986, Tafel I.) und eine "Blattgoldelle des Kha" ca. 1500 v. Chr. mit einer Länge von 523,858 mm (PFEIFFER 1986, Tafel IV.). Im Mittelalter erfolgte die Vermessung mit dem Seil, dem Strang und der Rute (BOELCKE 1964, S. 143). MECKSEPER (1982, S. 77) nennt als Meßinstrumente Seil, Rute und Latte, zudem gibt er Hinweise zu spätantiker und mittelalterlicher "Feldmesserliteratur".

Historische Meßinstrumente befinden sich inzwischen meist in Museen, vereinzelt sind sie jedoch noch an wichtigen öffentlichen Orten zu finden, beispielsweise an Rathäusern und Kirchen252. Abb. 7 zeigt drei eiserne Maßstäbe, die am Alten Rathaus in Regensburg angebracht sind. Sie verkörpern laut Inschrift den Stadtschuh ("der stat schuch"), die Stadtelle ("der statöln") und den Stadtklafter ("der stat klafter"). Klafter und Elle weisen zudem eine Teilung auf (vgl. Detailausschnitt Abb. 7)253.

BAUER datiert diese Maßstäbe in die Mitte des 15. Jahrhunderts, geht also davon aus, dass die Maßstäbe Originale darstellen. Durch „Nachmessung“ ermittelt er eine Länge von 31,2 cm für den Stadtschuh, von 81 cm für die Stadtelle und von 189 cm für den Stadtklafter (BAUER 1997, S. 480). Unterzieht man die Maßstäbe einer näheren Betrachtung, ist es, bezogen auf deren sehr guten Erhaltungszustand, eher unwahrscheinlich, dass diese aus der von BAUER angegebenen Zeit stammen. So erwähnt HEINRICH (1808, S. 64), dass er den Fuß berichtigen ließ. Unter Umständen wurde dabei ein neuer Maßstab ange-bracht. BASTIAN (1943, S. 244) erwähnt die um 1910 eingemauerten Maßstäbe (vgl. oben). Auf dem Gemälde des Malers Johann Georg Ostermayr um 1850 mit einer Ansicht des Regensburger Rathauses (abgebildet bei ANGERER, ANGERER 1998, S. 40) sind die Maßstäbe nicht zu erkennen. Nähere Hinweise zu deren Anbringung und Datierung waren auch bei der Stadt Regensburg nicht zu er-mitteln254.Die Parzellarvermessung (ab 1809) wurde in der Regel mit dem Meßtisch, auf dem das neu zu aufzunehmende Flurkartenblatt befestigt wurde, bewerkstelligt. Die Flurstücksgrenzen, Gebäude usw. wurden mit Hilfe von Kippregel, Lineal und beweglich aufgesetztem Fernrohr gezeichnet (NAGEL 2002, S. 161-162). Erst seit dem Jahr 1814 gibt es in Bayern eine Verfügung über Messungen mit Distanzmesser, zuvor wurde mit der "Messkette" (BStdF 2001, S. 41) gemessen.

Gegenwärtig werden in der Katastervermessung elektronische Tachymeter eingesetzt. Es werden Entfer-nungen und Richtungen zu einzelnen Punkten gemessen, die gemessenen Daten werden direkt auf tragbare Computer übertragen und dann zur Digitalen Flurkarte (DFK) weiterverarbeitet (NAGEL 2002, S. 169). Nach LUDWIG (2001, S. 204) soll die bisher analog geführte amtliche Flurkarte "vollständig" durch die Digitale Flurkarte ersetzt werden. In Hinblick auf diese Entwicklung ist es dringend notwendig entsprechen-de digitale Methoden der Kartenauswertung zu entwickeln.


66



SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 7: Historische Maßstäbe am Alten Rathaus in Regensburg. (Aufnahme des Verfassers vom 17.4.2006)


Quellen zu Regensburg - Diskussion und Probleme

Sämtliche, in Kap. 2.3. genannten und seit dem 15. Jh. vorliegenden Stadtgrundrisse vor dem Jahre 1808 scheiden wegen mangelnder Vermessungs-, Darstellungs- oder Vollständigkeitsgenauigkeit bzw. aufgrund des Maßstabs (kleiner als 1:5000) aus.

Der erste, nach den hier aufgestellten Bedingungen verwertbare Grundriss ist ein Kupferstich aus dem Jahre 1808 mit dem Titel "Grundriß der Fürstlichen Primatischen Residenz-Stadt REGENSBVRG nebst deren neuen Gartenanlagen außer den Thoren 1808" (nachfolgend mit GRUNDRIß REGENSBURG 1808

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bzw. GRUNDRIß 1808
bezeichnet)255. Die Aufnahme der Stadt innerhalb der mittelalterlichen Umwallung erfolgte laut Beschriftung durch den Stadtschreiber Joh. Gottfried Mannhardt ( „Die Stadtaufnahme mit den 8 Wachen oder Distrikten A. bis H. ist von Herrn Stadtschreiber Joh. Gottfried Mannhardt und die äußeren Anlagen (Feldwache I) von Herrn Stadt-Geometer Joh. Heinrich Schmidt allhier.“, „Gestochen von Joh. Mayr in Regensburg“, „Im Verlage bey dem Buchdrucker Heinrich Augustin daselbst“.). Nach BAUER (1997, S. 886) handelt es sich um den ersten Stadtplan, der sämtliche Straßennamen und die Literanummern für jedes Grundstück aufführt. Es handelt sich um die bislang in der Literatur am häufigsten verwendete Grundrissdarstellung vor den Zerstörungen von 1809256. Bei genauer Prüfung ist jedoch zu erkennen, dass die Parzellen lediglich schematisch dargestellt sind, der Plan also offensichtlich nicht auf einer Vermessung beruht. Eine probeweise versuchte Einpassung in die aktuelle, digitale StGK zeigte sehr große Ungenauigkeiten bezüglich der Lage der Parzellen (teilweise > 50 Meter), die selbst bei "baublockweiser" Entzerrung (vgl. Vorgehen bei der Einpassung des Plans von 1812) keine bessere Passgenauigkeit erbringen. Dieser Plan beruht also zweifelsfrei nicht auf einer Vermessung. Für die Analysen, die in der vorliegenden Arbeit durchgeführt werden sollten, erwies sich dieser Plan somit als ungeeignet.

Anhand von Recherchen in der Bayerischen Landesbibliothek Online (BLO)257 wurde der Verfasser auf zwei Blätter der "Uraufnahme von 1811" aufmerksam. Diese Blätter sind der historisch-geographischen Stadtforschung bislang offensichtlich unbekannt geblieben258.

So bezeichnet BAUER statt dessen den Plan "Regensburg im Jahre 1812" als ersten, "nach katastermäßiger Vermessung" (BAUER 1997, S. 887) angefertigten Plan. Auch GLOßNER (1998, S. 30) ist der Meinung, dass der "älteste vermaßte Plan der Stadt" aus dem Jahr 1812 datiert und den Baubestand von 1809 ausweist. REIDEL (1997, S. 123) erklärt den Plan von 1812 als den ersten, "nach katastermäßiger Vermessung" angefertigten Plan, der "unglaublich exakt" (vgl. dazu die Bewertung dieses Plans von 1812 durch den Verfasser) gearbeitet ist.

Die originalen Blätter der Uraufnahme befinden sich heute im Landesamt für Vermessung und Geoinformation in München und wurden dem Verfasser in digitaler Kopie zur Verfügung gestellt259. Beil. 3 zeigt eine vom Verfasser angefertigte Zusammenschau von Ausschnitten aus beiden Blättern mit einer Legende. Die originalen Blätter besitzen keine Kartenlegende auf dem Kartenblatt. Jedoch liegt eine separate Beschreibung der verwendeten Signaturen vor260. Aufgrund der unterschiedlichen Kolorierung der beiden Blätter wurden in der Legende zu Beil. 3 mit Ausnahme der Signatur für "Kirche" farblich unterschiedliche Signaturen für des linke und das rechte Blatt verwendet. "Abgebrannte Gebäude" sind durch eine entsprechende Signatur gekennzeichnet, so z.B. die Gebäude am ehemaligen "Klaren-Anger". Diese Signatur findet sich auch im Grundsteuerkataster von 1812261 wieder, dort allerdings bereits mit der "neuen" Maximilianstraße und in s/w. Bezüglich Abbildungsart und Blattschnitt der Uraufnahme von 1811 gelten die Angaben von HABERMEYER (1993, S. 216, in Anhang 14) für die bayerische Katasterkarte262, die aktuell als Flurkarte bezeichnet wird. Es handelt sich um ein Soldnerisches Koordinatensystem mit der Helmstange des nördlichen Turms der Frauenkirche in München als Nullpunkt. Bayern wurde nach diesem System in vier Quadranten unterteilt. Die Abbildung innerhalb eines Kartenblattes ist nach HABERMEYER "praktisch" längen- flächen- und winkeltreu. Für die Begrenzung der Blätter 1:5000 galten je 800 Ruten (= 8000 bayerische Fuß = 2334,87 m) Seitenlänge.


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Ein Blatt 1:5000 umfasste also 800 x 800 Ruten = 1600 Tagwerk = 545,1633 ha263. Die Uraufnahme stellt damit den ersten, parzellenscharf vermessenen Plan der Stadt Regensburg dar und erfüllt die für diese Arbeit aufgestellten Voraussetzungen für die digitale Analyse. Sie ist nach Meinung des Verfassers die früheste und bedeutendste Quelle für Untersuchungen zum Regensburger Stadtgrundriss. Das Potential der Uraufnahme aus dem Jahr 1811 für die historisch-geographische Erforschung Regensburgs ist noch gar nicht absehbar und kann in vorliegender Arbeit lediglich beispielhaft aufgezeigt werden.

Das Grundsteuerkataster ("Gr. St. K."; im Folgenden auch mit GrStK 1812 bezeichnet) der Stadt Regensburg aus dem Jahre 1812 stellt eine weitere, für die Auswertung in Betracht kommende Quelle dar. Auf ihm sind sämtliche Grenzen parzellenscharf eingetragen. Dieses Kataster diente als Basis der ersten für diese Arbeit vorgenommenen metrologischen Auswertungen, da dem Verfasser zu diesem Zeitpunkt die Blätter der Uraufnahme noch nicht bekannt waren264. Hinsichtlich Abbildungsart und Blattschnitt gelten die oben zur bayerischen Katasterkarte gemachten Angaben. Die hier vorgelegte Beil. 4 zeigt im Hintergrund das von Verfasser eingepasste Grundsteuerkataster (vgl. unten). Bei der Verwendung des Grundsteuerkatas-ters (in der Literatur auch als "Ortsblatt 1812" bezeichnet) gilt es zu beachten, dass unterschiedliche Drucke (vgl. BAUER 1997, S. 887) existieren265. In vorliegender Arbeit wurde ein Nachdruck des Originals von 1812 aus dem Landesamt für Vermessung und Geoinformation in München verwendet.

Die jüngste hier benutzte Quelle stellt die digitale Stadtgrundkarte (StGK) der Stadt Regensburg dar266. Die digitale StGK liegt in Gauß-Krüger-Koordinaten vor und entspricht dem MERKIS-Standard. Sie wurde von LENZ (1997) ausführlich mit ihren unterschiedlichen Raumbezugseinheiten (RBE) beschrieben. Die digitale StGK weist nach vermessungstechnischem Stand höchste Genauigkeit auf und stellt die amtliche Grundlage der Katastervermessung dar. Sie ist daher die einzige Quelle, die als Referenzmedium für die hier durchzuführenden Analysen geeignet ist.

Die kritische Betrachtung der vorliegenden Quellen ergibt demnach, dass nach den in vorliegender Arbeit definierten Genauigkeitsbedingungen lediglich folgende Quellen für die Aufbereitung zur digitalen Analyse von Regensburg verbleiben: Die Uraufnahme 1811, das GrStK 1812 und die digitale StGK. Sämtliche weiteren, historischen Grundrissdarstellungen (vor 1809/1811) lassen sich für die hier durchzuführenden Analysen aus Genauigkeitsgründen nicht verwenden. Sie können allerdings bei der Darstellung und Diskussion der Befunde herangezogen werden.

Quellen zu Köln - Diskussion und Probleme

Aus der Dokumentation von SCHMIDT (1960) ergibt sich, dass die früheste geeignete Quelle für metrologische Untersuchungen das sog. preußische Urkataster aus dem Jahre 1836 darstellt267. Dieses Kataster ist, ebenso wie die Uraufnahme in Regensburg, durch eine Neuvermessung entstanden. Seither wurden die Kataster der Stadt Köln auf der Grundlage dieses Katasters fortgeschrieben und durch neu eingemessene Festpunkte verdichtet und korrigiert. Eine flächendeckende Neuvermessung erfolgte im Stadtgebiet von Köln seither nicht mehr.

Nach R. SCHMIDT (1960, S. 3) waren zur Zeit der Drucklegung seiner Monographie für ca. 73% der Fläche von NRW die preußischen Kataster noch in amtlichem Gebrauch. Da die Grundlagen der Kataster

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zum Teil lediglich "renovierte" (vgl. zum Folgenden R. SCHMIDT 1960, S. 210) Kataster waren, teilte am 17. Juli 1834 der Generaldirektor des Katasters, der Westfälische Oberpräsident Freiherr v. Vincke den Bezirksregierungen mit: "Schon längst ist die Absicht gewesen, diejenigen Gemeinden, deren Kataster auf renovierte ältere Vermessungen ohne Karten oder mit schlechten Karten basiert worden ist, noch nachträglich parzellar vermessen zu lassen, und es soll nun diese nachträgliche Parzellarvermessung in den Jahren 1835/37 nachgeholt werden"268.

Bezüglich des für die Aufnahme verwendeten Koordinatensystems vermerkt R. SCHMIDT (1960, S. 210) in seinen Ausführungen zur Preußischen Katastertriangulation 1834/39, dass in den Jahren 1834/39 im Reg.Bez. Köln das Stadtgebiet von Köln (1836/38) für Neuvermessungszwecke trianguliert wurde. Den Nullpunkt dieser Messnetze stellte der Kölner Dom dar. Laut LVA NRW (1993, S. 24) stellte 1821 noch der alte Dachreiter des Domes aus dem Jahr 1744 den Nullpunkt dar, dieser Nullpunkt wurde für die Katastertriangulation von 1836 durch den Punkt "Gotisches Chorkreuz des Mittelalters" (LVA NRW 1989, S. 25) ersetzt. Für das Katasterwerk der Neuvermessung 1836/38 existiert ein trigonometrischer und poly-gonometrischer Netzriss mit dem Dreieckspunkt Kölner Dom, Kreuz auf dem Ostchor (vgl. Abb. 8 in LVA NRW 1989, S. 10). Da auf jedem einzelnen Katasterblatt Meßpunkte verzeichnet sind, kann eine exakte Einpassung in das heutige Kataster erfolgen (vgl. unten). Bei den verwendeten Koordinaten handelte es sich um Soldnersche Koordinaten. Die Parzellarvermessung in den westlichen Provinzen der preußischen Monarchie begann nach LGK (1986, S. 403-404) bereits "in napoleon. Zeit, wurde 1815 fortgesetzt und 1843 beendet. 1839 kann das Grundsteuergesetz für die Provinzen Rheinland und Westfalen in Kraft treten." Dies erklärt, dass bei der Berechnung der geographischen Koordinaten des Kölner Doms bereits 1821 in die Einheit "Meter" und des Weiteren die Einheit "Toisen" (LVA NRW 1989, Abb. 6, S. 8) benutzt wurden. "Toise" bezeichnet den französischen Klafter zu ca. 1,95 m (vgl. LANGE-KOWAL, HARTIG 1965, S. 248). Auf einer Grundrisszeichnung der "Gallerie des Dachreiters des Coelner Domes" (LVA NRW 1989, Abb. 13, S. 14) befindet sich eine Maßstabsangabe in "Rhein. Fuss", die absoluten Maße in der Zeichnung sind jedoch in "Toisen" angegeben und es erfolgen auch Angaben in Meter. 9,7785 Toisen entsprechen nach diesen Angaben 19,059 Meter. Daraus berechnet sich 1 Toise zu 1,949071944 m, was also der in der Literatur für diese Maßeinheit genannten (gerundeten) Angabe von 1,95 m entspricht.

Das hier für Probemessungen digitalisierte Blatt des Urkatasters wurde im August 1837 vom Geometer Efferz im Maßstab 1:312,5 aufgenommen (vgl. Beil. 8).

Als weitere in der vorliegenden Arbeit für Köln herangezogene Quelle dienten die (amtliche) Deutsche Grundkarte 1:5000 (DGK 5). Es wurde die aus dem Jahre 2001 digital vorliegende Fassung des Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln verwendet. Anhand dieser Karte sollte geprüft werden, ob sich bei einem Maßstab von 1:5000 bezüglich digitaler metrologischer Analysen noch plausible Ergebnisse erzielen lassen. Zum Abgleich der Ergebnisse wurden Auszüge aus der Automatisierten Liegen-schaftskarte (ALK) der Stadt Köln verwendet. Beide Karten lagen im GK-Koordinatensystem vor.


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3 Das Fallbeispiel Regensburg

3.1 Geographische und stadtgeschichtliche Entwicklung des Untersuchungsgebietes

Die Stadt Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau, der Stadtkern liegt südlich der Donau (vgl. Abb. 1, 8). Der nördliche Domturm besitzt die Koordinaten 49° 01' 14" nördl. Breite und 12° 05' 57" östl. Länge269. Die Höhenlagen im Regensburger Stadtgebiet liegen 326-471 m ü. NN (STADT REGENSBURG 2006, S. 8).


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 8: Das Untersuchungsgebiet in der Stadt Regensburg im Luftbild. Quelle: Stadt Regensburg (2005)


Regensburg zählte am 30.6.2005 150.295 Einwohner270 (STADT REGENSBURG 2006, S. 8) und gilt damit statistisch gesehen als Großstadt. Die Flächenausdehnung der Stadt betrug am 15.4.2005 80,70 km2 (STADT REGENSBURG 2006, S. 8)271. Zusammenfassende Darstellungen aus unterschiedlicher geographischer Perspektive bieten beispielsweise KREUZER 1968, KLASEN 1977, HERMES 1979, MANSKE 1987b272, 1995. BREUER, JÜRGENS 1998 und HARTL, HUBER 1998 bieten eine geographische Synopse der Stadt in ihrem Umland. Die jüngste Publikation zur Stadt Regensburg wurde von SEDLMEIER, VOSSEN (2006) herausgegeben.


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Auf dem Luftbild (Abb. 8) erkennt man die ehemaligen Wall- und Grabenanlagen als Grüngürtel um den Stadtkern. Dieser stellt zugleich die Grenze des Untersuchungsgebietes dar. Dieses Untersuchungsgebiet wird im Norden durch die Donau, im Süden durch den Hauptbahnhof, im Westen durch den Herzogspark und im Osten durch den Villapark ("Ehemalige Königliche Villa"; vgl. Beil. 1) begrenzt.

Eine Messung in der amtlichen Stadtgrundkarte ergibt eine Untersuchungsfläche von ca. 1.077.000 m2 (= ca. 108 ha). Diese Fläche entspricht etwa den Angaben von STOOB (1973), der die "Stadtfläche" mit 109,75 ha angibt273. Nach KRINGS (1984, S. 38), der sich auf PÜSCHEL (1910) beruft, beträgt die Fläche des mittelalterlichen Regensburg ca. 95 ha. Da sich die mittelalterliche Umwallung in der Neuzeit nicht verän-dert hat, sind die Flächenangaben von PÜSCHEL und KRINGS nicht nachvollziehbar.

Zur besseren Orientierung ist auf Beil. 1 eine verkleinerte Kopie des amtlichen Innenstadtplans mit den aktuellen Straßennamen von Regensburg wiedergegeben (STADT REGENSBURG 2004)274.

Die Entwicklung des Regensburger Stadtgrundrisses hängt sehr eng mit der Geschichte der Stadt Regensburg275 zusammen. Man kann diese historischen Entwicklungen den "Stadtgeschichten"276, wie FRITZ (1894, S. 5) sie nennt, entnehmen. Für Regensburg wurden solche "Stadtgeschichten" von WALDERDORFF (1896), BAUER (1962-1997), A. SCHMID (1995) und P. SCHMID (2000) verfasst bzw. herausgegeben. Zum Verständnis der Stadtentwicklung werden im Folgenden daher lediglich die wichtigsten "Eckdaten" mitgeteilt.

Die Anfänge der Stadt Regensburg reichen bis in prähistorische Zeit zurück. In römischer Zeit wurde ein Lager errichtet. Nach KLEBEL hieß das römische Lager nach antiken Quellen Regino. Castra Regina sei erst eine humanistische Rekonstruktion. Die Bezeichnung Regino stammt vom Fluß Regen (nach SCHWARZ 1952), die Bezeichnung Radasbona ist in der Vita des hl. Emmeram vom Freisinger Bischof Arbeo enthalten (Mon. Germ. SS . rer. Merov. IV. 478 Z.19-30; vgl. KLEBEL 1958 , S. 87, der sich teilweise auf SCHWARZ 1952 beruft).

Um 739 wurde Regensburg Bischofsstadt (Bistumsgründung durch den hl. Bonifatius). Um 920 erfolgte die erste Stadterweiterung mit einer Stadtmauer, Regensburg wurde zur mittelalterlichen Groß- und Handelsstadt, die eindrucksvollen Geschlechtertürme277 legen davon noch heute Zeugnis ab. 1245 wurde die Stadt zur "Freien Reichsstadt". Um 1284 erfolgte die zweite Stadterweiterung und der Baubeginn der spätmittelalterlichen Stadtmauer. Ab dem 17. Jh. wird die Stadtentwicklung vermehrt durch Ansichten und Grundrissdarstellungen dokumentiert (vgl. Darstellung des Forschungsstandes). Die Beschießung und Erstürmung der Stadt durch Napoleon 1809 zog im Zuge der Wiederaufbauplanung Veränderungen im Stadtgrundriss nach sich. 1810 kommt Regensburg zu Bayern. Ab 1861 wurde ein erstes Gebiet für eine Stadterweiterung (vgl. BORGMEYER 2003, passim) ausserhalb der mittelalterlichen Umwallung abgesteckt.

Bezüglich der durchzuführenden Analysen und der Darstellung der Ergebnisse ist die räumliche Gliede-rung des Stadtkörpers und die Einteilung bis hin zur einzelnen Parzelle von Bedeutung. Das Unter-suchungsgebiet war ursprünglich in "Wachen", die auch als "Wachten" bzw. "Bezirke" und "Distrike" bezeichnet wurden, eingeteilt. Diese sind z.B. auf dem Grundriss von 1808 sichtbar278.

Eine Hausnummerierung erfolgte erstmals 1794. Deren einziger noch existenter Beleg ist am Haus der heutigen Wahlenstraße 3 in Form der damaligen Hausnummer No. 768 zu finden (vgl. BAUER 1997, S. 17,

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TRAPP 2003, S. 288-289)279. Die Häuser wurden dazu durchgängig nummeriert. Zuvor erfolgte die Lagebeschreibung in topologischer Form (an, bei, neben, zwischen usw.), z.B. "zwischen Wolf Schwöllers und Niclas Hubers Häusern gelegen" (BAUER 1997, S. 16). Am 1.7.1803 wurde im Regierungs- und Intelligenzblatt 1803, Nr. 27 bekannt gemacht, dass Litera (A-H) die bisher üblichen Namen der Wachten (Westnerwacht, Ostnerwacht, usw.) ersetzen sollten. Die Nummerierung der Häuser erfolgte nun mit Literanummer und einer Hausnummer, z.B. C 99. 1902 wurde die straßenweise Nummerierung der Häuser eingeführt (vgl. BORGMEYER S. 202, Fußnote 32). Die Nummer C 99 bezeichnete beispielsweise die heutige Adresse Spiegelgasse 6. Häufig sind alte und neue Bezeichnung noch heute an den Häusern angebracht.

Aktuell wird das Regensburger Stadtgebiet in 18 Stadtbezirke (RSTAT 2004, S. 29-31; ENGL 2006, S. 163), Unterbezirke, Blockgruppen und Baublöcke gegliedert (vgl. die Übersicht von ENGL 2006, S. 162-163). Das Untersuchungsgebiet liegt im Stadtbezirk "01 Innenstadt", der durch den Alleengürtel, also die ehemalige mittelalterliche Stadtbefestigung umgrenzt ist280. Dieser Stadtbezirk 01 ist wiederum in Unterbezirke unterteilt, nämlich 01.1 bis 01.5. Innerhalb des Untersuchungsgebietes liegen die Unterbezirke 01.2 (Westen), 01.3 (Mitte), 01.4 (Osten). Übersichtliche Karten zu den Bezirken, Unterbezirken und zur "Entwicklung des Stadtgebietes von der Antike bis zur Neuzeit" mit genauen Daten zu den Eingemeindungen finden sich auch im Statistischen Jahrbuch der Stadt Regensburg (z.B. RSTAT 2004, S. 32-34).

Die Baublöcke werden in Baublockgruppen unterteilt und dann einzeln nummeriert. So besitzt beispielsweise der Baublock, der von der Holzländestraße, Rehgasse, Weintingergasse umschlossen wird, die Baublocknummer 01.2108 (vgl. Beil. 2). 01 bezeichnet dabei den Stadtbezirk, 2 den Unterbezirk, 1 die Blockgruppe im Unterbezirk und 08 die eigentliche Baublocknummer.

3.2 Karten- und Datengrundlagen und deren Aufbereitung

Die Diskussion der für digitale Analysen geeigneten Quellen ergab im Fall der Stadt Regensburg als "brauchbare" Quellen die Uraufnahme 1811, das GrStK 1812 und die aktuelle, digitale StGK (2003). Um diese Quellen für die digitalen Analysen verwenden zu können, mussten sie zunächst entsprechend aufbereitet werden.

Uraufnahme von 1811

Die Uraufnahme von 1811 (vgl. Beil. 3) lag in digitaler Form als Rasterdatensatz vor. Für die hier durchzuführenden digitalen Analysen wird jedoch ein Vektorformat vorausgesetzt. Deshalb war es notwendig, diese Rasterdaten in Vektordaten umzuwandeln. Da Verfahren zur automatisierten Vektori-sierung von historischen Karten und Katastern mit sehr hoher Genauigkeit noch nicht existieren, hat sich der Verfasser entschlossen, sämtliche Parzellengrenzen manuell zu digitalisieren281. Für die Einpassung der Uraufnahme in die aktuelle StGK wurden aus den beiden vom Landesamt für Vermessung und Geo-information gelieferten Blättern zunächst die entsprechenden Teile des Untersuchungsgebiets, das auf beide Blätter verteilt ist, mittels digitaler Bildverarbeitung "ausgeschnitten". Auf beiden Blättern ist nämlich eine sehr viel größere Fläche dargestellt als das zu bearbeitende Untersuchungsgebiet. Des Weiteren wurde die Farbtiefe von 24-bit auf 8-bit reduziert282. Beide Bearbeitungsschritte wurden durchgeführt, um die

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Verarbeitungsgeschwindigkeit für die Einpassung durch die Reduzierung des von den Rasterdatensätzen belegten Speicherplatzes zu erhöhen. Durch das "Ausschneiden" und die Reduzierung der Farbtiefe traten keine Verluste bei der geometrischen Genauigkeit auf. Die nun vorliegenden Rasterdatensätze wurden unter Anwendung einer affinen Transformation über Passpunkte283 in die aktuelle StGK eingepasst. Insb. im westlichen Stadtgebiet (ehemaliger St. Lazerusfriedhof, Stahlzwingerweg) gestaltete sich das "Auffinden" genauer Passpunkte schwierig.

Erst durch Hinzunahme umfangreicher historischer und kunsthistorischer Literatur wurde eine Orientierung auf der Uraufnahme in diesem Gebiet möglich, und es konnten entsprechende Passpunkte gefunden werden. Z.B. sind Teile der Kapelle, die sich auf dem dort liegenden ehemaligen Friedhof (aktuell Stadtpark) befanden, aktuell noch ohne bauliche Veränderung vorhanden. Ebenso leisteten die im Kartenverzeichnis genannten Luftbilder wertvolle Dienste. Im Gegensatz zum ländlichen Raum lassen sich in städtischen (bebauten) Räumen zwar aus Luftbildern die Parzellengrenzen bzw. deren Größe in der Regel nicht abschätzen (im ländlichen Raum kann eine derartige Abschätzung häufig bereits durch die unterschiedliche Nutzung und Bodenbearbeitung auf den verschiedenen Parzellen erfolgen). Die im Luftbild sichtbaren Gebäude bzw. Reste dieser Gebäude sind jedoch zum Teil bereits in der Uraufnahme eingezeichnet und erlaubten so zumindest das Auffinden von Passpunkten.

Im Gegensatz zum Grundsteuerkataster von 1812 stellte sich die Einpassung der Uraufnahme von 1811 als überraschend "passgenau" heraus (vgl. unten). Dies ist ein Hinweis darauf, dass in der Karte offensichtlich keine Geometriefehler284 vorhanden sind.

Nach erfolgter Einpassung wurden die einzelnen Parzellen(grenzen) als Objekte auf der Basis der bereits in der digitalen StGK 2003 vorhandenen Parzellengrenzen am Bildschirm digitalisiert. Die Digitalisierung am Bildschirm hatte große Vorzüge gegenüber der früher nur am Digitalisiertablett möglichen Digitalisierungen (vgl. SCHMUDE, HOYLER 1992).

Die vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation erhaltenen Nachdrucke der GStK 1812 wurden am Multimediazentrum der Universität Regensburg auf einem hochauflösenden, verzerrungsfreien Scanner gescannt und ebenfalls in die aktuelle StGK eingepasst. Dabei stellte sich heraus, dass die durchschnittliche Abweichung in bestimmten Bereichen bei > 1 Meter lag. Dies könnte an möglichen Geometrie- bzw. Projektionsfehlern285 in der Karte liegen, da der Vergleich von Ausdrucken des Rasterdatensatzes mit dem Nachdruck keine Geometrieveränderungen aufwies und daher Fehler durch das "Scannen" auszuschließen waren. Es könnte jedoch auch daran liegen, dass es sich bei den gescannten Blättern um einen Nachdruck der originalen Blätter handelte, der nach der „Ersterfassung“ verschiedensten Verarbeitungsschritten (Lithographie) unterworfen war. Hier wären weitere geodätische Untersuchungen notwendig. Zudem kann auch der Maßstab eine Rolle spielen. Er ist auf dem Blatt mit 1:2500 ("F" = Fuß) angegeben. Dieser Maßstab ist in 10 Einheiten unterteilt. Die erste Einheit ist wiederum in 100 Einheiten unterteilt. Nachmessen ergibt für die 10 verzeichneten Einheiten ca. 11,6 mm auf dem Kartenblatt. Bei einem Maßstab von 1:2500 entspricht damit eine Einheit auf dem Kartenblatt 2500 x 11,6 mm = 29000 mm. Dieser Wert entspricht etwa 1000 bay. Fuß, der exakte Wert würde 29190 mm betragen. Als "Probe" wurde die Breite der Maximilianstraße im Kartenblatt mit ca. 6 mm gemessen. Dies entspricht einer Breite von gerundeten 15 m (6 x 2,516 m = 15,096 m ), also ca. 52 Fuß.

Angesichts des Maßstabs von 1:2500 (1 mm in der Karte entspricht 2,5 m in der Realität; vgl. Tab. 1) sind die Meßwerte noch plausibel und die (Genauigkeits)Schwierigkeiten bei der Einpassung könnten dadurch ebenfalls erklärt werden. Um die mögliche Genauigkeit der Einpassung weiter zu testen, wurden die beiden Kartenblätter weiter zerlegt, um eine kleinräumigere Einpassung vorzunehmen. Dies geschah in der Hoffnung, die Abweichungen gegenüber dem Referenzmedium StGK weiter verringern zu können. Insgesamt wurden beide Blätter in sehr aufwändiger Arbeit mit digitaler Bildverarbeitung in 24 Teilflächen zerlegt. Diese wurden dann jeweils einzeln eingepasst. Das Ergebnis ist in einer Zusammenschau in Beil. 4 dargestellt. Leider wiesen die nun erhaltenen Einzelbilder in vielen Bereichen wiederum Ungenauigkeiten > 50 cm auf. Es zeigte sich in diesem Arbeitsschritt, dass die Ungenauigkeiten innerhalb einzelner Bau-blöcke sehr gering sind, aber im "Straßenraum" größer werden; eine ähnliche Beobachtung konnte bei der Einpassung des ("originalen") Kölner Urkatasters gemacht werden. Aufgrund dieser Beobachtung wäre als

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Fehlerquelle der Nachdruck eher auszuschließen, da dann die Fehler "gleichmäßig" über das Blatt verteilt auftreten müssten. Wollte man mit diesem Kataster weiterführende Analysen durchführen, wäre es nunmehr nötig, jeden Baublock einzeln einzupassen, um eine Genauigkeit bei den anzufertigenden Digitalisaten (Vektordaten) zu erzielen, die den hier durchzuführenden Analysen genügen würde. Da in dieser Arbeit zunächst die Erprobung der Methode im Vordergrund stand, hat der Verfasser sich entschlossen, die hier anstehende, sicherlich nochmals recht aufwändige Zerlegung, Einpassung und Digitalisierung des GrStK 1812 im Rahmen dieser Arbeit nicht mehr durchzuführen Dennoch könnte die Durchführung zu einem späteren Zeitpunkt wegen der Veränderungen im Stadtgrundriss nach 1809 insb. in den Bereichen der Maximilianstraße und der Von-der-Tann-Straße und der dort zu erwartenden Ergebnisse lohnenswert sein. Es steht jedoch zu vermuten, dass die erzielten Ergebnisse, was die Genauigkeit der Einpassung dieses Katasters im Maßstab 1:2500 betrifft, mit der erzielten Genauigkeit von +/- 50 cm bereits erschöpft sind.

Digitale Stadtgrundkarte

Die Daten der digitalen StGK (Stand: 4.6.2003) enthalten neben der für die Analysen notwendigen Ebene "Flurgrenzen" eine Vielzahl weiterer Ebenen und Informationen, ebenso Daten, die ausserhalb des Untersuchungsgebietes lagen. Deshalb wurden alle für die Analyse benötigten Objekte der Ebene "Flurgrenzen" aus dem Gesamtdatenbestand herausgefiltert und als separate Objekte abgespeichert. Sie sind als blaue Linien auf Beil. 4 sichtbar. Die Parzellengrenzen, die der Ebene "Flurgrenzen" entsprechen, wurden also in keiner Weise bezüglich ihrer Geometrie verändert oder konvertiert. Sie entsprechen daher in der Lagegenauigkeit der Koordinaten den amtlichen Daten. Den "neuen" Objekten Parzellengrenzen wurde ein "timestamp" (Attribut Zeit) mit dem Datum 4.6.2003 zugewiesen.

Aktuelle Baublöcke

Um die Befunde in übersichtlicher Form darstellen zu können, war die Auswahl einer Raumbezugseinheit nötig. Es bot sich an, Baublöcke zu wählen, da diese eine aktuelle Grundlage in der Stadt(entwicklungs)-planung darstellen (vgl. ENGL 2006).

Die Baublöcke lagen als digitale Vektorobjekte vor. Sie wurden lediglich in der Weise aufbereitet, dass jedem Objekt ein eigenes Attribut mit einer fortlaufenden Nummer zugewiesen wurde. Diese "interne" Baublock-nummer wurde notwendig, um eindeutige Objekte für die digitale Analyse und spätere Zuordnung der Ergebnisse zu generieren. Die amtliche Nummerierung der Baublöcke nach dem Schema Bezirk, Unterbezirk, Blockgruppe, Baublocknummer (z.B. 01.3.326 bei St. Emmeram) bezieht sich nämlich nicht in allen Fällen auf ein einziges Vektorobjekt, sondern kann sich auf mehrere Flächen beziehen, die beispiels-weise durch eine Straßenfläche getrennt werden. Auf Beil. 2 wird der amtliche Baublock mit der Nummer 01.3.326 aktuell durch die Helenenstraße bzw. die Waffnergasse getrennt. Es wurden deshalb für diesen Baublock die Nummern 36 und 47 vergeben (vgl. Tabelle A.5 im Anhang). Um auch mit den amtlichen Baublocknummern Berechnungen anstellen zu können, wurden diese nicht als "String", also als alphanumerischer Wert gespeichert, sondern als Zahlenwert in der Abfolge Bezirk, Unterbezirk, Block-gruppe, Baublocknummer, z.B. 13326 für den eben genannten Baublock. Die führende "0" bei der Bezeich-nung des Bezirks entfällt bei dieser Darstellung (vgl. Tabelle A.5 im Anhang).

3.3 Rechnergestützte, metrologische Analyse

Nachdem sämtliche Daten in aufbereiteter Form vorlagen, konnten die digitalen metrologischen Analysen und die digitalen Persistenzanalysen mit der Software FORTVNA durchgeführt werden. Selbstverständlich traten in der Entwicklungs- und Programmierphase der nun vorliegenden Funktionen häufig Fehler auf, die meist durch Divisionsfehler verursacht waren. In diesen Fällen musste nach erfolgreicher Fehlersuche eine

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entsprechende Fallunterscheidung programmiert werden, um z.B. die Division durch Nullwerte zu vermeiden. Die Fehlersuche gestaltete sich nicht immer einfach, da sowohl Fehler im Berechnungs-algorithmus vorliegen konnten, als auch Fehler in den analysierten Daten.

Bezüglich der digitalen metrologischen Analysen wurden Einzelmessungen (vgl. Abb. 4) und automatisierte Mehrfachmessung (vgl. Abb. 5 und Kap. 2.4.2.) in sämtlichen Datenbeständen durchgeführt. Des Weiteren wurde der Persistenzindex auf Basis der Baublöcke für den Zeitraum 1811-2003 berechnet (vgl. Kap. 2.4.3.). Ebenso wurden Berechnungen zur Orientierung der Parzellengrenzen (OX) und zur Anzahl und Länge dieser Grenzen (AGF, LGF) durchgeführt (vgl. Kap. 2.4.3.).

Es wurden sämtliche, in der Uraufnahme von 1811 verzeichnete Parzellengrenzen und sämtliche, in der Stadtgrundkarte mit Stand 2003 verzeichneten Parzellengrenzen analysiert. Methodisch gesehen entspricht dieses Vorgehen einer "Totalerhebung" für die Jahre 1809/11 und 2003, bezogen auf einen identischen Raumausschnitt. Auf derartige "Totalerhebungen" wird aus Zeit- und Kostengründen häufig verzichtet (vgl. HANTSCHEL, THARUN 1980, S. 193). Sie wäre ohne EDV-Einsatz in der hier vorgeschriebenen Genauigkeit völlig undenkbar286.

3.4 Befunde und Ergebnisse Regensburg

3.4.1 Einpassung der Uraufnahme 1811 und des GStK 1812

Bereits durch die Aufbereitung der Quellen wurden erste Ergebnisse sichtbar. So konnte die zu Beginn der vorliegenden Arbeit aufgestellte Vermutung (Hypothese), dass durch die Anwendung digitaler Methoden womöglich einen Zugewinn an Genauigkeit erzielt werden könne, durch die Ergebnisse der digital vor-genommenen Einpassung der Uraufnahme 1811 in die aktuelle StGK bereits verifiziert werden.

Dieser Zugewinn an Genauigkeit soll im Bereich der Maximilianstraße am Beispiel der Zuordnung von Parzellen(grenzen) aus der Uraufnahme 1811 und der aktuellen StGK gezeigt werden. Auf Beil. 5 ist das Untersuchungsgebiet auf der Uraufnahme 1811, überlagert von der aktuellen StGK und den aktuellen Baublöcke zu sehen, auf Abb. 9 ist ein Detail aus der Uraufnahme 1811, überlagert von der aktuellen StGK (blaue Linien) im Bereich der Maximilianstraße zu sehen.

Der Bereich um die heutige Maximilianstraße wurde gewählt, weil dort wesentliche Veränderungen im Stadtgrundriss erfolgt sind und dieses Gebiet in der Literatur immer wieder als Beispiel für die Verände-rungen im Stadtgrundriss herangezogen wurde (vgl. STOOB 1973, PAULUS 1984, BORGMEYER 2000, TRAPP 2003, insb. S. 322, H. SCHMID 2004, S. 301)287.

So ist in der von DALLMEIER publizierten "Karte a Übersicht Haus-, Litera- und Flurnummern" (Beilage zu DALLMEIER 2000, Maßstab 1:2500) der aktuellen Hausnummer Maximilianstraße 27 das Literal G 138 zugeordnet. In der alten Einteilung der Wachten lag die hier betrachtete Fläche in der Pauluserwacht, Lit. G.


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Abb. 9: Parzellenkonkordanz 1811-2003 am Beispiel Maximilianstraße


Betrachten wir indes Abb. 9, ist zu erkennen, dass sich auch die Literale G 142 und G 143 auf der Fläche der aktuellen Hausnummer 27 befinden. Der Hausnummer Maximilianstraße 25 ordnet DALLMEIER das Literal G 131 zu, auf Abb. 9 ist nunmehr zu erkennen, dass Literal G 130 auf der Fläche der aktuellen Hausnummer 25 liegt. Literal G 131 liegt dagegen auf der Fläche der Hausnummer Maximilianstraße 23288, ebenso wie Literal G 129. G 131 reicht lediglich marginal in die Fläche der aktuellen Hausnummer 25 hinein. In den Karten zur Baualterskartierung von PAULUS (1984; Baualtersplan zur Stadtsanierung, Bd. V mit Karten 1:1000) ist bezüglich der eben genannten Litera-Nummern dieselbe, wie sich erwiesen hat, teilweise irrtümliche Zuordnung wie in DALLMEIER (2000) vorgenommen.

Dieses Beispiel belegt, dass die Zuordnung von alten "Litera-Nummern" zu heutigen Haus- und Flurnummern mit digitalen Methoden genauer erfolgen kann als dies bislang möglich war.

Auf die Bedeutung der möglichst genauen Zuordnung weist DALLMEIER (2000, S. 11) selbst hin: "Dies beginnt schon bei der korrekten Lokalisierung nach heutigen Haus- und Flurnummern sowie alten Litera-Nummern, denn mittlerweile sind entsprechende Fehler in den jeweiligen Ortsakten wie in der Literatur an der Tagesordnung".

Da die Parzellenzuordnung in der Forschung bislang offensichtlich auf der Grundlage des GStK 1812 vorgenommen wurde, können die Ungenauigkeiten in der Zuordnung der Hausnummern auch durch die Verwendung dieses Katasters bedingt sein. Das Beispiel Maximilianstraße zeigt zudem, dass trotz der sehr intensiven Bearbeitung dieses Bereiches der Stadt in der Forschung über diese hinaus neue Erkenntnisse erzielt werden können. Weitere Beispiele des Zugewinns an Erkenntnissen durch die Einpassung der Uraufnahme 1811 werden in den Abb. 10-16 gezeigt.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 10: Ehemalige Kapelle St. Georg am Wiedfang 1811. Quelle: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811)


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Abb. 11: Turmbau der Porta Praetoria 1811. Quelle: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811)


Abb. 10 zeigt die aktuelle Adresse Goldene-Bären-Straße 7, auf der Uraufnahme 1811 mit Hausnummer F 56 ("56.") bezeichnet. Deutlich ist zwischen dem Haus Nummer "56." und "55." die Apsis der ehemaligen Kapelle St. Georg am Wiedfang zu erkennen und damit deren genaue Lage. BAUER bemerkt dazu, dass die genaue Lage nicht mehr bekannt war, und die Kapelle 1905 beim Abbruch eines Nachbarhauses "wieder entdeckt wurde" (BAUER 1997, S. 209; vgl. zur Wiederentdeckung der bis dahin "unbekannten Lage" auch H. SCHMID 2004, S. 209-210 ). Auf dem GrStK und dem BAUER beigelegten "Plan von 1812" ist die ehe-malige Kapelle ebenfalls unter der Hausnummer 56 zu erkennen.

Unter der Adresse "Unter den Schwibbögen" ist im Detail der Uraufnahme von 1811 (Hausnummer: "F 117.") auf Abb. 11 ein Halbkreis zu erkennen, die auf den Turmbau der Porta Prätoria289 des römischen

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Lagers hinweist. Auch im GrStK von 1812 ist dieser Halbkreis zu sehen. DREWELLO hingegen verweist auf einen "Katasterplan der Stadt Regensburg von 1808" und "von 1812" (DREWELLO 2004, S. 13)290. In diesen beiden Plänen ist kein Halbkreis zu sehen, die auf einen Turmbau schließen lässt, wie die Autorin zutreffend feststellt. An diesem Beispiel wird die bereits mehrfach angesprochene Problematik von unterschiedlichen Fortschreibungszuständen von Karten und Katastern deutlich. Vom "Kataster 1812" existieren nämlich unterschiedliche Versionen bzw. Fortschreibungszustände291 und DREWELLO hat offensichtlich zwei Katasterpläne benutzt, auf denen der Halbkreis nicht eingezeichnet ist.

Betrachten wir den auf Abb. 12 dargestellten Ausschnitt der Uraufnahme 1811, so erkennen wir nördlich der Kirche des ehemaligen Klosters St. Klara ebenfalls einen Halbkreis (siehe Pfeil).


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 12: Ehemaliges Kloster St. Klara 1811, Turmbau? Quelle: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811)


Dieser entspricht bezüglich der Signatur der Darstellung der Porta Praetoria. Es könnte sich also hier um Überreste des römischen Osttors (Porta Principalis Dextra) handeln, in dessen Fundamenten die bekannte Gründungsinschrift aus dem Jahre 179 n. Chr. gefunden wurde. Eine endgültige Deutung bedarf weiterer interdisziplinärer Nachforschungen.

Die Signaturen auf der Uraufnahme geben auch Hinweise auf längst verschwundene bzw. vergessene Friedhöfe. So sind z.B. nordöstlich der Apsis von St. Emmeram auf dem Ausschnitt der Uraufnahme auf Abb. 13 Kreuzsignaturen zu erkennen (siehe Pfeile), die den dort befindlichen Friedhof kennzeichnen292. Diese Signatur taucht an vielen weiteren Stellen in der Uraufnahme auf und ist in der Regel im GStK 1812 nicht mehr vorhanden.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 13: Ehemaliger Friedhof bei St. Emmeram 1811. Quelle: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811)


Die Abb. 14 und 15 zeigen, dass sich die Lage der ehemaligen Befestigungsanlagen vor dem Stadttor als persistente Struktur bis in die aktuelle StGK durchzeichnet.


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 14: Vor dem Ostentor 1811-2003. Quellen: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811), Stadt Regensburg (StGK 2003)


Auf Abb. 14 ist auf dem Detail der Uraufnahme 1811 vor dem Ostentor in Form eines annähernden Dreiecks (grünliche Schraffung) die Lage der ehemaligen Bastion noch erkennbar (siehe Pfeil; vgl. auch Abb. 16). In der aktuellen Stadtgrundkarte (blaue Linien auf Abb. 14) zeichnet der Verlauf der Villastraße die Begrenzung der ehemaligen Bastion bis zum heutigen Tag nach. Geht man die ehemalige Stadtmauer ein

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Stück weiter in östl. Richtung, wird dasselbe Phänomen wieder erkennbar. Südlich der Ostenallee zeichnet sich am Städtischen Hallenbad die Begrenzung der ehemaligen, dort befindlichen Bastion ab (vgl. Abb. 16). Auf der Uraufnahme 1811 trägt diese annähernd dreieckige Fläche die Bezeichnung "Studenten Wiesel" (vgl. Abb. 15), in der StGK richtet sich die Orientierung der Parzellengrenzen (blaue Linien auf Abb. 15) immer noch nach der Struktur der ehemaligen Bastion.


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 15: Ostenallee 1811-2003. Quellen: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811), Stadt Regensburg (StGK 2003)


Abb. 16 zeigt einen Ausdruck des bei der STADT REGENSBURG digital vorliegenden Planes "Regensburg um 1700" (vgl. LENZ 1997 insb. Abb. 3, S. 50 und S. 52-53; LENZ 1998, S. 35 insb. Abb. 2). Bei diesem Plan handelt es sich um die photogrammetrische Auswertung eines Holzmodells aus dem Historischen Museum von Regensburg. Dieses Holzmodell mit den Originalmaßen 5,5 x 3,8 m wurde aus einer Höhe von ca. 1,8 m mit einem Bildmaßstab von ca. 1:20 mit 60% Längs- und 35% Querüberdeckung aufgenommen. Aufgrund einer mittleren Restklaffung von 0,68 m in der Lage (LENZ 1997, S. 53) konnten die Daten wegen der hier aufgestellten Genauigkeitsbedingungen nicht für die speziellen Analysen, die in vorliegender Arbeit durchgeführt werden, verwendet werden.

Die auf Abb. 16 sichtbaren Befestigungsanlagen (vgl. oben und Pfeile in Abb. 16), die sich als persistente Strukturen in der aktuellen StGK erhalten haben, sind auch auf dem Kupferstich von Matthäus Merian aus dem Jahr 1644 deutlich zu erkennen (vgl. Abdruck dieses Kupferstiches etwa bei BAUER 1997, S. 897).

Abb. 17 zeigt einen Ausschnitt aus der Uraufnahme westlich des ehemaligen "Klaren Anger". Deutlich zeichnen die Parzellengrenzen in diesem Bereich den Verlauf der damals obertägig nicht sichtbaren Römermauer nach (vgl. Pfeile). Vergleicht man in der Beil. 4 die Fluchtlinien der Römermauer und der Maximilianstraße, erkennt man, dass die Maximilianstraße und die östlich angrenzenden Baublöcke (Dr.-Wunderle-Straße) die Bauflucht der Römermauer ebenfalls wieder aufnehmen, jedoch parallel verschoben.

Rein "visuell" lässt sich des Weiteren feststellen, dass die aktuellen Parzellengrenzen z.B. am Kohlenmarkt die nord-westliche Ecke (Rundung) der ehemaligen römischen Befestigung nachzeichnen (vgl. Beil. 3, 5). Der Aussage von KREUZER (1969, S. 227), dass die Spuren des Römerlagers in dieser Ecke "völlig ausgelöscht" sind, kann zumindest bezüglich der (Wieder)Aufnahme der Orientierung von Parzellengrenzen an dieser Stelle widersprochen werden. Auch an der Einmündung der Straße "An der Hülling" gibt uns die Uraufnahme einen Hinweis auf den Verlauf der ehemaligen römischen Mauer: dort vollzieht der St.-Peters-Weg nämlich einen Knick in nord-westliche Richtung.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 16: Digitaler Plan "Holzmodell. Regensburg um 1700", geändert. Der Plan ist genordet. Quelle: Stadt Regensburg.



SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 17: Am Klarenanger 1811. Quelle: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811)



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Im Zuge der Bearbeitung und Einpassung der Karten und Kataster wurden vielfach Veränderungen in der Bezeichnung der Straßen festgestellt (vgl. Uraufnahme 1811, Beil. 3 und "amtlicher Innenstadtplan" 2005, Beil. 1)293. So hieß der Ägidienplatz 1811 "Egidii oder St. Gilgen Platz" und 1812 "Aegidii oder St. Gilgen Platz". Am Wiedfang trug 1811 die Bezeichnung "Die Windfang am Elephanten" und "An der Salzohm oder Windfang" und 1812 "Die Windfang am schwarzen Elephanten". Auf dem Kataster von 1811 ist noch der "Klaren-Anger" verzeichnet, an ihn schliesst in nördlicher Richtung der Minoritenplatz (aktuell Dachauplatz) an.

Ebenso sind auf der Uraufnahme noch folgende Namen von Straßen und Plätzen verzeichnet, z.B. "Steib-platz", "Winterling gas", "Wiener oder Wehrmut Straße". Alle diese Straßennamen gibt es im Ortsblatt von 1812 schon nicht mehr, sie sind im Zuge der Anlage der Maximilianstraße verschwunden. Hier kann die in die aktuelle digitale StGK eingepasste Uraufnahme von 1811 wertvolle Dienste bei der Zuordnung von ehe-maligen Hausadressen leisten (vgl. obiges Beispiel zur Parzellenkonkordanz).

Als weiteres Beispiel für die Veränderbarkeit von Straßennamen kann die aktuelle Hallergasse dienen. Auf dem Blatt der Uraufnahme (1811) ist die Gasse noch in zwei Abschnitte geteilt, nämlich in den Abschnitt "Haller Gaße" und in den Abschnitt "Am Gaegelhof". Auf dem GStK 1812 lautet die Beschriftung "Haller-Gaße" und "Am Gägelhof". In dem bei BAUER (1997) beigelegten Plan mit der Bezeichnung "Regensburg im Jahre 1812" lautet die Beschriftung "Haller Gasse" und "am Gogelhof". Man beachte die Änderung von Gaegelhof nach Gogelhof und die Kleinschreibung von "Am". BAUER (1997, S. 356) vermerkt, dass die heutige Hallerstraße bis 1808 "Hallergasse am Goglhof" hieß. Das ist in der von BAUER dargestellten Form nicht korrekt.

Der bei BAUER (1997, S. 162) erwähnte und im GStK 1812 als "Enten-Gang" bezeichnete Weg wurde in der Uraufnahme 1811 noch als "Enten Weg" bezeichnet. Die heutige Waffnergasse wird auf der Urauf-nahme 1811 noch mit "Breite Strasse , hinter St. Emmeram" und erst ab der dem aktuellen "Eck zum Vaulschink" mit "Waffner Strasse" bezeichnet. Im GrStK von 1812 wird die Bezeichnung "Breite Straße Hinter St. Emmeran" verwendet, die "Waffner-Straße" beginnt ebenfalls erst ab dem "Eck zum Vaulschink". Auf dem BAUER (1997) beigelegten "Plan von 1812" wird die Bezeichnung "Hinter St. Emmeran" verwendet, die Bezeichnung "Breite Straße" ist dort verschwunden. Die Waffner-Straße wird dort mit "Waffner-Gasse" bezeichnet und beginnt ebenfalls erst am "Eck zum Vaulschink".

Die heutige Wahlenstraße in Regensburg wird in der Uraufnahme von 1811 noch mit "Waller straße" bezeichnet. Nach MECKSEPER (1982, S. 59) soll die "Walengasse" in Köln einen Hinweis auf "Wallonen" liefern.

Neben der Veränderung der Straßenbezeichnungen lassen sich in der Uraufnahme auch markante Straßengabelungen vor den Stadttoren beobachten, beispielsweise vor dem heutigen Jakobstor (Dr. Joh.-Maier-Straße, Prüfeninger Straße294, Dechbettenerstraße, Hoppestraße). Dieser Befund in Regensburg stimmt mit Befunden in anderen Städten295 überein. SABELBERG zeigt, dass in der ehemaligen römischen Stadt in Florenz die Stadttore durch das "strahlenförmige Auseinanderlaufen" von Straßen vor dem Stadttor oder durch "Knicke im Straßenverlauf" (SABELBERG 1984, S. 43) im aktuellen Stadtgrundriss erkennbar sind. HÄUBER und SCHÜTZ können dieses Phänomen in der Stadt Rom nachweisen (HÄUBER, SCHÜTZ 2004, S. 94-95). Bezüglich der bekannten bzw. angenommenen römischen Stadttore in Regensburg sind solche Straßengabelungen nicht mehr erkennbar, wohl aber der "Knick" am Peterstor und am ehemaligen St. Emmeramer Tor296. Auf einer Darstellung der Stadt von KRAUß297 befindet sich vor dem Emmeramer Tor im Vergleich zum Jakobs- und Ostentor die damals größte Straßengabelung. Dies belegt, dass dieses Tor in früherer Zeit von großer Bedeutung war, diese Bedeutung ging jedoch offensichtlich verloren. So wird das Tor in der aktuellen Literatur oftmals nur noch als Nebentor bezeichnet. Das hier festgestellte geographische Muster ist der stadtgeographischen Forschung seit langer

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Zeit bekannt, bereits SCHLÜTER wies darauf hin, dass es ein Bestreben befestigter Orte sei, möglichst wenige Zugänge zu haben. Deshalb würden mehrere Straßen vor den Stadttoren zusammenlaufen und dann das Stadttor "durchschreiten" (SCHLÜTER 1899, S. 459). Auch MARTINY geht auf das Phänomen der strahlig auf die Tore zulaufenden Wege innerhalb und ausserhalb von Stadtmauern ein. Er ist der Meinung, dass "strahlig" zu den Toren laufende Gassen erst nach dem Mauer- bzw. Torbau entstanden sein können, ebenso wie ringförmige Straßen oder solche, die sich an die Richtung der Mauern anlehnen (MARTINY 1928, S. 35).

Die von WAGNER (1931) für Ilmenau konstatierten Wachstumsspitzen in der Nähe der Stadttore und die dadurch bedingte Lage der wichtigsten Verkehrsadern lassen sich auch für das in der Uraufnahme von 1811 dargestellte Regensburg feststellen (vgl. Beil. 3), nämlich Ostengasse (Ostentor), Fröhliche-Türken-Straße (Peterstor), ehemalige Breite Straße (aktuell Waffnergasse, Emmeramer Tor), Jakobstraße (Jakobstor) und Lederergasse, Gerbergasse (ehem. Prebrunntor). Hingegen befinden sich abseits der großen Straßen zur Zeit der Uraufnahme häufig noch große Gartenanlagen, z.B. die Krauterergärten zwischen der Ostengasse und der südlichen Stadtmauer. Wie auf den Beil. 3, 4 und 5 sichtbar, ist das Gebiet außerhalb der Stadtmauer noch völlig unbebaut. Bei einem Vergleich der Uraufnahme 1811, des GStK 1812 und der digitalen StGK 2003 (vgl. Beil. 4, 5) läßt sich feststellen, dass seither viele Parzellen im Bereich der ehemaligen Befestigungs-anlagen, z.B. in der Von-der-Tann-Straße und am Wiesmeierweg, aber auch ausserhalb der Stadtmauer, z.B. im Bereich der Landshuter- und Luitpoldstraße neu angelegt wurden. Sie treten gerade deshalb so deutlich hervor, weil sie 1811 noch nicht bebaut waren. Im Bereich der aktuellen Von-der-Tann-Straße, die 1811 noch mit "Krauter Weg" bezeichnet wurde, hat sich das Kirschgäßlein (1811 "Kirschgaße") erhalten, die damals allerdings nur etwa 1/3 der heutigen Breite ausmachte. Zu erkennen sind jedoch auch Flächen ausserhalb der Stadtmauer, die 1811 offensichtlich parzelliert waren, aktuell jedoch keine Parzellarstruktur mehr aufweisen, so z.B. die Fläche des aktuellen Dörnbergparks (vgl. Beil. 5).

Auf der Uraufnahme 1811 sind die Straßen ausserhalb der Umwallung häufig mit den Orten und der Richtung bezeichnet, von denen sie herkommen bzw. wo sie hinführen und zwar in der Art "von" Orts-bezeichnung "nach". So ist die heutige Prüfeninger Str. mit "von Prüfening nach" bezeichnet (vgl. Beil. 3, das "von" würde in westl. Richtung anschließen und ist auf dem Ausschnitt leider nicht mehr zu sehen). "Nähert" man sich der Straßenbezeichnung beispielsweise vom Jakobstor aus, liest sie sich als "nach Prüfening", nähert man sich ihr von Westen kommend, liest sie sich "von Prüfening".

Auffällig ist auch die Bezeichnung der heutigen Hoppestraße auf der Uraufnahme mit "nach Königswiesen und Ziegetsdorf der Hafner Steig" (vgl. Beil. 3). Verlängert man die Hoppestraße über die heutigen Bahnanlagen hinaus, trifft man im Stadtteil Kumpfmühl auf den aktuell so bezeichneten "Hafnersteig". Hier läßt sich eine bislang nicht beachtete Persistenz der Straßenbezeichnung aus der Uraufnahme feststellen, die aktuell wegen der Zerschneidung der ehemalig durchgängigen Straße durch die Bahnanlagen auf den ersten Blick nicht mehr sichtbar ist. Im GStK 1812 wird die Straße mit "Hattner-Steig" (sic !) bezeichnet.

Deutlich ist die aktuelle Verbreiterung der Speichergasse östlich der Alten Kapelle im Gegensatz zur Uraufnahme 1811 zu erkennen, wohingegen sich Breite und Verlauf der Drei-Kronen-Gasse kaum verändert haben. Die ehemalige Kirche St. Paul298 nördlich des St.-Peters-Weg und westlich der Fröhliche-Türken-Str. ist in der Uraufnahme 1811 noch als abgebranntes Gebäude eingezeichnet (vgl. Beil. 3, 5), im GStK 1812 ist sie bereits verschwunden (vgl. Beil. 4).

Durch die Einpassung der Uraufnahme 1811 in die aktuelle StGK wird häufig auch die Zusammenlegung und die Teilung von Parzellen dokumentiert. Neben diesen exemplarischen "Einzelbeispielen" werden durch die Einpassung der Uraufnahme von 1811 in die digitale StGK auch weitere Veränderungen im Stadt-grundriss innerhalb und ausserhalb der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauern sichtbar (vgl. Beil. 5, 3, 1). Z.B. die Veränderungen am Donaumarkt, am Altdorferplatz und Domplatz, Am Neupfarrplatz, Am Guten-bergplatz (der in der Uraufnahme noch bebaut war), Am Arnulfsplatz und Bismarckplatz, im Bereich von Hl. Kreuz und Herz Jesu.

Die hier vom Verfasser begonnene Reihe der Beispiele mit Ergebnissen der "visuellen Auswertung" der Einpassung der Uraufnahme 1811 in die aktuelle StGK ließe sich sicherlich mit Gewinn - nicht nur aus geographischer Sicht - weiterführen, kann jedoch in dieser Arbeit nicht weiter verfolgt werden. An dieser Stelle sollten lediglich einige sofort "ins Auge fallende" Beispiele gezeigt werden.


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3.4.2 Metrologische Analysen (Regensburg)

Die Ergebnisse von Befunden der automatisierten metrologischen Analyse für das komplette Unter-suchungsgebiet und für angrenzende Parzellen sind auf Abb. 18 farblich differenziert dargestellt, wobei jedem metrischen System ein eigener Farbwert zugeordnet wurde.


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 18: Befunde der metrologischen Analyse in der digitalen StGK. Die Farben geben (mutmaßlich) dokumentierte historische Maße und deren Vielfache wieder (schwarz = römisch; rot = karolingisch; grün = reichsstädtisch). Quelle: Stadt Regensburg (StGK 2003)


Es zeigt sich eine (mutmaßlich) zufällige räumliche Streuung von unterschiedlichen historischen Maßen und deren Vielfachen über das gesamte Untersuchungsgebiet. Dieser Befund kann auf verschiedene Weise interpretiert werden. So könnten die Befunde verschiedene zeitliche (Entstehungs)Schichten repräsentieren. Es wäre jedoch ebenfalls vorstellbar, dass in einer zeitlichen Phase gleichzeitig verschiedene Maße angewandt wurden. Ebenso könnte es sich um historisch gewachsene Strukturen handeln. Des Weiteren wäre aus dem Kontext des Befundes zu klären, in welchen Fällen die Meßwerte für ein historisches Maß mit Vielfachen anderer Maße übereinstimmen (vgl. Tab. A.3 Vielfache von Maßen) und welches Maß nun diesem speziellen Befund zuzuordnen ist. Zur eindeutigen Klärung aller Befunde müsste in mühsamer Kleinarbeit eine Auswertung jedes einzelnen Befundes auf seine Plausibilität hin erfolgen. Die nachfolgende Darstellung von einzelnen Befunden kann hier lediglich exemplarisch den Anfang machen. Es wurden, ebenso wie oben bei der Auswertung der Ergebnisse der Einpassung der Uraufnahme, zunächst die auffälligsten Befunde für die folgende Darstellung und Interpretation von einzelnen Objekten ausgewählt.

Die Abb. 18 konnte dazu als "Datierungshinweis" für Einzelobjekte wertvolle Hilfestellung leisten. Weiterhin wäre im Einzelnen für jede dieser Maßeinheiten zu klären, in welchem Zeitraum sie nach Aussage historischer Quellen Verwendung gefunden haben. Die flächenhaft vollständige Auswertung würde sicherlich eine umfängliche eigenständige Arbeit darstellen.


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A) Absolute Maße und deren Vielfache

a, römische Maße (mutmaßlich)


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 19: Befunde mutmaßlicher römischer Maße in der digitalen StGK 2003. Quellen: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811), Stadt Regensburg (StGK 2003)


Abb. 19 zeigt oben links einen Ausschnitt aus der Uraufnahme von 1811 im Bereich der "Waffner Strasse" (aktuell: Waffnergasse) und dem "Ek, im faulen Schinken" (aktuell: Eck zum Vaulschink). Die dort verzeichnete Parzelle mit der Nummer "164" ist im Zuge der digitalen metrologischen Analysen aufgefallen. Und zwar durch Werte bei der Berechnung römischer Maße, insb. bei der Berechnung der Seitenlänge eines "actus quadratus". Auf Abb. 19 rechts sind diese Werte in den vektorisierten Daten der Uraufnahme dar-gestellt. In waagrechter Richtung weist diese Parzelle eine Abmessung von 21,38 m auf, in senkrechter Rich-tung eine Abmessung von 10,97 m. In der aktuellen StGK (Abb. 19, links unten) wurde diese Parzelle um eine kleine Fläche in der aktuell als "Roter-Lilien-Winkel" bezeichneten Sackgasse erweitert. Die in der Uraufnahme dokumentierte waagrechte Abmessung von 21,38 m kann allerdings auch heute noch zwischen den Punkten P1 und P2 (Abb. 19, links unten) dokumentiert werden. Die Seitenlänge eines römischen "actus quadratus" betrug 120 röm. Fuß (= 120 x 0,2959 m = 35,508 m; vgl. Tab. 4). Es gilt zu beachten, dass bei der hier durchgeführten Messung diese Seitenlänge mit "actus quadratus" bezeichnet wird und nicht das Flächenmaß selbst. Länge und Breite der Parzelle "164" in der Uraufnahme entsprechen nun annähernd 60/100 (21,38 m) und 31/100 (10,97 m) dieser Seitenlänge (vgl. die Anzeige der "zugeschalteten" römischen Maße in Abb. 19). Die Länge der Parzelle "164" entspricht zudem etwa dem Doppelten ihrer Breite. Die in der Uraufnahme 1811 nördlich anschließende Parzelle (Nr. "165") weist in der Breite 20/100 der Seitenlänge eines "actus quadratus" auf.

In der topographischen Forschung ist bekannt, dass viele Straßenbezeichnungen auf den römischen Ursprung von Straßen hinweisen. So z.B. die Bezeichnungen Hohe Straße, Hochstraße, Hochweg. Angeblich sollen auch die Bezeichnungen "Stein" (Steinweg, Steinling) und "Breite" (Breiter Weg, Breite

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Straße) römischen Ursprungs sein (vgl. KEUSSEN 1910, S. 9*-10*299; AUER 1999, S. 43). In Regensburg existiert die heutige Ortsbezeichnung "Steinweg" westlich der heutigen Mündung des Flusses Regen, der "Hochweg" führt von Westen her auf die Stadt Regensburg zu. Auf dem Uraufnahmeblatt von 1811 wird das Straßenstück vom Turm "XXXI", dem ehemaligen Emmeramer Tor, bis zur "Waffner Strasse" als "Breite Strasse, hinter St: Emeram" bezeichnet (vgl. Beil. 3). Diese Bezeichnung findet sich in etwas anderer Schreibweise auch noch im GStK 1812. Das heutige Straßenstück an der Hundsumkehr wird auf dem Blatt der Uraufnahme mit "Breite Strasse an der Hundsumkehr" bezeichnet (vgl. Beil. 3).

Diese Bezeichnungen könnten auf ehemals römische Straßenverläufe hindeuten. Falls es sich bei den Parzellengrenzen in der Waffnergasse um "römische Grenzen" handeln sollte, die womöglich aus der Teilung eines ursprünglich größeren römischen Flächenmaßes entstanden sind, würde dies die These von STROBEL (1976, S. 12) stützen, dass sich in diesem Bereich die aktuellen Grundstücksgrenzen gelegentlich an den römischen Gegebenheiten orientiert haben könnten300. Sollte es sich hier um eine Kontinuität von Parzellengrenzen aus der Römerzeit handeln, könnte die Feststellung von A. SCHMID (1995, S. 25; vgl. oben), dass Kontinuität aus römischer Zeit in Regensburg "höchstens in bezug auf das Grundsystem der Straßen gegeben" ist, weiter präzisiert werden. So könnte sich die Kontinuität ebenfalls auf die Parzellen erstrecken, die an diese Straßen grenzten. Zur Verifikation einer derartigen Kontinuität sind allerdings noch weiterführende interdisziplinäre Forschungen notwendig.

Neben den Befunden bezüglich einzelner Parzellengrenzen, die auf römische Maße hindeuten, konnten weitere auffällige Meßwerte festgestellt werden. So beträgt die Entfernung zwischen den beiden vermuteten römischen Stadttoren am Ausgang des Neupfarrplatzes im Westen und an der Ostseite der Karmelitenkirche im Osten exakt 1500 röm. Fuß (= 300 passus). Berechnet man die Fläche, die von den römischen Mauern umgrenzt wird ergibt sich ebenfalls ein römisches Maß, nämlich 100 iugera301. Nach DIETZ, FISCHER (2000, S. 29) hatte das Regensburger "Standlager" die Abmessung von ca. 542 x 453 m, was einer Fläche von ca. 25 ha302 entspricht, diese Fläche würde wiederum der hier metrologisch ermittelten Fläche von 100 iugera entsprechen. Damit entspricht das Regensburger Lager zwar hinsichtlich seiner Längen- und Breitenausdehnung keiner römischen Norm303, wie zurecht in der Forschung argumentiert wird, hinsichtlich der Fläche entspricht es allerdings sehr wohl einer römischen Norm.

b, karolingische Maße (mutmaßlich)

Im Bereich des Domes und im Bereich um St. Emmeram wurden mehrmals Werte dokumentiert, die dem karolingischen Schuh zu 34 cm bzw. Vielfachen dieses Maßes entsprechen (vgl. Abb. 20). Dazu gehören beispielsweise die Grenzen des sog. "Römerturms"304, einer Architektur mit quadratischem Grundriss, deren Seitenlänge in der aktuellen Stadtgrundkarte 13,6 m beträgt (vgl. Abb. 20). Diese 13,6 m entsprechen einem Maß von 40 karolingischen Schuh zu 0,34 m (40 x 0,34 m = 13,6 m). Der mit der Software FORTVNA ermittelte Meßwert in der StGK ist in Abb. 20 rechts oben zu sehen: 13.6045 m = 40.013 karol. Fuß.

HOTZ bezeichnet den Römerturm in Regensburg als Bergfried und Teil der städtischen "Pfalz der agilolfingischen Baiernherzöge in Regensburg" (HOTZ 1965, S. 81, 82). Für die staufische Zeit nennt er andernorts einen rechteckigen Turm (um 1200) mit 40 Fuß Seitenlänge (HOTZ 1965, S. 20). 40 Fuß für die

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Seitenlänge eines quadratischen Turms stellten also ein durchaus übliches Maß dar. Sollte es sich beim Rö-merturm tatsächlich um ein karolingisches Maß handeln, könnte diese Feststellung einen wichtigen Hinweis zur Datierung dieses Turms geben.


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 20: Befunde mutmaßlicher karolingischer Maße in der digitalen StGK. Quelle: Stadt Regensburg (StGK 2003)


Die Abmessung des Turms bei St. Emmeram, der ebenfalls einen quadratischen Grundriss besitzt, betragen in der aktuellen digitalen StGK 10,2 m. Dieses Maß entspricht exakt 30 x 30 karolingischen Fuß (zu 34 cm). Des Weiteren ist in der Uraufnahme innerhalb des Geländes von St. Emmeram eine Grenze mit einer Länge von 200 karolingischen Fuß dokumentiert, die in dieser Form in der aktuellen StGK nicht mehr vorhanden ist, dort jedoch aufgrund der Einpassung der Uraufnahme recht genau rekonstruiert werden kann. Diese Grenzlinie befindet sich in einem Bereich an der süd-westlichen Begrenzung der Basilika St. Emmeram.

Bereits diese beiden Beispiele zeigen, welche Bedeutung den Ergebnissen von metrologischen Analysen für die historische Forschung in Regensburg zukommen könnte. Auch für die "Pfalzenforschung" könnten derartige Analysen eingesetzt werden. Dies zeigt der nach wie vor aktuelle Hinweis von P. SCHMID (1977, S. 55)305 mit Verweis auf eine Publikation von PIENDL (1962), in der PIENDL die Maße von Pfalzen vergleicht306.

Da in dieser Arbeit die Entwicklung und Erprobung digitaler geographischer Analysemethoden im Vorder-grund steht, würden eingehendere Untersuchungen zu den eben angeschnittenen Fragestellungen (z.B. der "Pfalzenforschung") im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen.

Selbstverständlich stimmen die hier errechneten Angaben zum Karolingischen Schuh nur, falls dieser tatsächlich mit einer Länge von 0,34 cm in Regensburg angewandt wurde. Sollte das hier angenommene Maß nicht in Regensburg zur Anwendung gekommen sein (vgl. oben zu den unterschiedlichen, in der For-

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schung angewandten Werten des Karolingischen Schuh) könnten dennoch neue Erkenntnisse durch Längen- und Breitenverhältnisse, z.B. hinsichtlich einer planmäßigen Anlage gewonnen werden. Das Poten-tial von metrologischen Analysen ist trotz dieser Vorbehalte offensichtlich.

c, reichstädtische Maße (mutmaßlich)

Bei den metrologischen Analysen zu mutmaßlich reichsstädtischen Maßen (Stadtschuh, Stadtelle, Stadtklafter und Stadtrute, vgl. Tab . 6) wurden an vielen Stellen Parzellengrenzen dokumentiert, die in der Länge mutmaßlichen reichsstädtischen Maßen oder Vielfachen von diesen Maßen entsprechen. Als Einzelbeispiel wurden Parzellengrenzen zwischen dem Ägidienplatz (1811: "Egidii oder St. Gilgen Platz") und Am Ölberg (1811: "Lange Prediger Gasse") ausgewählt (vgl. Abb. 21, Beil. 3). Dort wurde nämlich in der Uraufnahme 1811 eine auffällige Häufung mutmaßlich reichsstädtischer Maße dokumentiert.

So weist die Parzelle Nr. "24" (1811) auf Abb. 21 an der Straßenfront exakt 24 Stadtschuh in der Breite auf. Dieser Wert entspricht 2 Ruten zu 12 Stadtschuh. Die Parzelle Nr. "25" (1811) misst in der Breite an der Straßenfront exakt das Doppelte, nämlich 48 Stadtschuh (= 4 Ruten zu 12 Stadtschuh) und 96 Stadtschuh (= 8 Ruten zu 12 Stadtschuh) in der Länge. Länge und Breite dieser Parzelle stehen also zudem im Verhältnis 1:2307. Die gegenüberliegende Parzelle Nr. "30" (1811) misst an der Straßenfront 36 Stadtschuh (= 3 Ruten zu 12 Stadtschuh) in der Breite und 72 Stadtschuh in der Länge (= 6 Ruten zu 12 Stadtschuh). Auch hier fällt das Verhältnis von 1:2 bezüglich Breite und Länge der Parzelle auf. Des Weiteren entspricht das Maß exakt 36 rheinländischen Fuß (vgl. oben).


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 21: Befunde mutmaßlicher reichsstädtischer Maße am Ägidienplatz in Regensburg. Quelle: Bay. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811)


Die Abmessungen der Parzellen und die Breiten- und Längenverhältnisse stützen die Annahme einer planmäßigen Anlage, die sicherlich in eine Zeit vor der Uraufnahme 1811 zu datieren ist. Nachmessungen in der aktuellen digitalen StGK weisen lediglich bezüglich der Breite von Parzelle Nr. "25" (1811) noch exakt 48 Stadtschuh aus. Alle übrigen Maße haben sich zwischenzeitlich verändert.


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In der Tändlergasse weist die straßenseitige Begrenzung von Parzelle 3 ein Maß von exakt 25 Regensburger Schuh auf, die Tiefe beträgt 30 Regensburger Schuh (vgl. Abb. 24, rechts oben). Ebenfalls in der Tändlergasse wurden 2 Parzellengrenzen mit gleicher Länge und Orientierung dokumentiert (rote Linien). Ihre Länge beträgt je ca. 50 Regensburger Schuh, ihr Abstand ca. 70 Regensburger Schuh. Offensichtlich handelt es sich hier um "Teile" einer ehemals sehr viel größeren Parzelle. Derartige, durch die metrologische Analyse dokumentierte Mustern lassen sich unter Umständen zur Rekonstruktion "älterer" Parzellen heranziehen. Ein weiterer Wert betrifft die west-östliche Ausdehnung der Minoritenkirche in der StGK mit 78,25 m. Dieser Wert würde exakt 250 Stadtschuh zu 31,3 cm entsprechen.

Neben den Abmessungen von Parzellengrenzen, stellt die Entfernung zwischen dem Jakobstor und dem Ostentor in der aktuellen digitalen StGK einen auffälligen Meßwert dar. Sie beträgt ziemlich genau 4800 Stadtschuh. Dieser Wert entspricht 400 Ruten zu 12 Stadtschuh und könnte ebenfalls auf eine planmäßige Anlage hindeuten. Die Entfernung zwischen dem Jakobstor und der Kreuzung der Gesandtenstraße mit der Oberen und Unteren Bachgasse beträgt 1800 Stadtschuh. Nun wird in der Forschung etwa in diesem Bereich das römischen Westtor vermutet. Die Entfernung zwischen dem ehemaligen römischen Osttor und dem Ostentor beträgt z.B. 1500 Stadtschuh308. Um hier eine planvolle Anlage zu untermauern, müssten weitere Nachforschungen zur mittelalterlichen Stadt- und Bauplanung, insb. zur Anlage der Torbauten angestellt werden. Dann ließe sich unter Umständen mit methodischer Unterstützung durch digitale metro-logische Analysen das römische Westtor genauer lokalisieren.

d, bayerische Maße

Ein Beispiel zur Dokumentation von bayerischen Maßen (vgl. Tab. 5) mit der digitalen metrologischen Analyse konnte bereits in Abb. 4 bei der Darstellung der Methode der digitalen Einzelmessung gezeigt werden. Bei der metrologischen Analyse der Maximilianstraße in der digitalen StGK 2003 wurde nämlich ein Maß von 50 bayerischen Fuß gemessen. Die Parzellengrenzen aus der StGK 2003 entsprechen dabei hinsichtlich ihrer straßenseitigen Grenzen (Parzellenbreite) an der Maximilianstraße weitgehend den Grenzen des GStK von 1812309. Zur Probe wurde eine manuelle "Nachmessung" der Straßenbreite im GIS ArcView vorgenommen. Diese Längenmessung ergibt im Bereich der Kreuzung Maximilianstraße-Fuchsen-gang ebenfalls den exakten Wert von 14,60 m. Dieser Wert entspricht bei einem Fußmaß von 29,19 cm genau 50 bayerischen Fuß (vgl. Abb. 4).

Dieser Befund der metrologischen Analyse stimmt damit zentimetergenau mit den Angaben überein, die BORGMEYER aus den Akten des Stadtarchives Regensburg entnommen hat. Demnach sollte die Maximilianstraße 50 Bayerische Fuß breit sein ("Maxstraße 50´ (50 bayerische Fuß = etwa 17 Meter)" wört-lich aus StaAR Mai 1861 von BORGMEYER 2003, S. 47 zitiert). Dabei ist jedoch die von BORGMEYER zitierte Angabe "17 Meter" nicht verständlich, da diese Angabe ein bayerisches Fußmaß von 0,34 cm ergeben würde. Dieses Maß würde jedoch dem von einigen Autoren benutzten Maß für den karol. Schuh entsprechen310 und nicht dem bayerischen Fußmaß. Hier dürfte ein Irrtum in der Umrechnung unterlaufen sein.

Das Detailbeispiel "Maximilianstraße" belegt, dass sich mit Methoden der digitalen metrologischen Analyse in aktuellen digitalen Katasterdaten historische Maße mit sehr hoher Genauigkeit (zentimetergenau) ermitteln lassen.

Weitere Beispiele von Befunde des bay. Fußmaßes sind auf Abb. 22 zu sehen. So beträgt die Parzellen-begrenzung der Parzellen nördlich der Königsstraße zwischen Maximilianstraße und Dr.-Wunderle-Straße 45 bay. Fuß. Die Breite der Königsstraße beträgt nach Messungen im Durchschnitt 30 bay. Fuß.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 22: Befunde bayerischer Maße in der digitalen StGK. Quelle: Stadt Regensburg (StGK 2003)

e, metrische Maße (cm, m)

Ein Test auf metrische Maße in der digitalen StGK 2003 zeigte, dass metrische Maße erwartungsgemäß häufiger ausserhalb des eigentlichen Untersuchungsgebietes dokumentiert werden.

So wurden beispielsweise im Bereich um die Sedanstraße süd-östlich vom Ostentor häufiger metrische Maße in den Parzellenbegrenzungen dokumentiert, auch die Straßenbreiten weisen in diesem Gebiet metrische Maße auf. Abb. 23 zeigt nun zwei Beispiele von dokumentierten, metrischen Maßen von Parzellengrenzen im eigentlichen Untersuchungsgebiet innerhalb der mittelalterlichen Umwallung.

Die dort dokumentierten Maße befinden sich am Neuen Rathaus (Parzellengrenze zwischen P1 und P2 ca. 55 m) und in der Von-der-Tann-Straße (Parzellengrenze zwischen P1 und P2 ca. 20 m). Nach Angaben aus der Stadt Regensburg werden metrische Parzellengrenzen in geraden Zahlen (z.B. 10 m, , 20 m, 50 m usw.) lediglich bei Neuparzellierungen eingemessen oder falls der/die Eigentümer etwa bei Zusammenlegungen dies wünschen und in das Kataster eingetragen. Ansonsten richtet man sich nach bereits bestehenden Parzellengrenzen311.

Innerhalb des Untersuchungsgebietes waren die meisten Flächen bereits vor Einführung des Meters parzel-liert, innerhalb (z.B. auf den Flächen der ehemaligen Befestigungsanlagen) und ausserhalb der Stadtmauer wurden viele Flächen im Rahmen der Stadterweiterung 1860-1914 (vgl. BORGMEYER 2003, passim) völlig neu parzelliert. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum innerhalb und ausserhalb des Unter-suchungsgebietes metrische Maße gerade dort dokumentiert wurden, wo seit Einführung des metrischen Maßes neu vermessen/parzelliert wurde, z.B. beim Bau des Neuen Rathauses, bei der Errichtung der Be-bauung in der Von-der-Tann-Straße und auch bei der Neuparzellierung im Bereich der Sedanstraße. In diesen Fällen korrespondiert das Ergebnis der metrologischen Analyse also mit der tatsächlichen (historischen) Stadtentwicklung.


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Abb. 23: Befunde metrischer Maße in der digitalen StGK. Quelle: Stadt Regensburg (StGK 2003)

B) Relative Maße (Verhältniszahlen)

Bislang wurden mit der digitalen metrologischen Analyse hauptsächlich absolute (historische) Maße von Parzellenlängen und Parzellenbreiten dokumentiert. Mit der metrologischen Analyse lassen sich jedoch auch relative Maße von Parzellengrenzen bestimmen. So kann sowohl das Verhältnis der Länge zur Breite einer einzelnen Parzelle berechnet werden, als auch das Verhältnis mehrerer Parzellengrenzen zueinander. In der Forschungsliteratur ist belegt, dass bestimmte Verhältniszahlen auf planmäßige Vermessung schließen lassen oder sogar (amtlich) vorgeschrieben waren312. Diese Verhältniszahlen lassen sich unabhängig von der Kenntnis historischer Maße bestimmen.

In Abb. 19 wurde bereits ein Verhältnis der Länge zur Breite von Parzellengrenzen von 1:2 dokumentiert. Auf Abb. 21 wurde an der östlichen Seite des Ägidienplatzes eine Anlage von Parzellen aus der Uraufnahme 1811 vorgestellt. Die Verhältniszahlen der Parzellengrenzen von zwei benachbarten Parzellen stehen dort ebenfalls im Verhältnis 1:2 (24:48 Stadtschuh), ebenso weist eine andere Parzelle in diesem Bereich einen Verhältniswert von 1:2 (36:72 Stadtschuh) bezüglich ihrer Abmessungen in der Länge und der Breite auf. STROBEL (1974, S. 7) ist der Meinung, dass eine planmäßige Vergabe von Parzellen in der Waffnergasse

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und in der Gesandtenstraße bislang313 kaum nachzuweisen war. Vielleicht kann die digitale metrologische Analyse hier Unterstützung bieten. Ein weiteres Beispiel für Verhältniszahlen stellen Parzellengrenzen außerhalb des eigentlichen Untersuchungsgebietes an der Straßenfront der heutigen Richard-Wagner-Straße dar (vgl. Abb. 24). Dort stehen die Breiten von Parzellen auf der nördlichen Straßenseite im Verhältnis 15:15:20 m und auf der südlichen Straßenseite im Verhältnis 25:20:20:20 m. Die Sedanstraße besitzt eine durchschnittliche Breite von 12 Metern.

Die neuzeitliche "Plananlage" ist in diesem Fall nicht durch die Auswertung von historischen Quellen (z.B. Bauakten und Archivmaterial; vgl. zu diesem Bereich der Stadt sehr ausführlich BORGMEYER 2003, passim), sondern durch das Aufzeigen eines systematischen räumlichen (geographischen) Musters in der aktuellen StGK nachzuweisen. Die Methode kann dieses Muster aufzeigen, zur exakten Datierung müssen jedoch die eben genannten Quellen hinzukommen (vgl. Anm. 2). Weitere Muster zeigen sich in der Maler-gasse (Abb. 24, oben links). Dort weisen die straßenseitigen Parzellengrenzen der Parzellen B und C je eine Länge von 30 bay. Fuß auf, stehen also im Verhältnis 1:1.


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Abb. 24: Befunde planmäßiger Anlagen im Regensburger Stadtgrundriss. Quellen: Stadt Regensburg (StGK 2003)


Zusammenfassend läßt sich feststellen, dass sich mit digitalen, metrologischen Analyse sowohl im aktuellen Stadtgrundriss von Regensburg mutmaßlich römische, frühmittelalterliche, mittelalterliche und oder neuzeitliche Maße an Parzellengrenzen nachweisen lassen, als auch in historischen Katastern von Regens-burg. Dabei zeigte sich, dass sich im Vergleich zur aktuellen StGK in älteren Katastern noch wesentlich mehr historische Parzellengrenzen erhalten haben (vgl. z.B. am Ägidienplatz). In der aktuellen StGK hingegen finden sich auch metrische Maße und dokumentieren dort Bereiche in der Stadt, die nach der

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Einführung des metrischen Maßes neu parzelliert bzw. umgestaltet wurden. In diesen Fällen zeigt das Ergebnis metrologischer Analysen gleichsam die Stadtentwicklung auf. Es konnte also die zu Beginn der Arbeit formulierte Hypothese bestätigt werden, wonach digitale metrologische Analysen in amtlichen Daten überhaupt möglich sind. Zudem konnte, durch historische Quellen belegt, bewiesen werden, dass sich histo-rische Maße (z.B. der bay. Fuß) auf den Zentimeter genau in der aktuellen StGK von Regensburg dokumen-tieren lassen. Eine derartig genaue Methode für metrologische Analysen in Stadtgrundrissen ist der For-schung bislang unbekannt (vgl. oben Kap. 2.2.).

3.4.3 Befunde PX (Regensburg)

Die Ergebnisse der für das Regensburger Untersuchungsgebiet durchgeführten Analyse auf der Ebene der aktuellen Baublöcke werden in Beil. 6 gezeigt. Zur Berechnung wurden sämtliche Parzellengrenzen aus der Uraufnahme 1811 und aus der StGK 2003 herangezogen. Die Berechnung erfolgte durch die Auswertung des Attributes der Zeit der einzelnen Parzellengrenzen314. Die Karte gibt gleichsam den "Erhaltungsgrad" von Parzellarstrukturen aus der Uraufnahme 1811 in den Baublöcken der aktuellen Stadtgrundkarte (2003) wieder.

Die Baublöcke mit roter Flächensignatur treten deutlich hervor. In ihnen wurden die Parzellarstrukturen nach 1811 offensichtlich gestört bzw. zerstört. Es handelt sich von West nach Ost um die Bereiche Herzogspark, Stahlzwingerweg, nördlich des Nonnenplatzes, um St. Leonhard, "Am Schulbergl", östlich der Anselm-Allee-Ägidienplatz, östlich und südlich des Neupfarrplatzes, östlich der Maximilianstraße, Hunnenplatz-Donaumarkt, südlich der Bertoldstraße und südlich des Minoritenweges bis zum Ostentor, westlich der Schattenhofergasse, um St. Matthias und um den "Villapark" (vgl. Abb. 8, 9, 11, 12, 13). Entweder waren dort die in ihnen enthaltenen Flächen 1811 noch nicht parzelliert gewesen bzw. nicht in der Uraufnahme erfasst, z.B. Plätze, Befestigungsanlagen, Gräben, Klosteranlagen usw., oder die 1811 bereits vorhandenen Parzellengrenzen wurden dauerhaft zerstört. Zur eindeutigen Klärung muss hier die Ge-schichtswissenschaft befragt werden315. Sie kann die roten Flächensignaturen im Bereich der ehemaligen Befestigungsanlagen durch Neuparzellierung erklären, in den übrigen Bereichen mit roten Flächensignaturen wurden die alten Parzellarstrukturen tatsächlich ge- bzw. zerstört. Bedingt waren dieses Zerstörungen durch den Wiederaufbau nach der Kriegs- und Brandeinwirkung von 1809 und verschiedene Umgestaltungen und bauliche Eingriffe im 20. Jahrhundert. Diese sind vielfach in der Literatur dokumentiert316. Der umstrittene städtebauliche Eingriff am Neupfarrplatz wird in dem niedrigen Persistenzindex besonders deutlich.

Grundsätzlich zeigt der PX einen sehr hohen Wert (dunkelgrüne Flächensignatur) in Baublöcken, die durch Quellen belegt317 schon seit langer Zeit besiedelt sind. Ob und in welcher Form die dokumentierten Werte des PX womöglich einen Hinweis auf "Siedlungskontinuität" geben können, müsste noch geprüft werden. Die Parzellarstrukturen in diesen Baublöcken sind überwiegend kleinteilig, z.B. Baublock 01.3.201 (Wahlenstraße), sofern es sich nicht um Baublöcke handelt, die sich überwiegend in städtischem oder kirchlichem Eigentum befinden (Domumgebung).

Es zeigt sich, dass die aus der digitalen Analyse den Katasterdaten berechneten Werte des PX also im Fall des Regensburger Untersuchungsgebietes die tatsächlichen (historischen) Ergebnisse der Entwicklung (Veränderungen) des Stadtgrundrisses in den analysierten Zeitschnitten 1811 und 2003 wiedergeben.

Überraschenderweise zeigte sich in manchen Baublöcken ein höherer Wert des PX, als nach Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten zu erwarten war. Es zeigte sich jedoch, dass sich auch in Baublöcken, in denen sich die Bebauung im Vergleich zur Bebauungssituation von 1811 sehr verändert hatte, im "Untergrund" die für den Betrachter "unsichtbaren" Parzellargrenzen erhalten haben. Besonders deutlich war dies im Bereich der Baublöcke zwischen der Oberen und Unteren Bachgasse und entlang der Straßenführung Waffnergasse - Am Ölberg - Glockengasse - Am Römling - St-Albans-Gasse, also in der westlichen Stadterweiterung zu

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beobachten. Hier wurde zwar der Baubestand vorrangig nach dem Zweiten Weltkrieg stark verändert, die Parzellarstrukturen blieben jedoch weitgehend erhalten. An diesem Befund bestätigt sich die Aussage von LICHTENBERGER (2002, S. 165) von der "geheimen Herrschaft des Katasters".

In Beil. 6 ist ein "Gefälle" von Werten des PX zwischen dem Stadtkern (insb. an der westlichen Seite des ehemaligen Römerlagers) und den Außenbereichen (Herzogspark, Villapark) zu konstatieren. Im Bereich des Stadtkernes sind vergleichsweise höheren Werte des PX erkennbar.

Es lässt sich also für Regensburg feststellen, dass die höchste Persistenz von Parzellarstrukturen (zwischen 1811 und 2003) in Bereichen vorhanden ist, die bereits in der Römerzeit bzw. in der Spätantike besiedelt waren. Die Frage, ob dies auch für die Zeit vor 1811 gilt, muss im Augenblick noch offen bleiben318.

Es soll im Folgenden noch auf diejenigen Baublöcke näher eingegangen werden, die in den Ergebnissen der automatisierten Berechnung des PX durch Maximalwerte (100 %) bzw. Minimalwerte (0-9 %) aufgefallen sind (vgl. Beil.. 6, 1, 2, 5 und Tab. A.5). So weisen 6 Baublöcke einen Wert von 100 % auf, dies bedeutet, dass sich in diesen Baublöcken sämtliche Parzellengrenzen aus der Uraufnahme von 1811 erhalten haben. Es handelt sich dabei um den Baublock 01.2.104, nördlich der Lederergasse, der in der Uraufnahme die Hausnummern "15.", "16." und "17." aufweist (vgl. Beil. 3) und südlich der Stadtmauer zwischen den Türmen "IV" und "VI" (vgl. Beil. 3) liegt. Zur (Er)Klärung dieser "hundertprozentigen" Persistenz von Parzellengrenzen müsste in einer weiterführenden, vor allem historisch-sozialtopographisch orientierten Arbeit zunächst einmal die Verbindung zwischen den damaligen und aktuellen Eigentumsverhältnissen hergestellt werden. Die hier erarbeiteten räumlichen Grundlagen, insb. die genaue Verortung der Parzellengrenzen, kann eine topographische Grundlage für eine derartige Studie bieten (vgl. zu den weiter-führenden Erkenntnissen derartiger, historisch-sozialtopographisch orientierter Arbeiten das Fallbeispiel Stralsund bei KROLL, PÁPAY 2003, passim). Dies gilt in gleicher Weise auch für die nachfolgend dokumentierten Fälle.

Der amtliche Baublock 01.3.101 besteht aus zwei Teilen. Der flächenmäßig kleinere Teil dieses Baublocks erinnert in der Form an ein Trapez und befindet sich in der Uraufnahme von 1811 östlich der Beschriftung "Donau Strasse" (aktuell: Keplerstraße) und wird von der Beschriftung "Zum Sausen ek" umrahmt (vgl. Beil. 3). Baublock 01.3.204 befindet sich im Neupfarrplatz. Die "Persistenz" der Parzellengrenzen von 100 % seit der Uraufnahme von 1811 kann in diesem "Baublock" durch die sich seit dem 16. Jh. dort befindliche Kirche erklärt werden. Der "amtliche" Baublock 01.3.226 gliedert sich wiederum in zwei Teile. Der flächenmäßig kleinere Teil befindet sich aktuell "Am Königshof" (1811: "Königs Hof", vgl. Beil. 3) und weist eine außerordentlich bemerkenswerte Persistenz von Parzellengrenzen auf. Dieser Wert des PX von 100 % ist deshalb so bemerkenswert, weil ansonsten gerade in diesem Gebiet mit die niedrigsten Werte des PX dokumentiert werden (vgl. oben). An diesen Beispielen wird nochmals die Notwendigkeit der bereits erwähnten, systeminternen Vergabe von separaten Nummern für die amtlichen Baublöcke deutlich. Wäre z.B. Baublock 01.3.226 nicht in zwei Flächen zerlegt worden, wäre dieser Teil des Baublocks nicht mit einer Parzellengrenzenpersistenz von 100 % dokumentiert worden, da der zweite Teil dieses Baublocks lediglich einen Wert von 12 % aufweist. Der in der Realität aus zwei (durch eine Straße getrennte) Teilen bestehende Baublock 01.3.226 wird im hier angewandten Objektmodell auch in Form von zwei getrennten Flächen dargestellt. In Baublock 01.3.307, der zwischen der Oberen Bachgasse und dem Augustinerplatz liegt, haben sich ebenfalls sämtliche Parzellarstrukturen erhalten, die in der Uraufnahme von 1811 (Hausnummer "157." bis "161.", am südlichen Ende dieses Baublocks befindet sich eine Kirche, vgl. Beil. 3) dokumentiert sind. Baublock 01.3.323 liegt nördlich des Obermünsterplatzes. Deutlich sind in der Uraufnahme von 1811 die bis in die aktuelle StGK persistenten Parzellen(grenzen) mit den Hausnummern ""186. 1." bis "186.4" zu erkennen. Zur möglichen Erklärung dieser Persistenz gilt das oben Gesagte, sie kann nur durch weiterführende Arbeiten erfolgen.

Allen diesen Befunden gemeinsam ist, dass es sich bei den dokumentierten Baublöcken um vergleichsweise kleine bzw. kleinste Baublöcke (Fläche zwischen 113 m2 und 1279 m2) mit wenigen Parzellengrenzen handelt. Auch in diesem Fall deckt sich der Regensburger Befund mit Befunden von LICHTENBERGER (2002, S. 173; vgl. oben und unten), die eine "weit überdurchschnittliche Persistenz von auf besonders kleinen Parzellen stehenden Objekten" ausgemacht hat.


95


Die Baublöcke, in denen die geringsten Werte des PX dokumentiert wurden, befinden sich ausschließlich im Bereich der 1809 zerstörten Flächen, mit Ausnahme des Baublocks, auf dem sich das Neue Rathaus befindet. In den Baublöcken 01.3.230 (nördlich Ernst-Reuter-Platz), 01.3.231 (südlich Fuchsengang) und 01.4.120 (südlich Von-der-Tann-Straße) wurde das Gebiet der ehemaligen Stadtbefestigung nach der Uraufnahme von 1811 neu parzelliert. Es existierten zwar auf der Uraufnahme 1811 bereits Parzel-len(grenzen) in diesen Gebieten, z.B. Hausnummer "26." im aktuellen Baublock 01.4.120 (1811: nördlich der Bezeichnung "Studenten Wiesel", vgl. Beil. 3), alle in diesem Baublock bereits in der Uraufnahme vorhandenen Parzellengrenzen wurden allerdings nicht beibehalten bzw. nicht wieder aufgenommen. Im Bereich des Neuen Rathauses ist in der Uraufnahme eine große Anzahl von Parzellen(grenzen) dokumen-tiert. Die historische Parzellenstruktur ging in diesem Baublock (aktuell: 01.4.119) durch den Bau des Neuen Rathauses fast völlig verloren. In der aktuellen StGK haben sich lediglich Bruchstücke der alten Strukturen erhalten. So nimmt eine aktuelle Parzellengrenze z.B. einen Teil der nördlichen Parzellengrenze der in der Uraufnahme von 1811 mit der Hausnummer "7." (vgl. Beil. 3) bezeichneten Parzelle wieder auf.

Die in Beil. 6 gezeigten Ergebnisse belegen, dass der PX ein objektives Instrument für die Bewertung von historischen Parzellarstrukturen darstellen kann. Man muss sich nochmals vergegenwärtigen, dass die in vorliegender Arbeit für Regensburg erzielten Ergebnisse ausschließlich durch eine automatisierte (rechnerische) Auswertung von Parzellengrenzen entstanden sind. Derartige Auswertungen lassen sich grundsätzlich auf allen Flächen anwenden, für die Daten aus mindestens zwei Zeitschnitten vorliegen. Die durch den PX dokumentierte Stadtentwicklung gibt also ohne Kenntnis der Stadtgeschichte319 ein relativ deutliches Bild der Stadtentwicklung zwischen den untersuchten Zeitschnitten wieder. Dies zeigt im Fall von Regensburg ein Vergleich mit der tatsächlichen historischen Entwicklung. Ein derartiges Verfahren zur automatisierten, quantitativen Ermittlung von Entwicklungen bzw. Veränderungen von Parzellargefügen in Städten wird somit hier erstmals vorgestellt320.

3.4.4 Befunde OX (Regensburg)

Ein weiteres Ergebnis bezüglich der in vorliegender Arbeit exemplarisch durchgeführten Analysen der Orientierung von Parzellengrenzen wird in Abb. 25 gezeigt. Dort wird in übersichtlicher, kartographischer Form eine Auswahl von Werten des Orientierungsindex für sämtliche Parzellengrenzen aus der Uraufnahme 1811 und der aktuellen StGK (2003) wieder321. Folgende "Wertebereiche" des OX (vgl. Kap. 2.4.3.) werden dargestellt:

Auf Abb. 25 links oben ist dargestellt, wieviel Prozent von Parzellengrenzen aus der Uraufnahme 1811, die sich innerhalb der Fläche eines aktuellen Baublocks befinden eine N-S bzw. S-N Richtung aufweisen. Die Definition dieser "Vorzugsorientierung" erfolgt an dieser Stelle durch eine maximale Abweichung der Orientierung von Parzellengrenzen bezüglich der y-Koordinate am Einheitskreis (vgl. SCHEID 1994, S. 619) von +/- 12°.

Da das römische "castrum" in Regensburg keine exakte Nord-Süd Orientierung aufweist, wurde aus den noch vorhandenen römischen Strukturen (z.B. Teile der Stadtmauer) eine durchschnittliche Abweichung von +/- 12° als Schwellenwert festgesetzt. Die noch vorhandenen Stukturen bewegen sich nämlich innerhalb dieser Abweichungen. Selbstverständlich gilt dieser Wert nur für Regensburg.

Zur Verdeutlichung: es gehören nach dieser Definition also alle Parzellengrenzen, die am Einheitskreis eine Orientierung von 78°-112° (I. und II. Quadrant) bzw. 258°-282° (III. und IV. Quadrant) aufweisen der genannten Vorzugsorientierung N-S bzw. S-N an. Links unten erfolgt die Darstellung für die

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Parzellengrenzen der aktuellen StGK. Auf Abb. 25 rechts oben ist dargestellt, wieviel Prozent von Parzellengrenzen aus der Uraufnahme 1811, die sich innerhalb der Fläche eines aktuellen Baublocks befinden eine W-O bzw. O-W Richtung aufweisen.

Die Definition dieser "Vorzugsorientierung" erfolgt an dieser Stelle durch eine maximale Abweichung der Orientierung von Parzellengrenzen bezüglich der x-Koordinate am Einheitskreis (vgl. oben) von +/- 12°. Es gehören nach dieser Definition also alle Parzellengrenzen, die am Einheitskreis eine Orientierung von 168°-192° (II. und III. Quadrant) bzw. 348°-12° (IV. und I. Quadrant) aufweisen der genannten Vorzugsorientierung W-O bzw. O-W an. Rechts unten erfolgt die Darstellung für die Parzellengrenzen der aktuellen StGK.

Die Auswahl gerade dieser Wertebereiche für die Orientierung von Parzellengrenzen erfolgte, um am Fallbeispiel Regensburg zu überprüfen, ob sich die bei CARTER (1983, insb. S. 27-34) und BÄHR, JÜRGENS (2005, S. 84) gemachten Angaben zur Orientierung ("orientatio") in der "römischen Stadt" am Fallbeispiel Regensburg auch quantitativ nachweisen lassen. Alle drei Autoren gehen bei römischen Gründungen von einer Orientierung aus, die sich häufig in O-W-Richtung und N-S-Richtung zeigt (vgl. auch Kap. 2.4.3.). Eine quantitative Auswertung der Orientierung von Parzellarstrukturen in Städten auf Basis einer Totalerhebung ist bislang in der historisch-geographischen Forschung nicht bekannt. Derartige Auswertungen erfolgten bislang lediglich auf "visueller" Basis (vgl. Kap. 2.2. und 2.3.).

Im Bereich der Centurisationsforschung werden die Orientierungen von Parzellengrenzen in der Regel in Form eines "Roosdiagram", "zirkulären Histogrammen" bzw. in Form von Balkendiagrammen (vgl. HARTMANN 1988, S. 268-269; GUGL 2005, S. 89) dargestellt. Die Darstellung erfolgte allerdings in diesen Publikationen für die Gesamtfläche der dort untersuchten Fallbeispiele und beschränkte sich daher jeweils auf ein bis drei Diagramme. Auf dieses Art der Darstellung wurde in vorliegender Arbeit aufgrund der Anzahl von über 150 Baublöcken322 verzichtet, sie wäre jedoch jederzeit möglich. Zu möglichen Problematiken der Darstellung der Werte in Bezug auf die Fläche der aktuellen Baublöcke vgl. Kap. 5.2.

Wie in Abb. 25 dokumentiert, herrscht eine N-S Richtung der Parzellengrenzen aus der Uraufnahme von 1811 vor allem in Baublöcken im westlichen und östlichen Bereich der ehemaligen römischen Mauer vor, ebenso im Bereich der ehemaligen römischen Vorstadt und entlang dokumentierter bzw. vermuteter römischer Straßen (vgl. CODREANU-WINDAUER et al. 2000). Das Bild bezüglich der N-S Orientierung der Parzellengrenzen in der aktuellen Stadtgrundkarte hat sich gegenüber 1811 nur wenig verändert (vgl. Abb. 25, links unten).

Korrespondierend mit der N-S Orientierung entlang der ehemaligen römischen Stadtmauer zeigt sich 1811 an den südlichen und nördlichen Bereichen der ehemaligen römischen Mauer eine auffällige W-O Orientierung, ebenso entlang der Linienführung Lederergasse-Goliathstraße-Unter den Schwibbögen. Diese Linienführung entspricht einer ehemals bedeutenden Handelsstraße. Bezüglich der dokumentierten W-O Orientierung von Parzellen(grenzen) ergaben sich im Vergleich von 1811 zu 2003 einige Veränderungen. So findet sich diese Orientierung nun auch im Bereich von Baublöcken östlich der Maximilianstraße. Im Bereich des Neuen Rathauses ist die W-O Orientierung 2003 im Vergleich zu 1811 auffällig zurückgegangen. Diese Veränderungen sind in beiden Fällen mit der Veränderung des Parzellargefüges im Zuge der Neubebauung dieser Flächen erklärbar.

Besondere Beachtung verdient der Baublock 01.3.319 am Ägidienplatz. In diesem Baublock ist sowohl 1811, als auch 2003 eine auffällige Orientierung der Parzellen (grenzen) sowohl in N-S, als auch in W-O Richtung dokumentiert. Dieses Beispiel wurde bereits in Kap. 3.4.2. (vgl. Abb. 21) als Beispiel für eine mutmaßliche "Plananlage" herangezogen. Falls hohe Werte bezüglich der N-S und bezüglich der W-O Richtung gleichzeitig auftreten, deutet dies offensichtlich auf eine Plananlage hin. Betrachtet man nun z.B. den Baublock 01.3.223 süd-östlich der Maximilianstraße, so weist auch dieser Baublock 2003 hohe Werte in N-S und in W-O Richtung auf. Er wurde im Zuge des Wiederaufbaus der Maximilianstraße nach 1809 "am Reißbrett" geplant.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb.

Abb. 25: Befunde Orientierungsindex (OX) 1811/2003 im Regensburger Untersuchungsgebiet.

Die Prozentzahlen geben die Anzahl derjenigen Parzellengrenzen in einem Baublock an, die im Verhältnis zur Anzahl aller Parzellengrenzen in diesem Baublock eine N-S bzw. eine W-O Orientierung aufweisen. Zu den Intervallen, die in vorliegender Abb. eine N-S bzw. W-O Orientierung definieren vgl. oben. Quellen: Bayer. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811), Stadt Regensburg (StGK 2003), eigene Berechnungen.


Als weiteres Ergebnis der Orientierung von Parzellengrenzen kann festgehalten werden, dass die (aktuelle) Orientierung von einzelnen Parzellengrenzen unter Umständen auch zur Rekonstruktion früherer Zustände von Parzellen herangezogen werden kann. So fallen im Baublock 01.3.205 nördlich des Neupfarrplatzes (Tändlergasse) zwei Parzellengrenzen auf, die als Teile von aktuellen Parzellengrenzen identische Länge und Orientierung aufweisen(vgl. Abb. 24, Detail rechts oben; "1" und "2"). Zudem entsprechen sie Vielfachen eines historischen Maßes (ca. 50 Regensburger Schuh). Hier müßte man untersuchen, ob diese beiden Parzellengrenzen in der Vergangenheit zu einer (einzigen) Struktur (Parzelle, Platz usw.) gehört haben.

Da in den in vorliegender Arbeit analysierten Daten nicht nur die Bereiche des Untersuchungsgebietes innerhalb der mittelalterlichen Umwallung enthalten waren, sind bei den automatisierten Analysen (zwangs-läufig) auch Strukturen ausserhalb des Untersuchungsgebietes sichtbar geworden, die hier zumindest angesprochen werden sollen. So ist in der digitalen Stadtgrundkarte östlich des aktuellen Verlaufes des Flusses Regen ein Wechsel in der Orientierung des Parzellierungssystems zu beobachten. Parallel zu diesem Wechsel ist ein Lineament Hochweg (in Kareth) - Römerstraße (in Kareth) zu konstatieren, das sich in Richtung Süden über die Linie Eiserner Steg - Kumpfmühler Straße verlängern läßt. Ob hier (römische) Altstraßenverläufe vorliegen und ob diese womöglich eine Veränderung der Orientierung/Ausrichtung der Parzellierung entlang dieses Lineaments bedingt haben, bedürfte weiterer, insb. archäologisch-historisch orientierter Nachforschungen.

Zu Beginn der Arbeit sah der Verfasser in der Analyse der Orientierungen von Parzellengrenzen im Regensburger Untersuchungsgebiet eher eine "Nebenrolle". Bereits nach den ersten, hier angestellten Analysen ist er jedoch der Meinung, dass der Orientierung im Vergleich zur oben analysierten die Lage(persistenz), für bestimmte (lokale) Fragestellungen eine ähnlich wichtige Stellung zukommen könnte323.


98


3.4.5 Befunde LGF und AGF (Regensburg)

Abb. 26 zeigt die Summen der absoluten Längen derjenigen Parzellengrenzen aus der Uraufnahme von 1811, die in den aktuellen Baublöcken (2003) noch enthalten sind. Diese Abb. soll für Vergleichszwecke mit der Abb. 27 dienen. Daher wurden als Darstellungseinheit auch hier die aktuellen Baublöcke verwendet. Das bedeutet, dass Aussagen zum Vergleich der absoluten Längen von Parzellengrenzen lediglich zu denjenigen Baublöcken statthaft sind, die sich seit 1811 nicht bzw. nur marginal verändert haben (vgl. Beil. 5). Es ist zu erkennen, dass Werte über 1801 m, also in den letzten beiden Klassen in der Summe aller Parzellengrenzen aus der Uraufnahme 1811 nicht vorkommen, die Klasseneinteilung wurde jedoch für Vergleichszwecke mit Abb. 27 beibehalten.

Auf Abb. 27 sind die Summen der absoluten Längen von Parzellengrenzen aus der Stadtgrundkarte (2003) pro Baublock abgebildet. Auch hier kommen Summen mit den Werten zwischen 1801-2400, also der vierten Klasse nicht vor. Lediglich in Baublock 01.3.326 (vgl. Beil. 2) kommen Werte über 2401 m vor. Dies ist darauf zurückzuführen, dass dieser Baublock, der aus zwei Teilen besteht, in der aktuellen StGK die mit Abstand größte Fläche im Vergleich zu den übrigen Baublöcken einnimmt. Er ist jedoch erst nach 1811 entstanden, weshalb ein Vergleich mit dem Wert von 1811 nicht möglich ist.

Beim Vergleich der Werte der Summe der absoluten Längen von Parzellengrenzen (LGF), bezogen auf die Fläche der aktuellen Baublöcke aus den Jahren 1811 und 2003, zeigt sich, dass 2003 deutlich mehr Parzellengrenzen pro Flächeneinheit vorliegen. Insgesamt ist also eine Verdichtung zu beobachten. Diese Zunahme von Parzellengrenzen kann zwei Gründe haben, nämlich die Teilung von Parzellen oder die Neuparzellierung der betreffenden Fläche. Auffällig ist die Zunahme der LGF in den tatsächlich nach 1811 neu parzellierten Gebieten im Bereich der ehemaligen Wall- und Grabenanlagen. Damit wird der von PFEIL (1972, S. 205) beschriebene Verdichtungsprozess in deutschen Städten um 1840 auch quantitativ für die Stadt Regensburg bestätigt (vgl. unten).

SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 26: Befunde Längen von Grenzen (LGF) 1811 im Regensburger Untersuchungsgebiet.

Die Zahlen geben die (aufsummierte) Gesamtlänge aller Parzellengrenzen in einem Baublock in Metern an. Quellen: Bayer. Landesvermessungsamt (Uraufnahme 1811), Stadt Regensburg (StGK 2003), eigene Berechnungen


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 27: Befunde Längen von Grenzen (LGF) 2003 im Regensburger Untersuchungsgebiet.

Die Zahlen geben die (aufsummierte) Gesamtlänge aller Parzellengrenzen in einem Baublock in Metern an. Quellen: Stadt Regensburg (StGK 2003), eigene Berechnungen


Bezüglich der absoluten Anzahl von Parzellengrenzen (AGF) in einem Baublock war zu beobachten, dass diese offensichtlich von der absoluten Länge von Parzellengrenzen (LGF) abhängig ist. Auf die Berechnung entsprechender Korrelationswerte wurde in vorliegender Arbeit jedoch aus Aufwandsgründen verzichtet. Auch derartige Berechnungen könnten in späteren Arbeiten aufgegriffen werden. Dazu wäre es notwendig sämtliche Daten zur absoluten Anzahl von Parzellengrenzen und zur absoluten Länge von Parzellengrenzen aus den Zeitschnitten 1811 und 2003 in ein entsprechendes Statistikpaket einzugeben bzw. zu importieren, um dann entsprechende Berechnungen (Regressions- und Korrelationskoeffizienten) automatisiert durch-zuführen.

3.4.6 Zusammenfassung der Ergebnisse und der angewandten Methode

Wichtige Teilergebnisse konnten bereits bei der Suche nach geeigneten Quellen und bei der Aufbereitung dieser Quellen ("Datengrundlagen", vgl. Abb. 28) erzielt werden. Das nach Ansicht des Verfassers wichtigste Ergebnis ist die Auffindung der Uraufnahme von 1811 und deren sehr genaue Einpassung in die aktuelle digitale StGK. Durch diese sehr genaue Einpassung konnten Fehler in der bislang vorliegenden Parzellenkonkordanz (z.B. bei DALLMEIER 2000, vgl. oben) aufgedeckt werden.

Ein weiteres Ergebnis stellt die Prüfung der Passgenauigkeit weiterer Pläne, Karten und Kataster dar (vgl. Abb. 28). Hier erwies sich das GStK von 1812 aufgrund der maximal erzielbaren Genauigkeit von +/- 0,5 m für die in vorliegender Arbeit definierten Genauigkeitsansprüche als zu ungenau. Dieses Kataster wird von manchen Autoren jedoch irrtümlich als erste, sehr genau vermessene Katasterkarte von Regensburg bezeichnet (z.B. von REIDEL 1997, S. 123). Erstmalig erfolgte eine Synopse der mutmaßlich in Regensburg gebräuchlichen Maße.

Grundsätzlich zeigte sich bezüglich der Anlage des Stadtgrundrisses von Regensburg eine Orientierung in zwei Richtungen, nämlich parallel zur Donau (z.B. Lederergasse, Ostengasse) und annähernd im rechten Winkel zur Donau. Die Anlage entspricht damit den Beobachtungen von WAGNER (1931, S. 49) und

100


SCHLÜTER (1899). Vergleichsweise große Parzellen, aber auch große Baublöcke in der StGK deuten auf (ehemalige) Klöster, also auf (ehemalig) geistlichen Besitz hin, im Einzelfall auch auf Besitz des Adels. Dieser Befund für Regensburg stimmt mit dem Befund für toskanische Städte von SABELBERG überein, dass Klöster meist "mit besonders großzügigem Parzellengefüge" (SABELBERG 1984, S 60) ausgestattet waren. Auch der Befund von NITZ (1998, S. 101), der dem Adel und der Geistlichkeit verhältnismäßig große Grundstücke zuschreibt, findet sich im Fallbeispiel Regensburg bestätigt. Den von PFEIL (1972, S. 205) beschriebenen Verdichtungsprozess in deutschen Städten um 1840 mit der Verbauung der Gärten innerhalb von Baublöcken kann man auch in Regensburg (quantitativ) belegen, ebenso die von PFEIL und SCHWARZ324 beschriebenen Wachstumsprozesse an Ausfallstraßen.



1. Datengrundlagen



Historischer Plan um 1700 (Vektordaten)

Plan 1808


(Vektordaten)

Uraufnahme 1811


(Rasterdaten)

Grundsteuerkataster 1812

(Rasterdaten)

Stadtgrundkarte 2003

(Vektordaten)

Amtliche Baublöcke

(Vektordaten)

Zu ungenau

Zu ungenau

Einpassung in StGK

Einpassung in StGK

Extraktion der Parzellengrenzen




Digitalisierung der Parzellengrenzen

Einpassung zu ungenau




Sämtliche Daten liegen aufbereitet und geprüft vor




2. Digitale Metrologische Analysen und Persistenzanalysen



Digitale Metrologische Analysen ...


nach absoluten historischen und metrischen Maßen


nach Vielfachen und gemeinsamen Teilern von hist. und metrischen Maßen


Digitale Persistenzanalysen


Persistenzindex (PX) für Parzellengrenzen

Orientierung von Parzellengrenzen (OX)

Anzahl und Längen von Parzellengrenzen (AGF, LGF)



3. Darstellung der Ergebnisse



Text

Abbildungen



Karten

Karten mit Darstellung des Persistenzindex (PX) für alle Parzellen innerhalb eines Baublocks des Untersuchungsgebietes

Karten mit Darstellung von Orientierung (OX)

Anzahl und Längen von Parzellengrenzen


Abb. 28: Übersichtsdarstellung der auf Regensburg angewandten Methode (eigene Darstellung)


Es konnte der Beweis erbracht werden, dass digitale metrologische Analysen und digitale Persistenzanalysen in der aktuellen digitalen StGK von Regensburg mit sehr hoher Genauigkeit überhaupt möglich sind. Metro-logisch konnten mutmaßlich römische, karolingische und reichsstädtische Maße nachgewiesen werden. Sicher konnten bayerische und metrische Maße nachgewiesen werden. Es ergaben sich vermehrt Hinweise, dass der rheinländische Fuß möglicherweise dem Regensburger Fußmaß entspricht.


101


Der PX konnte nach dem objektorientierten Ansatz berechnet werden und die Ergebnisse korrespondieren mit der tatsächlichen historischen Entwicklung von Regensburg. Damit liegt erstmals (in der geographischen Stadtgrundrissforschung) eine objektive Kennzahl vor, die mittels quantitativer Methoden auf Grund einer Totalerhebung für zwei Zeitschnitte und bezogen auf eine identische Fläche berechnet wurde.

Die Reste der römischen Stadtmauer lassen sich in Regensburg als ursächliches Erklärungsmodell für per-sistente Strukturen im Stadtgrundriss heranziehen. Offensichtlich bleiben derartige Strukturen persistent, solange sie einem militärischen (Schutzmauer) oder wirtschaftlichen Zweck (Fundament oder Seitenmauer für Gebäude) dienen. Aktuell persistieren diese Strukturen dank der Ausweisung als Kulturdenkmal (gesetz-lich geschützt). Das Muster der Anlage von Parzellen auf beiden Seiten der römischen Stadtmauer nimmt die persistente Struktur dieser Mauer, die sich in der Uraufnahme von 1811 deutlich abzeichnen wieder auf und prägt bis heute die Anlage des Stadtgrundrisses im Bereich der Maximilianstraße.

Abb. 28 zeigt abschließend in einer Zusammenschau das methodische Vorgehen für die Analyse der Regensburger Daten.


102


4 Köln

4.1 Geographische und stadtgeschichtliche Entwicklung

Das heutige Stadtgebiet von Köln (vgl. Abb. 1) liegt auf Schotterkörpern der Nieder- und Mittelterrassen in der Niederrheinischen Bucht. Im Osten schließt sich das Bergische Land an, im Südosten das Siebengebirge, im Südwesten die Zülpicher Börde und im Nordwesten die Jülicher Börde325. Im Holozän erfolgte der Einschnitt des Rheins in die Niederterrasse und die Ausbildung der Aue (vgl. Abb. 1 in BUBENZER, BRUNOTTE 2004, S. 2). Der historische Stadtkern hat sich auf der westlichen Seite des Rheins ("linksrheinisch") ausgebildet. Eine neuere, zusammenfassende Darstellung zur Stadt Köln aus unterschiedlicher geographischer Perspektive bieten beispielsweise SCHWEIZER, KRAAS, ZEHNER 2004a/b.

Bezüglich der Lage im GK-System besitzt der Dachreiter des Doms die Koordinaten 2567392,08 (Rechtswert) und 564555,56 (Hochwert)326. Am Rathausplatz beträgt die Höhe 52,6 m ü. NN, in der Mühlengasse bei Groß St. Martin 44,3 m327. Der tiefste Punkt im Bereich des Worringer Hafens beträgt 37,5 m über NN, der Fußboden im Kölner Dom liegt bei 55,2 m über NN (STADT KÖLN 2006, S. 9)

Bereits im Mittelalter galt Köln als die der Fläche nach größte mittelalterliche Stadt in Deutschland mit einer Fläche innerhalb der mittelalterlichen Mauern von ca. 400 ha328 (vgl. KRINGS 1984, S. 38). Die Fläche, die von der römischen Stadtmauer umschlossen wurde betrug bereits 97 ha (vgl. CURDES, ULRICH 1997, S. 75)329.

Aktuell gliedert sich die Stadt in 9 Stadtbezirke und 85 Stadtteile mit über 1 Mio. Einwohnern (Stand: 2005), der Gesamtumfang330 des Stadtgebietes beträgt rund 130 km (STADT KÖLN 2006, S. 9). Selbstverständlich gilt es bei den genannten Werten wie im Fall von Regensburg zu beachten, dass umfangreiche Eingemeindungen erfolgt sind. Nach GÖBEL (1948), der zahlreiche Statistiken zur Bevölkerung in den Jahren 1670-1946 enthält (vgl. ebd., Tab. 1-3, S. 29-33) betrug die Einwohnerzahl in der Innenstadt und Altstadt 1831: 65.953 (Volkszählungsjahr) Personen, 1939 141.686 (Volkszählung 1939, Wohnbevölkerung) Personen und 1946 28.458 (ortsanwesende Bevölkerung) Personen.

Beil. 7 zeigt das vom Südturm des Doms sichtbare Gebiet. In diesem Gebiet befinden sich die Unter-suchungsflächen der für Köln in dieser Arbeit durchgeführten digitalen Analysen. Am rechten Bildrand ist die Südbrücke zu erkennen, nach links folgen die Severinsbrücke und die Deutzer Brücke. Die Gleise am Dom führen schließlich über die Hohenzollernbrücke über den Rhein. Vor der Severinsbrücke ist Groß St. Martin zu erkennen, rechts davor der Alter Markt und der Rathausturm. Im Vordergrund sind Teile des Museum Ludwig und des Römisch-Germanischen Museums zu erkennen (vgl. auch Ausschnitt der DGK 5 in Abb. 30). Besondere Aufmerksamkeit aus vermessungstechnischer Sicht verdient der sich auf dem Dachreiter des Doms befindliche Meßtisch331.


103


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 29: Blick vom Kölner Dom 1945 (Quelle: CURDES, ULRICH 1997, S. 50; durch den Verfasser verändert).


Der aktuelle Blick vom Südturm des Kölner Doms (Beil. 7) läßt kaum noch erahnen, wie die Stadt vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ausgesehen hat. Ein deutliches Bild dieser Zerstörungen gibt Abb. 29 wieder, das offensichtlich von Dachreiter des Doms aus aufgenommen wurde und die zerstörte Stadt in südlicher Blickrichtung ähnlich der Aufnahme in Beil. 7, jedoch 54 Jahre früher zeigt. Um sich überhaupt noch orientieren zu können, wurden die Ruinen von Groß St. Martin und vom Rathausturm gekenn-zeichnet. Die Bebauung am "Alter Markt" ist völlig verschwunden.

Beim Anblick dieser Aufnahmen und im Vergleich zu Regensburg möchte man glauben, dass durch die Zerstörungen und den folgenden Wiederaufbau sämtliche historischen Strukturen im Stadtgrundriss ver-schwunden sind332. Bisher liegen aus geographischer Sicht kaum Arbeiten vor, die die Thematik von parzellenscharfen, flächendeckenden Stadtgrundrissanalysen wissenschaftlich aufgearbeitet hätten. Derartige Arbeiten werden möglich werden, wenn die am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln digitali-sierten Vorkriegskataster vorliegen. Im Rahmen seiner Diplomarbeit konnte der Verfasser bereits Auszüge aus diesen Daten benutzen.

Wie im Fall von Regensburg erfolgt zunächst ein historischer Abriss zur Stadtgeschichte von Köln unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung des Stadtgrundrisses333. Die Stadt Köln hat ihren Ausgangs-punkt als Gründung einer römischen Planstadt/ Kolonialstadt (i.S. LICHTENBERGER 1998, S. 35). Diese ist im Jahre 50 n. Chr., als "COLONIA CLAUDIA ARA AGRIPPINENSIUM" gegründet worden. Seit 313/314 ist sie Sitz eines Bischofs. Der erste, beglaubigte Bischof in Köln war Maternus (KEUSSEN 1928, S. 8). Im Jahre 950 erfolgte die erste Stadterweiterung, die "Rheinvorstadt" (KEUSSEN 1910a, S. 182*) durch Verlängerung der Nord- und Südlinie der Römermauer mit Wall und Graben bis zum Rhein. Sie fand ihren Abschluß durch den Franken- und Saphirenturm (KEUSSEN 1910a, S. 182*). 1106 erfolgte eine zweite Stadterweiterung (KEUSSEN 1910a, S. 182*; KEUSSEN 1928, S. 11). 1180 erfolgte eine dritte,

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große Stadterweiterung mit dem Bau einer neuen Stadtmauer (KEUSSEN 1910a, S. 183*, KEUSSEN 1928, S. 12). 1388 wird Köln Universitätsstadt, 1475 erhebt Kaiser Friedrich III. Köln zur freien Reichsstadt (KEUSSEN 1928, S. 14). Vom 6.10.1794 bis in das Jahr 1814 steht die Stadt unter französischer Herrschaft (KEUSSEN 1928, S. 26).

Unter französischer Herrschaft erfolgte eine Benennung der Straßen auf Schildern mit einer Nummerierung der Häuser334 und die ersatzlose Aufhebung des alten Schreinswesens (vgl. KEUSSEN 1928, S. 28). KEUSSEN (1928, S. 28) sah darin eine enorme Schädigung des Grundbesitzes. Laut Adressbuch von 1797 waren zu diesem Zeitpunkt 7415 Häuser und 193 öffentliche Gebäude (einschl. Kirchen und Klöster) (KEUSSEN 1910a, S. 196*) registriert. Im Jahre 1798 wurden die alten Schreinsbücher mit der Einführung des französischen Katasters geschlossen (KEUSSEN 1910a, S. XVII; GÖBEL 1948, S. 13), wobei die Schreinsbücher lt. KEUSSEN die "ältesten und verhältnismässig vollständig erhaltenen Grundbücher einer deutschen Stadt" (KEUSSEN 1910a, S. XVII) darstellen. Ab 1. Januar 1813 durften nur noch französische Straßennamen verwendet werden.

1815 wird Köln preußisch und zur preußischen Festungsstadt erklärt335. Mit dem Preußischen Edikt vom 28. September 1816 werden die Straßennamen wieder in deutscher Sprache geschrieben (FUCHS 1993, S. 118). Im Jahr 1836 beginnt die Neuvermessung des Stadtgebiets von Köln (vgl. SCHMIDT 1960, S. 210) und die ersten Blätter des preußischen Urkatasters sind auf dieses Jahr datiert. Nach GÖBEL (1948, S. 14) war die Vermessung innerhalb der Mauern bereits 1834 abgeschlossen gewesen. 1856 wird Köln zur kreisfreien Stadt (FUCHS 1991, 145), 1859 erfolgt die Eröffnung des Hauptbahnhofs auf dem Gelände des ehemaligen Botanischen Gartens (FUCHS 1991, S. 146). 1870 erklärt Frankreich Preußen den Krieg, der 1871 mit dem Friedensvertrag von Frankfurt endet. 1880 wird der Kölner Dom vollendet und im folgenden Jahr (1881) wird mit der Niederlegung der mittelalterlichen Stadtmauer begonnen. Am 5.5.1881 kauft die Stadt Köln für 11 794 999 Mark die preußischen Festungsanlagen und am 11.6.1881 beginnt der Abbruch der mittelalterlichen Stadtmauer am Gereonshoftor (FUCHS 1993, S. 156). Am 14. Oktober 1881 legte Stadtbaumeister Hermann Stübben Pläne zur Bebauung der Neustadt vor und am 21.3.1882 fand der erste Verkaufstermin für Bauparzellen auf dem ehemaligen Festungsterrain (der späteren "Neustadt") statt. Der erste Hausbau am Hohenzollernring beginnt am 22. April 1882 (FUCHS 1993, S. 157). 1888 erfolgt die Eingemeindung von Deutz, 1919 wird Köln wieder Universitätsstadt.

In Vorwegnahme der neuen Maß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund vom 17.8.1868 wurde bei den Katasterarbeiten durch eine "Verfügung vom 13. Juli 1868" (R. SCHMIDT 1960, S. 215) von der preußischen Rute auf das Metermaß übergegangen.

Ab 1876 wurden 40 ordinatentreue Koordinatensysteme in Preußen eingerichtet, dem Kölner System wurde dabei die Nummer 38 zugeordnet. Die endgültige Nullpunktskoordinate dieses 38er Koordinatensystems (der Dachreiter des Kölner Doms) wurde 1895 festgelegt und besaß die Koordinaten 50°56´33,2607" und 24°37´32,3136" ö. F. (R. SCHMIDT 1960, S. 224). 1921 wurde nach LVA NRW (1993, S. 22) bereits das Gauß-Krüger-Koordinatensystem eingeführt. Es wurde allerdings erst ab 1932/33 allgemein angewandt. Da bei Folgemessungen im Kölner Stadtgebiet immer wieder "Netzspannungen" (LVA NRW 1989, S. 23) bezüglich der Triangulation der Königlich Preußischen Landesaufnahme auftraten, wurde das Netz im Jahre 1933 durch das Reichsamt für Landesaufnahme Berlin erneuert. Anschlusspunkt war wiederum der Dachreiter des Kölner Doms (vgl. LVA NRW 1989, S. 23).

Im Zweiten Weltkrieg erfolgten schwerste Zerstörungen des Kölner Stadtgebietes (vgl. Abb. 29), insb. durch Luftangriffe. Danach folgte der Wiederaufbau der Stadt. So wird bereits 1948 die neue Deutzer Brücke dem Verkehr übergeben. Im Zuge der "autogerechten Stadt" wird 1962 die Nord-Süd-Fahrt fertiggestellt.


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4.2 Karten- und Datengrundlagen und deren Aufbereitung

Urkataster 1836/37

Die Prüfung der Quellen zu Köln ergab, dass das erste, sehr genau vermessene Kataster das preußische Urkataster aus den Jahren 1836/37 darstellt (vgl. oben). Das hier benutzte Blatt (vgl. Beil. 8) konnte der Verfasser persönlich im Archiv des Amtes für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln in Augenschein nehmen. In der Nomenklatur des Aufnahmeverzeichnisses handelt es sich um das IVte Blatt in der XXXIten Abteilung, das im August 1837 durch den Geometer Efferz aufgenommen worden ist (vgl. zum Aufnahmedatum AYMANS 1988, S. 220-221: "Die zeitbezogene Bestimmung von Karten ist schon schwierig genug. Das Datum auf dem vom Verfasser unterschriebenen Titelblatt besagt im Gegensatz zu vielen anderen Archivalien im Falle der Karte noch lange nicht, daß sich ihr Inhalt insgesamt tatsächlich auf das im Titelblatt vermerkte Datum bezieht"). Das Original besitzt nach den Angaben auf dem Blatt einen Maßstab von 1:312,5. Der Nordpfeil auf dem Katasterblatt (vgl. Beil. 8 links oben) weist nach rechts. Das Blatt lag dem Verfasser als Rasterdatensatz vor, der nach dem Original des Blattes vom Amt für Liegen-schaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln angefertigt worden war.

Beim ersten Versuch der Einpassung dieses Blattes in das aktuelle GK-Koordinatensystem zeigten sich hohe Lageungenauigkeiten von Parzellengrenzen. Für eine genauere Einpassung war hier der Hinweis von Herrn GÜNTHER vom Landesvermessungsamt NRW auf einen trigonometrischen und polygono-metrischen Netzriss für dieses Katasterwerk mit dem Dreieckspunkt Kölner Dom (Kreuz auf dem Ostchor) sehr hilfreich. Dieser Netzriss wurde in LVA NRW (1989, S. 10) publiziert und ist in Abb. 31 in verkleinerter Form wiedergegeben. Auf diesem Netzriss befinden sich Meßpunkte, die sich auch auf den Blättern des Urkatasters wiederfinden (vgl. Abb. 31 links). Benutzt man diese korrespondierenden Meß-punkte und die Nullpunktkoordinate des Kölner Doms für die Einpassung, kann die Einpassung sehr exakt erfolgen. Ausgewählte Meßpunkte auf dem Urkataster, die auch auf dem Netzriss erscheinen, sind in Abb. 31 zu sehen. Es handelt sich um die Meßpunkte 152, 32 und 34.

Um die Methoden der digitalen metrologischen Analyse für dieses bedeutende Kataster zu erproben336, wurden die Parzellengrenzen dieses Blattes nach der erfolgreichen Einpassung am Bildschirm vektorisiert.

DGK 5

Abb. 30 zeigt einen Ausschnitt der DGK 5. Aus dieser Karte wurden zwei Bereiche (um Groß St. Martin und das Gebiet nördlich der Auffahrt zur Severinsbrücke) zur probeweisen Durchführung von digitalen metrologischen Analysen ausgewählt (vgl. Abb. 31, 32, 33, 34). Insbesondere sollte damit erprobt werden, welche Ergebnisse sich bei einer Untersuchung im Maßstab 1:5000 erzielen lassen337. Der Ausschnitt in Abb. 30 wird im Norden durch das Museum Ludwig, im Osten durch den Rhein, im Süden durch die Auffahrt zur Severinsbrücke und im Westen durch die Hohe Straße begrenzt. Das in Abb. 30 dargestellte Gebiet gehört zum Stadtbezirk "Innenstadt" und zu den Stadtteilen Altstadt-Nord und Altstadt-Süd338. Die Grenze zwischen diesen beiden Stadtteilen bildet in west-östliche Richtung die Straßenführung der Augustinerstraße zur Deutzer Brücke (vgl. Beil. 7).

Die in Auszügen benutzte Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) der Stadt Köln (vgl. Abb. 32 unten und Abb. 34) stellt die ehemals analog geführten Informationen der "Katasterkarte" (LVA NRW 2006, S. 87) in digitaler Form bereit und enthält eine Vielzahl von Objekten, die nach Folien (Objektbereiche) und Objekten (Objektartenschlüssel) verschlüsselt sind. Für die in vorliegender Arbeit durchgeführten Analysen wurden lediglich die Folien "001 Flurstücke" und "002 Flur- und Gemarkungsgrenzen" (vgl. LVA NRW 1979; LVA NRW 2006, S. 87) benötigt.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 30: Ausschnitt aus der Deutschen Grundkarte 1:5000 Köln, verändert. Quelle: Stadt Köln, Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster


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4.3 Rechnergestützte, metrologische Analyse

In der Stadt Köln wurden in vorliegender Arbeit lediglich in ausgewählten Gebieten digitale metrologische Untersuchungen durchgeführt. Es handelte sich dabei um Einzelmessungen (vgl. Abb. 4) und automatisierte Mehrfachmessungen (vgl. Abb. 5). Als Grundlagen wurden einen Blatt des preußischen Urkatasters aus dem Jahre 1837, die DGK 5 und die ALK herangezogen. Die Messungen in der DGK waren dabei auf Einzelmessungen beschränkt, da die DGK lediglich als Rasterdatensatz vorlag und für die automatisierte Mehrfachmessung zwingend Vektordaten notwendig sind.

Die Beschränkung auf metrologische Analysen erfolgte aus verschiedenen Gründen. Insbesondere ist die Digitalisierung aller Blätter des preußischen Urkatasters 1836/37 innerhalb der mittelalterlichen Umwallung und weiterer historischer Kataster der Stadt Köln (z.B. Vorkriegskataster 1934-1938 und Vermessungspläne 1948/1949) noch nicht abgeschlossen. Diese Digitalisierung erfolgt am Kunsthistorischen Institut der Uni-versität zu Köln unter Leitung von Herrn Prof. Nußbaum. Nach persönlicher Mitteilung von Herrn Prof. Nußbaum steht sie jedoch kurz vor dem Abschluss.

Sollten die Daten zur Verfügung stehen, müssten sie für die Analyse zunächst einmal aufbereitet werden. In Hinblick auf die "enormen" Datenbestände für das Gebiet der Stadt Köln innerhalb der mittelalterlichen Umwallung wäre es in diesem Zusammenhang sinnvoll, den Versuch zu unternehmen die in vorliegender Arbeit neu entwickelten Analysefunktionen in gängige GIS-Systeme zu übertragen. Damit würde man sich die für die Analysen notwendige objektorientierte Datenstrukturierung bzw. Konvertierung ersparen. Ebenso wären die von GÖBEL (1948) formulierten Anmerkungen bezüglich der Darstellung von Parzellen-grenzen im Kölner Kataster zu überprüfen (vgl. Kap. 6.2.).

Für die probeweise durchzuführenden metrologischen Analysen wurden hier Bereiche ausgewählt, in deren (durch historische Quellen belegt) eine Veränderung in den Parzellargefügen nachzuweisen ist.

4.4 Befunde und Ergebnisse Köln

4.4.1 Einpassung des Urkatasters 1837

Das erste Teilergebnis bei der Einpassung des Urkatasters von 1837 war die "Entdeckung" des oben bereits erwähnten Netzrisses (Abb. 31) für Zwecke der sehr genauen Einpassung in ein GK-Koordinatensystem.

Der Netzriss (Abb. 31) zeigt die Lage des einzupassenden Blattes des Urkatasters in Bezug auf bekannte Meßpunkte. Um den Netzriss zu "norden", muss er ebenso wie das Blatt des Urkatasters um 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Zwischen dem "Rathhaus" und "gr. Martin" befindet sich auf dem Netzriss ein Punkt mit der Beschriftung "152". Dieser Punkt befindet sich im originalen Blatt des Urkatasters an der Ecke "Alter Markt", Mühlengasse, ist jedoch durch in der Darstellung des eingepassten Blattes in Beil. 8 dort nicht mehr zu sehen. Er wurde deshalb separat in Abb. 31 rechts oben eingefügt. An der Ecke "Mühlengasse", "Mauthgasse" befindet sich im Urkataster der Meßpunkt "32". Er ist in Abb. 31 in der rechten Bildhälfte vergrößert dargestellt. Die Meßpunkte sind durch gerissene Fluchtlinien miteinander verbunden. Da der Maßstab des Urkatasterblattes und die Koordinaten der Meßpunkte bekannt sind, konnte eine genaue Einpassung des Blattes erfolgen.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 31: Verkleinerter Auszug aus dem trigonometrischen und polygonometrischen Netzriss für die Neuvermessung der Stadt Köln 1836 mit dem Dreieckspunkt Kölner Dom, Kreuz auf dem Ostchor und ausgewählte Meßpunkte aus dem Urkataster. Quellen: LVA NRW 1989, S. 10 (Netzriss), Stadt Köln (Urkataster), verändert

4.4.2 Metrologie

An dieser Stelle werden zwei Befunde dargestellt: Es handelt sich um Bereiche westlich des Fischmarktes im Stadtteil Altstadt-Nord und nördlich der Severinsbrücke im Stadtteil Altstadt-Süd.

Abb. 32 zeigt im oberen Teil zwei Details aus dem Urkataster 1837 westlich des Fischmarktes und südöstlich der "Pfarrkirche zu St. Martin" (vgl. auch Beil. 8), die in der aktuellen DGK 5 mit "Groß St. Martin" bezeichnet wird (vgl. Abb. 30). Im unteren Teil der Abbildung ist ein korrespondierender Ausschnitt aus der ALK (Stand: 2001) mit dem Ergebnis einer automatisierten Distanzmessung dargestellt. Der Abstand zwischen den Punkten P1 und P2 beträgt ziemlich genau 12 rheinländische/preußische Fuß. Dieses Maß entspricht einer rheinländischen/preußischen Rute zu 12 Fuß (vgl. Tab. 6). Vergrößert man nun die Beschriftung der straßenseitigen Begrenzung der in der ALK mit einer rheinländischen Rute dokumentierten Parzelle (Abb. 32, unten) aus dem Urkataster und dreht diesen vergrößerten Ausschnitt um 180° (vgl. Abb. 32 rechts oben), stellt man fest: Die Beschriftung der straßenseitigen Parzellengrenzen nämlicher Parzelle am Fischmarkt lautete "2.88" und "3.88".


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 32: Rheinländisches/ preußisches Maß am Fischmarkt, Details aus dem Urkataster 1837 und der ALK. Quelle: Stadt Köln, Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster


Die Länge dieser Parzellengrenze beträgt also genau eine Einheit. Da nach R. SCHMIDT (1960, S. 215) und WITTHÖFT (1994, S. XVII) der rheinländische/preußische Fuß zur Zeit der Aufnahme des Urkatasters bei der Katastervermessung angewandt wurde, kann es sich bei dieser Einheit nur um ein Vielfaches des rheinländischen/preußischen Fußes handeln. Demnach hat sich bis zum heutigen Tag diese größere Einheit der rheinländischen/preußischen Rute in Form einer Parzellenbegrenzung erhalten.

Bei der Durchsicht der Messwerte (vgl. Abb. 32, unten rechts) zeigte sich, dass dieses Maß in gerundeter Form offensichtlich auch einer Regensburger Rute zu 12 Stadtschuh entspricht. Diese annähernde Übereinstimmung von Maßen in Köln und Regensburg wurde bereits oben angesprochen339.

Die metrologischen Untersuchungen ergaben, dass sich die DGK 5 nicht für das "Herausmessen" einzelner (historischer) Maße eignet. Sie eignet sich allerdings für die Messung von potentiellen Vielfachen und Verhältnissen von Maßen. So ergab die Abmessung von Parzellen im Bereich der Rheinaustraße in der DGK 5 häufiger einen Wert von ca. 23 m (vgl. Abb. 33) und ließ daher auf eine vermessene bzw.

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planmäßige Anlage schließen. Eine solche Messung lässt sich mit der Software durchführen, die zur CD "Kölner Stadtkarten und Luftbilder" geliefert wird und von jedermann preisgünstig bei der Stadt Köln erworben werden kann (vgl. veränderten Bildschirmausdruck in Abb. 33). Derartige Messungen könnten also für das gesamte Gebiet, für das die DGK 5 vorliegt, durchgeführt werden.


SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 33: Rheinaustraße, Ausschnitt aus der Deutschen Grundkarte 1:5000 Köln. Quelle: Stadt Köln 2001


Auch rein visuell besitzen anscheinend manche Parzellengrenzen an der Nordseite der Rheinaustraße ähnliche Breiten. Für diesen Bereich wurden Auszüge aus der ALK (Stand: 2001) digitalisiert und es konnte eine genauere metrologische Analyse mit der Software FORTVNA durchgeführt werden. Dabei zeigte sich, dass die Breite der nördlichen Parzellenbegrenzung der in der DGK 5 eingezeichneten Parzelle Rheinau-straße 32 (die Hausnummern 30 und 32 liegen auf einer Parzelle) in der ALK ziemlich genau 23 m (exakt 23,03 m) beträgt.

Dieser Wert entspricht nun einem Maß von exakt 80 Kölnischen Fuß (vgl. Abb. 34 oben rechts). Die Breite der westlich anschließenden Parzelle (Rheinaustraße 28, vgl. Abb. 33) beträgt 40 Kölnische Fuß, die Breite der nächsten Parzelle (Rheinaustraße 26) beträgt 50 Kölnische Fuß. Des Weiteren schließen sich gerade Maße von 50, 30 und 20 Kölnische Fuß bis zur Kreuzung mit der Follerstraße (vgl. Abb. 33) an. Die Messung der Breite der Rheinaustraße ergibt genau 3 Kölnische Fuß. Hier drängt sich die Hypothese eines planmäßig angelegten Bereiches im Kölner Stadtgrundriß auf. Ein zufälliges Vorkommen dieser Aneinan-derreihung ist eher unwahrscheinlich. Die Verifizierung der Hypothese durch Quellen muss freilich den Historikern überlassen bleiben.


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SCHÜTZ, Franz Xaver (2008): Abb. , Persistenzindex, Stadt Regensburg, Stadt Köln, Geographie, Topographie, GIS-Analysen, GIS, Franz Xaver Schütz, SCHUETZ FRANZ XAVER, Geographische Informationssysteme, GIScience,History of Regensburg, Geschichte der Stadt Regensburg, Karten der Stadt Regensburg,Uraufnahme, Kataster, Metrologie, new map of Regensburg,AIS,GIUrbs,information system, topography of Regensburg and Cologne, topografia di Colonia,Ancient Ratisbona,fxs,maps of Regensburg and Köln,nuova carta di Regensburg,historische geographie,urban historical geography,history ,urban research,Stadtforschung, stadtplan, karte, stadtgrundriss, metrologie, stadtgeographie, urban geography, history, castra regina, colonia, GIS, UNESCO , Welterbe

Abb. 34: Befunde mutmaßlicher Kölner und rheinländischer Maße in der ALK Köln. Quelle: Stadt Köln


Neben dem Kölnischen Fuß wurden in der untersuchten Fläche weitere Maße dokumentiert. So beträgt die Länge der straßenseitigen Begrenzung der Parzelle Koelhoffstraße 9 (Strecke zwischen P1 und P2) exakt 50 rheinländische/preußische Fuß (vgl. Abb. 33 und Abb. 34 links unten). Die Länge der straßenseitigen Parzellengrenze von Hausnummer 7 in der Koelhoffstraße beträgt 30 rheinländische/ preußische Fuß.

Belege für ein metrisches Maß finden sich ebenfalls (vgl. Abb. 33 unten rechts, Buchstabe "A" und Abb. 34 unten rechts, ebenfalls Buchstabe "A"). Z.B. beträgt die Länge der Strecke zwischen den Punkten P1 und P2 ziemlich genau 5 m (5,02 m). Die Koelhoffstraße selbst weist eine durchschnittliche Breite von 10 m auf. Bei diesen Abmessungen handelt es sich vermutlich um Anlagen, die in metrischen Maßen geplant wurden. Dies erklärt sich durch die Umgestaltung im Zuge der Baumaßnahmen für die Auffahrt zur Severinsbrücke, deren "Inbetriebnahme" nach CURDES, ULRICH (1997, S. 191) in den Jahren 1956-1959 erfolgte.

KRAUS (1953, S. 98 u. Abb. 3 zu Köln, Maßstab ca. 1:21300, vgl. oben) stellte fest, dass die Größe und Lage der Grundstücke seit dem Mittelalter bei St. Severin teilweise noch erhalten waren, jedoch im Zuge der Errichtung der Severinsbrücke nach dem Krieg endgültig zerstört worden sind. Auch CURDES, ULRICH diente das Beispiel Auffahrt zur Severinsbrücke zur Darstellung der "Zerstörung des Parzellengefüges" (CURDES, ULRICH 1997, S. 191, Abb. IX.20).

Alle drei Autoren verwendeten sehr kleinmaßstäbige Karten. Mit den in diesem Bereich erstmals angewandten digitalen metrologischen Analysen auf Basis der großmaßstäbigen ALK zeigt sich, dass in diesem Bereich trotz der Umgestaltungen nach dem Zweiten Weltkrieg noch Maße aus verschiedenen historischen Epochen zu finden sind.


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Beide Beispiele zeigen, dass sich mit der in vorliegender Arbeit entwickelten Methode der digitalen metrolo-gischen Analyse nicht nur in der StGK der Stadt Regensburg, sondern auch in der ALK der Stadt Köln historische Maße zentimetergenau dokumentieren lassen. Die Ergebnisse belegen gleichzeitig die sehr hohe Qualität der Katasterdaten in beiden Städten.

Zudem macht das Beispiel "Rheinaustraße" in Köln deutlich, dass sich im aktuellen Kölner Kataster nicht nur historische Maße finden lassen, sondern offensichtlich auch planmäßige Bereiche innerhalb der Stadt. Des Weiteren spiegelt dieses Beispiel in der dokumentierten "Abfolge" der historischen Maße (kölnische Maße, rheinländisch/preußische Maße und metrische Maße) die tatsächliche Entwicklung/Veränderung im Stadtgrundriss wieder. Es zeigt sich, dass Stadtentwicklung in diesem Fall gleichzeitig eine Veränderung der Parzellarstrukturen zur Folge hatte.

Bereits an diesen beiden Beispielen wird deutlich, welches Erkenntnispotential digitale metrologische Analysen für das gesamte Kölner Stadtgebiet, gegliedert nach verschiedenen Zeitschnitten, freisetzen könnten.

4.4.3 Persistente Strukturen

Vor dem Hintergrund der kurz vor dem Abschluss stehenden Digitalisierungen aller Blätter des preußischen Urkatasters 1836/37 innerhalb der mittelalterlichen Umwallung und weiterer historischer Kataster der Stadt Köln unter Leitung von Herrn Prof. Nußbaum am Kunsthistorischen Institut (vgl. oben) wurden in vorliegender Arbeit keine Berechnungen des PX auf objektorientierter Basis vorgenommen. Am Beispiel der Digitalisierung der Kölner Kataster ist der Aufwand zu ermessen, der hinter der Digitalisierung von historischen Katastern steckt. So arbeitet Herr Prof. Nußbaum mit seinen Mitarbeitern seit 1996 an der Digitalisierung des Urkatasters, der Kataster 1934-1938 und der Vermessungspläne 1948/49 (vgl. HÄUBER et al. 1999, S. 48, Anm. 6). Seit Beginn der Arbeiten konnte nach persönlicher Mitteilung von Herrn Prof. Nußbaum zudem ein wesentlicher Fortschritt in der Genauigkeit der Digitalisate erzielt werden.

Deshalb muss die Prüfung der Frage zurückgestellt werden, ob die mit den damaligen Daten und unter Anwendung eines "layer-orientierten" Ansatzes grundsätzlich mit den in einem objektorientierten Ansatz berechneten Werten übereinstimmen. Dazu müssten die Kölner Daten erneut, allerdings unter Anwendung eines objektorientierten Ansatzes, einer Analyse unterzogen werden. Hierzu ist jedoch zunächst einmal die "Freigabe" dieser Daten abzuwarten.

An dieser Stelle soll jedoch zumindest ein Hinweis auf einige Ergebnisse der Berechnung von Werten des Persistenzindex aus der unpublizierten Diplomarbeit des Verfassers (SCHÜTZ 1999) erfolgen. Der Verfas-ser geht dabei von der Hypothese aus, dass die damals erzielten Ergebnisse in ihrer Grundaussage auch bei der neuerlichen Berechnung des PX mit aktualisierten Daten und in einem objektorientierten Ansatz gültig bleiben. Im Detail werden sich selbstverständlich Veränderungen ergeben.

Die Berechnung des PX wurden damals vom Verfasser mit der "layer-basierten" Software SICAD/SD98 V3.0 durchgeführt. Analysiert wurden dazu Daten (Stand: 1996-1999) aus den Digitalisaten von verschiedenen historischen Katastern der Stadt Köln, die Herrn Prof. Nußbaum dem Verfasser freund-licherweise für Testzwecke zur Verfügung gestellt hatte. Es handelte sich dabei um das Vorkriegskataster und das (damals) aktuelle Kataster.

Es zeigte sich unerwarteter Weise, dass sich in Köln im aktuellen Stadtgrundriss nördlich des Haupt-bahnhofs noch sehr viele Strukturen aus dem Vorkriegskataster erhalten haben. Auch im Bereich südlich von Groß St. Martin (vgl. Abb. 30) wurden noch einige Flächen dokumentiert, die einen hohen Wert des PX, also eine hohe Persistenz von Parzellengrenzen aufwiesen. Die in vorliegender Arbeit probeweise vorgenommene metrologische Analyse in diesem Bereich dokumentierte gerade in diesem Bereich die Persistenz des historischen Maßes des rheinländischen bzw. preußischen Fußes (vgl. Abb. 32).

Wesentliche Veränderungen bezüglich des Parzellargefüges zeigten sich im Bereich des Hauptbahnhofs, im Bereich süd-östlich des Doms, nördlich von Groß St. Martin, in der Rheinuferzone und an der Auffahrt zur Deutzer Brücke.


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Erklärbar waren diese Veränderungen durch den Neubau des Rheinufertunnels, des Römisch-Germanischen Museums, der Philharmonie, des Wallraf-Richartz-Museums/Museum Ludwig und der Wohnbebauung mit Tiefgarage nördlich von Groß St. Martin. Alle eben genannten "Großprojekte" wurden nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt.

Die folgende Abbildung zeigt in einer Zusammenschau die auf Köln angewandte Methode.



1. Datengrundlagen



Preußisches Urkataster 1837

(Rasterdaten)

Deutsche Grundkarte 1:5000

(Rasterdaten)

Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK)

(Vektordaten)

Einpassung in ALK



Digitalisierung der Parzellengrenzen


Extraktion der Parzellengrenzen


Sämtliche Daten liegen aufbereitet und geprüft vor




2. Digitale Metrologische Analysen



Digitale Metrologische Analysen ...


nach absoluten historischen und metrischen Maßen


nach Vielfachen und gemeinsamen Teilern von hist. und metrischen Maßen



3. Darstellung der Ergebnisse




Text, Abbildungen, Karten



Abb. 35: Übersichtsdarstellung der auf Köln angewandten Methode



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5 Parallele/individuelle Befunde und kritische Diskussion der Ergebnisse

5.1. Parallele und individuelle Befunde der Fallstudien Köln und Regensburg

Köln wurde als zivile römische Stadt gegründet, Regensburg als Militärstadt (vgl. Zeittabellen im Anhang). Beide Anlagen besitzen also römische Wurzeln und können als römische Plananlagen bezeichnet werden. Ihre Anlage erfolgte jeweils an einem bedeutenden Fluss (Rhein, Donau). Diese Flüsse haben die Gründungsanlage in beiden Fällen wesentlich beein-"flusst", insb. die Anlage des Straßenrasters betreffend. Die Anlage erfolgte in beiden Fällen grundsätzlich in zwei Hauptrichtungen, parallel und senkrecht zum damaligen Flusslauf. Dabei wurden die Hauptverkehrswege und damit auch die an ihnen liegenden Parzel-len, vorwiegend parallel zur Flußrichtung angelegt. Jedoch nicht nur Rhein und Donau, sondern auch die lokale Geomorphologie, besonders lokale Wasserläufe haben die Anlage beeinflusst. Abweichungen von in der Regel planvoll (gerade) angelegten Straßen und Baublöcken werden häufig durch diese Gegebenheiten erklärbar. In Regensburg ist dies vor allem der Vitusbach (vgl. GLOSSNER 1998). In Köln handelt es sich um verschiedene Bachläufe (vgl. KEUSSEN 1910a, 1910b, 1928).

Am Beispiel Regensburg konnte belegt werden, dass das römische Erbe bis zum heutigen Tag in vielen Bereichen die (Weiter-)Entwicklung des Stadtgrundrisses bedingt (hat). So konnte in Regensburg z.B. belegt werden, dass sich Parzellengrenzen 1811 am damals nicht mehr sichtbaren Verlauf der Römermauer orien-tierten (vgl. Abb. 17) und auch die Auswertung der aktuellen Orientierungen von Parzellengrenzen ergab deutliche Hinweise auf das römische Erbe. Diese Orientierung wurde etwa bei den Planungen um die Maximilianstraße wiederaufgenommen. In diesem Zusammenhang wäre aufschlussreich, ob dies bewußt geschehen ist oder nicht. In Regensburg ergaben sich aus den Ergebnissen der metrologischen Analysen zudem Hinweise auf mutmaßlich römische Parzellarstrukturen. In beiden Städten weisen die Namen von Straßen auf deren römische Vergangenheit hin, wobei im Fallbeispiel Regensburg derartige Straßennamen in der Uraufnahme noch häufiger zu finden sind als im aktuellen Kataster. Sowohl in Regensburg als auch in Köln weisen die Verläufe von Straßen bzw. deren Bündelung auf (ehemalige) Stadttore hin.

Zum weiteren Verlauf der jeweiligen Stadtentwicklung hat STROBEL (1976, S. 21) darauf hingewiesen, dass sowohl in Köln als auch in Regensburg die Ansiedlung des Rathauses zwischen römischer Altstadt und "junger Neustadt" erfolgte. Im Mittelalter erfuhren beide Städte mehrere Stadterweiterungen. Die Ergebnisse der hier durchgeführten Analysen für Regensburg lassen dabei auf eine planmäßige Stadt-erweiterung schließen. Auffällig ist zudem die Tatsache, dass die Flächenvergrößerungen dieser Stadterweiterungen in beiden Städten in exakt demselben Verhältnis stattfanden. In Regensburg umschloß die römische Stadtmauer ca. 25 ha, die Fläche der mittelalterlichen Stadt betrug ca. 108 ha. Setzt man die Größen der römischen bzw. der mittelalterlichen Städte Regensburg und Köln ins Verhältnis, ergibt sich beide Male ein Wert von ca. 1:4.

Die erste katastermäßige Erfassung von Parzellen auf Basis einer genauen Vermessung vor Ort erfolgte in beiden Städten jeweils unter französischem Einfluss (Regensburg) bzw. unter französischer Herrschaft (Köln). Grundlegende, großflächige Veränderungen im Stadtgrundriss sind sowohl in Regensburg (1809), als auch in Köln (Zweiter Weltkrieg) auf Zerstörungen durch Kriegseinwirkung und nachfolgende Wiederauf-bauplanung zurückzuführen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten in beiden Städten weitere Veränderungen im Stadtgrundriss, die häu-fig mit der Zerstörung der historischen Parzellarstruktur verbunden waren. Dies betrifft die Planungen im Zuge der "autogerechten Stadt" und die Anlage von Kaufhäusern, Banken, Verwaltungs- und Wohnanlagen. Obwohl die Veränderungen im Baubestand gravierend waren, hat sich das (physiognomisch unsichtbare) Parzellargefüge in manchen Baublöcken lediglich geringfügig verändert. Dies wird in der Karte zum Persistenzindex von Regensburg (vgl. Beil. 6) deutlich. Es zeigt sich also, dass sich Parzellenstrukturen im Ganzen doch sehr viel beständiger zeigen, als z.B. die auf den Parzellen errichteten Architekturen. Ab-weichungen von dieser Feststellung ergeben sich lediglich bei "monumentalen Architekturen", die als Ganzes oder in Teilen wiederverwendet wurden (z.B. Überreste von Stadtmauern).


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In beiden Städten lassen sich durch die digitale metrologische Analyse außerhalb des römischen Stadtkerns planmäßig angelegte Parzellarstrukturen aus mutmaßlich verschiedenen historischen Epochen dokumen-tieren. Ebenso wurden nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand mutmaßliche historische Maße ermittelt. Es ergaben sich Hinweise, dass verschiedene, in den Städten Regensburg und Köln benutzte Maße womöglich auf einem einheitlichen Grundmaß beruhen, so entspricht der Regensburger Stadtschuh ziemlich genau dem rheinländischen Fuß.

Anhand der digitalen Analysen konnte in beiden Städten in ausgewählten, begrenzten Bereichen eine "relative Chronologie" der historischen Maße erarbeitet werden. Eine Überprüfung der Fachliteratur bestätigt, dass diese relative Chronologie mit der tatsächlichen historischen Entwicklung. korrespondiert. Genauere Datierungen dieser Entwicklungen bedürfen jedoch der Berücksichtigung entsprechender histo-rischer Quellen. Es lassen sich jedoch z.B. temporale Abfolgen erkennen, in denen ein Wechsel von Maßeinheiten erfolgte, z.B. der Übergang von lokalen Maßen zu den metrischen Maßen.

In Regensburg und Köln konnte festgestellt werden, dass nach der Säkularisation ehemals im Eigentum der Kirche befindliche Grundstücke in großer Anzahl in öffentliches Eigentum übergingen (wobei in Köln lediglich ein Blatt des Urkatasters untersucht wurde).

Dagegen konnte in Regensburg aufgrund der flächendeckenden Analysen festgestellt werden, dass in "kleinen" Baublöcken mit einer großen Anzahl von Parzellen und "kleinsten" Baublöcken mit lediglich einigen (wenigen) Parzellen(grenzen) höchste Werte des PX auftreten. Dieser Befund deckt sich mit einer ähnlichen Feststellung von LICHTENBERGER (2002, S. 173), die eine "weit überdurchschnittliche Persistenz von auf besonders kleinen Parzellen stehenden Objekten" ausgemacht hat. WIRTH (1976) weist darauf hin, dass bei einer Kleinparzellierung das Eigentum am städtischen Boden auf viele Eigentümer ver-teilt ist. Dies könnte auch in Regensburg der Grund dafür sein, dass in diesen Bereichen keine großflächigen Veränderungen erfolgt sind. Befinden sich dagegen viele Parzellen in einem Baublock im Eigentum von wenigen oder gar Einzelpersonen, sind großflächige Umgestaltungen einfacher durchzusetzen. Diese Umgestaltungsmaßnahmen haben durch Parzellenzusammenlegungen meist eine völlige Zerstörung historischer Grundrissstrukturen zur Folge. Erfolgt hingegen keine Zusammenlegung der Parzellen, obwohl sich diese im Eigentum einer einzigen (juristischen) Person befinden, können trotz großflächiger, monotoner Überbauung historische Parzellarstrukturen im Stadtgrundriss erhalten bleiben. Eine derartige Erhaltung von historischen Parzellarstrukturen zeigt sich in Regensburg z.B. im Baublock 01.3.130 (vgl. Beil. 2, 6). Weiterhin weist das Parzellargefüge in Bereichen, die sich in städtischem, kirchlichem oder (ehemals) fürstlichem Eigentum befinden, eine hohe Persistenz auf.

Am Fallbeispiel Regensburg konnte ebenfalls dokumentiert werden, dass die Baublöcke in der Regel eine höhere Persistenz aufweisen, als die in ihnen enthaltenen Parzellarstrukturen. Da der Raum "außerhalb" der Baublöcke im Stadtgrundriss das Netz aus Straßen, Wegen, Plätzen und Freiflächen bildet, läßt sich daraus schließen, dass das Straßennetz in der Stadt Regensburg grundsätzlich eine höhere Persistenz aufweist.

Für das Fallbeispiel Regensburg gilt bezüglich der eingangs formulierten Frage, ob aus einer fehlenden Veränderung in der Zeit automatisch auf Persistenz geschlossen werden kann: Die Grenzen von Parzellen betreffend kann aus einer fehlenden Veränderung dieser Grenzen in der Zeit automatisch auf "Lagepersistenz" bzw. "Grundrisspersistenz" geschlossen werden. Die Eigentumsverhältnisse der Parzellen betreffend, die ja durch deren Grenzen definiert sind, kann nicht automatisch auf eine Persistenz geschlos-sen werden. Für das Fallbeispiel Köln lassen sich auf Grund der vergleichsweise geringen Anzahl von Untersuchungsflächen keine Aussagen zu dieser Frage machen.


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5.2 Kritische Diskussion der Ergebnisse

Die Methode

Hinsichtlich der Diskussion der methodisch erzielten Ergebnisse muss in vorliegender Arbeit zwischen der Anwendung von bereits bestehenden und übernommenen Methoden und der Entwicklung und Anwendung vom Verfasser selbst entwickelter neuer Methoden unterschieden werden.

Hinsichtlich bereits bestehender Methoden kamen vorrangig GIS-gestützte Verfahren zur Einpassung von Rasterdaten (historische Karten und Kataster) in großmaßstäbige, aktuelle Vektordatenbestände (digitale Stadtgrundkarte und Automatisierte Liegenschaftskarte) zum Einsatz. Diese Verfahren werden in der geographischen Forschung ebenso wie in der amtlichen Datenverarbeitung seit langer Zeit angewandt und können bezüglich der Anwendung auf die hier verwendeten Datenbestände als "ausgereift" betrachtet werden (vgl. BREUER et al. 1997; darin insb. LENZ 1997 und Kap. 2.1. in vorliegender Arbeit). Die mit diesen Verfahren erzielbare, hohe Genauigkeit wurde durch die Ergebnisse der vom Verfasser durch-geführten digitalen metrologischen Analysen evaluiert und bestätigt.

Aufgrund der sehr hohen Genauigkeit der maschinell zu verarbeitenden Daten müssen die für die vorliegen-de Arbeit neu entwickelten und angewandten Methoden vor allem in Hinblick auf mögliche Berechnungs-fehler diskutiert werden. Das gilt z.B. für die Berechnung der Kennzahlen zum Persistenzindex (PX), zum Orientierungsindex (OX) und zur Länge und Anzahl von Linien pro Flächeneinheit (LGF, AGF).

Für sämtliche (Berechnungs-)Methoden galt, dass die Genauigkeit der Berechnung mindestens die Genauigkeit der Ausgangsdaten aufweisen musste. Durch die Anwendung von Datentypen der Program-miersprache C++ (vgl. Kap. 2.5.1.) war diese Genauigkeit sichergestellt. Fehler bezüglich der Genauigkeit und dadurch unter Umständen bedingte Rundungsfehler bzw. die "Aufsummierung" von Rundungsfehlern konnten somit ausgeschlossen werden. Der Verfasser konnte im Vergleich mit weiteren GIS-Software-produkten derartige Abweichungen bei Berechnungen der Länge von Strecken nachweisen, diese fallen dort aber meist nicht auf, weil es sich um Fehler im "Nachkommastellenbereich" handelt und in der Regel nicht in der hier geforderten Genauigkeit gearbeitet werden muss. Im Rahmen der Entwicklung der neuen Funktionen musste der Verfasser die erzielten Ergebnisse "manuell" nachrechnen und konnte dadurch gleichzeitig deren Genauigkeit überprüfen.

Bezüglich der metrologischen Analysen und der (lokalen) Kennzahlen OX, AGF und LGF kam haupt-sächlich die "Pythagoras-Abstandsfunktion" (vgl. Kap. 2.5.1.) der Euklidischen Metrik zum Einsatz. Bei der Anwendung der Berechnungen mit dieser Funktion wurde von einer digitalen Karte mit einer orthogonalen Projektion ausgegangen. Da alle analysierten Daten in einem Gauß-Krüger-Koordinatensystem, also in orthogonalen Koordinaten, vorlagen, entfallen mögliche Problematiken bei der Berechnung von Abständen, Orientierungen und Längen von Parzellengrenzen. Probleme würden sich hier allerdings ergeben, falls die Daten in einem "nicht-orthogonalen" bzw. in verschiedenen Koordinatensystemen vorliegen würden.

Ein Problem stellt die hohe Berechnungsgenauigkeit bei dem metrologischen Analysen dar. Wird nämlich automatisiert nach historischen Maßen gesucht, vergleicht der Rechner diese historischen Maße mit einer Genauigkeit in den Nachkommastellen, die in der Realität niemals erzielt werden kann. Deshalb sollten bei der automatisierten Berechnung von historischen Maßen (vgl. Abb. 5) zulässige Abweichungen (Toleranzen) im mm-Bereich angegeben werden. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die endgültige Verifikation, ob es sich nun bei den rechnerisch dokumentierten Maßen wirklich um historische Maße handelt, nur über die Absicherung durch historische Quellen erfolgen kann (vgl. Anm. 2).

Die Ausgangsbasis zur Berechnung der Kennzahl des PX (Persistenzindex) geht im Kern auf die Diplomarbeit des Verfassers aus dem Jahre vor 1999 zurück. Sie basierte damals auf einem "layer-basierten" Ansatz. Auf diese Weise wurde die Übereinstimmung von Parzellengrenzen in zwei unterschiedlichen Ebenen ("layern") getestet und daraus der PX berechnet. Diese Form der Berechnung war jedoch mit verschiedenen Problemen verbunden (vgl. Kap. 2.4.3.).


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Zur Lösung dieser Probleme wurde deshalb in der vorliegenden Arbeit zur Analyse von Stadtgrundrissen für Regensburg und Köln erstmals ein objektorientierter (OO) Ansatz entwickelt und erprobt. Da in der Realität einmalig vorhandene Geo-Objekte nun auch im Rechner lediglich ein einziges Mal gespeichert werden, entfallen die genannten Vergleichs- und Übereinstimmungsprobleme von Geo-Objekten in verschiedenen (Speicher-)Ebenen. Die Veränderung von Geo-Objekten (im Fall vorliegender Arbeit handelt es sich dabei um Parzellengrenzen) in der Zeit wird jetzt implizit im Attribut "Zeit" ("TIMESTAMP") des Geo-Objektes gespeichert. Der Persistenzindex wird über die Auswertung dieser Attribute berechnet.

Im Laufe der Bearbeitung wurde ein weiteres methodisches Problem deutlich, das allerdings ebenfalls durch die Anwendung eines objektorientierten Ansatzes vermieden werden konnte. Wird nämlich keine kon-tinuierliche Analyse (Längsschnitt) bei der Berechnung des Persistenzindex durchgeführt, könnte der Fall eintreten, dass beim Vergleich von Strukturen z.B. aus dem Jahren 1811 und 2003 Geo-Objekte als identisch bzw. persistent ausgewiesen werden, die zwischenzeitlich verschwunden waren und in neuer Form an exakt derselben Stelle wieder neu entstanden sind. Da bei der Anwendung des objektorientierten Ansatzes die Historie jedes einzelnen Geo-Objektes mit dem Geo-Objekt gespeichert ist und sich jedes Geo-Objekt eindeutig identifizieren lässt, kann dieses Problem in einem objektorientierten Ansatz nicht auftreten, da die "Lücke" im Zeit-Attribut des Geo-Objektes im Rechner dargestellt wird. Der Bearbeiter, der das entsprechende Geo-Objekt erfasst, dokumentiert auf diese Weise zwangsläufig derartige "Lücken". Daraus folgt, dass es anzuraten ist, objektorientierte Systeme mit Bearbeitern auszustatten, die über entsprechende Sachkenntnis ("wissens-basiert") verfügen.

Mit der Modellierung in dem hier angewandten objektorientierten Ansatz entfallen auch viele Probleme, die mit der Darstellung der Ergebnisse in Form der aktuellen Baublöcke verbunden wären, weil Ausgangsdaten und Ergebnisdaten immer an räumlich identische Geo-Objekte gebunden sind. Sie müssen nicht wie z.B. in "layer-orientierten" Systemen durch "Zerschneidung" oder ähnliche Methoden generiert werden. Resümierend lässt sich also feststellen, dass für die Methode des Persistenzindex auf objektorientierter Basis die von WAGNER (1999, S. 93) geforderten allgemeinen Kriterien für Bewertungsverfahren zutreffen. Die eben diskutierten Methoden wurden im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit an Fallbeispielen aus den Städten Regensburg und Köln erprobt. Im Folgenden werden nun die durch Anwendung dieser Methoden erzielten (lokalen) Befunde diskutiert.

Die lokalen Befunde

Die Diskussion der lokalen Befunde (vgl. Kap. 3.4 und 4.4) kann nur unter Einbeziehung der benutzten (lokalen) "Quellen" erfolgen. Bei diesen Quellen handelte es sich hauptsächlich um historische und aktuelle Karten und Kataster. Für die historischen Kataster beider Städte gilt, was AYMANS (1988, S. 220-221) in diesem Sinne zutreffend geäußert hat: "Die zeitbezogene Bestimmung von Karten ist schon schwierig genug. Das Datum auf dem vom Verfasser unterschriebenen Titelblatt besagt im Gegensatz zu vielen anderen Archivalien im Falle der Karte noch lange nicht, daß sich ihr Inhalt insgesamt tatsächlich auf das im Titelblatt vermerkte Datum bezieht". Für die aktuellen digitalen Grundkarten in Regensburg und Köln ergibt sich diese Problematik nicht mehr. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die Karten einen sehr aktuellen Zustand wiedergeben, da sowohl Erfassung, als auch Fortführung nunmehr ausschließlich digital erfolgen340. Die Ergebnisse der digitalen Vermessung werden unverzüglich in die amtlichen Kataster integriert.

Problematisch gestalten sich jedoch in beiden Städten Parzellen, die nicht erfasst sind und deshalb weder im analogen noch im digitalen Kataster eingezeichnet sind. Ferner Parzellen, die in die Kataster eingetragen waren und jetzt nicht mehr existieren oder solche, die zwar geplant waren, jedoch nie ausgeführt worden sind (vgl. HÄUBER, SCHÜTZ 2004, S. 109).


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Regensburg

Bezüglich der lokalen Befunde in Regensburg ist vor allem deren geometrische Genauigkeit und Zuver-lässigkeit zu diskutieren. Diese sind abhängig von den benutzten Methoden (vgl. oben) und den benutzten (lokalen) Quellen. Hier ergab sich für Regensburg zunächst einmal das Problem den ersten genau vermessenen Katasterplan ausfindig zu machen. In der Forschung wird nämlich bislang der, wie sich herausgestellt hat, gemessen an den in vorliegender Arbeit definierten Genauigkeitsansprüchen ungeeignete Plan von 1812 benutzt (GrStK 1812). Dem Verfasser gelang es, das Original der Uraufnahme 1811 ausfindig zu machen. Die Uraufnahme stellt, wie sich im Laufe der Arbeit zeigte, den ersten, sehr genau vermessenen Katasterplan der Stadt Regensburg dar. Dieser Plan, der "offiziell" in das Jahr 1811 datiert wird, zeigt jedoch den Zustand vor den Zerstörungen von 1809. Zur Überprüfung dieser Frage wurden zusätzliche historische Quellen herangezogen, die jedoch aus Genauigkeitsgründen für die späteren Berechnungen nicht verwendet werden konnten (z.B. der digital vorliegende Plan um 1700 und der schematische Parzellenplan von 1808). Immerhin ergaben sich dabei keine Hinweise auf Unvollständig-keiten bzw. Abweichungen der in der Uraufnahme vermerkten Parzellen gegenüber den tatsächlichen Verhältnissen. In der Uraufnahme sind auch die 1809 abgebrannten Gebäude korrekt gekennzeichnet. Als aktuelle Quelle konnte die amtliche, digitale StGK benutzt werden. Bei dieser Karte darf grundsätzlich von einer sehr hohen Genauigkeit ausgegangen werden. Diese hohe Genauigkeit wurde durch die Ergebnisse der metrologischen Analysen bestätigt. Der Stand dieser Karte datiert in das Jahr 2003 (zu diesem Zeitpunkt hatte der Verfasser mit seinen "digitalen" Arbeiten begonnen). Inzwischen dürften innerhalb des Untersuchungsgebietes geringfügige Änderungen erfolgt sein341. Großflächige Veränderungen wie z.B. in den Neubaugebieten am Stadtrand sind im Untersuchungsgebiet auszuschließen. Eine hohe Aktualität der erzielten Ergebnisse ist also gegeben. Da sich die Datenstrukturen der StGK nicht verändert haben, könnten die hier erzielten Ergebnisse selbstverständlich jederzeit mit einem "Update" der aktuellen digitalen StGK neu auf ihre Validität hin überprüft werden.

Bezüglich der metrologischen Analysen, die in Regensburg durchgeführt wurden, lassen sich anhand von historischen Quellen lediglich das bayerische Fußmaß und das metrische Maß eindeutig belegen und umrechnen. Zur Umrechnung der römischen, karolingischen und reichsstädtischen Maße existieren in der Forschung verschiedene Meinungen. Auch kann aus der Äußerung von HEINRICH (1808, S. 64), wonach er das Regensburger Fußmaß berichtigen ließ, keine für einen festen Zeitraum eindeutig zutreffende Um-rechnung in ein metrisches Maß abgeleitet werden. Im Unterschied zu Köln (siehe unten) lässt sich diesbezüglich in Regensburg bedauerlicherweise eine Forschungslücke konstatieren. Diese müsste erst seitens der historischen Wissenschaften gelöst werden, bevor weiterführende metrologische Analysen durchgeführt werden können. Die bislang erzielten Ergebnisse wurden vom Verfasser daher immer als mutmaßliche Ergebnisse gekennzeichnet (vgl. Kap. 3.4.2.). Die ungewöhnlich hohe Passgenauigkeit und die Häufung bestimmter Maße in sehr begrenzten räumlichen Einheiten deutet zwar auf die Richtigkeit der hier verwendeten Umrechnungen bestimmter historischer Maßeinheiten in das metrische Maß hin, absolute Sicherheit könnte jedoch ausschließlich durch weiterführende, vorrangig (bau)historisch-archäologisch orientierte Forschungen erzielt werden.

Aufgrund der hohen Genauigkeit der Daten könnten bei der Berechnung der lokalen Maße und der Kennzahlen PX, OX, AGF und LGF nur dann Berechnungsfehler auftreten, wenn die Algorithmen zur Berechnung nicht mindestens die Genauigkeit der Daten aufweisen. Derartige Berechnungsfehler konnten nach umfangreichen Testläufen ausgeschlossen werden (vgl. oben zur Diskussion der Methode).

Eine weitere zu diskutierende, lokale Problematik könnte die Darstellung der Ergebnisse in Form der aktuel-len Baublöcke darstellen, weil diese Baublöcke mit den Baublöcken aus dem Jahre 1811 in manchen Fällen nicht mehr übereinstimmen. Einige Baublöcke sind verändert bzw. verschwunden, einige sind seither auch neu entstanden. Dieses Problem der Darstellung ergibt sich nur bei der Darstellung der Ergebnisse des PX, und zwar für Parzellengrenzen aus der Uraufnahme, die sich in der aktuellen StGK erhalten haben, und die sich mit den Grenzen der aktuellen Baublöcke überschneiden. Es wird ebenfalls durch den objektorientierten Ansatz gelöst, indem nämlich nur der aktuell innerhalb des betreffenden Baublock erhaltene Teil der Parzellengrenze von 1811 für die Auswertung herangezogen wird, der ja durch ein entsprechendes Datierungsattribut eindeutig gekennzeichnet ist.


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Köln

Die Diskussion der Befunde für Köln gestaltet sich ähnlich wie in Regensburg. Als erstes sehr genau ver-messenes Kataster wurde dort für Probemessungen ein Blatt aus dem preußischen Urkataster verwendet, als Referenzmedium diente die amtliche ALK. In Köln wurde im Gegensatz zu Regensburg nur eine vergleichsweise kleine Fläche untersucht. Zwei historische Maße, die in der Stadt Köln angewandt wurden (Kölnischer Fuß und rheinländischer Fuß), werden in der Forschung einheitlich umgerechnet. Im Gegensatz zu Regensburg existiert diesbezüglich eine zuverlässigere Grundlage.

Bezüglich der möglichen Problematik von nicht erfassten Parzellen nennt GÖBEL (1948, S. 49) für Köln verschiedene Kategorien von Liegenschaften, die einer Sonderbehandlung oblagen. So gab es steuerpflich-tige Grundstücke, die zu erfassen waren. Es existierten jedoch auch steuerfreie Liegenschaften wie z.B. staatliche Schlösser, Botschaftsgebäude, Grundstücke der Kirchen usw., deren Erfassung nicht obligatorisch war. Des Weiteren gab es Liegenschaften, die steuerfrei waren, da sie "ertragslos" waren, z.B. Straßen, Plätze, Friedhöfe usw. Dann gab es noch die Kategorie der Hofräume mit Gebäudeflächen und Hausgärten "unter 1 preußischen Morgen (25,53 a)", die ebenfalls nicht erfasst werden mussten. GÖBEL (1948, S. 49) weist darauf hin, dass man dies bei statistischen Auswertungen beachten müsse.

Für Köln wurden u.a. keine weiterführenden Persistenzanalysen durchgeführt. Bei derartigen Analysen müsste die hier geschilderte Problematik der möglichen "Unvollständigkeit" verschiedener Kölner Kataster selbstverständlich beachtet werden.

5.3 Ausblick

In vorliegender Arbeit wurde ein erster Versuch unternommen, eine Methodik für digitale Stadtgrundrissanalysen zu entwickeln und das Potential derartiger digitaler Analysen an ausgewählten Fallbeispielen zu erproben. Im Zuge der dazu vom Verfasser vorgenommenen Arbeiten ergab sich eine Vielzahl von Forschungsansätzen für weiterführende, auf vorliegender Arbeit aufbauende Forschungen. Diese neuen Forschungsansätze lassen sich folgendermaßen gliedern:

Aufgaben für die lokale Stadtgeographie bzw. stadthistorische Forschung von Regensburg (I) und Köln (II), Aufgaben für die gesamte (Stadt)Geographie bei der Anwendung und Weiterentwicklung der Methoden (III) und schließlich Aufgaben für die Anwendungen außerhalb der Geographie (IV).

(I) Regensburg

Wie HUBEL (2003) in seinem Vorwort zur Dissertation von BORGMEYER (2003) feststellt, konzentriert sich das Interesse der Forschung im Falle von Untersuchungen zur Stadt Regensburg seit Jahrzehnten auf den Stadtkern (so auch die vorliegende Arbeit). Die "Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts" wurden bislang "sträflich vernachlässigt". Freilich argumentiert HUBEL vorrangig aus der Sicht der (Bau )-Denkmalpflege. Bauten werden jedoch immer auf Parzellen errichtet. Deshalb würde sich als "lokale" Aufgabe für Regensburg die Untersuchung der Flächen ausserhalb der ehemaligen, mittelalterlichen Stadtmauer anbieten. Ein Vergleich der dort ermittelten Persistenzindices mit den Indices, die im Bereich des Stadtkerns vorliegen, könnte sehr aufschlussreich werden. Hierdurch könnte beispielsweise ein weiterer Beleg für die in der Literatur beschriebene hohe Persistenz von Parzellarstrukturen im Bereich der besiedelten, d.h. bebauten Bereiche des Stadtkerns im Vergleich zu den umliegenden Gebieten (Außen-bezirke, Vorstädte) gefunden werden.

Eine weitere lokale Fragestellung könnte die Analyse des Grundrisses von Stadtamhof darstellen. Die vordergründig visuelle Betrachtung des Stadtplans von Stadtamhof ohne historisches "Hintergrundwissen" ließe auf eine planmäßige Anlage schließen. Hier könnten im Rahmen von Persistenzanalysen sowohl metrologische Analysen als auch Untersuchungen zum PX aufschlussreich sein.


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Weiterführende metrologische Analysen im Regensburger Stadtgrundriss könnten für die historische Forschung aufschlussreich sein. Dies betrifft insb. römische Maße für Forschungen im Bereich der Archäo-logie und der Alten Geschichte und karolingische Maße für den Bereich der sog. "Pfalzenforschung", aber auch reichsstädtische, bayerische und "gebietsfremde" Maße342.

Bezüglich der bisherigen, in der Literatur teilweise fehlerhaft vorgenommenen Parzellenkonkordanz zwischen den alten Litera-Bezeichnungen und der aktuellen Hausnummer würde es Sinn machen, sämtliche Parzellen im Untersuchungsgebiet auf Grundlage der sehr genau eingepassten Uraufnahme von 1811 noch-mals zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

(II) Köln

Für weiterführende Vergleiche, insb. zur Entwicklung des gesamten Stadtgebietes innerhalb der mittel-alterlichen Umwallung wäre es sinnvoll, das gesamte Kölner Stadtgebiet zu analysieren. Durch Anwendung des Persistenzindex als "Vor- bzw. Nachkriegsindex" könnten die Zerstörung von Parzellarstrukturen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in Städten besser dokumentiert und quantitativ belegt werden. Der gesamte Stadtkern von Köln würde sich aufgrund der starken Zerstörungen für eine derartige Untersuchung anbieten.


Regensburg und Köln

Die ursprünglich angedachte Untersuchung von Regensburg und Köln auf Parzellenebene und in verschie-denen Zeitschnitten hatte sich im Laufe der Arbeit als viel zu aufwändiges Vorhaben herausgestellt343. Ein derartiges Vorhaben muss zukünftigen Arbeiten vorbehalten bleiben, die jedoch auf den hier erarbeiteten Grundlagen aufbauen können. In einer derartigen Arbeit könnte durch umfassende Längs- und Quer-schnittsanalysen geklärt werden, durch welche Zeitschnitte sich die Entwicklung des Parzellargefüges für Köln und Regensburg repräsentativ darstellen läßt. Des Weiteren wäre in diesem Zusammenhang zu prüfen, ob sich aus dem Vergleich von zwei Städten womöglich bereits allgemeingültige Regeln zur Grund-rissentwicklung von Städten insgesamt aufstellen lassen.

Eine weitere mögliche Fragestellung könnte darin bestehen, zu untersuchen, ob sich Zeiten starker bzw. schwacher Veränderungen des Parzellargefüges (Zusammenlegung; Teilung) feststellen lassen und ob es sich in beiden Städten um dieselben Zeiträume handelt, in denen diese Entwicklungen stattfanden. Auch hierzu wäre eine kontinuierliche Analyse (Längsschnitt) notwendig, in die möglichst alle verfügbaren Kataster der Städte Köln bzw. Regensburg eingehen müßten.

(III) Anwendung und Weiterentwicklung der digitalen Methoden

Eine als vorrangig betrachtete Aufgabe stellt die Anwendung und Überprüfung der vorgestellten Methode am Beispiel weiterer Städte dar. Dabei wäre zunächst zwei Fragestellungen nachzugehen. Zum einen, ob die Methoden allgemein und "einfach", d.h. unverändert anwendbar sind, zum anderen könnten bei der Analyse einer hinreichend großen Anzahl von Städten Erkenntnisse darüber gewonnen werden, ob bestimmte Phänomene hinsichtlich der Ergebnisse von metrologischen Analysen und Persistenzanalysen einen allge-meingültigen Charakter aufweisen.

Dazu würde z.B. die Klärung der Frage gehören, ob sich durch die Kennzahl des Persistenzindex bestimmte, in der Literatur genannte "Stadttypen"344 besser beschreiben bzw. definieren lassen. Man könnte hier besonders an die "Typen" der "historischen", "mittelalterlichen" und "römischen" Stadt denken. Die Beschreibung derartiger Stadttypen oder gar die Versuche einer Definition derselben stellen noch immer ein

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Problem innerhalb der wissenschaftlichen Geographie dar, insbesondere hinsichtlich der Merkmale, die zur Typisierung von Städten angewandt werden. Im Zusammenhang mit der Klärung dieser Fragestellung könnte die Korrelation zwischen Parzellengröße bzw. Alter der Parzellengrenzen und Alter des Bau-bestandes untersucht werden. Es wurde oben vom Verfasser bereits die Hypothese aufgestellt, dass in der "historischen" bzw. "mittelalterlichen" Stadt das Alter des Baubestandes und das Alter der Parzellengrenzen korrelieren. Sollte dies (signifikant) der Fall sein, wäre durch den PX tatsächlich ein objektiver Index zur Ausweisung des Typs der "historischen" bzw. "mittelalterlichen" Stadt gegeben.

Möglich ist auch eine Übertragung der digitalen Methoden auf die Flurformenanalyse außerhalb von Städten.

Im Rahmen der Neuentwicklung von Analyseverfahren zur digitalen Stadtgrundrissanalyse sollte in vorliegender Arbeit zunächst einmal "Grundlagenarbeit" geleistet werden, die Analyseverfahren wurden daher bewusst einfach gehalten. Weiterführende Arbeiten könnten im Bereich der Weiterentwicklung und Verfeinerung der Methoden erfolgen. Auch die Übertragung bzw. Programmierung der Methoden in handelsübliche Informationssysteme (z.B. GIS-Software) könnte eine weitere Aufgabe darstellen. Damit wäre es möglich das hier vorliegende Methodenspektrum einem größerem Nutzerkreis zugänglich zu machen.

Sehr hilfreich wäre auch eine Übertragung der in vorliegender Arbeit entwickelten Methoden zur metrologischen Analyse und zur Persistenzanalyse auf Rasterdatenbestände. Dies könnte mit Methoden der digitalen Bildverarbeitung geschehen (vgl. SONKA, HLAVAC, BOYLE 1993345; CHEN,PAU,WANG 1993). Auf diese Weise könnte die aufwendige Vektorisierung von historischen Katastern entfallen, die in der Regel als (gescannter) Rasterdatensatz vorliegen.

(IV) Anwendungen außerhalb der Geographie

Außerhalb der Geographie ist die Anwendung des vorliegenden Methodenspektrums in der Archäologie mit ihren verschiedenen Wissenschaftsgebieten, den Geschichtswissenschaften und in der Bauforschung denkbar (vgl. HÄUBER 2006). Mit dem Persistenzindex wäre der Stadt(entwicklungs-)planung und der häufig zu ihr gehörenden (Boden-)denkmalpflege eine objektive, begründete, nachprüfbare und reproduzierbare Kennzahl als Bewertungskriterium für "schützenswerte" Strukturen an die Hand gegeben. Seitens der Archäologie ist GUGL der Meinung, dass eine Anwendung der Persistenzanalyse in der "Limitationsforschung" (GUGL 2005, S. 85) sehr hilfreich sein könnte.

Weil die Untersuchungen auf amtlichen Daten basieren, könnten die Methoden und Ergebnisdaten jederzeit in jede Form von (amtlichen) Informationssystemen integriert werden. So könnten die Ergebnisse dieser Arbeit unmittelbaren Eingang in entsprechende Informationssysteme von interessierten Nutzerkreisen in Forschung und Anwendung finden. Hier zeigt sich, dass die Historische Stadtgeographie einen wichtigen methodischen Beitrag für die Forschung in anderen Wissenschaften leisten kann346.


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Zusammenfassung

Vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, ein neues, digitales Methodenspektrum zur geographischen Stadtgrundrissanalyse zu entwickeln. Dieses wird sodann in den Städten Regensburg und Köln erprobt. Bei diesen Neuentwicklungen handelt es sich um digitale metrologische Analysen und digitale Persistenz-analysen. Die Arbeit greift damit Fragestellungen einer traditionsreichen, jedoch in jüngster Zeit sehr ver-nachlässigten Forschungsrichtung innerhalb der deutschen Stadtgeographie auf, deren Bearbeitung einen interdisziplinären Ansatz erfordert.

Ausgehend vom "Konzept der Persistenz" in der Geographie erfolgt nach einer Erklärung und Definition die Darstellung des aktuellen Forschungsstandes hinsichtlich analoger und digitaler Stadtgrundrissanalysen. Sie erfolgt erstmalig unter Einbezug von metrologischen Analysen und Grundrissanalysen für die Städte Regensburg und Köln und ist in dieser Form noch nicht Gegenstand der geographischen Stadtforschung gewesen.

Die Entwicklung von digitalen Methoden geht dabei von bereits bestehenden, analogen Methoden aus. Im Gegensatz zu bisherigen Ansätzen wurde jedoch sowohl seitens der Geographie als auch seitens der Informationstechnik erstmalig von einem objektorientierten Ansatz ausgegangen. Bislang wurde der objektorientierte Ansatz in der Geographie zwar in Form "geographischer Objekte" benutzt, nie jedoch zugleich im informationstechnischen Kontext. Innerhalb der Anwendung geographischer Informations-verarbeitung bzw. geographischer Informationssysteme (GIS) dominiert bislang der "layer-basierte" Ansatz.

Als Ergebnis liegen nun Funktionen zur digitalen metrologischen Analyse und zur digitalen Persistenzanalyse vor. Der Persistenzindex (PX) auf objektorientierter Basis wird hier neu eingeführt. Das von HEINEBERG (2000, S. 191) beschriebene "Maß an Beharrung, d.h. an räumlich-zeitlicher Persistenz" in der Grundrissgestaltung von Städten ist damit erstmals in der Forschung mit einer einfach anwendbaren Maßzahl quantitativ zu fassen. Des Weiteren werden Kennzahlen zur Orientierung (Orientierungsindex, OX) und zur Anzahl und Länge von Parzellengrenzen (AGF, LGF) neu eingeführt.

Der Darstellung der Entwicklung der neuen digitalen Methoden folgt eine kritische Diskussion der Methodik. Diese betrifft zum einen die Diskussion der digitalen Methoden hinsichtlich ihrer Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Zum anderen wird das für die Erprobung zu verwendende Quellenmaterial hinsichtlich seiner Eignung für digitale Analysen diskutiert.

In diesem Zusammenhang erfolgt ein Exkurs zu historischen Maßen und zur Vermessungstechnik. Es wird erstmalig eine Zusammenstellung aller mutmaßlich in den Städten Regensburg und Köln verwendeten Maße in tabellarischer Form mit entsprechender Kommentierung erstellt. Dabei zeigt sich, dass in der Forschung bezüglich der absoluten Abmessungen von historischen Maßen unterschiedliche Meinungen existieren, die in ihrer Anwendung zu jeweils verschiedenen Ergebnissen führten.

Bei der kritischen Diskussion der Quellen zu Regensburg und Köln zeigte sich, dass wegen der in vorlie-gender Arbeit definierten Genauigkeitsansprüche als Quellen lediglich sehr präzise vermessene Kataster für die Anwendung der digitalen Analysemethoden verbleiben. Für Regensburg sind dies die in der Forschung bislang wenig beachtete Uraufnahme von 1811 und die aktuelle digitale Stadtgrundkarte (StGK; Stand: 2003) der Stadt Regensburg. Bezüglich der Uraufnahme von 1811 ist zu bemerken, dass der Verfasser das Potential dieses Katasters der Stadt Regensburg für die historisch-geographische Forschung offensichtlich als Erster entdeckt hat und durch die zentimetergenaue Einpassung in die digitale StGK der Stadt Regens-burg eine essenzielle Grundlage für zukünftige Stadtgrundrissforschungen in Regensburg geschaffen hat.

Das bislang von der Forschung benutzte GStK von 1812 erwies sich hingegen im Rahmen der hier durchgeführten Analysen als zu ungenau. Für die Stadt Köln verblieben als Quellen das Urkataster von 1836/37 und aktuelle Daten aus dem Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster. Die übrigen Quellen lassen sich lediglich für die Aufbereitung der zu analysierenden Datenbestände und für die Interpretation der Befunde heranziehen.

Nach einer geographischen und historischen Erläuterung der Entwicklung des Untersuchungsgebietes in der Stadt Regensburg erfolgt sodann die Darstellung der Aufbereitung der zu analysierenden Daten zu Regensburg. Da die Uraufnahme von 1811 lediglich als Rasterdatensatz vorlag, musste sie nach der

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Einpassung in die aktuelle digitale StGK vektorisiert werden. Aus der digitalen StGK wurden die Parzellengrenzen als geographische Objekte extrahiert. Daraufhin konnten die rechnergestützten metro-logischen Analysen und die Persistenzanalysen durchgeführt werden.

Durch die vom Verfasser entwickelten digitalen metrologischen Analysemethoden konnten erstmals in der Forschung automatisiert historische Maße in einer digital vorliegenden Stadtgrundkarte, hier am Fallbeispiel Regensburg nachgewiesen werden. Mit den vorliegenden Ergebnissen bezüglich der Persistenzanalysen konnte ebenfalls erstmals mit einem vom Verfasser entwickelten automatisierten Verfahren quantitativ be-legt werden, welche Veränderungen im Stadtgrundriss von Regensburg zwischen 1809/1811 und 2003 auf der Ebene der Parzellengrenzen stattgefunden haben, wobei die Ergebnisse nicht durch Stichproben, sondern durch die Analyse sämtlicher, in den Katastern vorhandenen Parzellengrenzen, also einer "Totalerhebung" zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten, bezogen auf einen identischen Raumausschnitt, erzielt wurden. Bislang lagen dazu lediglich Schätzungen aufgrund visueller Vergleiche der beiden Stadt-grundrisse vor. An einem ausgewählten Beispiel in Regensburg konnte zudem die eingangs geäußerte Hypothese bestätigt werden, dass digitale Methoden einen "Zugewinn an Genauigkeit" bezüglich der Einpassung historischer Kataster und damit der Zuordnung historischer Parzellengrenzen zu Grenzen im aktuelle Kataster (Parzellenkonkordanz) erbringen. Bezüglich der in der Forschung bislang vorgenommen Parzellenkonkordanz konnten durch Anwendung digitaler Methoden bereits einige irrtümliche Zuordnungen aufgedeckt werden. Es konnte zudem eine Vielzahl lokal bedeutsamer Ergebnisse erarbeitet werden. So ließ sich die Hypothese bestätigen, wonach die digitale metrologische Analyse geeignet ist, planmäßige Anlagen von Parzellen auch außerhalb von angenommenen und häufig bereits bekannten "Gründungskernbereichen" ausfindig zu machen.

Nachdem am Beispiel Regensburg das "Funktionieren" des neu entwickelten Methodenspektrums belegt werden konnte, wird am Beispiel Köln die Anwendung und Aussagefähigkeit von digitalen Analysen insbesonders in Hinblick auf kleinere Maßstäbe am Beispiel der DGK 5 geprüft. Es wurden aus Aufwandsgründen lediglich ausgewählte Parzellengrenzen aus einem Blatt des Urkatasters von 1837, der automatisierten Liegenschaftskarte (ALK) und der Deutschen Grundkarte 1:5000 (DGK 5) analysiert. Trotz der geringen Anzahl von Untersuchungsflächen konnten bereits auch für Köln entsprechende historische Maße nachgewiesen werden und es konnten zugleich offensichtlich planmäßig angelegte Bereiche dokumentiert werden. Am Fallbeispiel Köln zeigte sich, dass sich die DGK 5 zwar für Voruntersuchungen heranziehen lässt, aufgrund ihres zu kleinen Maßstabes für die in vorliegender Arbeit durchgeführten metrologischen Analysen jedoch nicht geeignet ist.

Parallele Befunde der Fallbeispiele Regensburg und Köln waren an Einzelbeispielen feststellbar. Die Hypothese, dass metrologische Analysen mit historischen Maßen in der aktuellen digitalen StGK bezüglich der Genauigkeit überhaupt möglich sind, konnte an Einzelbeispielen in beiden Städten verifiziert werden. Die Hypothese mittels metrologischer Analysen die Stadtentwicklung aufzeigen zu können, ließ sich hingegen am Beispiel Regensburg nicht bestätigen. In Köln wäre dagegen eine "Abfolge" von historischen Maßen, die mit der historischen Stadtentwicklung korrespondiert, mutmaßlich zu belegen. Da die Untersuchungsfläche in Köln vergleichsweise klein gewesen ist, verbieten sich augenblicklich (noch) definitive Aussagen.

In einem abschließenden Kapitel der vorliegenden Arbeit erfolgt die Diskussion der Ergebnisse und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsaufgaben. Bezüglich der Diskussion der Methode zeigte sich, dass diese im Vergleich zu analogem Vorgehen zunächst, also bei erstmaliger Erfassung, Aufbereitung und Analyse von Daten eines sehr hohen zeitlichen und materiellen Aufwands bedarf. Wird also lediglich ein einmaliger, "schneller Überblick" zur Stadtentwicklung gewünscht, ist analoges Vorgehen wirtschaftlicher. Für die Anwendung in der Forschung ist der Verfasser jedoch aufgrund der in vorliegender Arbeit erzielten Ergebnisse der Meinung, dass die Anwendung digitaler Methoden im Bereich der Stadtgrundrissanalyse zukünftig unabdingbar ist. Die Anwendung von digitalen Methoden bietet nämlich neben der "höheren" Genauigkeit erstmals die Möglichkeit, dass die "Entstehung" von Befunden und Karten - wie den im Laufe dieser Arbeit erstellten - jederzeit nachvollzogen und wiederholt, also objektiv überprüft werden kann. Dies ist bei analogen Karten in der Regel nicht der Fall. Zudem lassen sich die nun vorhandenen Ergebnisse jederzeit erweitern und fortschreiben. Bei Veränderungen, die sich beispielsweise durch neue Erkenntnisse oder die Aufdeckung von (methodischen) Fehlern ergeben könnten, lassen sich die Analysen mit veränderten oder verbesserten Parametern und Funktionen beliebig oft wiederholen. Ebenso lassen sich in vielfältiger Weise Analysen und Auswertungen durchführen, deren Potential in vorliegender Arbeit lediglich

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andeutungsweise aufgezeigt werden konnte. Im Ausblick wird gezeigt, dass die Anwendung und Weiterentwicklung eines digitalen Methodenspektrums zur geographischen Stadtgrundrissanalyse nicht nur innerhalb der Geographie ein breites Anwendungsfeld für zukünftige Forschungen bietet.

Da die Untersuchungen auf amtlichen Daten basieren, lassen sich die Methoden und die Ergebnisdaten jederzeit in (amtliche) Informationssysteme integrieren. So könnten die Ergebnisse dieser Arbeit unmittel-baren Eingang in entsprechende Informationssysteme bei allen interessierten Nutzerkreisen in Forschung und Verwaltung finden. Hier kann die Kulturgeographie, speziell die Historische Stadtgeographie einen wichtigen Beitrag z.B. zur Stadtentwicklungsplanung und für andere Wissenschaftsgebiete leisten.

Im Vergleich zu Arbeiten, die auf der Anwendung von bereits erprobten Methoden beruhen, gestaltete sich die vorliegende Arbeit besonders schwierig und aufwändig, da bei der Entwicklung neuer Methoden und der damit durchgeführten Stadtgrundrissanalysen teilweise völliges "Neuland" betreten wurde. Auch mussten geeignete Quellen für die Analysen zunächst einmal ausfindig gemacht, kritisch analysiert und gegebenen-falls digitalisiert und aufbereitet werden. Es war häufig nur ein "millimeterweiser" Fortschritt zu erkennen, manche Wege erwiesen sich trotz großen Aufwands letztendlich als methodisch nicht "gangbar". Auch die Darstellung der Ergebnisse in Karten gestaltete sich nochmals sehr zeitraubend.

Der Verfasser kann HOFMEISTER (2004, S. 10) also nur zustimmen, wenn dieser derartige Untersuchungen als "no bread-and-butter issue" bezeichnet. Trotz dieser "Grundlagenforschung" sind Stadtgrundrissanalysen nach Ansicht des Verfassers für Geographen ungeheuer spannend und die teils doch recht überraschenden und nicht nur für die Geographie interessanten Ergebnisse entschädigen für die mühsame Kleinarbeit.


Anhang

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BAYERISCHES LANDESVERMESSUNGSAMT (Hrsg.) (1989): Senkrechtluftbilder 1:12.500 (Farbe). Bildflug-Nr. 89049/2 vom 14.8.1989 Bild-Nr. 093- 094; Bildflug-Nr. 89049/2 vom 14.8.1989 Bild-Nr. 097; Bildflug-Nr. 89049/2 vom 14.8.1989 Bild-Nr. 099-100; Bildflug-Nr. 89049/2 vom 14.8.1989 Bild-Nr. 102; Bildflug-Nr. 89049/2 vom 14.8.1989 Bild-Nr. 110

LANDESVERMESSUNGSAMT NORDRHEIN-WESTFALEN (Hrsg.) (1996): Topographische Karte 1:25000. Normalausgabe. Blatt 5007 Köln. 19. Aufl. Bonn.

[URKATASTER KÖLN 1837] STADT KÖLN (Nutzungsgeber) (s.a.): Urkataster "XXXIte Abtheilung. IVtes Blatt. Aufgenommen im Monat August 1837 durch den Geometer Efferz Maßstab 1:312,5".

STADT KÖLN (Hrsg.) (2001): Kölner Stadtkarten und Luftbilder. 2. Aufl. Köln. (Amtliche Karten und Luftbilder auf CD).

STADT REGENSBURG (Hrsg.) (1988): Stadtgrundkarte. M = 1:1000. Bearbeitung: Zimm, Herausgabe: Juni 1988, Berichtigung: Laufend, Luftbild-Freigabe: NR 18/ G52.

STADT REGENSBURG (Hrsg.) (2002): Amtlicher Stadtplan Regensburg. 11. Aufl. Regensburg.

STADT REGENSBURG (Hrsg.) (2005): Amtlicher Stadtplan Regensburg. 12. Aufl. Regensburg. (Ausgabe auf CD)

STADT REGENSBURG (Nutzungsgeber) (2003): Digitale Stadtgrundkarte der Stadt Regensburg vom 4. Juni 2003. Vektordatei. Regensburg.

STADT REGENSBURG (Nutzungsgeber) (s.a.): Holzmodell: Photogrammetrisch ausgewerteter Grundriß "Regensburg um 1700". Vektordatei. Regensburg.

STADT REGENSBURG (Nutzungsgeber) (s.a.): Digitaler historischer Stadtplan Regensburg um 1800. Vektordatei. Regensburg.


149


Abbildungsverzeichnis


Abb. 1 Größenvergleich der Untersuchungsräume Regensburg und Köln

Abb. 2 Auswahl von Arbeiten zur Stadtgrundrissanalyse

Abb. 3 Der objektorientierte Ansatz

Abb. 4 Digitale metrologische Analysen. Einzelmessung

Abb. 5 Digitale metrologische Analysen. Automatisierte Mehrfachmessung

Abb. 6 Bedeutung von Werten des Persistenzindex

Abb. 7 Historische Maßstäbe am Alten Rathaus in Regensburg

Abb. 8 Das Untersuchungsgebiet in der Stadt Regensburg im Luftbild

Abb. 9 Parzellenkonkordanz 1811-2003 am Beispiel Maximilianstraße

Abb. 10 Ehemalige Kapelle St. Georg am Wiedfang 1811

Abb. 11 Turmbau der Porta Praetoria 1811

Abb. 12 Ehemaliges Kloster St. Klara 1811, Turmbau?

Abb. 13 Ehemaliger Friedhof bei St. Emmeram 1811

Abb. 14 Vor dem Ostentor 1811-2003

Abb. 15 Ostenallee 1811-2003

Abb. 16 Digitaler Plan "Holzmodell. Regensburg um 1700"

Abb. 17 Am Klarenanger 1811

Abb. 18 Befunde der metrologischen Analyse in der digitalen StGK

Abb. 19 Befunde mutmaßlicher römischer Maße in der digitalen StGK

Abb. 20 Befunde mutmaßlicher karolingischer Maße in der digitalen StGK

Abb. 21 Befunde mutmaßlicher reichsstädtischer Maße am Ägidienplatz in Regensburg

Abb. 22 Befunde bayerischer Maße in der digitalen StGK

Abb. 23 Befunde metrischer Maße in der digitalen StGK

Abb. 24 Befunde planmäßiger Anlagen im Regensburger Stadtgrundriss

Abb. 25 Befunde Orientierungsindex (OX) 1811/2003 im Regensburger Untersuchungsgebiet

Abb. 26 Befunde Längen von Grenzen (LGF) 1811 im Regensburger Untersuchungsgebiet

Abb. 27 Befunde Längen von Grenzen (LGF) 2003 im Regensburger Untersuchungsgebiet

Abb. 28 Übersichtsdarstellung der auf Regensburg angewandten Methode

Abb. 29 Blick vom Kölner Dom 1945

Abb. 30 Ausschnitt aus der Deutschen Grundkarte 1:5000 Köln

Abb. 31 Verkleinerter Auszug aus dem trigonometrischen und polygonometrischen Netzriss für die Neuvermessung

der Stadt Köln 1836 mit dem Dreieckspunkt Kölner Dom, Kreuz auf dem Ostchor und ausgewählte

Meßpunkte aus dem Urkataster

Abb. 32 Rheinländisches/ preußisches Maß am Fischmarkt, Details aus dem Urkataster 1837 und der ALK

Abb. 33 Rheinaustraße, Ausschnitt aus der Deutschen Grundkarte 1:5000 Köln

Abb. 34 Befunde mutmaßlicher Kölner und rheinländischer Maße in der ALK

Abb. 35 Übersichtsdarstellung der auf Köln angewandten Methode


150




Tabellenverzeichnis


Tab. 1 Maßstäbe und Strichbreiten

Tab. 2 Beispiele für Werte des PX und deren Aussage

Tab. 3 Genauigkeit

Tab. 4 Synopse römischer Maße

Tab. 5 Synopse gebräuchlicher Maße in der Stadt Regensburg

Tab. 6 Synopse alter deutscher Längenmaße, die in Köln verwendet wurden


Tabellen im Anhang:


A.1 Zeittabelle zur Stadtentwicklung von Regensburg

A.2 Zeittabelle zur Stadtentwicklung von Köln

A.3 Vielfache von Maßen

A.4 Name und Beschreibung der wichtigsten Datenquellen

A.5 Auszug aus der Auswertung aller Baublöcke in Regensburg

A.6 Benutzte Hard- und Software






Verzeichnis der Beilagen


Beil. 1 "Amtlicher Innenstadtplan" Regensburg mit Straßennamen

Beil. 2 Baublockgrenzen Regensburg mit amtlichen Baublocknummern

Beil. 3 Uraufnahme von Regensburg 1811 (Auszug)

Beil. 4 Einpassung einzelner Teile des GStK 1812 von Regensburg

Beil. 5 Uraufnahme 1811, digitale StGK 2003, aktuelle Baublöcke

Beil. 6 Persistenzindex (PX) im Regensburger Untersuchungsgebiet 1811-2003

Beil. 7 Blick vom Südturm des Kölner Doms 1999

Beil. 8 Preußisches Urkataster 1837, Blatt IV, Abt. XXXI (Ausschnitt, verkleinert)


151


Verzeichnis der Abkürzungen348


Abb. Abbildung(en)

Abh. Abhandlung(en)

AGA Arbeitsgruppe Altstadtsanierung

AGF Absolute Anzahl von Grenzen pro Flächeneinheit

AHVOR Archiv des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg

akt. aktualisiert(e)

ALK Automatisierte Liegenschaftskarte

Anm. Anmerkung / Fußnote

ANSI-SQL American National Standards Institute - Structured Query Language

ARL Akademie für Raumforschung und Landesplanung

Aufl. Auflage(n)

Ausg. Ausgabe

AVR Adreßbuchverlagsgesellschaft Ruf

BauGB Baugesetzbuch

Bay. bayerisch(er)

Bd. Band

BLO Bayerische Landesbibliothek Online

(http:\\www.bayerische-landesbibliothek-online.de [Stand: 05.06.2007])

BLVA Bayerisches Landesvermessungsamt

BMBau Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau

Br. Breite

BStdF Bayerisches Staatsministerium der Finanzen

CBD Central Business District

CBHI Central Business Height Index

cm Centimeter

DFK Digitale Flurkarte

DGK 5 Deutsche Grundkarte 1:5 000

D.h. Das heißt

DST Deutscher Städtetag

EDV Elektronische Datenverarbeitung

erw. erweitert(e)

geogr. geographisch(e)

Gesellsch. Gesellschaft

GK Gauss-Krüger

GR Geographische Rundschau

GrStK Grundsteuerkataster der Stadt Regensburg 1812, häufig auch mit

"Kataster 1812" bezeichnet

H. Heft

HsNr Hausnummer

IFL Institut für Länderkunde, Leipzig.

IGLDBIK Institut für geschichtliche Landesforschung des Bodenseegebietes in Konstanz

ILNW Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen

incl. inclusiv(e)

insb. insbesondere / insbesonders

Jg. Jahrgang

K Köln

Karol. karolingisch(er)

KGA Kölner Geographische Arbeiten

KJB Kölner Jahrbuch für Vor- und Frühgeschichte

LdG Lexikon der Geographie (= BRUNOTTE et al. 2001-2002).

LGF Absolute Länge von Grenzen pro Flächeneinheit

LGK Lexikon zur Geschichte der Kartographie

LVA NRW Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen

LVR Landschaftsverband Rheinland

m Meter

MERKIS Maßstabsorientierte Einheitliche Raumbezugsbasis für Kommunale Informations-

Systeme

metr. metrisch(e)

Mitt. Mitteilung(en)

mm Millimeter

MÖGG Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft


152


N,n,n. Nord, Norden, nördlich(er)

NN Normal-Null

Nr. Nummer(n)

NRW Nordrhein-Westfalen

O,o Ost, Osten, östlich

OO Objektorientiert

OX Orientierungsindex

PGM Petermanns Geographische Mitteilungen. Zeitschrift für Geo- und

Umweltwissenschaften

PM Petermanns Geographische Mitteilungen

PX Persistenzindex

R Regensburg

RBBR Regensburger Beiträge zur Regionalgeographie und Raumplanung

RGS Regensburger Geographische Schriften

Röm. römisch(er)

RSTAT Stadt Regensburg, Amt für Vermessung und Statistik - Abteilung Statistik

S,s Süd, Süden, südlich

S. Seite

s.a. sine anno (= ohne Jahresangabe)

s.l. sine loco (= ohne Ortsangabe)

StGK Stadtgrundkarte

Str. Straße

s/w schwarz/weiß

Tab. Tabelle(n)

u.a. unter anderem(n), und andere

ü. über

überarb. überarbeitet(e)

veränd. verändert(e)

verb. verbessert(e)

Verf. Verfasser

verm. vermehrt(e)

Verz. Verzeichnis

VHVO Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und

Regensburg, 1838 ff.

W,w West, Westen, westlich

WLG Westermann Lexikon der Geographie.

ZBLG Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, ab 1928

z.B. zum Beispiel


153








A.1 Zeittabelle zur Stadtentwicklung von Regensburg349


179 n. Chr. römisches Lager

739 Bischofsstadt (Bistumsgründung durch den hl. Bonifatius)

um 920 erste Stadterweiterung mit Mauer, mittelalterliche Groß- und Handelsstadt

1245 Freie Reichsstadt

1284 zweite Stadterweiterung, Baubeginn der spätmittelalterlichen Stadtmauer

1690 Stadtgrundriss um 1690 von Johann Ulrich Krauß

1803 Grundriss 1803 von Carl Joseph Weidner mit Wachten

1803-1810 Fürstenstadt (Fürstprimas Carl von Dalberg)

1809 Beschießung und Erstürmung der Stadt durch Napoleon

1810 Regensburg kommt zu Bayern

1808 "Grundriß der Fürstlich Primatischen Residenz-Stadt REGENSBVRG";

Arbeit von HEINRICH (1808) zu dem Maßen der Stadt Regensburg erschienen

1809 Verordnung vom 28.2.1809 bezüglich der Einführung eines für ganz Bayern

einheitlichen Maß- und Gewichtssystems

1811 Uraufnahme

1812 erstes Grundsteuerkataster

1869 29.6.1869 Gesetz zur Einführung des metrischen Maßsystems mit Wirkung zum

1.1.1872. Bestehende Feldmaße bleiben nach Art. 5 dieses Gesetzes bis auf Weiteres in

Kraft (nach HEISCHMANN 1951).

1924 Eingemeindung von Stadtamhof

1986 Einführung EDV-gestützter Karten- und Katasterbearbeitung

1961 Einführung des Gauß-Krüger-Koordinatensystems in der Katastervermessung

1967 Gründung der Universität, Universitätsstadt


154



A.2 Zeittabelle zur Stadtentwicklung von Köln350


50 n. Chr. römische Planstadt, zugleich Kolonialstadt Colonia CLAUDIA ARA

AGRIPPINENSIUM

313/314 Kathedralstadt, Bischofsstadt (Maternus)

950 erste Stadterweiterung, Rheinvorstadt

1106 zweite Stadterweiterung

1164 Wallfahrtsort (seit Überführung der Reliquien der drei Heiligen Könige)

1180 Handelsstadt, dritte Stadterweiterung, Bau der neuen Stadtmauer

1388 Universitätsstadt

1475 Freie Reichsstadt

1794 -1814 Französische Stadt

1815 Köln wird preußisch, "Preußische Festungsstadt"

1822 Einweihung der Deutzer Schiffsbrücke

1836 Preußisches Urkataster

1856 Köln wird kreisfreie Stadt

1859 Die heutige Hohenzollernbrücke wird vollendet. Baubeginn: 1855

1859 Hauptbahnhof auf dem Gelände des ehemaligen Botanischen Gartens

eröffnet

1870 Frankreich erklärt Preußen den Krieg

1871 Ende des Krieges. Friedensvertrag von Frankfurt

1880 Vollendung des Kölner Doms

1881 Niederlegung der mittelalterlichen Stadtmauer

1888 Deutz wird eingemeindet

1919 Köln wird wieder Universitätsstadt

1921 Einführung des Gauß-Krügerschen Koordinatensystems

1945 Seit 1942 schwerste Zerstörungen durch Luftangriffe

1948 Die neue Deutzer Brücke wird dem Verkehr übergeben. Baubeginn: 1947

1962 Fertigstellung der Nord-Süd-Fahrt


155






A.3 Vielfache von Maßen


R = Regensburg, K = Köln



Maß

Schuh R

zu 31,2 cm

Elle R

zu 81 cm

Klafter R

zu 189 cm

Rute R

zu 12 Fuß

zu 3,744 m